Juckreiz - Gegenmittel

Hallo!

Unsere Tochter (8) leidet unter Neurodermitis und hat momentan einen heftigen Schub. Wir wollen nicht mit Kortison cremen und suchen nach ALternativen um den JUCKREIZ zu mildern!

Gruß,

Andi

Unsere Tochter (8) leidet unter Neurodermitis und hat momentan
einen heftigen Schub. Wir wollen nicht mit Kortison cremen und
suchen nach ALternativen um den JUCKREIZ zu mildern!

Benadryl ist ein lokales Antihistamin, was den histaminverursachten Juckreiz sehr gut lindert. Ich weiß nicht, ob das bei Neurodermitis auch der Fall ist, aber es ist ein Versuch wert. Benadryl (http://www.pfizerch.com/product.aspx?id=369) gibt es nur aus dem Ausland (schau mal bei Ebay). In Deutschland ist mir kein Medikament bekannt, was Diphenhydramin, den Wirkstoff von Benadryl enthält, in 2 %iger Stärke enthält.

Aber ich würde meine Ärztin fragen, ob sie Dir probeweise einmal ein lokales Antihistamin für Deine Tochter aufschreiben kann. Man kann es ja mal ausprobieren. Aber mal ganz nebenbei: Die Angst vor lokalem Cortison kommt leider größtenteils aus den Medien und ist fast immer unbegründet.

Benni

Elidel, Douglan, Protopic
Hallo Andi,

seit 2002 sind zur Behandlung von akuten Neurodermitisschüben kortisonfreie Salben auf dem deutschen Markt, die ebenfalls vom Arzt verschrieben werden müssen. Es gibt sie in verschiedenen Konzentrationen, also für Erwachsene und Kinder:

http://www.medknowledge.de/neu/2002/IV-2002-28-pimec…
http://www.netdoktor.de/medikamente/100011897.htm

Viele Grüße, Renate

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Hallo Benni, Danke für die Info!

Hallo Renate, Danke für die Info!

Anmerkung dazu
Die genannten Cremes enthalten Wirkstoffe, die man eigentlich erst bei Versagen einer Cortisonsalbenbehandlung einsetzt, da sie salopp gesprochen noch etwas „schwerere Geschütze“ darstellen.

Da im Eingangsposting erwähnt wurde, man wolle nicht immer Cortison geben, bezweifle ich, ob dies gute Alternativen wären.

Antihistaminika in Salbenform können gut wirken, bei der Neurodermitis ist es aber primär nicht das Histamin, welches den Juckreiz auslöst. Dennoch ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Eine Therapie mit UVA bietet sich noch an, auf die sowohl das Ekzem als auch der Juckreiz oft sehr gut ansprechen.

Gruss, Dr. med. Abraxas

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Aha! Wieder was gelernt!

Danke!!

Hallo,

im Gegenteil: keine schweren Geschütze!

Die Wirkstoffe (Inhaltsstoffe eines Pilzes) der o. a. neuen Medikamente stelleb eine Erleichterung in der Neurodermitisbehandlung dar und revolutionieren sogar die sonst übliche Kortisontherapie in einem gewissen Maße. Vor 2002 konnten sie nur über interenationale Apotheken gegen teure Selbstzahlung bezogen werden. Die Nachteile des Kortisons, wie z. B. Nekrosen der Haut fallen hiermit weg.
Natürlich gilt auch hier das Sprichwort: Wo es eine Wirkung gibt, gibt es auch eine Nebenwirkung.
Der Wirkstoff wurde seinerzeit als Immunsuppressor bei Transplantationen eingesetzt, damit das Immunsystem nicht gegen ein Implantat revoltiert.
In diesem Falle, bei örtlicher Einreibung wird ebenfalls durch lokale Immunsuppression die hier überschießende Histaminproduktion und so gleichzeitig das Jucken unterbunden.
Die mit der Creme behandelten Hautstellen sollen dann nicht der Sonne ausgesetzt werden, da dann z. B. im Gesicht sich bei disponierten Menschen sich schneller ein Herpes bilden könnte. Auch Jucken wird als mögliche Nebenwirkung in wenigen Fällen angegeben.

Meine Mutter, die heilfroh ist über die neuen Wirkstoffe, z.B. in Elidel, hatte bisher keine der angegebenen, möglichen Nebenwirkugen.

Wenn die akute Phase abgeklungen ist, wird weiter verfahren mit der Basispflege, die es speziell für Neurodermitiker gibt, z. B. Pflegecremes mit hohem Harnstoffanteil.

Stellungnahme des deutschen Neurodermitikerbundes zu den neuen Cremes:
http://www.dnb-ev.de/im_fokus.php

Viele Grüße, Renate

Aha! Wieder was gelernt!

Danke!!

Hallo Abraxas,

was die Therapie mit UVA angeht bin ich mit Dir einer Meinung.

Aber kannst Du mal näher darauf eingehen, warum Tacrolimus oder Elidel noch härter sein sollen als Cortison? Was die Nebenwirkungen angeht, habe ich gegenteilige Erfahrungen gemacht.

