Ungesunde Friedhofsluft

Hallo Forum,

ich weiß nicht, ob meine Frage hier richtig platziert ist…ich frag’ halt mal:

Ich habe in einer Biographie gelesen, dass die Familie um 1800 in einem Pfarrhaus in England am Rande eines Friedhofs lebte. Da der Friedhof überbelegt war, wurden die Toten nicht tief genug bestattet bzw. gelangten Überreste beim Ausheben der Gräber an die Oberfläche. Die Luft wurde dadurch verseucht und krankheitesgeschwängert, was die Ursache war, dass viele Pfarrhausbewohner noch im Kindes- bzw, Jugendalter starben. Anscheinend damals in England ein häufig anzutreffendes (Friedhofs-)Problem.

Ich bin skeptisch, ob an der krankmachenden Friedhofsluft was dran ist. Wissen die Fachleute hier besser Bescheid?

Vielen Dank!

Wolfang D.

Hallo,
Da hilft ein Blick in die Medizingeschichte, zu der Zeit nahm man noch an, dass viele Krankheiten generell durch verseuchte Luft (bzw. darin herumfliegende Miasmen) verursacht wurden, was man durch Erfahrung einfach gelernt hat. wenn mich ein tuberkulöser anhaucht, werde ich ebenfalls bald TBC haben. Und wenn ich mich ein ein Krankenhaus begebe macht mich die Luft da auf die selbe Art krank, weshalb man sehr erfinderisch war, im Krankenhausbau entsprechende Ventilationssysteme zu entwicekln, um Durchzug zu bekommen, Daher haben viele alte Krankenhäuser immer genau gegenüberliegende große Fenster und möglichst keine Wände dazwischen (die sind meist später dazugekommen, als man schon Bakterien kannte und lieber kleinere Zimmer einrichtete)
Da viele aus dem Krankenhaus Richtung Friedhof umgelagert wurden, war natürlich da auch die Luft verseucht (in der Vorstellung der Leute). Entsprechend starb man im Umkreis einer solchen Schlechte-Luft-Zone auch eher daran, als an anderen Krankheiten (die meist auch nicht näher zu diagnostizieren waren). Zumal insbes. Infektionskrankheiten gerade bei Pastoren oder Ärzten, die ja beide zu Kranken und daran Sterbenden gerufen werden, durchaus eine gute Angriffsfläche haben.
Und die haben es dann halt an die eigenen Kinder weitergegeben. Wobei generell die Kindersterbklichkeit hoch war.
Sümpfe sind zu der Zeit ebenso von einer Art Glocke aus schlechter Luft umhüllt gewesen, wie zB. auch so ein Friedhof.

Also krankmachende Friedhofsluft ist ein altes Gerücht, aber leicht sterbende Kinder und Pastoren ist schon durchaus realistisch, da Luft eben Krankmachende Substanzen enthält (die wir nur heute als Bakterien kennen und mit Antibiotika behandeln können)

Schöne Grüße
Susanne

Hallo

Halte ich für ein Märchen.

Dazu diese Geschichte.

In einer Stadt in meiner Nähe gibt es eine Siedlung auf einer Annöhe. Direkt darunter befindet sich ein Friedhof, der ebenfalls auf einem Abhang angelegt ist, und zwar stufenweise (man sieht sozusagen die Gräber von der Seite, wenn man drin steht). Dazu muß ich sagen, daß das ganze sich im heißen Klima abspielt, wo es nur 2-3 Monate im Jahr über Regen gibt (Israel). Außerdem werden hier die Toten ohne Särge begraben. Man munkelt, daß jedes Jahr im November, wenn der erste Regen fällt, Leichengeruch in die Wohnzimmer der oben wohnenden Leute weht. Das Wasser fließt durch die feuchte Erde und bringt durch die stufenweise Lage der Gräber den Geruch der Toten an die Oberfläche. Durch Sonne und Wärme verstärkt sich das. Es dürfte mehr als ein Munkeln sein, denn viele ziehen weg, und die Wohnungen sind im Vergleich zu Ausstattung, Lage und Aussicht total wertlos. (Oder es ist eine self fulfilling prophecy, die die Preise drückt und alle wegziehen läßt?)

KRANK wird aber keiner davon.

Mahlzeit allerseits. :smile:

Gruß
datafox

Hallo!
Ich glaube auch nicht, dass Friedhofsluft an sich krank macht. Aber in der Zeit um 1800 ist es vielleicht gar nicht soo weit hergeolt. Viele Leute starben damals ja auch an Seuchen (Pest) und wenn die Leichenteile dann wirklich wieder an die Oberfläche kommen, kann ich es mir schon vorstellen, dass bei Leuten, die nahe am Friedhof lebten und dadurch wahrscheinlich auch öfter mal durchgingen, eher in Kontakt mit solchen Leichenteilen kamen, an sich eben noch irgendwelche Bakterien tummeln. Ob diese gerade durch Luft übertragen werden können wage ich zu bezeifeln, aber ich kann mir vorstellen, dass gerade Kinder, die ja gerne mal auch Dreck essen, dabei Dinge aufnehmen, die nicht so gesund sind.

Aber ansonsten glaube ich auch eher an die Theorie, dass eben dem naheliegsten Ding, die Schuld am Tod von Leuten gegeben wird. Mag dies nun ein Friedhof, ein Sumpf oder sonst was sein. Speziell in einer Zeit in der man Krankheiten oft nicht als solche erkannte, sondern sie für Strafen Gottes hielt, darf man den Phantasie-Faktor nicht außer Acht lassen.

lg infi

Und ich habe bei Stephen King gelesen, dass das daher kommt, das die Jungs um 0:00 Uhr immer gut durchlüften. Allerdings nur bei Vollmond…