Bluthochdruck

Hallo,

bei mehreren Untersuchungen wurde festgestellt, dass mein Blutdruck zu hoch ist (die Werte schwanken allerdings stark). Der Arzt hat gesagt, dass ihn nicht mal der erste Wert so stark beunruhigen würde, sondern viel mehr der zweite Wert (Beispiel letzte Messung 139/111).

Was genau sagt dieser zweite Wert aus bzw. warum ist eine Erhöhung dieses Wertes schlimmer als eine Erhöhung des ersten Wertes (hab ich jedenfalls so verstanden)?

Gruß,
Doro

(Beispiel letzte Messung 139/111).

Was genau sagt dieser zweite Wert aus bzw. warum ist eine
Erhöhung dieses Wertes schlimmer als eine Erhöhung des ersten
Wertes (hab ich jedenfalls so verstanden)?

Der erste Wert bezeichnet den systolische Blutdruck. Der zweite Wert steht für den diastolische Blutdruck. Der diastolische Blutdruck entspricht dem Dauerdruck im arteriellen Gefäßsystem, während der systolische Blutdruck den Maximalwert bezeichnet, der unter körperlicher Leistung erreicht wird. Da der diastolische Blutdruck immer wirkt, ist er der entscheidende Wert, wenn es um krankhafte Gefäßveränderungen geht. Steter Tropfen höhlt den Stein… :smile:

LG Jesse

bei mehreren Untersuchungen wurde festgestellt, dass mein
Blutdruck zu hoch ist (die Werte schwanken allerdings stark).

Schwanken sind ganz normal. Interessant wären Messungen in Ruhe und daheim. Der Weißkitteleffekt kann gewaltige Auswirkungen haben. Ich habe in Ruhe einen systolischen Wert (der erste Wert) von 120, beim Arzt 140 und mehr. Ich würde sowieso jedem empfehlen, sich ein gutes Oberarmmeßgerät zuzulegen (Apotheke) und hin und wieder, bei bestehendem Hochdruck regelmäßig, seinen eigenen Blutdruck zu messen. Schön ist es auch, wenn man bei Grenzwerten ein Hochdrucktagebuch über zwei oder drei Wochen führt, in das man die Meßwerte einträgt, die man dreimal täglich mißt. Hinterher kann man diese Werte bei seinem Hausarzt besprechen, der dann entscheidet, ob eine medikamentöse Behandlung angeraten ist.

Der Arzt hat gesagt, dass ihn nicht mal der erste Wert so
stark beunruhigen würde, sondern viel mehr der zweite Wert
(Beispiel letzte Messung 139/111).

Damit hat Dein Arzt vollkommen recht. Der zweite Wert ist der Dauerdruck in den Gefäßen und daher der deutlich wichtigere, weil schädlichere Wert. Ein systolischer Wert von 139 ist bei leichter Aufregung (Arzt) ein vollkommen normaler Wert.

Was genau sagt dieser zweite Wert aus bzw. warum ist eine
Erhöhung dieses Wertes schlimmer als eine Erhöhung des ersten
Wertes (hab ich jedenfalls so verstanden)?

Das wurde ja nun schon zweimal erklärt.

Benni

Hallo Doro,

wollte Dir nur mal kurz schreiben, dass ich gerade in den vergangenen Wochen genau dasselbe durchgemacht habe und dass der Text von Benni an Dich echt richtig gut ist, genau dies würde ich Dir auch empfehlen.

Auch ich hatte bei meinem letzten Arztbesuch einen Blutdruck von 160:100, dem „Weißkitteleffekt“ sei Dank. Daraufhin schrieb mir mein Arzt das Medikament Ramipril auf, was ein ziemlich krasses Mittel zur Senkung von Blutdruck ist und ich musste ins Labor, meine Blutwerte kontrollieren lassen.
Nachdem ich zuhause die Packungsbeilage von Ramipril gelesen hatte, entschloss ich mich, meinen Blutdruck zunächst eine Weile selbständig zu beobachten, besorgte mir ein Messgerät und legte los.
In den ersten Tagen regte ich mich vor der Messung jedesmal innerlich sehr auf, weil ich zugegeben allein von diesen Arztgeräten schon innerlichen Stress aufbaue, also war die erste Messung immer sehr hoch, aber ich kam darauf, den Blutdruck mehere Male hintereinander zu messen und dabei stellte ich fest, dass der Wert zusammen mit der inneren Aufregung rapide wieder sank. Inzwischen habe ich mich an die Messungen gewöhnt und es regt mich innerlich nicht mehr auf, und seither ist mein Blutdruck zuhause wieder richtig gut und vor allem der so wichtige Unterwert immer relativ konstant und nie mehr höher als 85.