Viele Grüße,
Iris

Elidel, Protopic… und Juckreiz- Tipps
Hallo Andi (und natuerlich auch Renate :wink:),

zu deiner eigentlichen Frage weiter unten, ich wollte erstmal etwas dazu sagen:

seit 2002 sind zur Behandlung von akuten Neurodermitisschüben
kortisonfreie Salben auf dem deutschen Markt, die ebenfalls
vom Arzt verschrieben werden müssen. Es gibt sie in
verschiedenen Konzentrationen, also für Erwachsene und Kinder:

Aus Erfahrung: Elidel, Protopic etc. koennen eine gute Alternative zu Kortison sein, allerdings mit einigen Einwaenden:
Sie sind nicht komplett harmlos, man soll sie nach neueren Erkenntnissen nicht laenger anwenden, als man es bei Kortison tun wuerde.

Und was ich noch mehr zu bedenken geben moechte: Die Nebenwirkungen sind ungleich staerker als alles, was ich je an Nebenwirkungen von Kortison hatte. Jeder reagiert anders darauf, aber als ich das erste Mal Protopic benutzt habe (im Gesicht), da bin ich vor Schmerzen in die Knie gegangen, als das Zeug richtig anfing zu wirken. Allerdings sollte ich fairerweise auch sagen, dass es im Moment meine Lieblingssalbe ist und die Nebenwirkungen mit der Zeit immer schwaecher wurden (jetzt kaum mehr vorhanden). Ich wollte hier nichts miesmachen, nur auf Nebenwirkungen hinweisen, die -gerade fuer eine 8- Jaehrige- recht heftig sein koennen.

Wir wollen nicht mit Kortison cremen und
suchen nach ALternativen um den JUCKREIZ zu mildern!

OK, wenn es um den Juckreiz als Symptom geht und nicht um das Ekzem an sich, dann haette ich einige Tipps, die mir ganz gut helfen:

  • Ich nehme (gerade nachts) immer Antihistaminika in Tablettenform. Ich selbst benutze Cetirizin, aber es gibt noch einen Haufen anderer, die bei jedem unterschiedlich wirken- ich wuerde mal bem Dermatologen oder in der Apotheka fragen.
  • Andere aeußerliche Reize koennen den Juckreiz „ueberdecken“, bei mir helfen Cool-Packs aus dem Eisfach (nur wenn sie ganz kalt sind; dann aber nicht direkt auf die Haut legen); in einer Hautklinik gab’s auch Eltern- Kinder- Kurse, die haben dann z.B. gelernt, dass leichtes Klopfen oder Kneifen auf der Haut hilft.
  • Ablenken hilft oft- auch wenn’s ganz schwer ist; aber je mehr man an den Juckreiz denkt, desto starker wird er.

Ich hoffe, dass es deiner Tochter bald besser geht.

Alles Gute
Kati

Guten Tag,

ich habe mir gerade etwas Zeit genommen, und mich mit den besagten Cremes genauer auseinandergesetzt. Den Begriff „schwere Geschütze“ muss ich daher revidieren. Tacrolimus o.ä. ist ein Immunsupressivum und war mir u.a. in Tablettenform in der Transplantationsmedizin und der Behandlung der sehr schweren Neurodermitis bekannt, daher meine Aussage.

Anscheinend sieht dies bei Salben jedoch anders aus, die Salben scheinen besser zu wirken und eher weniger (Langzeit)Nebenwirkungen zu haben als Cortison…

Danke für den Hinweis, Gruss,
Dr. med. Abraxas

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Hallo Abraxas,

danke, dass Du Dich nochmal dazu gemeldet hast und für das revidieren Deiner Meinung. Das finde ich wichtig, weil es rund um die Neurodermitis sehr viele „Glaubenssätze“ gibt, die oft leichtfertig in den Raum geworfen werden.

Anscheinend sieht dies bei Salben jedoch anders aus, die
Salben scheinen besser zu wirken und eher weniger
(Langzeit)Nebenwirkungen zu haben als Cortison…

Die neuen Medikamente sind ein Segen. Die anfänglichen Nebenwirkungen sind zwar unangenehm, aber die Salben wirken wie eine mittelstarke Cortisonsalbe. Die „Gewöhnung“ und damit Erhöhung der Dosis passiert nicht so schnell wie bei Cortison, und die Haut bleibt intakt - wird also nicht so dünn und empfindlich wie bei längerer Gabe von Cortison.

Ich kann z. B. die drei Wintermonate lang Elidel täglich verwenden, was mit Cortison nicht denkbar wäre. Dadurch erspare ich mir das ständige Ausschleichen und warten auf den nächsten Schub. Aus dem Teufelskreis raus zu sein, stärkt auch psychisch, was alles viel einfacher macht.

Viele Grüße,
Iris

Hallo Andreas!

Sucht Euch einen Heilpraktiker, der die Eichotherm-Therapie durchführen kann. Es ist eine Bestrahlungslampe - unschädlich.
Lies mal im Netz darüber nach.
Es muß allerdings öfters angewandt werden.

Einen lieben Gruß von
Rosa

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