Wo kann man sich über Ärzte beschweren?

Hallo Ihr,

der Sohn einer Freundin hat seit vielen Jahren Probleme mit den Zähnen, er ist 21 und es läuft wohl auf Implantate hinaus. Genau kann ich nicht sagen, was er hat, wir wohnen viele Kilometer auseinander und am Telefon habe ich zugegebenermaßen nicht ganz genau nachgefragt. Ist eigentlich auch nicht so wichtig, da wir ein anderes Problem haben.

Er war inzwischen bei mehreren Ärzten, jeder hat ihm einen anderen Kostenvorschlag gemacht, dann der Weg zur Krankenkasse, Finanzierung klar und danach haben inzwischen schon mehrere Ärzte einen Rückzug gemacht. Ist wohl eine ziemlich schwere Operation, aber einen Rückzug erklärt das in meinen Augen nicht, wenn man vorher einen Kostenvorschlag bekommt.

Nun möchte das meine Freundin mal überprüfen lassen, denn mit 21 sollte der junge Mann mal an eine Ausbildung denken, bloß mit schlechten Zähnen hat man ziemlich schlechte Karten.

Ist hier die Krankenkasse der erste Ansprechpartner? Oder gibt es irgendwo jemanden, der Entscheidungen der Ärzte überprüft? Kassenärztliche Vereinigung? Irgendwo habe ich sowas mal gelesen…

Kann mir von euch jemand helfen?

Dankeschön!
Uta

Hallo,

Er war inzwischen bei mehreren Ärzten, jeder hat ihm einen
anderen Kostenvorschlag gemacht, dann der Weg zur
Krankenkasse, Finanzierung klar und danach haben inzwischen
schon mehrere Ärzte einen Rückzug gemacht. Ist wohl eine
ziemlich schwere Operation, aber einen Rückzug erklärt das in
meinen Augen nicht, wenn man vorher einen Kostenvorschlag
bekommt.

also das hoert sich schon etwas merkwuerdig an. Was fuer einen „Kostenvoranschlag“ soll sie denn da bekommen haben? Normalerweise laeuft so etwas folgendermassen ab:

Der Patient kommt zum ersten Mal, der Befund wird aufgenommen. Dann wird ein Heil- und Kostenplan an die Krankenkasse geschickt, von dort genehmigt, der Arzt klaert mit dem Patienten die Eigenbeteiligung und dann kann der Arzt anfangen zu behandeln. So wie Du es hier schilderst hoert sich das so an als ob Deine Bekannte nichts oder zu wenig dazubezahlen will. So etwas hoert kein Zahnarzt sehr gerne. Nicht aus Geldgier sondern aus purer Wirtschaftlichkeit und auch aus einer gewissen Berufsethik heraus. Implantate werden nur in superseltenen Ausnahmefaellen von der KK uebernommen, zumindestens von den gesetzlichen und sie sind auch nicht gerade guenstig. The bill very happig, sehr! Und dann heisst es entweder der ZA schraubt Dir ein paar Plastikbolzen aus dem Legokasten in den Kiefer oder er macht es in einer Hauruck-Aktion von zwei Stunden. Das waere dann fuer ihn wirtschaftlich. Macht er es richtig zahlt er drauf. Von daher wuerde ich da mal nachfragen woran das liegt das er immer abgelehnt wird, denn ich kann mir kaum vorstellen das sich ein Zahnarzt so eine Sache ohne weiteres verweigert.

Nun möchte das meine Freundin mal überprüfen lassen, denn mit
21 sollte der junge Mann mal an eine Ausbildung denken, bloß
mit schlechten Zähnen hat man ziemlich schlechte Karten.

Da stellt sich mir die Frage wie schlecht die ueberhaupt sein koennen? Sogar wenn er Karies bis unters Dach hat, mit 21 fehlen doch nicht soviele Zaehne das es Implantate rechtfertigt?