Diese krassen Tabletten zu nehmen wäre also wirklich nicht nötig gewesen und ich bin sehr froh, dass ich es nicht gemacht habe.
Meine Blutwerte waren übrigens sogar ausserordentlich gut, ich bin also kerngesund (bis auf eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber damit nichts zu tun hat) und hätte aufgrund des Weißkitteleffekts fast Tabletten genommen, die mich am Ende vielleicht eher krank gemacht hätten als mir zu helfen, also bloß Vorsicht mit solchen einmaligen Messungen unter psychischem Stress.

Viele Grüsse

Icequeen

Hallo,

Auch ich hatte bei meinem letzten Arztbesuch einen Blutdruck
von 160:100, dem „Weißkitteleffekt“ sei Dank.

Mein bisher höchster Wert (beim Gyn vor der Untersuchung) war 180/1??, nach der Untersuchung 150/???.

Als ich dann wegen des Blutdrucks einen Internisten aufsuchte, war der Wert 139/111. Es wurde dann sofort ein EKG und ein Belastungs-EKG (Höchstwert dabei 170/100) gemacht, Ultraschall der Schilddrüse, Nieren, Leber, so weit alles in Ordnung.

Auf das Ergebniss der Blutuntersuchung warte ich noch. Jedenfalls hat mir der Arzt dann auch zur Tabletteneinnahme geraten, was ich aber erstmal gar nicht möchte.

Ich hab mir in einer Apotheke ein Blutdruckmessgerät bestellt, damit werde ich dann hier zu Hause den Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Sollten sich dann noch Auffälligkeiten ergeben, werde ich nochmal über blutdrucksenkende Medikamente nachdenken.

Zusätzlich werde ich versuchen, meine Ernährung umzustellen und ein paar Pfunde zu verlieren.

Was mir aber dazu noch einfällt:

Ist es eigentlich normal, dass man von der Blutdruckmessung eine richtige Quetschung am Arm zurückbehält? Ich hab währenddessen schon gedacht, dass mir der Arm platzt, und später hab ich gesehen, dass da eine lange Linie (eben so lang, wie diese Manschette ist) zurückgeblieben ist, die man heute immer noch sieht (nach einer Woche). Ich hab übrigens keine besonders dicken Oberarme.

Gruß,
Doro

In den ersten Tagen regte ich mich vor der Messung jedesmal
innerlich sehr auf, weil ich zugegeben allein von diesen
Arztgeräten schon innerlichen Stress aufbaue, also war die
erste Messung immer sehr hoch, aber ich kam darauf, den
Blutdruck mehere Male hintereinander zu messen

Bitte beachte, daß mehrere Messungen hintereinander nur sinnvoll sind, wenn Du entweder jedesmal den Arm wechselst oder aber mindestens fünf Minuten Abstände (besser mehr) zwischen den Messungen läßt. Ansonsten erhälst Du bei Folgemessungen fälschlicherweise zu niedrige Werte.

Meine Blutwerte waren übrigens sogar ausserordentlich gut, ich
bin also kerngesund (bis auf eine Schilddrüsenunterfunktion,
die aber damit nichts zu tun hat)

Wobei die Blutwerte und der Blutdruck erstmal in keinem Zusammenhang miteinander stehen.

und hätte aufgrund des
Weißkitteleffekts fast Tabletten genommen, die mich am Ende
vielleicht eher krank gemacht hätten als mir zu helfen,

Das wäre sicher nicht der Fall gewesen. Ramipiril ist ein Angiotensininhibitor, gehört zu den klassischen Blutdruckmedikamenten und ist im allgemeinen sehr gut verträglich. Wenn man es nicht nehmen muß, ist das wunderbar. Wenn man aber tatsächlich zu hohen Blutdruck hat, sollte man auf keinen Fall die Tablette einfach nicht nehmen. Denn hoher Blutdruck gehört zu den Top Ten der Todesursachen.

Benni

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Mein bisher höchster Wert (beim Gyn vor der Untersuchung) war
180/1??, nach der Untersuchung 150/???.

Ist dann doch ein wenig hoch.

Als ich dann wegen des Blutdrucks einen Internisten aufsuchte,
war der Wert 139/111. Es wurde dann sofort ein EKG und ein
Belastungs-EKG (Höchstwert dabei 170/100) gemacht, Ultraschall
der Schilddrüse, Nieren, Leber, so weit alles in Ordnung.

Erstaunlich, daß Dein diastolischer Wert unter BElastung niedriger als in (vermeintlicher) Ruhe ist. Mcih stört an Deinen Werten ein wenig, daß Dein diastolischer Wert immer über oder bei 100 liegt. Dieser Wert wird eher gering durch Aufregung und ähnliches beeinflußt.

Ich hab mir in einer Apotheke ein Blutdruckmessgerät bestellt,
damit werde ich dann hier zu Hause den Blutdruck regelmäßig
kontrollieren. Sollten sich dann noch Auffälligkeiten ergeben,
werde ich nochmal über blutdrucksenkende Medikamente
nachdenken.

