Sitzungen beim Psychologen begrenzt?

Hallo,

ein Bekannter geht wegen Depressionen zum Psychologen und auch Psychiater.

Er meinte nun die GKV habe ihm nur 25 Sitzungen beim Psychologen bewilligt, danach „habe er gesund zu sein“. Gibt es so etwas wie eine Limitierung der Sitzungen / Termine pro Person?
Letztlich ist er schon seit längerer Zeit deswegen in Behandlung - übrigens mit mäßigem Erfolg (früher aber privat versichert).

Eine stationäre Therapie wurde angeblich als aussichtslos von der Kasse bezeichnet. Wegen zu geringer Erfolgssaussichten.

Hi,

Gibt
es so etwas wie eine Limitierung der Sitzungen / Termine pro
Person?

ja, gibt es (frag jetzt bitte nicht nach den aktuellen Details). Interessanterweise gibt es hier eine Behandlungsgrenze. Stell die vor dein Arm wäre gebrochen und nach der „Standardheilzeit“ von 6 Wochen noch nicht verheilt. Die GKV zahlt dir dann aber keine Behandlung mehr. Pech. Im Psychobereich gibt’s sowas tatsächlich :wink:

Grüße,
J~

PS: wer Polemik findet kann sie sich einrahmen

Hallo,
bei der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung wird unterschieden
zwischen einer Kurzzeittherapie, welche in der Regel 25 Sitzungen
beinhaltet und einer Langzeittherapie mit 50 Sitzungen.
Es obliegt dem Behandler aus der Kurzeittherapie heraus bei der Kasse
eine Langzeittherapie zu beantragen, wenn er dies sür sinnvoll hält.
Gruss
Czauderna

Hallo Ihr Beiden

bei der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung wird
unterschieden
zwischen einer Kurzzeittherapie, welche in der Regel 25
Sitzungen
beinhaltet und einer Langzeittherapie mit 50 Sitzungen.

Das ist richtig. Das ist der formale Teil. Nun kömmt aber wesentlich hinzu, dass einige Behandler, die schon lange „im Geschäft“ sind (wie z.B. ich) bei Kurzzeit-Behandlungen von 25 Stunden befreit sicnd von der Gutavhterpflicht. Das heißt konkret, dass ich viele Patienten nur 25 Sitzungen Einzelbehandlung gebe, weilich diesen Antrag mit einem Zweizeiler innerhalb von ein paar Tagen beantragt bekomme, während ich für Langzeitbehandlungen (50 bis maximal 100 Sitzungen) schon ein aufwendiges Gutachten erstellen muss, welches von einem Gutachter irgendwo in Deutschland bewilligt werden muss und ich dasselbe dann in vielleicht einem Monat wieder aufm Tisch habe.
Dieses letztere, aufwendige Verfahren kann ich inflgedessen nur einigen Patienten anbieten, bei denen die Indkation, Prognose usw. stimmen muss.
Gruß,
Branden

Hiho,

zwischen einer Kurzzeittherapie, welche in der Regel 25
Sitzungen beinhaltet und einer Langzeittherapie mit 50 Sitzungen.

warum darf hier nicht weiter behandelt werden solange das medizinisch begründet ist? Warum wird zwischen körperlichen und psychischen Krankheiten unterschieden?

Viele Grüße,
J~

Etwas Ketzerisch:
*Weil Psychotherapie teuer ist (50 Sitzungen = ca. 5000 €) und
*die Leute in der Regel auch ohne produktiv tätig überleben.
*Psychotherapie ist gesellschaftlich stigmatisiert.
*Wenn es nach einem Jahr nicht wieder im Lot ist, wird derjenige als dauerhaft verkrüppelt betrachtet.