Ist hier die Krankenkasse der erste Ansprechpartner? Oder gibt
es irgendwo jemanden, der Entscheidungen der Ärzte überprüft?
Kassenärztliche Vereinigung? Irgendwo habe ich sowas mal
gelesen…

Such mal nach der Kassenzahnaerztlichen Vereinigung (KZV) in Deinem Bundesland :wink:

Gruesse

Hallo,

Er war inzwischen bei mehreren Ärzten, jeder hat ihm einen
anderen Kostenvorschlag gemacht, dann der Weg zur
Krankenkasse, Finanzierung klar und danach haben inzwischen
schon mehrere Ärzte einen Rückzug gemacht. Ist wohl eine
ziemlich schwere Operation, aber einen Rückzug erklärt das in
meinen Augen nicht, wenn man vorher einen Kostenvorschlag
bekommt.

also das hoert sich schon etwas merkwuerdig an. Was fuer einen
„Kostenvoranschlag“ soll sie denn da bekommen haben?

Sicher hat sie mit ihrem „Kostenvoranschlag“ den Heil- und Kostenplan gemeint.

Normalerweise laeuft so etwas folgendermassen ab:

Der Patient kommt zum ersten Mal, der Befund wird aufgenommen.
Dann wird ein Heil- und Kostenplan an die Krankenkasse
geschickt, von dort genehmigt, der Arzt klaert mit dem
Patienten die Eigenbeteiligung und dann kann der Arzt anfangen
zu behandeln. So wie Du es hier schilderst hoert sich das so
an als ob Deine Bekannte nichts oder zu wenig dazubezahlen
will.

Sie sind gesetzlich versichert, und dass sie zuzahlen muss, ist schon klar. Doch auch hier kamen wohl Unterschiede von mehreren Tausend Euro raus.

Nun möchte das meine Freundin mal überprüfen lassen, denn mit
21 sollte der junge Mann mal an eine Ausbildung denken, bloß
mit schlechten Zähnen hat man ziemlich schlechte Karten.

Da stellt sich mir die Frage wie schlecht die ueberhaupt sein
koennen? Sogar wenn er Karies bis unters Dach hat, mit 21
fehlen doch nicht soviele Zaehne das es Implantate
rechtfertigt?

Die Karies ist wohl total schlimm, auch der Kiefer hat schon was weg…

Ist hier die Krankenkasse der erste Ansprechpartner? Oder gibt
es irgendwo jemanden, der Entscheidungen der Ärzte überprüft?
Kassenärztliche Vereinigung? Irgendwo habe ich sowas mal
gelesen…

Such mal nach der Kassenzahnaerztlichen Vereinigung (KZV) in
Deinem Bundesland :wink:

Meinst du, sie kann helfen?

Gruesse

Danke, und auch dir viele Grüße!

Hallo,
Beschwerden über Ärzte wird man bei der Ärztekammer los - ist der
Vorwurf berechtigt gibt es für den Arzt Konsequenzen und für den
Patienten Geld.

Viele Grüße

Dankeschön!
Und wenn es „nur“ eine qualifizierte (weitere???) Meinung gibt, mit einem durchführbaren Vorschlag für die Zukunft, damit der junge Mann endlich wieder etwas Hoffnung schöpft.
Denn im Moment mag er keine Zahnärzte mehr sehen…

Schönen Sonntag!
Uta

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Beschwerden über Ärzte wird man bei der Ärztekammer los

Mal unabhängig vom Ausgangsfall und nur ganz allgemein: Ich beschwere mich also bei Ärzten über Ärzte. Wie sinnvoll - und so unabhängig. Klasse.

Benni

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Ärztekammer - Zahnärztekammer - zwei Paar Schuhe

Beschwerden über Ärzte wird man bei der Ärztekammer los

…und Beschwerden über Zahnärzte bei der Zahnärztekammer.
Die beiden haben nämlich so guut wie nichts miteinander zu tun. Zahnärzte sind in einer extra Vereinigung.
Die Ärztekammer hat alle anderen Ärzte, Allgemeinärzte wie Fachärzte dabei.
Gruß,
Branden

genau :smile: (o.w.t.)
.

