Pervers: nach OP gleich nach Hause - was tun?

Hallo,

ich hab ein Riesenproblem - für Otto-Normalverbraucher sicherlich keines, für mich aber ist es eines:

eine Bauchspiegelung steht an incl. Vollnarkose zur Diagnose bzw. evtl. Entfernung von Endometriose-Herden.

Laut Arzt, der an der Klinik Belegarzt ist und operiert, muss ich am gleichen Tag nach Hause, so stehts auch im Aufklärungsbogen von wegen „ambulanter Eingriff“, jedoch muss man unterschreiben, dass man zuhause eine 24-stündige Aufsicht gewährleistet.

Und genau daran scheitert es bei mir: es gibt keine Eltern, keine Geschwister, keinen Partner, keine Freunde - ich bin erst hierher nach Bayern gezogen, kenne keinen Menschen hier …

Der Arzt: „dann müssen sie sich halt was organisieren“.
Ja, schön, ich kann mir vielleicht eine Heimfahrt in Form eines Taxis „organsieren“, aber wie bitteschön eine „24-stündige Aufsicht“??

Mir ist es unbegreiflich, wie ein normal (?) denkender Mensch nicht in der Lage ist, zu begreifen, dass es Menschen gibt, die nunmal keine Kontakte haben!

Ich habe keine Ahnung, wie ich dann die „dringend angeratene“ Bauchspiegelung machen soll, wenn ich nicht diese Aufsicht „bieten“ kann …

Ich finde es so pervers, die Leute nicht mal bis zum nächsten Morgen in der Klinik zu behalten - es ist doch kein Schnupfen, sondern ne OP mit all ihren Risiken. Ich hab beispielsweise Gerinnungstörungen, das weiß der Arzt zwar, aber was soll’s … ich soll trotzdem gleich heim - suuuper, wohne auf dem hinterletzten Kaff, wenn da was ist, ist ein Krankenhaus in weiter Ferne …

Naja, wie auch immer: hat jemand eine Ahnung, was man da machen kann, gibt es keine „Ausnahmegenehmigungen“, dass man über Nacht dableiben kann, oder was soll ich nur tun?

Danke.
Christina

Hallo Christina,

ich hab ein Riesenproblem - für Otto-Normalverbraucher
sicherlich keines, für mich aber ist es eines:

Es ist ein Problem.

eine Bauchspiegelung steht an incl. Vollnarkose zur Diagnose
bzw. evtl. Entfernung von Endometriose-Herden.

Laut Arzt, der an der Klinik Belegarzt ist und operiert, muss
ich am gleichen Tag nach Hause, so stehts auch im
Aufklärungsbogen von wegen „ambulanter Eingriff“, jedoch muss
man unterschreiben, dass man zuhause eine 24-stündige Aufsicht
gewährleistet.

Und genau daran scheitert es bei mir: es gibt keine Eltern,
keine Geschwister, keinen Partner, keine Freunde - ich bin
erst hierher nach Bayern gezogen, kenne keinen Menschen hier

Der Arzt: „dann müssen sie sich halt was organisieren“.
Ja, schön, ich kann mir vielleicht eine Heimfahrt in Form
eines Taxis „organsieren“, aber wie bitteschön eine
„24-stündige Aufsicht“??

Es wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als dem Arzt nochmals deutlich zu sagen, daß Du das so ohne weiteres nicht organisieren kannst. Es soll Dir bitte ein paar Vorschläge dazu machen, schließlich hat er damit ja wohl Erfahrung. Auch mit der Verwaltung des Krankenhauses könntest Du sprechen.

Du könntest den Eingriff auch in einem ganz „normalen“ Krankenhaus vornehmen lassen. Ich habe das damals (bei der gleichen Sache) so gemacht, weil auch niemand da war, der sich um mich hätte kümmern können. Ich fand es dann im Endeffekt sogar angenehm 2 Nächte im Krankenhasu verbracht zu haben, denn da gab es diese Nachtschwester, die mir eine Spritze gegeben hat, als ich vor Schmerzen nicht mehr schlafen konnte…

Mir ist es unbegreiflich, wie ein normal (?) denkender Mensch
nicht in der Lage ist, zu begreifen, dass es Menschen gibt,
die nunmal keine Kontakte haben!

Verstehe ich.

