Anaphylaktischer Schock durch Pherazone

Von: , Frage gestellt am Fr, 6. Okt 2000

Hallo zusammen,

nachdem meine Freundin letzte Woche nach einer schweren allergischen Reaktion auf das Medikament CYPROKAL N im Krankenhaus landete, würde ich gerne mehr darüber erfahren.

Es war eine Überempfindlichkeit im Kindesalter (3 und 6 Jahre) auf Aminopherazone festgestellt worden, dies äusserte sich im wesentlichen durch Pickel und Bläschen die stark juckten und Atemnot.

Bei dem Schock letzte Woche waren ebenfalls Blässchen am Bauch zu sehen, der Hals schwoll an, rote Augen, sehr starke Unterleibskrämpfe, sowie mehrfache Ohnmacht für mehrere Sekunden. Die Sanitäter des Rettungswagen taten die Situation als ungefährlich ab.

Im Krankenhaus wurde dann eine Reaktion auf die enthaltenen Pherazone im Medikament festgestellt.

Wer kann mir Auskunft über die Gefährlichkeit, den Umgang und Schutz der betroffenen Person geben?

Wie ich jetzt erfahren habe, kann ein solcher Schock auch tödlich enden. Sie soll jetzt wohl ein Spritzenset bekommen, welches sie ständig mit sich führen muss.

Freue mich über alle Antworten.

Mit freundlichen Grüssen,
Dennis

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: Anaphylaktischer Schock durch Pherazone

    Hallo,

    ein anaphylaktischer Schock ist in der Tat eine lebensbedrohende Reaktion.
    Es handelt sich hierbei um eine allergische Reaktion von systemischem Ausmaß. Die Ursache dafür sind Antikörper gegen die allergieauslösende Substanz. Reagieren diese mit der Substanz, so kommt es zur Ausschüttung von Botenstoffen des Immunsystems, die vor allem zu Schleimhautschwellung und Blutdruckabfall führen. Durch die Atemnot (Bronchen zu!) und den Blutabfall ist der Patient in großer Gefahr.

    Im Falle einer solchen Reaktion auf ein Medikament sollte man dieses strikt meiden ! Jeder Arzt mit dem man zu tun hat, sollte darüber informiert werden ! In der Regel müssen auch verwandte Medikamente/Wirkstoffe mißtrauisch betrachtet werden und sollten möglichst auch vermieden werden.
    Warnzeichen, wie bei Deiner Freundin, sind in jedem Fall ernst zu nehmen und dem Arzt mitzuteilen.

    Wenn Deine Freundin keinen Kontakt zu der Substanz mehr hat, droht ihr keine Gefahr.

    Ich muß allerdings gestehen, daß mir Aminopherazon nichts sagt.
    Meinst Du vielleicht Aminophenazon, was seltsam wäre, denn meines Wissens wird es in der Humanmedizin kaum noch verwandt.
    Gegen-/ oder für was hat Deine Freundin das Medikament denn bekommen?
    -Oder kann mir einer der Kollegen sagen, was gemeint ist !?- Danke!-


    Hoffe ich konnte Dir/Deiner Freundin helfen

    bis dann

    Sledge



    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Anaphylaktischer Schock durch Pherazone

      Hallo,

      Aminophenazon wird auch meines Wissens nach nicht mehr als Analgetikum/Antipyretikum verwandt. Phenazon allerdings ist in mehreren Schmerzkombinationspräparaten durchaus noch zu finden!

      Wolf

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Anaphylaktischer Schock durch Pherazone

    Hallo,

    Das betreffende Medikament war vermutlich COPYRKAL und nicht CYPROKAL. Cyprokal ist mir nicht bekannt. Copyrkal hingegen enthält nach meiner Kenntnis auch Phenazon. Prinzipiell ist das Präparat nicht als schlecht abzulehnen. Bei Allergie gegen Phenazon ist es allerdings nicht angezeigt. Wirksame Maßnahmen: Allergiepaß ausstellen lassen, die Substanzen, gegen die Überempfindlichkeit bestehen, eintragen lassen und vor jedem Arztbesuch dem Arzt vorlegen, damit er die Substanzen, die zur allergischen Sofortreaktion geführt haben, meiden kann. Besteht der Verdacht, daß eine generelle Allergieneigung auch gegen andere Substanzen vorhanden ist, sollte man sich von einem Allergologen testen lassen, um den Allergiepaß zu aktualisieren und Hinweise für zweckmäßiges Verhalten zu bekommen.

    Wolf

  3. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Dank und gleich die nächste zum Thema...

    Danke für Eure Antworten.

    Ich war beim Schreiben des Artikels wohl etwas aufgeregt, es handelt sich um COPRYKAL und die enthaltenen Phenazone, danke. Phenazone sind in vielen Schmerzmitteln zu finden, die gleichzeitig fiebersenkend wirken, so z.B. Titretta.

    Nun stellt sich mir die nächste Frage, z.B. hat sie jetzt Analgin als Schmerzmittel verschrieben bekommen von der Ärztin, die sie auch wegen dem Vorfall betreut. Im Beipackzettel steht aber eine Warnung für Personen, die auf einige Wirkstoffe wie auch Phenazone allergisch sind. Sie hat die Analgin nur sehr missmutig eingenommen. Wie verhält man sich richtig? Gibt es eine fachliche Telefonauskunft zu soetwas? Sicherlich könnte man in einer Apotheke fragen, am Tage des Vorfalles lief ich auch zu einer, um die Wirkstoffe herauszubekommen, die Apothekerin riet mir, geben sie ihr Calcium (welches sie mir in Form von Brausetabletten verkaufte) und dann solle sie sich hinlegen. Ich hatte ihr die Situation genau beschrieben und sie riet mir nicht einen Arzt bzw. Krankenwagen zu rufen. Da ist jetzt das Vertrauen gestört.

    MfG Dennis

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re: Dank und gleich die nächste zum Thema...

      Hallo, Dennis,

      in Analgin ist nach meiner Kenntnis Metamizol enthalten. Und es sollte nicht von Leuten eingenommen werden, die eine Überempfindlichkeit gegen Pyrazolone und Pyrazolidine haben. Auch Menschen mit Überempfindlichkeit gegen Phenazon sollten Pyrazolone meiden. Ich würde mich in jedem Fall noch einmal vertrauensvoll an die verordnende Ärztin wenden. Es gibt mit Sicherheit Schmerzmittelalternativen ohne die o.g. Gefahren. Der Ratschlag des Apothekers ist sicher gut gemeint, aber nach heutigem Kenntnisstand wertlos. Calcium hat in der Therapie von allergischen oder anaphylaktischen Reaktionen keinen Platz mehr. Es handelt sich um eine früher geübte Therapie, die aber diesbezüglich unwirksam ist. Anders ausgedrückt: Die Einnahme von Calcium wird niemals den Ausbruch einer anaphylaktischen Reaktion verhindern bzw. eine bereits eingetretene Anaphylaxie beherrschen.

      Wolf

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