Reizdarmsyndrom (IBS)

Hallo,

ich bin nun bald 30 Jahre alt und leide seit meinen frühen Kindheitstagen an Reizdarmsyndromen (IBS). Es gibt viele Varianten, ich leide unter einer, bei der ich von sehr häufigem Stuhlgang, Darmkrämpfen und Blähungen geplagt werden. Ich habe gelernt, damit zu leben. Aber gerade bei der täglichen Arbeit ist dies ein echtes Problem, weil ich mehr mit meinem Darm zu tun habe, als daß ich mich auf meine Arbeit konzentrieren kann. Das belastet im Beruf doch schon sehr.

Da es ja keine Heilung und keine wirklichen Medikamente gibt (zumindest nicht für Männer), behelfe ich mir schon seit Jahren mit Loperamid. 2-4 mg pro Tag und ich kann einigermaßen über den Tag kommen. Bei Streßsituationen hilft dann aber auch das nicht mehr. Aber insgesamt ist das Loperamid schon sehr hilfreich.

Mein IBS ist auch von der Ernährung abhängig. So verstärken Kohlenhydrate (Mehl, Korn, Zucker usw.) die Symptome erheblichst. Deshalb verzichte ich normalerweise auf ein Mittagessen, weil ich sonst anschließend für den Rest des Tages im Büro meine Arbeit einstellen könnte, weil ich nur noch mit Toilettengängen und Blähungen zu kämpfen hätte. Der Verzicht auf eine Nahrungsaufnahme hilft da eben etwas, die Beschwerden zu mindern. Aber den ganzen Tag ohne Nahrung auszukommen (Frühstück fällt ja auch flach) und nur eine Mahlzeit am Tag zu essen, ist ebenfalls jedesmal ein Kampf, wie sich sicher jeder vorstellen kann.

Eine zeitlang habe ich praktisch vollkommen auf Kohlenhydrate verzichtet und bin quasi der Atkins-Diät gefolgt. Diese Wochen waren ein wahrer Segen. Zum ersten mal in meinem Leben war ich beschwerdefrei und konnte konzentriert arbeiten, ohne an Krämpfen, Blähungen und ständigen Stuhldrang zu leiden. Es war echt toll. Nur leider ist eine solche Ernährungsweise nicht ewig durchzuhalten, sehr teuer, nicht gerade schmackhaft und sehr zeitaufwendig. Also bin ich zur Mischkost zurückkehrt und mit ihr auch die Beschwerden.

Ich wüßte nun gerne, ob mir hier jemand aus der Runde noch Tips oder Empfehlungen zum Umgang mit diesen Beschwerden geben könnte, Medikamente kennt oder auch sonst vielleicht den einen oder anderen hilfreichen Kommentar hat.

Benni

Hallo Benni

Empfehle Dir die Basisdiät (kein Gluten, keine milchprodukte) ganz strickte einzuhalten. Mehr dazu findest Du in einem Untertreat im Forum www.symptome.ch.
Ausserdem vermute ich hohe Darmpilzwerte Candida. Mehr dazu im www.candida.de. Wenn Zutreffend eine Antipilzkur mit Antipilzmittel und zuckerlosen Diät machen.

Gruss
beat

Empfehle Dir die Basisdiät (kein Gluten, keine milchprodukte)
ganz strickte einzuhalten.

Hallo,

also ich habe keine Laktoseintoleranz, wurde schon getestet. Auch beeinflußt eine Milchaufnahme die Beschwerden in keiner Weise. Was Gluten betrift: Ich leide nicht an einer Zöliakie.

Ausserdem vermute ich hohe Darmpilzwerte Candida. Mehr dazu im
www.candida.de. Wenn Zutreffend eine Antipilzkur mit
Antipilzmittel und zuckerlosen Diät machen.

Wie kann ich rausfinden, ob sich diese Pilze in meinem Darm wohlfühlen? Auf der angegebenen Seite las ich: „Es wäre jedoch falsch, deshalb ganz auf komplexe Kohlenhydrate wie etwa aus Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten oder Kartoffeln zu verzichten. Denn sie enthalten viele Ballaststoffe, die im Rahmen einer Anti-Pilz-Diät unverzichtbar sind.“ Aber gerade die Kohlenhydrate scheinen bei mir die Beschweren ja zu verschlimmern. „Aus Amerika stammen Ernährungsempfehlungen, im Rahmen einer Anti-Pilz-Diät zugunsten von Fett und Eiweißen ganz auf Kohlenhydrate zu verzichten. Eine solche Ernährung führt zwangsläufig zu Nährstoffmängeln und ist aus ernährungsmedizinischen Gründen strikt abzulehnen.“ Das sehe ich nicht so. Aber selbst wenn, gerade unter einer kohlenhydratefreien Ernährung war ich symptomfrei.

Benni

hallo benni,

bevor du dich in schamanenhände begibst, schildere doch mal detailliert, was du den lieben langen tag zu dir nimmst. das wäre sehr wichtig.

strubbel
e:open_mouth:)

bevor du dich in schamanenhände begibst, schildere doch mal
detailliert, was du den lieben langen tag zu dir nimmst. das
wäre sehr wichtig.

Unterhalb der Woche esse ich nur zwei Mahlzeiten. Mittags etwas Toast, Käse, Schinken und eine Suppe. Als Nachtisch gibt es meistens ein kleines Eis udn ein Glas Sojamilch. Abends esse ich dann zwei Scheiben Brot (belegt), mal ein Ei, dazu viel Obst (mehrere Äpfel) und Gemüse (Gurken, Tomaten, Kohlrabi), mal etwas Schokolade oder Knabberzeug. Das war es.

