Freie Arztwahl bei Jugendlichen

Hallo,
ich habe eine frage die meinen Neffen betrifft:

Mein Neffe ist 15 Jahre alt und braucht nun einen neuen Hausarzt. Nun stellt sich die frage ob er sich den Arzt selber aussuchen darf, oder ob er dem von seinen Eltern vorgeschrieben nehmen muss?!?!?!

Seine Eltern möchten gerne das er den Hausarzt nimmt, aber was ist wenn er zu dem nicht das vertrauen hat?

um eine baldige Antwort wäre ich sehr dankbar…

MfG

Calvalorn

Hallo Calvalorn,
rechtlich begründen kann ich es nicht mit Paragraphen, aber als Mutter zweier eigensinner Töchter würde ich den Kindern zwar einen Vorschlag machen, aber nicht auf einen bestimmten Arzt bestehen. Die Jugendlichen haben ja eine eigene Krankenkassenkarte und könnten - im bösesten Falle - auch ohne Wissen der Eltern zu dem Arzt ihrer Wahl gehen.

Persönlich habe ich nur ein einziges Mal in dieser Hinsicht eingegriffen: Bei der sogenannten schulmedizinischen Pflichtuntersuchung (in der Gymnasialzeit meiner Töchter). Ich habe schlichtweg - da unsere große eine richtige Spritzen-Phobie hatte und die Kleine den Schulzahnarzt genau so „mochte“ wie ich den zu meiner Zeit - schlichtweg den beiden einen Zettel mitgegeben, mit dem ich jegliche Untersuchungen, Impfungen ect. im Rahmen der Schule untersagte.

Die Ärztin vom schulmedizinischen Dienst hat zwar ob meiner „Unverfrorenheit“ getobt, aber ich habe ihr freundlich, aber bestimmt gesagt, dass meine Kinder die entsprechenden Untersuchungsnachweise selbstverständlich von ihren jeweils behandelnden Ärzten vorlegen werden und ich ansonsten uneingeschränkt auf dem Recht der freien Arztwahl bestehen.

Meine Töchter (heute 23 und 21 Jahre alt) sind heute noch stolz auf mich, weil ich die einzige Mutter war, die die Ängste/Abneigung der Jugendlichen ernst nahm.

Vielleicht würde ich den jungen Mann noch befragen, warum er einen anderen Arzt wünscht und ihn nochmals darauf hinweisen, dass jeder Arzt eine Schweigepflicht auch gegenüber den Eltern hat.

MfG M.P.

Also, soweit so gut allerdings gibs da noch ein paar Probleme die ich noch nicht erwähnt hatte … Problem zur Zeit ist, dass meine Neffe erheblichen stress mit seinen Eltern hat und er aus diesen gründen nicht zu den Arzt seiner Eltern gehen möchte. Allerdings haben seine Eltern es mehr als deutlich genung gesagt , dass er den Hausarzt nehmen soll. Meine frage ist nun ob er das recht hat einen arzt seines vertrauen aufzsuchen, oder ob er den Arzt nimmt den man ihm vorschreibt??? Paragraphen wären in dieser hinsicht sehr hilfreich!

MfG Calvalorn

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hi Calva,
in Deiner VIka schreibst Du, dass Du mit Formeln nicht so viel anfangen kannst: ein praktischer Vorschlag: wenn Dein Neffe in einem kleinen Ort wohnt mit nur 1 Doc, ist es wohle eher etwas schwierig, einen anderen im Nachbarort zu erreichen. Aber: jeder Arzt hat eine Schweigepflicht, auch gegenüber den Eltern eines 15jährigen.
In einem größeren Ort dürfte das Aufsuchen eines anderen Arztes kein Problem sein („der… ist auch bei dem, der ist in Ordnung!“)
Wofür Paragrafen; wenn ein Jugendlicher bestimmen darf, ob er am Religionsunterricht teilnimmt, darf er wohl auch einen Arzt seines Vertrauens aussuchen, es sei denn der Doc sei ein „Drogenarzt“ o.ä.
meint synapse

Hallo Calvalorn,

Seine Eltern möchten gerne das er den Hausarzt nimmt, aber was
ist wenn er zu dem nicht das vertrauen hat?

inwiefern kein Vertrauen.
Hat er Angst daß der Arzt gegen seinen Willen mit den Eltern spricht? Das darf er nicht, denn er unterliegt der Schweigepflicht, die auch ein Kind in Anspruch nehmen kann.

Oder vertraut er ihm nicht, weil er ihn nicht mag oder er ihn für nicht fähig hält oder …

Gandalf

Hi,

Oder vertraut er ihm nicht, weil er ihn nicht mag oder er ihn
für nicht fähig hält oder …

welche Rolle spielt das? Wenn er nun keinen mag mit Brille oder braunen Haaren. Was soll das ausmachen?
Grüße,
J~

möchte. Allerdings haben seine Eltern es mehr als deutlich
genung gesagt , dass er den Hausarzt nehmen soll.

Wie können Eltern einem Jugendlichen einen Arzt aufzwingen ? Das kann derjenige doch prima boykottieren.

ist nun ob er das recht hat einen arzt seines vertrauen
aufzsuchen, oder ob er den Arzt nimmt den man ihm

Natürlich kann er sich den Arzt aussuchen, ermuß mit dem „vorgeschriebenen“ ja nicht mal reden.

Paragraphen wären in dieser hinsicht sehr
hilfreich!

Paragraphen für den alltäglichen Umgang von Eltern und ihren Kindern ? Armes Deutschland ! Was soll denn dann als nächstes gesetzlich geregelt werden ? Die Mahlzeiten, die Zimmergröße, das Taschengeld ?

Eine Familienberatung erscheint mir hier sinnvoller als Paragraphen.

Hmmm …
bislang gabs zwar eine menge vorschläge und kritiken, aber soweit hats mir auch nicht wirklich geholfen. Problem ist : Seine Eltern schreiben ihm einen Arzt in einer anderen Stadt vor mit Fahrrad Ca. 45 min obwohl er hier in unserer Stadt einen Arzt hat der nur 10 min entfernt wäre. Problem: er wohnt seit einem großen Streit nicht mehr Zuhause, fakt ist das er 15 Jahre ist und noch nicht soviele Rechte wie ein 16 Jähriger hat … Nun ist die frage, ob er den Arzt in unserer Stadt nehmen darf obwohl es ihm die Eltern vorschreiben den Arzt in der anderen Stadt zu nehmen!!! Er nimmt keine Drogen oder sowas … Er möchte halt zu seinem Arzt denn dem vertraut er … Darf er das nun oder ist es die Entscheidung der Eltern???

Gruß Clavalorn

falsches Brett
Hallo,

die Rückmeldungen dürften dünn ausfallen, weil es das falsche Brett ist. Aus den bisherigen Postings schließe ich auf eine rechtliche, nicht medizinische Frage. Also Rechtsbrett.

Gruß
Carsten