'Neue' Erkältungsviren?

Mir scheint, dass seit ein paar Jahren Erkältungen oder grippale
Infekte ganz anders verlaufen als noch vor 10 Jahren. Oft mit
schwächeren Symptomen, dafür langwieriger und hartnäckiger. Von
Bekannten in USA und Asien höre ich dasselbe. Kann es sein, dass
immer öfter dieselben Viren auf „Welttournee“ sind und sich die
Infekte global immer mehr gleichen?

Danke jetzt schon für fundierte Antworten…
Gruß

Warum
das so ist weiss ich nicht, aber die leichteren aber langwierigeren Verläufe beobachte ich bei mir auch.
HH

Hi,

Oft mit schwächeren Symptomen, dafür langwieriger und hartnäckiger.

Kann das vielleicht daher kommen, dass wir jetzt eher mal schneller in den Medikamentenvorrat greifen um uns nicht krankmelden zu müssen? Ich konnte das im letzten Jahr bei mir selber beobachten. Ich lag zwar ein paar Tage flach (da ging nichts mehr), aber sobald es mit Medikamenten wieder einigermaßen ging, war ich wieder an der Uni. Mit dem Ergebniss, dass ich 2 Wochen lang an dem Infekt geknabber hab, nen kurzen Rückfall bekam und den wieder mit Medikamenten gemildert hab.

Viele Grüße und auf weiter Ideen gespannt :smile:

Hallo Fragewurm,

Mir scheint, dass seit ein paar Jahren Erkältungen oder
grippale Infekte ganz anders verlaufen als noch vor 10 Jahren.

Dazu kann ich nichts sagen.

Oft mit schwächeren Symptomen, dafür langwieriger und hartnäckiger.
Von Bekannten in USA und Asien höre ich dasselbe. Kann es sein,
dass immer öfter dieselben Viren auf „Welttournee“ sind und sich
die Infekte global immer mehr gleichen?

Ja, je mehr Leute auf Reisen sind umso besser und schneller können sie sich global verbreiten.
Früher gab es verhältnismässig wenige Reisende und mit dem Schiff war das immer ein Ding von Wochen. Weiterhin brach die Krankheit dann oft schon auf See aus und die Reisenden konnten unter Quarantäne gestellt werden.

Heute, selbst wenn wir eine kurze inkubationszeit von z.B. 2 Tagen annehmen, reicht es zwischen Ansteckung und dem bemerken von Symthomen schon mehrmals um die ganze Welt.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

es könnte daran liegen, dass ihr (Du und Deine Bekannten) älter geworden seid. In Jungen jahren spricht das Immunsystem viel schneller und stärker an, als im fortgeschrittenen Lebensalter. Das ist tatsächlich so.

Hier eine (mögliche) Begründung, warum das so sein könnte:

Wird ein Kind (Jungtier) krank, kann es von den Eltern versorgt werden. Es kann sich leisten, eine Woche lang überhaupt nicht einsatzfähig zu sein (die Eltern kümmern sich ja). Dafür ist die Krankheit aber relativ schnell wieder kuriert. Erwachsene müssen aber unbedingt einsatzfähig bleiben - sie hätten niemanden, der sie Huckepack vor Räubern in Sicherheit bringt oder ihnen das Futter in die Höhle oder auf den Baum schleppt. Das Immunsystem geht hier also vorsichtiger zur Sache, braucht dafür aber auch länger, bis das Individuum wieder auskuriert ist.

LG
Jochen

Hallo Jochen!

Ich hätte spontan einen anderen Grund vermutet. Ähnlich dem Ansatz mit der Telomertumerstoppergeschichte würde ich denken, dass einfach keine so große Zahl an B- und vor allem T-Zellen gebildet werden soll, v.a. im Alter, da damit Autoimmunantworten unterdrückt werden dollten.
Der junge (an sich schwache Organismus) braucht den Immunschutz und soll später möglichst va auf die Gedächtniszellen zurückgreifen.
Dabei sind wirklich „ältere“ Individuen bestimmt irrelevant, da die Lebewesen früher nicht so alt geworden sind.
(Jetzt würde mich aber echt interessieren, bei welchen Tieren der Thymus im adulten verkümmert und verfettet, denn man kann ja nicht jede Idee auf den Menschen beziehen, wenn das bei ner Schildkröte und nem Schnabeltier genauso zutrifft…)

VG, Stefan

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Hallo Stefan!

Deine Hypothese finde ich gut!

Im Gegensatz zu meiner könnte man deine mit einem geeigneten Tiermodell direkt prüfen. Dennoch bliebe letzlich die Interpretation offen, denn die verminderte Autoimmun-Reaktivität könnte nur ein Nebeneffekt sein…

LG
Jochen

Hallo Jochen!

Die Interpretation bliebe dennoch offen, denn die verminderte
Autoimmun-Reaktivität könnte nur ein Nebeneffekt sein…

Natürlich. Aber was ist denn denkbar, „warum“ die Lymphozytenbildung so runtergehen soll? Denkbar und zu erwarten ist natürlich auch eine Zunahme der Häufigkeit maligner Lymphome, sollte man in einem Tiermodell mit langlebigen Tieren die Verkümmerung des Thymus mit Gen-Knock-outs verhindern und die Tiere nicht völlig sterilen, sondern natürlichen Umständen aussetzen.
Es wird bestimmt einen Evolutionsvorteil gehabt haben, den Tymus im Alter fast zu eliminieren, weshalb man vielleicht schauen müsste ob eher häufige Lymphome oder Autoimmunreaktionen besonders häufig eintreten. Einen anderen Selektionsdruck kann ich mir kaum vorstellen, da die Stoffwechselaktivität bestimmt nicht so stark wiegt.

VG, Stefan

es könnte daran liegen, dass ihr (Du und Deine Bekannten)
älter geworden seid.

Hallo Jochen,

das könnte zumindest eine Teilerklärung sein. Wobei mir scheint, dass auch Leute diese Beobachtung machen die vor 20 Jahren so alt waren wie ich heute. Scheinbar gibt es kaum noch regional begrenzte Infektionstypen, ein Virus rauscht um die Welt und alle dürfen mal…Aber schon mal ne gute These, danke!