Mahlzeit,
vorab, ich bin kein Mediziner, sondern Herzpatient.
ein bekannter von mir hat drei bypässe und den oberen
pulsbereich bei 100 schlägen pro minute durch einen
betablocker „abgeriegelt“. soweit-sogut. jetzt ist er aber
sportlich engagiert, nachdem man ihm in der reha zu bewegung
geraten hat und ich streite mit ihm darüber, ob es für ihn gut
ist, an diese maximalen 100 schläge ranzugehen (bei
sportlicher belastung).
Das verstehe ich nicht ganz. Dazu eine Rückfrage und eine Anmerkung: erstens, hat er Herzrhythmusstörungen? Nimmt er deswegen den Betablocker? Normalerweise hätte ich angenommen, daß ein Bypass-Patient unter erhöhtem Blutdruck leidet und dagegen Betablocker verschrieben bekommt.
Die Anmerkung: wieso streitet Ihr? Wenn ihm in der Rehaklinik zu sportlicher Betätigung geraten wurde und er dazu Fragen hat, dann sollte er sich an den behandelnden Arzt wenden.
muß man, wenn man betablocker nimmt, die sportlich belastung
runterfahren und -wie ich es als gesunder tue- prozentual vonm
maximalpuls runterrechnen, um auf grundlagen-, aeroben- und
anaeroben trainingbereich zu kommen?
Der Einfluß des Betablockers ist soweit mir bekannt ist konstant, muß aber individuell ermittelt werden. Wenn Dein Bekannter ohne Betablocker einen Maximalpuls von 180 hatte, wird er mit dem Betablocker etwa 10 bis 20 Schläge darunter liegen, und alle Schwellen verschieben sich entsprechend. Das kann man aber nicht pauschal sagen, ich wiederhole mich, das muß individuell ermittelt werden!
zweite frage: erschöpft ein durch arteriosklerose und die
operation vorbelastetes herz nicht auch viel schneller als ein
gesundes, so dass man generell bei sport nur halb so lang
trainieren sollte wie ein gesunder?
Grundsätzlich nein. Natürlich weiß ich nicht, ob das Herz Deines Bekannten beschädigt ist (auch hier: den Arzt fragen!), aber typisch für eine Bypass-Operation ist, daß es dem Patienten danach schlagartig wieder gutgeht. Die Ursache dafür ist die koronare Herzkrankheit, und die hat mit Ablagerungen in den Adern zu tun. Sport senkt den Cholesterinspiegel, so daß er als eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt angesehen wird. Natürlich muß das Ganze in Maßen angegangen werden, langsam gesteigert und am besten unter ärztlicher Kontrolle. Eine generelle Leistungsminderung ist aber nicht gegeben.
Gruß
Sancho