Ich habe keine Ahnung, wie ich dann die „dringend angeratene“
Bauchspiegelung machen soll, wenn ich nicht diese Aufsicht
„bieten“ kann …

Mir fällt da noch was ein: sprich mal mit Deiner Krankenkasse darüber und frage die, ob sie Dir eine Betreuung für einen Tag über einen Pflegedienst bezahlen und wie sowas abläuft. Das könnte eine Lösung sein. Das ist dann zwar eine fremde Person und nicht die „beste Freundin“, aber besser als nichts.

Ich finde es so pervers, die Leute nicht mal bis zum nächsten
Morgen in der Klinik zu behalten - es ist doch kein Schnupfen,
sondern ne OP mit all ihren Risiken. Ich hab beispielsweise
Gerinnungstörungen, das weiß der Arzt zwar, aber was soll’s
… ich soll trotzdem gleich heim - suuuper, wohne auf dem
hinterletzten Kaff, wenn da was ist, ist ein Krankenhaus in
weiter Ferne …

Offensichtlich hast Du auch nicht so das rechte Vertrauen in den Arzt, was ich in Deiner Situation auch verstehen kann. Es wäre also eine grundsätzliche Überlegung, den Eingriff sowieso woanders machen zu lassen.

Naja, wie auch immer: hat jemand eine Ahnung, was man da
machen kann, gibt es keine „Ausnahmegenehmigungen“, dass man
über Nacht dableiben kann, oder was soll ich nur tun?

Zusammenfassung:

  1. noch mal mit dem Arzt oder der Krankenhausverwaltung sprechen und um Lösungsvorschläge bitten.
  2. mit der Krankenkasse sprechen
  3. anderes Krankenhaus wählen

Liebe Grüße und alles Gute

Avera

Hallo Christina,

klare Sache: Wenn Du die Voraussetzungen für eine ambulante OP nicht erfüllen kannst, dann muss Dein Arzt Dir entweder ein Bett in der Klinik besorgen oder Dich an einen in der Klinik tätigen Kollegen überweisen. Das wird ihm zwar nicht gefallen, aber so sind die Regeln.
Bei einer Überweisung kann es allerdings sein, dass Du etwas warten musst bis ein OP-Termin frei ist. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht gerade um einen Notfall oder zumindest dringlichen Eingriff.

Ganz liebe Grüße und alles Gute,

aureel

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
ich vermute auch, dass du ein KH-Bett bekommen „musst“ und würde auch mal deine Krankenkasse oder auch einen anderen Arzt fragen.
Im Übrigen heißt die Post-OP-Betreuung ja nicht, dass dich die ganze Zeit jemand beobachtet der fachlich irgendeine Ahnung hat. Vermutlich könntest du auch einfach in ein Hotel mit 24h-Rezeption gehen. Dort könntest du ja auch Nachts anrufen und dir einen Arzt ins Zimmer bestellen lassen.

Grüße,
J~

Bett-Anspruch und Kosten selbst zahlen?
vielen Dank für eure Unterstützung … aber hat man denn wirklich einen „Anspruch“ auf stationäre Betreuung?

Mir ist grad eingefallen, ich war vor 1 Jahr zur Schilddrüsen-OP für immerhin 3 Tage im Krankenhaus, die Narkose war aber die Hölle, gekübelt den Tag und die Nacht drauf, das gleiche vor 3 Jahren bei einem anderen Eingriff - offenbar vertrag ich die „Narkoserei“ nicht … da mag ich mir gar nicht vorstellen, wie es mir dann daheim nach der Bauchspiegelung und der Narkose geht :frowning:(((((((((

Kann man nicht zur Not, wenn sie sagen, wird stationär nicht bezahlt, sagen, dass man es selbst zahlt? Was würde es denn so Pi mal Daumen „kosten“, wenn man über Nacht im Krankenhaus bleibt und sich erst am nächsten Früh verzieht?

Christina

Hi,

Kann man nicht zur Not, wenn sie sagen, wird stationär nicht
bezahlt, sagen, dass man es selbst zahlt?

klar kann man das selbst zahlen. Aber das willst du nicht wirklich. Das kostet u.U. mehrere hundert Euro pro Tag.

Grüße,
J~

Ambulante Operation
Hallo Chris,

nun mal langsam… Du wirst gar nix organisieren!

