Plombe / Nerv / Zahn 'töten'?

Hallo,
ich habe mir vor ca. einem Dreivierteljahr meine Amalgamplomben entfernen und (kostenlos!) durch Kunstoffplomben ersetzen lassen. Da ich vor ein paar Monaten Zahnschmerzen hatte, meine Zahnärtzin aber Urlaub hatte, bin ich zu einem anderen Zahnarzt gegangen. Dieser meinte, dass die neuen Plomben schon wieder undicht seien („was nix kostet, taugt nix“). Gestern habe ich sie von ihm dann entfernen lassen. Als er fertig gebohrt hatte, sagte er, dass er den Hohlraum, der den Nerv umgibt, angebohrt hätte. Es gäbe also 2 Möglichkeiten:

  1. neue Plombe drauf. Falls aber Bakterien in den Hohlraum gekommen sind, bekomme ich später große Schmerzen am Zahn und man müsse eine Wurzelbehandlung machen.
  2. Gleich eine Wurzelbehandlung machen.
    Ich habe mich für Punkt 1 entschieden :smile:). Nun meine Frage:
    Wenn ich jetzt (nach über 30 Stunden) noch keine Schmerzen habe, heißt das dann, dass sich keine Bakterien mehr im Zahn befinden? Oder können sich diese noch Wochen später durch eine Entzündung oder ähnliches bemerkbar machen?
    Falls diese Plombe eines Tages wieder undicht wird (was ja wahrscheinlich ist), muss man dann unbedingt wieder so tief bohren, dass man an den Hohlraum kommt? Und angenommen, es kommen Bakterien in den Hohlraum, muss man dann wirklich gleich den Nerv entfernen?? Kann man die Bakterien nicht anders loswerden?
    Würde mich über ein paar Infos sehr freuen!
    Herzlichen Dank!

Dieser meinte, dass
die neuen Plomben schon wieder undicht seien („was nix kostet,
taugt nix“). Gestern habe ich sie von ihm dann entfernen
lassen. Als er fertig gebohrt hatte, sagte er, dass er den
Hohlraum, der den Nerv umgibt, angebohrt hätte.

Daß solche Leute noch eine Aprobation haben. Unglaublich. Noch schlimmer, daß der Typ wieder mal alle Vorurteile gegen Zahnärzte bestätigt hat. Habe an anderer Stelle schon mal erzählt, daß ich mittlerweile Leute kenne, die beginnen das Wort „Zahnarzt“ als Schimpfwort zu benutzen. Irgendwie muß dieser Beruf Schwarze Schafe wie Licht die Motten anziehen.

Benni

Hallo,
was genau meinst Du damit? Ich glaube, er MUSSTE eben so tief bohren, weil unter der alten Plombe nochmal ein Loch war. Der Zahnarzt macht auf mich einen seriösen Eindruck… er betreibt immer einen großen Aufwand, fotografiert jeden einzelnen Zahn und zeigt ihn mir dann im Großformat. Darauf konnte ich dann auch erkennen, dass die jetzige Plombe besser gemacht wurde als die vorherige.
Was war denn nun der Fehler des Zahnarztes? Wenn ich das weiß, könnte ich ihn evtl. mal darauf ansprechen :smile:.
Danke + Gruß!
PS: Die örtliche Betäubung war super… hat sich fast 6 Stunden konstant gehalten :wink:.

was genau meinst Du damit?

Was nichts kostet, taugt auch nichts - das meine ich.

Ich glaube, er MUSSTE eben so tief
bohren, weil unter der alten Plombe nochmal ein Loch war.

Das glaubst Du, ja.

Benni

Das glaubst Du, ja.

Weißt Du es etwa besser?

Zum Thema Kosten meinte er nur, dass MANCHE Leute, die nichts dafür verlangen, auch nicht ordentlich arbeiten. War ja bei meiner anderen Zahnärtzin offensichtlich der Fall. Sie hat für eine Plombe 15 min gebraucht, er ne Stunde. Außerdem ist es normal, dass Kunstoffplomben etwas kosten…da sollte man sich schon fragen, warum sie es umsonst macht. Habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, jetzt weiß ich es besser.
Es wäre schön, wenn jemand noch meine ursprüngliche Fragen beantworten könnte.
Danke!

Servus Katrin!

