FSME Hysterie?

Hallo,

Ich habe mich jetzt mal auf seriösen, nicht von der Pharmaindustrie-finanzierten Sites durchgelesen (hauptsächlich hier:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/fsme.html
).

Daraus habe ich die folgenden Informationen:

In Deutschland erkranken jährlich etwa 250 Personen an FSME.

Davon 9% im Odenwald --> macht 22.5 Fälle im Odenwald pro Jahr.

Einen dauerhaften Schaden tragen 6 bis 46% der an FSME erkrankten Patienten davon,
das sind im Odenwald also etwa 2-10 Personen, in Deutschland etwa 15-115 Personen.

In 10 bis 15% handelt es sich dabei um lange andauernde Kopfschmerzen, bei 3 bis 11% bestehen Restlähmungen und Schwäche der Muskulatur. In Einzelfällen kann ein Anfallsleiden zurückbleiben. Das Risiko an einer FSME zu versterben beträgt etwa 1-2%. Also, in Deutschland, 2-3 Leute im Jahr.

Wenn man diese Zahlen mal auf 80 Mio Deutsche hochrechnet (Touris und Leute, die nie in den Wald gehen, nehmen wir mal an, gleichen sich aus) —
wieso gibt es dann diese FSME-Impf-Hysterie?
Gehe ich Recht in der Annahme, dass die von der Pharmaindustrie nicht nur gewollt. sondern aktiv gefördert wird?

Gruß
Elke

Hallo Elke,
JA, du hast recht.
Mit Hysterie liess sich immer schon gut Geld verdienen.
Gruß
KH

Hallo Elke,

kann es sein, dass so wenig passiert, WEIL sich in Risikogebieten so viele Leute impfen lassen?
Wir sind zwar auch nicht gegen FSME geimpft, obwohl wir viel draußen sind, aber wir wohnen auch nicht im Risikogebiet (obwohl wir uns bisweilen in einem solchen aufhalten).

Grübelnde Grüße, Heike

H allo Heike,

ich hab keine Zahlen gefunden, deshalb hab ich
das nicht mit reingenommen,
aber ich kann mich erinnern vor einiger Zeit
gelesen zu haben, dass je nach Gebiet nur
jede 100. bis 250. Zecke infiziert ist.

Diese Erklärung scheint mir einleuchtender.

Ich war am WE allein im Wald unterwegs und habe mich
verlaufen, bin auf einem ehemaligen Waldweg gelandet
und zeitweilig bis Brusthöhe durch Gras gelaufen (ok,
Normalwüchsigen ging das Gras vielleicht bis an die
Hüften) --> kein Zeckenbiss. Ich bin viel im Wald
und habe weder letztes Jahr noch dieses Jahr auch nur
eines dieser Viecher eingesammelt.

Gruß
Elke

Hallo Elke,

Zeckenbisse können wir 4 schon so 1-4 Stück pro Jahr verzeichnen, unser Hund hat auch öfter mal welche (trotz Antizeckenhalsband), allerdings ohne ernsthafte Folgen. Wir erwischten sie aber auch meist bevor sie sich richtig festgebissen haben.
Ich denke aber, dass ich das geringe Restrisiko verantworten kann (weil wir hier eben kein Risikogebiet haben), auf die Impfung zu verzichten. Unsere Kinderärzten empfiehlt sie hier übrigens nicht.
Die Prozentzahl an infizierten Zecken variiert innerhalb Deutschlands sehr stark. In einigen Gebieten von Baden-Würthemberg und Bayern sowie Thüringen sind schon recht viele infiziert (genaue Zahlen habe ich leider nicht), bei uns hier im Erzgebirge sieht es aber noch recht gut aus.
Dass die Pharmaindustrie ihren Kram auch verkaufen will, darüber brauchen wir, glaube ich, nicht zu diskutieren. In dem Punkt sind wir uns einig.
Vielleicht hat ja noch jemand Zahlen, würde mich auch interessieren.

Viele Grüße, Heike (die die kleine Abkühlung nach dem Gewitterguss genießt)

Hallo Elke,

wieder einmal die Macht der Medien unterschätzt? Kaum lugen die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen unter den Wolken hervor (na, sagen wir mal im März), gibt es praktisch kein Boulevard-Magazin, in dem nicht auf die ach so dringend erforderliche FSME-Impfung erinnert wird. Die Ankündigung der unmittelbar - wenn Sie sich nicht impfen lassen: schon morgen! - drohenden hinterhältigen Zeckeninvasion wird mit einer mit grellen Flatschen markieten Deutschlandkarte sowie mit erschütternden Bildern & Interviews von respektive mit Zeckenopfern untermalt. Der Bericht schließt für gewöhnlich mit den Worten ‚Lassen Sie sich noch heute impfen - noch ist es Zeit!‘. In den folgenden Wochen werden die Wartezimmer der ohnehin überlasteten hausärztlichen Praxen von FSME-Impfwilligen belagert, völlig wurscht, ob eine Impfung für sie sinnvoll ist oder nicht.