Es gibt zwar einen sogenannten Strukturvertrag, nach dem Eingriffe, die ambulant möglich sind (das ist eine Laparoskopie durchaus), auch ambulant durchgeführt werden sollen, aaaaaaaaaaber: es muß pro Einzelfall geprüft werden, ob die ambulante Durchführung auch in Deinem speziellen, persönlichen Fall auch wirklich vertretbar ist. Relevant bei der Entscheidung ambulant vs. stationär sind zum Beispiel:

• Art und Schwere des Eingriffs;
• Allgemeinzustand und Verfassung (auch psychische!) des Patienten;
• Begleiterkrankungen (ambulante Laparoskopie & Entfernung von Endometrioseherden bei Gerinnungsstörung??? Den Arzt, der die möglichen Nachblutungen verantworten will, möchte ich mal sehen) und Risikofaktoren;
• Medizinische Nebenfragen wie ‚wie schnell ist die nächstmögliche Praxis bzw. ein Krankenhaus zu erreichen‘, etc.
• Soziale Aspekte; hier allem voran die Gewährleistung der postoperativen ‚Aufsicht‘ durch eine halbwegs gescheite Vertrauensperson, aber auch solche vermeintlichen Nebensächlichkeiten wie ‚ist das Telefonkabel lang genug, um ans Bett gestellt zu werden‘ oder ‚ist die Wohnung bequem per Lift oder nur per Treppe zu erreichen‘.

Manmanman… Ich sehe die Formulare praktisch jeden Tag in den Akten, aber weitere Entscheidungskriterien kontra ambulante OP wollen mir gerade partout nicht einfallen. Wie auch immer… Die nicht gewährleistete Versorgung und die gestörte Gerinnung reichen schon, um Dich aus Sicherheitsgründen nicht ambulant zu operieren. Du hast zwar Anspruch auf Verordnung postoperativer häuslicher Krankenpflege, allerdings bieten diese 24-Stunden-Pflege nur relativ wenige Pflegestationen an und in einem ‚hinterletzten Kaff‘ dürften sie noch rarer gesät sein. Bleibt also nur der stationäre Aufenthalt.

Naja, wie auch immer: hat jemand eine Ahnung, was man da
machen kann, gibt es keine „Ausnahmegenehmigungen“, dass man
über Nacht dableiben kann, oder was soll ich nur tun?

Selbstverständlich! Und das weiß Dein Arzt auch ganz bestimmt. Sprich ihn noch einmal darauf an. Wenn er immer noch einen auf ‚sturer Bock‘ macht, würde ich an Deiner Stelle ganz scharf darüber nachdenken, ob ich gewillt bin, mich bei so jemanden unters Messer, pardon: unter Veres-Kanüle & Arbeitstrokar zu legen.

Parallel dazu - vor allem, wenn die OP so dringend ist -, solltest Du gleich morgen mit Deiner Krankenkasse - präziser: mit dem MDK (das sind die Jungs, die wegen ‚unnötigen‘ stationären Aufenthalten meckern) - sprechen und die Situation schildern.

Grüße
Renee

Hi!

Mal eine andere Frage?
Warum läßt Du die Operation überhaupt von dem Blödi machen? Anscheinend sind Deine bisherigen Operationen ja stets mit gewissen Befindlichkeitsstörungen einhergegangen. Von der Gerinnungsstörung mal ganz zu schweigen.
Gerade Operationen im Belegsystem erfordern aber wirklich, daß ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht und man auch darauf vertrauen kann, daß der behandelnde Arzt bei Problemen auch tatsächlich im Anschluß erreichbar ist und auch einsatzwillig ist.
Darum würde ich mich im Zweifel immer für eine rund um die Uhr besetzte Fachabteilung entscheiden auch wenn ich ein paar Kilometer weiter fahren müßte.
Ich würde mich beispielsweise nienienienicht in einer HNO-Belegabteilung operieren lassen.
Da eine Fachabteilung auch nach anderen Kriterien abrechnet, werden die sogar froh sein, wenn sie Dich behalten können.

Übrigens: Bei den ambulanten Operationen die an unserer Klinik durchgeführt werden, wird der Patient noch nicht mal narkotisiert, wenn nicht der Patient unterschreibt, daß er für 24 Stunden vernünftig überwacht wird.

Ich bin ja der letzte, der hier die Anstiftung zum Doktorhopping begrüßt, aber in Deinem Falle wäre es eine Überlegung wert.

Gruß
Peter

Hi,

Kann man nicht zur Not, wenn sie sagen, wird stationär nicht
bezahlt, sagen, dass man es selbst zahlt?

klar kann man das selbst zahlen. Aber das willst du nicht
wirklich. Das kostet u.U. mehrere hundert Euro pro Tag.