Gruß
Werner

hallo,

also ich weiss von menschen mit dpressionen oder anderen problemen, dass sie eine langzeittherapie bekommen - wie hier schon erwähnt wurde, muss dazu ein antrag gestellt werden. aber auch hier weiss ich von leuten die in der zeit normal weiter zur therapie gegangen sind, andere wiederum sollten warten bis der antrag durch ist. das hängt wohl von dem behandelden thera ab.

ob es nun hier bei 25 std. bleibt oder wie sich der thera das gedacht hat, muss doch eigentlich der patient wissen bzw. mal erfragen.
sollte es dabei bleiben obwohl noch dringender bedarf besteht - behaupte ich mal 2 dinge - entweder vermittelt der patient sein leid nicht angemessen oder aber der thera ist nicht so wirklich die richtige person für diesen patienten.

stigma hin oder her, antrag hin oder her - was muss das muss und es geht, die kassen bewilligen ja langzeittherapien. ich bin kein experte, aber das muss man auch nicht sein, das reale leben, die menschen aus dem umfeld zeigen ja was möglich ist und wo oft der hase im pfeffer begraben ist. - besteht also mehr bdarf, ist das frühzeitig gewiss, gäbe es einigen klärungsbedarf - aber das alles ist lösbar.

LG
nina

Ergänzung
Hallo Nina

ob es nun hier bei 25 std. bleibt oder wie sich der thera das
gedacht hat, muss doch eigentlich der patient wissen bzw. mal
erfragen.

Das ist ein wesentlicher Punkt. Therapeut und Patient sollten währebnd der ersten 15 bis 20 Stunden darüber sprechen, ob und warum die Therapie nach 25 Stunden endet oder eben in Langzeit übergehen könnte. Letzteres hängt natürlich auch von der Einschätzung des Gutachters ab, der den Verlängerungs-Antrag des Therapeuten liest und entscheidet, ob es bewilligungs-wert ist.
Nun muss man allerdings dazu sagen, dass es eine deutliche Tendenz gibt, weniger Langzeit-Therapien zu bewilligen, weil die Krankenkassen ja (wie wir fast alle) in Geldnot sind und daher z.B. die langen klassischen Psychoanalysen in ein paar Jahren vielleicht überghaupt nicht mehr bezahlen werden. Ich wiull das garnicht den Kassen anlasten, das ganze Gesundgheitssystem ist ja (frendlch ausgedrückt:smile: im Umbruch. :wink:
Undercover ist das alles bekannt, natürlich wird es -wie so vieles- gegenüber der Bevölkerung nicht rausgelassen bzw. sogar stellenweise dementiert.
Gruß,
Branden

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Hallo Nina

grüss dich branden.

ob es nun hier bei 25 std. bleibt oder wie sich der thera das
gedacht hat, muss doch eigentlich der patient wissen bzw. mal
erfragen.

Das ist ein wesentlicher Punkt. Therapeut und Patient sollten
währebnd der ersten 15 bis 20 Stunden darüber sprechen, ob und
warum die Therapie nach 25 Stunden endet oder eben in Langzeit
übergehen könnte. Letzteres hängt natürlich auch von der
Einschätzung des Gutachters ab, der den Verlängerungs-Antrag
des Therapeuten liest und entscheidet, ob es bewilligungs-wert
ist.

nun, ich habe es auch deshalb geschrieben weil ich mir einige patienten vorstellen kann, die auf grund der info - sie bekommen erstmal 20 std - annehmen - das wars dann (wie man das dann findet, wenn also keine klaren informationen fliessen, lasse ich mal im raume stehen)

Nun muss man allerdings dazu sagen, dass es eine deutliche
Tendenz gibt, weniger Langzeit-Therapien zu bewilligen, weil
die Krankenkassen ja (wie wir fast alle) in Geldnot sind und
daher z.B. die langen klassischen Psychoanalysen in ein paar
Jahren vielleicht überghaupt nicht mehr bezahlen werden. Ich
wiull das garnicht den Kassen anlasten, das ganze
Gesundgheitssystem ist ja (frendlch ausgedrückt:smile: im Umbruch.
:wink:

tja, ein trauerspiel, aber nichts neues und ja nicht nur diesen
bereich betreffend.

Undercover ist das alles bekannt, natürlich wird es -wie so
vieles- gegenüber der Bevölkerung nicht rausgelassen bzw.
sogar stellenweise dementiert.

ja, so ab und an bekommt man dennoch als aussenstehender das eine oder andere mit…und das sind eben nur die spitzen die man erfährt.

Gruß,
Branden

LG
nina