Re: Allergisch auf eigenen Schweiß? Wie behandeln?
Liebe Andrea
Möglicherweise hast du mit Esberitox-N etwas verschlimmbessert. Zu den Wirkungsangaben steht (unter anderem) auf dem Beipackzettel:
- Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeit gegen Korbblütler
- Nebenwirkungen sind Hautausschlag, Juckreiz
Dein danach aufgetretener Heuschnupfen könnte auf eine (neu hervorgerufene?) Überempfindlichkeit gegen Korbblütler zumindest hindeuten.
Ganz genau ist es medizinisch wahrscheinlich schwer zu bestimmen, in welchen Wechselwirkungen sich diese Allergie verhält, mit dem, was sich was sich nun in deinen Schweissdrüsen abspielt.
Eine alternative Interpretation der Vorgänge könnte lauten, dass sich in deinem Körper Stoffe befinden, die ausgeschieden werden MÜSSEN. (Nebenbei: Ausscheidungen haben immer Sinn und Zweck, selbst wenn sie unangenehm sind. Sie zu unterdrücken oder zu reduzieren, blockiert nur die Reinigung des Körpers. Das Problem ist damit nicht weg, sondern taucht an anderer Stelle erneut auf.)
Was ausgeschieden wird, war ja irgendwann mal Input. Hast du bereits sorgfältig auf veränderte Ernährungsgewohnheiten geschaut? (Das muss nicht mal etwas Bedeutsames sein, ein leicht zu übersehender Punkt wäre z.B. fertiges Essen in der Firma und der Anbieter wechselt. Der neue hat dann ein anderes Konservierungs- oder was-auch-immer-Mittel in seinen Produkten, das du nicht verträgst.)
Dort könnte noch ein Hinweis versteckt sein, der sich dann relativ leicht beheben liesse. Versuceh bei diesen Beurteilungen so präzise wie möglich zu sein, denn ohne die "Quelle" zu stoppen, wirst du wenig Erfolg haben, egal mit welcher Behandlung.
Doch die Fragen „was ist das?“ und "was löst das aus?", lösen dein Problem nicht vollständig. Wichtig ist ja auch, ob und wie du deinen Körper unterstützen könntest, seinen Ausscheidungsprozess "Schweissallergie" möglichst bald abzuschliessen.
Sicher ist, dass viel klares Wasser (= neutrale Flüssigkeit, kein Tee) trinken schon mal etwas hilft, um Dinge auszuscheiden, die der Körper ohnehin loswerden möchte. Trinkst du heisses (nicht warmes) Wasser, kann dieser Prozess unterstützend beschleunigt werden. (Deinem Magen tust du ohnehin nur Gutes damit). Es ist gut möglich, dass sich dein System so auf längere Sicht wieder stabilisieren würde.
Wenn es etwas tiefer (evtl. auch schneller) gehen soll, käme eine klassische Fastenkur in Betracht.
(Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilfasten )
Dabei solltest du vorher abklären, ob Fasten für dich empfehlenswert ist (Körpertyp und medizinische Kontraindikationen). Falls du keine Fastenerfahrung hast, wäre es anzuraten, dich in jedem Fall dabei ärztlich oder alterantiv-medizinisch begleiten zu lassen. Gerade wenn es darum geht, im Körper etwas zu lösen, bzw. wenn etwas da ist, dass sich lösen kann (z. B. Rückstände von Medikamenten), ist mit unangenehmen Wirkungen der Fastenkur zu rechnen.
Ich selbst würde wahrscheinlich eine Panchakarma-Kur machen.
(Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Panchakarma )
In meiner Ausbildung in ayurvedischer Medizin konnte ich einige Erfahrungen (persönlich und mit Patienten) mit Panchakarma sammeln, die mich sehr überzeugt haben.
Jedoch ist Panchakarma alles andere als sanfte Medizin (es kann einen ganz schön mitnehmen). Eine seriöse Behandlung wird nicht billig sein, auch weil man etwas Zeit dafür braucht. Die nächste Hürde ist, seriöse Anbieter von freischaffenden Gauklern zu unterscheiden, da in Deutschland (im Gegensatz zu Indien und beispielsweise der Schweiz) der Begriff Ayurveda nicht geschützt ist.
Die Verhältnismässigkeit ist also gut zu überdenken. Sich dafür zu entscheiden, ist sicher auch eine Frage des persönlichen Leidensdrucks.
Liebe Grüsse und gute Besserung!
Luisa
Aus Erfahrung mit einigen Experten scheint mir inzwischen ein Zusatz angebracht:
Diese Antwort ist meine persönliche Meinung.
Sie ist kein medizinischer Fachartikel.
Sie ersetzt keinen Arztbesuch.
Sie ist kein Auftakt für Grundsatz- oder Nonsens-Diskussionen über Sinn und Unsinn alternativer oder ayurvedischer Medizin (worauf ich auch nicht eingehen werde).
Sie richtet sich ausschliesslich an die Fragestellerin, die sich als erwachsener Mensch gewiss selbst eine Meinung bilden kann.