hallo,
ich befinde mich in peru und habe mich entschlossen in 8 tagen in ein malariagebiet zu fahren (nicht iquitos sondern tumbes, da gibts WIRKLICH malaria). ich wollte lariam kaufen, das gab es aber nicht. jetzt habe ich aralen (wirkstoff: cloroquina), das wird hier aber ohne beipackzettel verkauft. der apotheker sagte eine woche vorher ist okay und eine tablette pro 24 h, wie lange noch nach der reise konnte er mir nicht sagen wie lange vor dem besuch des gebietes auch nicht richtig - genickt hat er viel… ich bitte euch um eine schnelle antwort.
vielen dank gregor.
leider nur Links
Hi Gregor,
da ich noch nicht in der Situation war, Marlariaprophylaxe betreiben zu müssen, kann ich dir zum Stoff selber nichts sagen.
Hier nur ein paar Links, falls die Antworten dich nicht rechtzeitig erreichen oder nicht ausreichen sollten.
http://www.reisevorsorge.de/index.html
http://www.fit-for-travel.de/
http://www.tropenmedizin.de/
http://www.die-reisemedizin.de/
Bei Fit for Travel las ich, daß das gebiet Tumbes ein hohes Malariarisiko hat. Dort gibt es „überwiegend Malaria tertiana (P. vivax) , weniger Malaria tropica (P. falciparum)“. Was immer das auch für dich bedeuten mag.
Sie reden dort auch über Resistenzen der verschiedenen Malariaerreger. „Von besonderer Bedeutung ist die Resistenz von Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, gegen Chloroquin, die vor allem in Südostasien sowie in Afrika südlich der Sahara und im Amazonasbecken vorkommt. Auch Resistenzen (häufig Mehrfachresistenz) gegen Sulfonamid / Pyrimethamin -Kombinationen haben erheblich zugenommen. Resistenzen gegen Chinin, Mefloquin, Halofantrin und Artemisinin sind noch selten. Einige Antimalariamittel sind für die Prophylaxe jedoch nicht geeignet oder mit dem Risiko erheblicher Nebenwirkungen belastet.“
Und es wird zur zusätzlichen Mitführung eines Notfallmedikaments geraten trotz Prophylaxe.
Zum Wirkstoff Chloroquin fand ich dort Folgendes:
„Chloroquin kann in Gebieten ohne Chloroquin-Resistenz zur Prophylaxe eingesetzt werden. Als Nebenwirkungen treten gelegentlich kurzfristige Magenbeschwerden, Augenflimmern und Schwindel auf. Bleibende Schäden der Netzhaut sind nur bei Dauereinnahme über Jahre in seltenen Fällen zu erwarten. Chloroquin ist nach bisherigem Wissensstand auch bei Schwangeren und Kleinkindern einsetzbar. Chloroquin kann in Gebieten ohne Chloroquin-Resistenz auch zur Malariatherapie und zur notfallmäßigen Selbstbehandlung bei Malariaverdacht verwendet werden.“
Alles Gute wünscht Faten
Beipackzettel für Chloroquin !!!
Hallo Gregor,
also unter dem Namen ARALEN ist das Medikament in der BRD nicht bekannt; zum Glück hast du den Wirkstoff Chloroquin (dt. Schreibweise für cloroquina) mit angegeben.
Ich gebe hier mal eben den Beipackzettel für Chlorochin 250 von Berlin-Chemie wider:
Anw.: Prophylaxe u. Therapie aller Malariaarten (Ausnahme: Chloroquin-resistente Stämme), extraintestinale Amöbiasis (wenn Nitroimidazol-Präparate unwirksam oder kontraindiziert sind), Basistherapie rheumatischer Erkrankungen (z. B. chron. Polyarthritis, juvenile chronische Arthritis, system. Lupus erythemat.)
Anw.-beschränk.:
a Vorbestehende Psoriasis (dt.: Krätze)
b Porphyrie (eine Störung der Blutbildung)
c Epilepsie
d Ausgeprägte Nieren- und Lebererkrankungen
Hinw.: Bei Langzeitanw. vor u. während der Therapie Kontrollen des Augenhintergrundes im Abstand von 3 Mon., Blutbildkontrollen im Abstand von 2 Mon.
