noch mal Generika

Von: , Frage gestellt am Do, 1. Jun 2006

Hallo!

Nehmen wir an, ich möchte zwei konkrete Präparate vergleichen, beide mit gleichem Wirkstoff. Die Inhaltsstoffe scheinen absolut gleich zu sein (in diesem Fall geht es um eine Infusionslösung, dort sind als Zusatzstoffe nur Natriumchlorid und Wasser enthalten). Welche Unterschiede könnten bestehen? Worauf muss ich achten?

Aber auch unabhängig von Injektionslösungen: Nehmen wir an, ich stelle bei zwei Tablettenpräparaten Unterschiede in den Hilfsstoffen fest. Wenn ich an die entsprechenden Fachinformationen für die Medikamente herankomme - worauf muss ich achten, wenn ich die Wirkung der Präparate vergleichen möchte?

Liebe Grüße,
Anja

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten 0 hilfreich
    Re: noch mal Generika

    Hi Anja,

    Generika durchlaufen zwar einen verkürzten Zulassungsweg, aber im Zentrum stehen die sogenannten Bioäquivalenzstudien. Diese sind genau dafür designt, nachweisen, dass das Präparat genauso wirkt wie das Vorbild, und können dies auch, zumindest in Hinsicht auf die wichtigsten Effekte. Natürlich werden aber große Kohorten- oder Randomisiert-Kontrollierte Studien nicht für jedes Generikum wiederholt. Wenn man jetzt stur wäre, müsste man dann z.B. sagen "Nur für Aspirin, nicht für andere Acetylsalicylsäurenpräparate ist eine positive Wirkung bei Herzinfarkt bewiesen".
    In der Praxis spielt dies jedoch keine Rolle. Ärzte denken mit Wirkstoffen oder Begriffsmonopolen (d.h. sie sagen "Beloc", meinen aber "Metoprolol"), nicht mit Präparaten. Wissenschaftliche Studien untersuchen Wirkstoffe und selten Präparate. Kurz: Es mag Fälle geben, in denen die eine oder andere Allergie auf Hilfsstoffe zu Unverträglichkeit, oder unpassende Zubereitung für bestimmte Menschen zu Wirkungsverlust des Medikaments führt, dass sind aber sicher Ausnahmen und spielen vor dem ersten Auftreten keine Rolle in medizinischen Überlegungen.
    Einen Fortschritt in dieser Richtung wird möglicherweise in Zukunft das bessere Verständnis der genetischen Disposition eines Individuums ermöglichen.

    Gruß, Dennis [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: noch mal Generika

      Hallo Dennis,

      im Grunde ist mir klar, dass bei einer Kopfschmerztablette ein Generikum kein Problem darstellt. Bei "schwierigen" Epilepsiepatienten wird, soviel ich weiß, empfohlen, den Hersteller nicht zu wechseln, wenn der Patient gut eingestellt ist - eben weil kleinste Wirkungsunterschiede (die nun mal auftreten) den gesamten Behandlungserfolg zunichte machen können.

      Im konkreten Fall geht es um Präparate, die bei Patienten eingesetzt werden, die zum Behandlungszeitpunkt kaum über eigene Immunität verfügen (z.B. nach Chemotherapien, bei Einnahme von Immunsuppressiva etc.). Ganz speziell: Das Originalpräparat Diflucan ist teuer, aber gut wirksam. In dem Moment, in dem das Präparat bei einer systemischen Pilzinfektion eingesetzt wird, bleibt keine Zeit für Experimente, man muss sich zu 100% auf die volle Wirksamkeit verlassen können. Deshalb würde ich gern wissen, was man im Vorfeld beachten sollte, wenn man nach geeigneten Generika für ein bestimmtes Präparat sucht.

      Schöne Grüße,
      Anja [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: noch mal Generika

        Es gibt keine 100% Wirksamkeit. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: noch mal Generika

          100% Wirksamkeit = identische Wirksamkeit im Vergleich zum Originalpräparat [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: noch mal Generika

      In Zulassungsstudien werden IMMER einzelne Präparate untersucht. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
        ???

        Hi DocR, In Zulassungsstudien werden IMMER einzelne Präparate
        untersucht.
        So what?

        Dennis





        Hi Anja,

        Generika durchlaufen zwar einen verkürzten Zulassungsweg, aber
        im Zentrum stehen die sogenannten Bioäquivalenzstudien. Diese
        sind genau dafür designt, nachweisen, dass das Präparat
        genauso wirkt wie das Vorbild, und können dies auch, zumindest
        in Hinsicht auf die wichtigsten Effekte. Natürlich werden aber
        große Kohorten- oder Randomisiert-Kontrollierte Studien nicht
        für jedes Generikum wiederholt. Wenn man jetzt stur wäre,
        müsste man dann z.B. sagen "Nur für Aspirin, nicht für andere
        Acetylsalicylsäurenpräparate ist eine positive Wirkung bei
        Herzinfarkt bewiesen".
        In der Praxis spielt dies jedoch keine Rolle. Ärzte denken mit
        Wirkstoffen oder Begriffsmonopolen (d.h. sie sagen "Beloc",
        meinen aber "Metoprolol"), nicht mit Präparaten.
        Wissenschaftliche Studien untersuchen Wirkstoffe und selten
        Präparate. Kurz: Es mag Fälle geben, in denen die eine oder
        andere Allergie auf Hilfsstoffe zu Unverträglichkeit, oder
        unpassende Zubereitung für bestimmte Menschen zu
        Wirkungsverlust des Medikaments führt, dass sind aber sicher
        Ausnahmen und spielen vor dem ersten Auftreten keine Rolle in
        medizinischen Überlegungen.
        Einen Fortschritt in dieser Richtung wird möglicherweise in
        Zukunft das bessere Verständnis der genetischen Disposition
        eines Individuums ermöglichen.

        Gruß, Dennis Hallo!

        Nehmen wir an, ich möchte zwei konkrete Präparate vergleichen,
        beide mit gleichem Wirkstoff. Die Inhaltsstoffe scheinen
        absolut gleich zu sein (in diesem Fall geht es um eine
        Infusionslösung, dort sind als Zusatzstoffe nur Natriumchlorid
        und Wasser enthalten). Welche Unterschiede könnten bestehen?
        Worauf muss ich achten?

        Aber auch unabhängig von Injektionslösungen: Nehmen wir an,
        ich stelle bei zwei Tablettenpräparaten Unterschiede in den
        Hilfsstoffen fest. Wenn ich an die entsprechenden
        Fachinformationen für die Medikamente herankomme - worauf muss
        ich achten, wenn ich die Wirkung der Präparate vergleichen
        möchte?

        Liebe Grüße,
        Anja

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