Ich habe mich für Punkt 1 entschieden :smile:). Nun meine Frage:
Wenn ich jetzt (nach über 30 Stunden) noch keine Schmerzen
habe, heißt das dann, dass sich keine Bakterien mehr im Zahn
befinden? Oder können sich diese noch Wochen später durch eine
Entzündung oder ähnliches bemerkbar machen?

Bei einem solchen Vorgang (Bohren bis zum Nerv) befinden sich IMMER noch Bakterien im Zahn. Die Frage ist, wie viele-, und ob der Nerv damit fertig wird. Der ‚Nerv‘ ist tatsächlich ein ganzes Organ mit Epithel, Bindegewebe, Blutgefäßen und - eben Nervengewebe. Bakterien, die da einzudringen versuchen, kriegen es mit der Immunabwehr zu tun. Da beginnt jetzt das besondere Problem von Zähnen: wenn der Nerv sich an die Vernichtung von Bakterien macht, fordert er mehr Blut an. Das wird auch ‚geschickt‘, nur daß das vermehrte Volumen aus dem Zahninneren auch wieder ‚raus muß. An der Wurzelspitze ist dann die Engstelle: die Arterien, die das Blut antransportieren, werden dicker und pressen die Venen ‚an die Wand‘. Es kommt zum Blutstau im Zahn (AUA!), schlimmstenfalls platzen die Arterien. Von dem ehemaligen Organ bleibt dann nur eine Brühe aus Serum, Blutkörperchen und untergegangenen Gewebsresten übrig. Wenn jetzt noch aktive Bakterien übrig sind, greift die Entzündung auf die Umgebung des Zahnes über - Wurzelhautentzündung, Schmerz, Wurzelbehandlung oder Extraktion.
Es kann aber auch gelingen, daß die Bakterien zurückgeschlagen werden. Dann ‚mauert‘ sich der Nerv weiter ein, und es ist Frieden. Voraussetzung dazu ist ein wirklich dichter Verschluß (adhäsiv befestigte Kunststoffüllung), die den Bakterien (und ihren Nahrungsmitteln) den Weg bleibend versperrt. Eine solche Füllung (wenn sie was taugen soll) ist so aufwändig, daß die Kassen schon seit Jahren nichts dagegen haben, wenn den PatientInnen ein spürbarer Aufpreis abverlangt wird. Und - wenn Benni auch noch so tobt ;-/ - eine Garantie, daß der Nerv nicht doch abstirbt, gibt’s trotzdem nicht. Ärzte schulden nicht den Erfolg, sie schulden fachgerechtes Vorgehen.
In Deinem Fall, Katrin, ist die erste Hürde wohl schon genommen - die Nervverletzung hat nicht zu einer akuten Reaktion geführt. Wenn das so bleibt (mit jedem Tag Schmerzfreiheit werden die Chancen besser) wird ein Sensibilitätstest in ca. 6 Monaten zeigen, wie es dem Nerv geht. Wenn Dich dann irgendwelche weiteren Therapievorschläge unsicher machen sollten, kommst Du einfach wieder hier her :smile:)
UND - glaub‘ Benni nix! Er kann von Zahnärzten halten, was er will - von der Sache hat er keinen Dunst!

Viel Glück!
Kai

Daß solche Leute noch eine Aprobation haben. Unglaublich. Noch
schlimmer, daß der Typ wieder mal alle Vorurteile gegen
Zahnärzte bestätigt hat. Habe an anderer Stelle schon mal
erzählt, daß ich mittlerweile Leute kenne, die beginnen das
Wort „Zahnarzt“ als Schimpfwort zu benutzen. Irgendwie muß
dieser Beruf Schwarze Schafe wie Licht die Motten anziehen.

Benni

Servus Benni,
was Du für Leute kennst, ist Deine Sache. Was Du Leuten aber HIER erzählst, ist auch unsere Sache, weil wir damit aufgehalten werden.
Damit Du wenigstens wirklich weißt, wovon Du schreibst, guckst Du vielleicht erst mal da:
http://72.14.207.104/search?q=cache:GdKJlKpVihoJ:www…

Danach können wir weiterreden.
Kai

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Hallo Kai,
das nenne ich mal eine ausführliche und hilfreiche Antwort! :smile:
Vielen Dank! Es besteht also doch noch Hoffnung für meinen Zahn.
Nun kann ich wieder ruhig schlafen :smile:.
Ganz liebe Grüße
Katrin