Hallo,
es geht um meinen wurzelbehandelten,abszessbildenden,2mal wurzelspitzen"resektionierten" Schneidezahn,den mir aufgrund der Entzündung keiner ziehen wollte. (nehme seit 5 Wochen Antibiotika, insgesamt 3 Wochen lang wurde der Abszess +Knochenoberfläche gespült,bei versch Ärzten)
Jetzt habe ich endlich einen Termin zur Extraktion in einer Zahnklinik, aber vorher hatte der Kieferchirug,der mir den Zahn unbedingt erhalten wollte,noch die alte Wurzelfüllung entfernt u auch noch keine neue reingemacht.
Witz: Jetzt sind die Schmerzen verschwunden!!
FRAGE: Ist das normal,da der Zahn ja jetzt "offen"ist(also,er ist hinten schon zu,nur wurde halt keine neue Wurzelfüllung reingemacht),bzw Abfluss hat (die Abszesswunde ist ja auch noch offen), aber die Beschwerden kämen höchstwahrscheinlich sowieso wieder,so dass ich ihn trotzdem ziehen lassen soll?? (Zahn ist leicht gelockert, hat nur noch wenig Wurzel aufgrund der 2 WSR, ist verfärbt und klingt beim Klopfen anders,laut Arzt)
Oder ist das eine Art „Spontanheilung“ und ich kann das so lassen???
Beim Kieferchirugen erhalte ich keine neutrale Auskunft,da dieser mir den Zahn um jeden Preis erhalten will,und in der Zahnklinik fragte man nur „Sie wollen den Zahn also loswerden? Sicher? Gut!“ -Es tun sich alle schwer,weil es sich um meinen Frontzahn 1.1 handelt.
Bin für jeden Erfahrungswert dankbar,denn fühle mich total überfordert mit der Entscheidung.
Hallo Malia,
ich kann dir natürlich nur zu dem Thema etwas schreiben, warum der Zahn derzeit nicht mehr schmerzt. Wie du selbst schreibst, ist der Zahn vom MKG-Chirurgen geöffnet worden. Damit ist möglich geworden, dass Gas bildende resp. Eiter bildende Bakterien nach Aussen (in den Mund) gelangen können. Die Entzündung an der Wurzelspitze kann sich also entleeren. Der Druck und der damit einhergehende Schmerz durch diese Bakterien ist erstmal weg. Das heisst aber nicht, dass jetzt wieder alles im Lot ist. Es müssen unbedingt Massnahmen getroffen werden, den Zahn zu erhalten oder nicht zu erhalten. Denn nun ist es möglich geworden, dass neue Bakterien aus dem Mundraum per Wurzelkanal und Wurzelspitze in den Knochen gelangen können. Dieser PingPong Effekt würde zu einem Aufflammen der Entzündung (evtl. durch andere Bakterienstämme) führen.
Gute Besserung. Ich bewundere deine Geduld.
Bernd
Servus Malia,
die Hoffnung mit der ‚Spontanheilung‘ hat Bernd Dir ja schon abgeschminkt. Jetzt kriegt der Zahn den Rest! Zwei Resektionen, 5 Wochen Antibiotika, offensichtlich mindestens 2 Ärzte - der alte Hiob war ein Choleriker im Vergleich zu Dir. Das bißchen Wurzel, das, schon locker, in Deinem Kiefer verblieben zu sein scheint, steckt wohl so voller Bakterien und/oder Toxine, daß weitere Erhaltungsversuche ihren Sinn verlieren.
Wie geht’s dann weiter?
Eine erwägenswerte Lösung wäre ein Implantat - eine neue, feste Wurzel, kein Abschleifen der Nachbarzähne, das hätte was! NUR - bis an diese Stelle, wo gerade noch der Eiter rausgelaufen ist, ein Implantat kann, müssen 90 Tage vergehen! Du mußt also 90 Tage lang eine Frontzahnlücke versorgt kriegen. Das ist das uncharmante an der Implantatlösung. Eine - provisorische - Brücke, die die Lücke schließt, während die Wunde noch heilt, kann man schon ein paar Tage nach der Extraktion anfangen - die endgültige käme dann erst einige Monate später. Dazu müssen aber die Nachbarzähne dafür tauglich sein (fest) und das Implantat braucht man dann nicht mehr. Kompromiss: eine kleine, einzähnige Klemmprothese, die optisch die Lücke schließt, die einen beim Sprechen hindert und bei nahezu jeder Form von Kommunikation verunsichert. Einen fragwürdigen Trost weiß ich: ich habe etliche Polit- und Bühnengrößen mit diesen Prothesen gesehen. Eine etwas komfortablere, aber teuere (reine Privatleistung) Lösung wäre eine dünne Stahlplatte mit einem Zahn dran. Für die zahlt man, um sie nach 9 Monaten wegzuschmeißen.
Hört sich alles ziemlich bescheiden an, sorry, aber wenn Dir ein/e ZahnÄrztin in den nächsten Tagen ähnliches erzählt, wirst Du zwar nicht weniger geschockt sein, aber Du weißt dann, daß diese/r Behandler/in wahrscheinlich nicht komplett neben der Kapp’ ist.
Kai