Naja, wenn es sich vermeiden lässt, sicherlich. Ich dachte, es kommt so auf 100 am Tag?
Alleine daheim ist mir echt zu unsicher …
Ich versuchs halt mal bei meinem ersten Arzt nochmal (also nicht dem Belegarzt), vielleicht wenn er eine Einweisung schreibt …

Vielen Dank Renee, das ist genau das, was ich brauche :smile:
Damit marschier ich dann mal nächste Woche bei meinem Arzt nochmal auf, notfalls geh ich eben zu einem anderen. Hab mich wohl zu sehr von dem Belegarzt einschüchtern lassen. Vielen, vielen Dank für die wertvollen Infos *sternchen*

Christina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke Peter! Von dem Blödi lass ich sie jetzt auch gar nicht mehr machen - wenn das so ist … Zu dem hat mich halt mein „normaler“ Arzt geschickt, weil der nicht selbst operiert. Aber zu dem geh ich jetzt einfach nochmal hin und frag nach, ja, nach was … soll er mir doch gleich eine Einweisung geben (siehe dein HNO-Beleg-Argument) … statt mich zu so einem Beleg-Heini zu überweisen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Krankenhauskosten
Hi,

also, dass du das noch mal auf anderem Wege versuchen solltest haben ja schon die anderen geschrieben.

Ich dachte, es
kommt so auf 100 am Tag?

Ich habe leider online keine KH-Preise gefunden. IMHO ist das System ja auch umgestellt worden und es wird nicht mehr nach Tagen, sondern nach Krankheit pauschal bezahlt (oder so ähnlich).
Aber mit €100.-/Tag begnügt sich wohl KEIN Krankenhaus, das reicht ja grade mal für ein Hotelzimmer in der Stadt. Ich würde von der Größenordnung her eher zwischen 200.- und 400.- tippen (je nach Abteilung, Behandlung usw.).
Das jetzt nur mal so zum Kostenhintergrund :smile: Vielleicht kann meine Angaben noch jemand verifizieren?

Grüße,
J~

Hallo Christina,

Vielen Dank Renee, das ist genau das, was ich brauche :smile:
Damit marschier ich dann mal nächste Woche bei meinem Arzt
nochmal auf, notfalls geh ich eben zu einem anderen. Hab mich
wohl zu sehr von dem Belegarzt einschüchtern lassen. Vielen,
vielen Dank für die wertvollen Infos *sternchen*

Noch was böses:
Schreib das alles auf und bitte den Arzt es zu unterschreiben, dass er alles zur Kenntnis genommen und keinerlei Bedenken bei diesen Umständen hat.

MfG peter(TOO)

Hallo J.,

Ich habe leider online keine KH-Preise gefunden.

2001 waren es durchschnittlich 331,49 €, 2002 waren es laut Krankenhaus-Report 342 € (http://www.carelounge.de/pflegeberufe/news/news_anse…), inzwischen sind es um die 350 € sein. Wie sich der Betrag 2001 genau zusammensetzt, kannst Du zum Beispiel hier nachlesen: http://www.bpb.de/wissen/VCKSHL,0,Ausgaben_der_Krank…. Wie gesagt: es ist der gröbste Durchschnitt; daß man auf der ITS schnell mit einem Tausender und mehr pro Tag dabei ist, ist klar.

So weit von einem Fünf-Sterne-Hotel ist man also selbst in dem popeligsten Krankenhaus nicht. *g*

Grüße
Renee

2 „Gefällt mir“

Hi Renee,

danke für die Daten, dann stimmte meine Größenordnung ja in etwa :smile:
Allerdings geht’s hier ja konkret um einen Belegarzt (der sowieso getrennt mit der KK abrechnet) plus Übernachtung ohne konkrete medizinische Leistung. Also quasi Hotelzimmer mit Rufbereitschaft von Schwester und „Arzt vom Dienst“.
Das wird dann eher günstiger als der Durchschnitt von ~350.- :wink:

So weit von einem Fünf-Sterne-Hotel ist man also selbst in dem
popeligsten Krankenhaus nicht. *g*

Zumindest was die Kosten angeht. *fg* Der Komfort ist dann im 2-4-Bett-Zimmer nicht ganz so gut :wink:

Grüße,
J~

Hallo,
eigentlich ist das wirklich kein Problem - wenn der einweisende Arzt
oder das Krankenhaus der Kasse bsetätigt, dass die notwendige Betreuung zu Hause nicht sichergestellt ist dann übernimmt die Kasse
auch die Kosten der stationären Behandlung - da bedarf es eigentlich
nur eines Satzes in der Verordnung von Krankenhauspflege und dann
gebe ich die Kostenzusage ab.
Gruss
Czauderna