Einmal die Woche esse ich mehr und richtig warm. Aber meine Beschwerden
sind im Grunde nur von der Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate abhängig.

Als Flüssigkeit nehme ich viel koffeinfreien Kaffee zu mir und ungesüßte Erfrischungsgetränke.

Benni

hallo,

das ist ja wirklich nicht allzuviel.
könntest du mal deine ernährung für zwei wochen ändern?
in der ersten woche unverändert, aber abend KEIN rohes, sondern gekochtes gemüse, kein vollkornbrot, sondern normales?
in der zweiten woche nichts, was milch enthält, also kein eis, kein käse usw?
dann beobachten, ob sich was ändert.
es gibt viele mögliche ursachen.

strubbel
N:open_mouth:)

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das ist ja wirklich nicht allzuviel.
könntest du mal deine ernährung für zwei wochen ändern?
in der ersten woche unverändert, aber abend KEIN rohes,
sondern gekochtes gemüse, kein vollkornbrot, sondern normales?
in der zweiten woche nichts, was milch enthält, also kein eis,
kein käse usw?

Ich kämpfe ja nun seit bald 25 Jahren mit diesen Problemen und habe in der Zwischenzeit schon fast alles ausprobiert. Auch Nahrungsmittel bzw. -gruppen habe ich auf die von Dir beschriebene Weise ausgetestet. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, daß alleine ein fast völliger Verzicht auf Kohlenhydrate eine Beschwerdefreiheit bringt. Da diese Ernährungsform aber trotz der zahlreichen Atkinsanhänger nur sehr schwer durchzuhalten ist, ist dies keine wirkliche Lösung. Mit Loperamid kann ich leben, da es billig, nahezu nebenwirkungsfrei und sehr gut verträglich ist (auch im Langzeitgebrauch), aber eine Läösung ist das auch nicht.

Mir ist klar, das ich den Reizdarm niemals loswerde. Nur eine deutliche Linderung der Schmerzen udn Probleme würde mir schon vollkommen reichen.

Benni

hallo benni,

wurde denn deine unverträglichkeit und der reizcolon aus fachärztlicher sicht sicher diagnostiziert?
vollkorn kann z.b. bei vielen menschen total reinhauen, kenne das aus eigener schmerzhafter erfahrung.
gehe bitte zu einem gastroenterologen. allgemeinmediziner reicht nicht.
evtl. wird der GE mit einem psychotherapeuten zusammenarbeiten.

strubbel
G:open_mouth:)

wurde denn deine unverträglichkeit und der reizcolon aus
fachärztlicher sicht sicher diagnostiziert?

Nein, das ist aber auch nicht möglich. Es wurden nur alle anderen Ursache ausgeschlossen. Was dann bleibt ist die Diagnose Reizdarm. Einen Reizdarm selbst kann aber niemand durch eine Untersuchung diagnostizieren.

Selbstverständlich war ich auch schon bei einem GE. Mehr als ein: „Das wird wohl ein Reizdarm sien. Da können wir ihnen auch nicht helfen“ kam dabei auch nicht heraus. Diese Beschwerden begleiten mich seit der Stunde, an die ich die ersten Erinnerungen habe, wo ich vielleicht vier Jahre alt war. Früher gab es gar keine Behandlungen. Heute behandle ich mich selbst mit Loperamid. Dies „lähmt“ den Darm, schränkt also seine Perestltik ein. Dies ist der einzige Weg (außer auf Kohlenhydrate zu verzichten, es muß übrigens keineswegs Vollkorn sein), der wenigstens vorübergehend Erleichterung schafft. Loperamid ist billig und gut verträglich. Aber natürlich wäre es mir lieber, ich hätte Alternativen.

Benni

huhu benni,

aber eine psychotherapie kann besserung oder heilung bringen. bei mir hat es johanniskraut gebracht.
bitte eröffne mal einen neuen thread zu risiken bei langzeiteinnahme bei loperamid. das klingt imho gar nicht gut.

strubbel
J:open_mouth:)

aber eine psychotherapie kann besserung oder heilung bringen.

Das ist in der Tat noch eine Möglichkeit.

bei mir hat es johanniskraut gebracht.

Du wirst es nicht glauben, aber selbst das habe ich schon ausprobiert. Ich bin dann zwar immer wie ein Lottogewinner herumgesprungen, aber am IBS hat es nichts geändert.

bitte eröffne mal einen neuen thread zu risiken bei
langzeiteinnahme bei loperamid. das klingt imho gar nicht gut.

Das habe ich schon selbst eingehend abgeklärt. Loperamid wird als Langzeittherapeutikum auch bei verschiedenen Formen von Darmerkrankungen eingesetzt. Dahingehend ist also alles in Ordnung. Die wichtigste Nebenwirkung ist Verstopfung. Ich hätte nichts dagegen, darunter mal ein wenig zu leiden.

Benni

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Hi Benni,

du schriebst u.a.:

Wie kann ich rausfinden, ob sich diese Pilze in meinem Darm
wohlfühlen?

Wurde denn bei dir noch nie eine Stuhluntersuchung gemacht, bei der die Darmflora untersucht und auf Pilze und Parasiten getestet wurde?
Falls nicht, solltest du diese unbedingt machen lassen.

Grüße
Michael

Wurde denn bei dir noch nie eine Stuhluntersuchung gemacht,
bei der die Darmflora untersucht und auf Pilze und Parasiten
getestet wurde?
Falls nicht, solltest du diese unbedingt machen lassen.

OK, wenn ich gegen Ende des Jahres wieder krankenversichert bin, werde ich das mal machen lassen.

Benni