Alternative zum Einlauf?

Von: , Frage gestellt am Do, 27. Jul 2006

Liebe ExpertInnen,

wenn Alzheimer und Darmträgheit zusammenkommen, dann hat der Pfleger seine Mühe: Die Mutter weiß nicht, ob sie auf dem Klo war. Das führt immer wieder mal zu einem verhärteten Stuhl, bei dem Abführpillen (Ramend) dann nicht mehr helfen. Was können wir tun? Wenn sich die Darmmentleerung über einen ganzen Tag hinzieht, dann wird das für die Beteiligten zur Strapaze. Wer weiß was?

Die Mutter trinkt reichlich, wir müssen es ihr nicht hineinbetteln. Daran liegt es schon mal nicht, dass sie gelegentlich - etwa einmal pro Monat - Verstopfung bekommt. Es geht mir also nicht darum, wie Verstopfungen vermieden werden können, sondern nur um Ratschläge, wie wir alle im Fall des Falles leichter damit fertig werden. Bei 87 Jahren, mildem Diabetes und 2 Zähnen (1 für Suppe, 1 für Kartoffel) brauche ich auch keine Ernährungsratschläge.

Ach so: Einlauf haben wir noch nicht versucht, das wäre wohl auch nicht zumutbar. Mit dem Alzheimer gehen eh schon Angstzustände und Unruhe einher, so ein Procedere mag ich mir gar nicht vorstellen.

Gruß Ralf

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden 3 hilfreich
    Re: Alternative zum Einlauf?


    Hallo,

    wenn ich es richtig verstanden habe, willst Du Ratschläge, daß die Darmentleerung in einem Gang und kontrollierbar passiert!?

    Möglichkeit 1: wenn nach 3 Tagen keine selbstständige Darmentleerung erfolgte kann man morgens ( oder wie es besser paßt) 1 Supp Lecicarbon geben (Zäpfchen). Das reizt den Darm nicht alzusehr und der Stuhlgang kann 10-20 min später passieren.

    (Abführzäpfchen sind nicht mehr verschreibungsfähig!)

    Möglichkeit 2: Klistier (im Liegen einführen, ausdrücken) - kurze Wartezeit und dann zur Darmentleerung auf Nachtstuhl o. Toilette.
    Z. Bsp: Practoclyss aus der Apotheke

    (Ich glaube, da gibts kein Rezept mehr für!)

    Möglichkeit 3: Jeden Morgen nüchtern Lactulose- Sirup. Auch damit müßte sich der Stuhlgang regulieren. Man hat aber keinen Einfluß darauf, wann der kommt.

    Bei unseren Patienten wenden wir oft 1. und 2. an, gerade, wenn tagsüber nicht immer jemand da ist, so daß das Ganze während unserer Anwesenheit passiert.

    Vielleicht konnte ich Dir ja helfen!?

    LG Doreen

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Alternative zum Einlauf?


      Hi Doreen, Vielleicht konnte ich Dir ja helfen!?
      na klar. Zäpfchen kamen mir auch in den Sinn, als ich die Frage stellte, weil ich denke, dass nur die im Enddarm für Entspannung sorgen können. Ich wusste nur nicht, ob es sowas gibt.

      Wir pflegen nicht professionell, sondern ganz privat, sind beide nicht mehr im Berufsleben und haben deshalb alle Zeit der Welt. Nur - 6 Stunden für einmal topfen schlauchen uns dann doch, zudem leidet die Mutter selbst daran: Alle Viertelstunde aufs Klo, drücken kann sie nicht mehr, Geduld hat sie auch nicht (Männer nehmen eine Zeitung mit), und vor allem hat sie dann keinerlei Ablenkung, sondern kann sich ganz dem Sterbenwollen hingeben.

      Dank & Gruß
      Ralf

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