Juckreiz - Gegenmittel

Von: , Frage gestellt am Do, 10. Aug 2006

Hallo!

Unsere Tochter (8) leidet unter Neurodermitis und hat momentan einen heftigen Schub. Wir wollen nicht mit Kortison cremen und suchen nach ALternativen um den JUCKREIZ zu mildern!

Gruß,

Andi

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 29 Minuten 0 hilfreich
    Re: Juckreiz - Gegenmittel

    Unsere Tochter (8) leidet unter Neurodermitis und hat momentan
    einen heftigen Schub. Wir wollen nicht mit Kortison cremen und
    suchen nach ALternativen um den JUCKREIZ zu mildern!
    Benadryl ist ein lokales Antihistamin, was den histaminverursachten Juckreiz sehr gut lindert. Ich weiß nicht, ob das bei Neurodermitis auch der Fall ist, aber es ist ein Versuch wert. Benadryl (http://www.pfizerch.com/product.aspx?id=369) gibt es nur aus dem Ausland (schau mal bei Ebay). In Deutschland ist mir kein Medikament bekannt, was Diphenhydramin, den Wirkstoff von Benadryl enthält, in 2 %iger Stärke enthält.

    Aber ich würde meine Ärztin fragen, ob sie Dir probeweise einmal ein lokales Antihistamin für Deine Tochter aufschreiben kann. Man kann es ja mal ausprobieren. Aber mal ganz nebenbei: Die Angst vor lokalem Cortison kommt leider größtenteils aus den Medien und ist fast immer unbegründet.

    Benni

    • Antwort von nach 35 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Juckreiz - Gegenmittel

      Hallo Benni, Danke für die Info!

  2. Antwort von nach 28 Minuten 0 hilfreich
    Elidel, Douglan, Protopic

    Hallo Andi,

    seit 2002 sind zur Behandlung von akuten Neurodermitisschüben kortisonfreie Salben auf dem deutschen Markt, die ebenfalls vom Arzt verschrieben werden müssen. Es gibt sie in verschiedenen Konzentrationen, also für Erwachsene und Kinder:

    http://www.medknowledge.de/neu/2002/IV-2002-28-pimec...
    http://www.netdoktor.de/medikamente/100011897.htm

    Viele Grüße, Renate [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 34 Minuten 1 hilfreich
      Re: Elidel, Douglan, Protopic

      Hallo Renate, Danke für die Info!

    • Antwort von nach 56 Minuten 1 hilfreich
      Anmerkung dazu

      Die genannten Cremes enthalten Wirkstoffe, die man eigentlich erst bei Versagen einer Cortisonsalbenbehandlung einsetzt, da sie salopp gesprochen noch etwas "schwerere Geschütze" darstellen.

      Da im Eingangsposting erwähnt wurde, man wolle nicht immer Cortison geben, bezweifle ich, ob dies gute Alternativen wären.

      Antihistaminika in Salbenform können gut wirken, bei der Neurodermitis ist es aber primär nicht das Histamin, welches den Juckreiz auslöst. Dennoch ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Eine Therapie mit UVA bietet sich noch an, auf die sowohl das Ekzem als auch der Juckreiz oft sehr gut ansprechen.

      Gruss, Dr. med. Abraxas

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re: Anmerkung dazu

        Aha! Wieder was gelernt!

        Danke!!

        • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
          Re^2: Anmerkung dazu

          Hallo,

          im Gegenteil: keine schweren Geschütze!

          Die Wirkstoffe (Inhaltsstoffe eines Pilzes) der o. a. neuen Medikamente stelleb eine Erleichterung in der Neurodermitisbehandlung dar und revolutionieren sogar die sonst übliche Kortisontherapie in einem gewissen Maße. Vor 2002 konnten sie nur über interenationale Apotheken gegen teure Selbstzahlung bezogen werden. Die Nachteile des Kortisons, wie z. B. Nekrosen der Haut fallen hiermit weg.
          Natürlich gilt auch hier das Sprichwort: Wo es eine Wirkung gibt, gibt es auch eine Nebenwirkung.
          Der Wirkstoff wurde seinerzeit als Immunsuppressor bei Transplantationen eingesetzt, damit das Immunsystem nicht gegen ein Implantat revoltiert.
          In diesem Falle, bei örtlicher Einreibung wird ebenfalls durch lokale Immunsuppression die hier überschießende Histaminproduktion und so gleichzeitig das Jucken unterbunden.
          Die mit der Creme behandelten Hautstellen sollen dann nicht der Sonne ausgesetzt werden, da dann z. B. im Gesicht sich bei disponierten Menschen sich schneller ein Herpes bilden könnte. Auch Jucken wird als mögliche Nebenwirkung in wenigen Fällen angegeben.

          Meine Mutter, die heilfroh ist über die neuen Wirkstoffe, z.B. in Elidel, hatte bisher keine der angegebenen, möglichen Nebenwirkugen.

          Wenn die akute Phase abgeklungen ist, wird weiter verfahren mit der Basispflege, die es speziell für Neurodermitiker gibt, z. B. Pflegecremes mit hohem Harnstoffanteil.

          Stellungnahme des deutschen Neurodermitikerbundes zu den neuen Cremes:
          http://www.dnb-ev.de/im_fokus.php

          Viele Grüße, Renate




          Aha! Wieder was gelernt!

          Danke!!

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re: Anmerkung dazu

        Hallo Abraxas,

        was die Therapie mit UVA angeht bin ich mit Dir einer Meinung.

        Aber kannst Du mal näher darauf eingehen, warum Tacrolimus oder Elidel noch härter sein sollen als Cortison? Was die Nebenwirkungen angeht, habe ich gegenteilige Erfahrungen gemacht.

        Viele Grüße,
        Iris

        • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
          Re^2: Anmerkung dazu

          Guten Tag,

          ich habe mir gerade etwas Zeit genommen, und mich mit den besagten Cremes genauer auseinandergesetzt. Den Begriff "schwere Geschütze" muss ich daher revidieren. Tacrolimus o.ä. ist ein Immunsupressivum und war mir u.a. in Tablettenform in der Transplantationsmedizin und der Behandlung der sehr schweren Neurodermitis bekannt, daher meine Aussage.

          Anscheinend sieht dies bei Salben jedoch anders aus, die Salben scheinen besser zu wirken und eher weniger (Langzeit)Nebenwirkungen zu haben als Cortison...

          Danke für den Hinweis, Gruss,
          Dr. med. Abraxas [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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