Das ist der absolut richtige Weg. Miß am besten so über zwei oder drei Wochen Deine Werte. Gut sind drei Messungen am Tag: morgens, mittags, abends. Miß immer in Ruhe, ohne dabei zu sprechen und entspanne Deinen Arm. Sollten mehrere Messungen nötig sein, wechsle den Arm oder warte mindestens fünf Minuten zwischen den Messungen, sonst würden die Meßwerte zu niedrig. Schreibe die Werte immer auf und besprich diese Ergebnisse hinterher mit Deinem Arzt. Du und Dein Arzt haben dann eine wunderbare Datensammlung, mit der der Arzt wirklich was anfangen kann.

Zusätzlich werde ich versuchen, meine Ernährung umzustellen
und ein paar Pfunde zu verlieren.

Wunderbar. Abnehmen ist immer gut (es sei denn man hat Normalgewicht). Manche Leute, bei weitem aber nicht alle, sind auch natriumempfindlich. Kannst Du asuprobieren, indem Du Dich eine zeitlnag salzarm ernährst oder (wie ich) mit Kaliumchlorid, statt Natriumchlorid salzt.

Ist es eigentlich normal, dass man von der Blutdruckmessung
eine richtige Quetschung am Arm zurückbehält? Ich hab
währenddessen schon gedacht, dass mir der Arm platzt, und
später hab ich gesehen, dass da eine lange Linie (eben so
lang, wie diese Manschette ist) zurückgeblieben ist, die man
heute immer noch sieht (nach einer Woche).

Sollte nicht normal sein. Entweder hat das Gerät einfach zu stark aufgepumpt (ich nehme mal an, es war ein Automatikgerät) oder die Manschette saß irgendwie verkehrt. Solche Quetschungen sind zwar vollkommen harmlos, aber erstens schmerzhaft und zweitens unnnötig. Wenn Du die Manschette vorschriftsmäßig anlegst und das Teil quetscht Dich weiterhin, würde ich einen Umtausch in Erwägung ziehen.

Benni

Hallo,

Ist dann doch ein wenig hoch.

Mir klopft aber auch jedesmal das Herz, ich merke das richtig.

Erstaunlich, daß Dein diastolischer Wert unter Belastung
niedriger als in (vermeintlicher) Ruhe ist. Mcih stört an
Deinen Werten ein wenig, daß Dein diastolischer Wert immer
über oder bei 100 liegt. Dieser Wert wird eher gering durch
Aufregung und ähnliches beeinflußt.

Ich weiß es auch nicht, aber so war es, ich konnte es ja auch ganz gut mitverfolgen. In der Ruhephase nach dem Belastungs EKG sank mein Blutdruck übrigens auf 130/80. Seltsam, oder?

Das ist der absolut richtige Weg. Miß am besten so über zwei
oder drei Wochen Deine Werte. Gut sind drei Messungen am Tag:
morgens, mittags, abends. Miß immer in Ruhe, ohne dabei zu
sprechen und entspanne Deinen Arm. Sollten mehrere Messungen
nötig sein, wechsle den Arm oder warte mindestens fünf Minuten
zwischen den Messungen, sonst würden die Meßwerte zu niedrig.
Schreibe die Werte immer auf und besprich diese Ergebnisse
hinterher mit Deinem Arzt. Du und Dein Arzt haben dann eine
wunderbare Datensammlung, mit der der Arzt wirklich was
anfangen kann.

Genau so werde ich es machen.

Sollte nicht normal sein. Entweder hat das Gerät einfach zu
stark aufgepumpt (ich nehme mal an, es war ein Automatikgerät)
oder die Manschette saß irgendwie verkehrt. Solche
Quetschungen sind zwar vollkommen harmlos, aber erstens
schmerzhaft und zweitens unnnötig. Wenn Du die Manschette
vorschriftsmäßig anlegst und das Teil quetscht Dich weiterhin,
würde ich einen Umtausch in Erwägung ziehen.

Ich hab mein Messgerät doch noch gar nicht, es war die Messung beim Arzt, die diese Quetschung verursacht hat. Fand ich nicht so toll, erstens war das Aufpumpen schon fast schmerzhaft, zweitens sieht es einfach blöde aus, mit so einem Streifen am Arm rumzulaufen. Zusätzlich hab ich noch vom EKG überall diese Abdrücke, die gehen erst jetzt langsam wieder weg.

Gruß,
Doro

hi Doro,
ein „Weisskittel-Hochdruck“ ist eine bekannte Sache, deshalb sollte nie ein Medikament gegen erhöhten Blutdruck gegeben werden, wenn man nicht genügend Messungen vorliegen hat. Viele Hausärzte und noch mehr Internisten haben ein Langzeit-Blutdruckgerät, da wird über 24 Stunden der Blutdruck gemessen. Danach aknn man ziemlich genau sagen, wer ein Medikament braucht und wer nicht. Bitte doch um eine Überweisung zu einem Internisten, wenn Dein HA so ein Gerät nicht hat.
Viel Erfolg wünscht synapse