FSME-ungeimpfte Grüße
Renee

Moinsen,

ne richtige Meinung habich nicht, abermeine Kinder sind geimpft. Erstens, weil ich das aus der Klinik und dem Bekanntenkreis kenne, wenn schwere FSME-Nebenwirkungen auftreten, zB lebenslange Pflegebedürftigkeit.
Du hast schon recht, daß das statistisch „wenig“ ist, aber wens trifft, dem wird das egal sein. Man muß auch bedenken, daß es die Zecken durch den Klimawandel immer besser haben. Ich bin mit den Kurzen öfter draußen und meine zu merken, daß es mehr wird.
Die, die es trifft sind mehr die Jungen & Aktiven und die haben länger was von den Nebenwirkungen.
Die Impfung selber ist ein Totimpfstoff, d.h. die Risiken sind eher gering.

Ciao,

Chris

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Elke,
wir hatten vor Jahren einmal Plakatwerbung für FSME Impfung, die lautete:
Entscheiden Sie sich gegen das Risiko.
Mir hat es als Motivation gereicht, aber Gott sei Dank darf jeder selbst entscheiden.
Ein kleines bisschen muss ich die Pharmaindustrie, die natürlich Geld verdienen will, in Schutz nehmen. Wenn sie ordentlich ist, steckt sie den Großteil des Geldes wieder in die Forschung und dabei kommt dann vielleicht etwas heraus, was ich eines Tages brauchen könnte.

Grüße
Irene

hi

dass je nach Gebiet nur
jede 100. bis 250. Zecke infiziert ist.

Ich war am WE allein im Wald unterwegs und habe mich
verlaufen, bin auf einem ehemaligen Waldweg gelandet
und zeitweilig bis Brusthöhe durch Gras gelaufen (ok,
Normalwüchsigen ging das Gras vielleicht bis an die
Hüften) --> kein Zeckenbiss. Ich bin viel im Wald
und habe weder letztes Jahr noch dieses Jahr auch nur
eines dieser Viecher eingesammelt.

ich sammel, wenn mein Pferd gerade mal nicht mit Frontline behandelt wird, TÄGLICH pro Bein zwischen 3 und ca. 18 Zecken ab (also zwischen 12 und 72 an einem Tag), nur ganz ganz selten hat sie dann mal keine (mit Frontline sind es 1 - 2 Woche) - ich selber hatte dieses Jahr schon 5 - und wir leben in einem FSME-Verbreitungsgebiet

wenn da also nur jede 100. FSME überträgt, so hat mein Pferd ohne Frontline wöchentlich 2x die Chance infiziert zu werden - und ich im Schnitt 2x jährlich

Schätze es hängt auch ein bisschen vom Zeckengebiet ab, zumal die lieben kleinen auch nicht jeden Tag gleich „anbeissen“

Gruß H.

Wenn man diese Zahlen mal auf 80 Mio Deutsche hochrechnet
(Touris und Leute, die nie in den Wald gehen, nehmen wir mal
an, gleichen sich aus) —
wieso gibt es dann diese FSME-Impf-Hysterie?
Gehe ich Recht in der Annahme, dass die von der
Pharmaindustrie nicht nur gewollt. sondern aktiv gefördert
wird?

Die meisten viralen Infektionskrankheiten sind mehr oder weniger harmlos. Die Dunkelziffer bei FSME wird - dank der unspezifischen Symptome - aber sehr hoch sein. Bei nur wenigen Erkrankungen kommt es zu der gefährlichen Meningoenzephalitis, bei den meisten schlägt die Infektion „nur“ ein paar Tage auf die allgemeine Verfassung (Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, eventuell etwas Fieber). Da die Impfung aber sehr effektiv ist, spricht nichts dagegen, sich zu immunisieren. Wozu ein Risiko eingehen, wenn eine Impfung vorbeugt? 2-3% Patienten mit Spätfolgen klingt nicht viel, ist aber auch nicht wenig. Es gibt btw. auch verschiedene Hesteller des Impfstoffes.

Letzlich bleibt es jedem Erwachsenen selbst überlassen. Die Verteufelung des Impfens in den letzten Jahren ist aber unbegründet. Die Statistik steht hier ganz klar auf Seiten der Imfung. 20-30% Wahrscheinlichkeit einer leichten bis schwereren Erkrankung gegen 0,001% allergische Reaktion bei der Impfung (http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00682/00684/0…).

Literatur online:
http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/Infek…
http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00682/00684/0…

Schätze es hängt auch ein bisschen vom Zeckengebiet ab, zumal
die lieben kleinen auch nicht jeden Tag gleich „anbeissen“

Ich denke eher, daß bei den meisten Tieren und auch Menschen FSME-Infektionen unerkannt bleiben, da nur bei einigen schwerere Symptome auftreten.

Hallo Elke

Hat mit deiner Frage nur indirekt zu tun:
Als Kind (4-13 Jahre) war ich fast taeglich in Wald und Wiese
unterwegs: Mit dem Hund spazieren, Indianer spielen, Dummheiten
anstellen, toben.
In diesen Jahren hatte ich genau Null Zecken.
In den letzten Jahren bin ich hoechstens ein paar Tage jaehrlich im
Wald oder auf der Wiese und habe mir trotz vorsichtigen Verhaltens
schon einige Zecken eingefangen, in derselben geografischen Region
(MV) wie damals in meinen Kindertagen.
Daraus schliesse ich, dass die Anzahl der Zecken sehr zugenommen hat.

Gruss, Tychi