Dos.: Malariaprophylaxe: In der Wo. vor der Abreise sowie am Abreisetag je 8 mg Chloroquinphosphat/kg KG. Anschließend für die Dauer der Reise sowie für 6 (mind. 4) Wo. nach Verlassen des Malariagebietes in einwöchigen Abständen jeweils am Wochentag der Abreise 8 mg Chloroquinphosphat/kg KG, entspr. bei 16 kg KG je ½ Filmtbl., bei 31 kg KG je 1 Filmtbl., bei 47 kg KG je 1½ Filmtbl., bei 63 kg KG je 2 Filmtbl., bei 78 kg KG je 2½ Filmtbl., bei 94 kg KG je 3 Filmtbl. In bestimmten Malariagebieten für Kurzaufenthalte auch die doppelte wöchentl. Dosis, dann aber gleichmäßig verteilt über die ganze Wo. Max. Gesamtdosis für Langzeitprophylaxe 160 g Chloroquinphosphat (entspr. 100 g Chloroquin). Keine Langzeitprophylaxe bei Kdrn. Malariatherapie: Initial 1mal 16 mg Chloroquinphosphat/kg KG, nach 6 Std. sowie für die folgenden 2-3 Tage 1mal tgl. je 8 mg Chloroquinphosphat/kg KG. Extraintestinale Amöbiasis (in Kombination mit Emetin-Derivaten): Erw. 2 Tage tgl. 4 Filmtbl., Kdr. 16 mg Chloroquinphosphat/kg KG, dann 14-28 Tage Erw. tgl. 2 Filmtbl.; Kdr. 8 mg Chloroquinphosphat/kg KG. Chronische Polyarthritis, sys. Lupus erythematodes: Kdr. und Erw. tgl. 4 mg Chloroquinphosphat/kg KG, entspr. bei 32-62 kg KG je ½ Filmtbl. tgl., bei 63-93 kg KG je 1 Filmtbl. tg
Brauchst du noch mehr Infos?? Zum Beispiel über alternative Medikamente etc.??
Sag Bescheid, viel Glück, Claus
P.S.: Sonst sieh doch auf jeden Fall mal hier nach:
http://www.fit-for-travel.de/reisemedizin/malaria/in…
Sehr gut und übersichtlich gemacht !!! (nicht von mir *g*)
ich befinde mich in peru und habe mich entschlossen in 8 tagen
in ein malariagebiet zu fahren (nicht iquitos sondern tumbes,
da gibts WIRKLICH malaria). ich wollte lariam kaufen, das gab
es aber nicht. jetzt habe ich aralen (wirkstoff: cloroquina),
das wird hier aber ohne beipackzettel verkauft. der apotheker
sagte eine woche vorher ist okay und eine tablette pro 24 h,
wie lange noch nach der reise konnte er mir nicht sagen wie
lange vor dem besuch des gebietes auch nicht richtig - genickt
hat er viel… ich bitte euch um eine schnelle antwort.
vielen dank gregor.
Hallo Gregor,
„Chloroquin“ (z. B. Resochin und Aralen) ist eher in den A + B - Zonen indiziert. Während sich in Gebieten mit hoher Prävalenz - Infektionsdichte (= C - Zone) heute leider doch das „Mefloquin“ (z. B. Lariam) wegen seiner Wirksamkeit gegen chloroquinresistente Plasmodien überall durchgesetzt hat.
Einnahmebeginn mindestens 7 Tage vor der Reise - Weiternehmen bis 4 Wochen nach der Reise (Dosierschema siehe Link unten).
Natürlich gibt es trotz Chemo-Prophylaxe nie den 100%en Schutz gegen die Infektion. Deshalb ist die Expositionsprophylaxe sehr wichtig, d. h.: in Malariagebieten immer unter dem MOSKITONETZ schlafen. Das Netz sollte keine Löcher haben!, sowie nicht während des Schafes am Körper aufliegen.
HELLE Baumwollkleidung mit langen Ärmeln und Beinen sind besonders in den Stunden der DÄMMERUNG ein guter Schutz.
Anwendung von Repellentien, die N,N-Diethyl-m-Toluamid (=DEET) oder Dimethylphthalat enthalten. (Autan hat 10 und 20% Deet - es gibt andere Mittel mit höherem Anteil).
Zudem gibt es spezielle Mückenimprägniermittel (NO BITE) für Kleidung und Moskitonetz.
Man sollte trotz der Prophylaxe bei grippeähnlichen Symptomen während oder noch einige Wochen nach einem Aufenthalt im Malariagebiet, immer mit der möglichen Infektion rechnen.
Besonders bei der malignen Form der Malaria, „Malaria tropica“ (Erreger = Plasmodium falciparum) ist Eile in Bezug auf Diagnose und Therapie angesagt. Die Diagnosestellung ist aber bei Patienten, die Malariamittel eingenommen haben, sehr schwierig! Daher im Krankheitsfalle mit Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen wirklich immer die Malariadiagnostik im Auge behalten, die dann in geringen Zeitabständen zu wiederholen ist!!
Link zum Dosierschema:
http://www.dtg.mwn.de/malaria/dosis.htm
Alles Gute
Renate
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vielen dank euch allen!!
danke