Hi nochmal,

Sie sind gesetzlich versichert, und dass sie zuzahlen muss,
ist schon klar. Doch auch hier kamen wohl Unterschiede von
mehreren Tausend Euro raus.

Das ist wohl normal. Auch Zahnaerzte leiden unter den miesen Saetzen der Krankenkassen und muessen sich ihr Geld irgendwo holen. Das ist dann eben bei Privatpatienten oder bei solchen Extraleistungen. Bevor die Diskussion hier losgeht: Ja das kann man auch uebertreiben.

Ein Beispiel: Ein Zahnarzt hier in Muenchen bietet Billigzahnersatz aus der Tuerkei an, ohne Zuzahlung der Patienten. Extraleistung professionelle Zahnreinigung 250 Euro. Kosten bei meiner Zahnaerztin dafuer: 0,-- Euro, wird naemlich einmal im Jahr von der GKV uebernommen, nur halt keine 250 Euro.

Die Karies ist wohl total schlimm, auch der Kiefer hat schon
was weg…

War er denn ueberhaupt schon bei einem Chirurgen?
Liebe Gruesse

Hallo nochmal,

Die Karies ist wohl total schlimm, auch der Kiefer hat schon
was weg…

War er denn ueberhaupt schon bei einem Chirurgen?

Kann ich leider nicht sagen, ich habe mir nicht die ganze Krankengeschichte erzählen lassen.
Ich wollte sie ja nur bei der Suche nach Hilfe unterstützen, macht man ja mal unter Freunden.

Ich danke euch allen herzlich und wünsche einen guten Start in die neue Woche!

Uta

Kann mir von euch jemand helfen?

Dankeschön!
Uta

Servus Uta,
einer der Gründe für ‚Rückzieher‘ könnte darin bestehen, daß Zahnärzte sich vielleicht doch mal fragen, wieso ein 21jähriger schon soweit ist, daß an Implantate (Mehrzahl) gedacht wird. Da müssen die Mundbedingungen ja nicht die besten sein. Wenn sich da nicht VORHER was ändert, haben die Implantate weniger Chancen, als die verloren gegangenen eigenen Zähne.
Ein weiterer Grund könnte vielleicht auch sein, daß die KollegInnen sich gefragt haben, wer das alles bezahlt (die Kasse tut es eher nicht). Für lau gibt es nirgends auf der Welt eine höchstwertige Versorgung.

Was wäre denn der Gegenstand der Beschwerde in diesem Fall?

Kai

… schnipp …

Ein Beispiel: Ein Zahnarzt hier in Muenchen bietet
Billigzahnersatz aus der Tuerkei an, ohne Zuzahlung der
Patienten. Extraleistung professionelle Zahnreinigung 250
Euro. Kosten bei meiner Zahnaerztin dafuer: 0,-- Euro, wird
naemlich einmal im Jahr von der GKV uebernommen, nur halt
keine 250 Euro.

Servus Patrick,
das, was man gemeinhin unter einer professionellen Zahnreinigung versteht, zahlt auch Deine Kasse nicht. Was sie zahlt, ist die Zahnsteinentfernung. Das kostet sie sowas um die 12 Euronen. Trotzdem sind 250.- € schon deutlich im krassen Bereich. Für das Geld kann man die Zähne extrahieren, nach Lourdes schicken, dort von 4 Bischöfen in’s Wasser tauchen lassen, und sie dann wieder replantieren :wink:)

Kai

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Servus Chili,

von wem gibt es das Geld? Von der Kammer? Fehlanzeige. „Dafür gibt es Richter in Berlin“, sagte der Müller von Sancoussi.
Also - mal schnell einen geharnischten Beschwerdebrief an die Kammer geschrieben, und schon klingt der Taler im Kasten? Wo lebt ihr alle eigentlich?

Kai

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Und wenn es „nur“ eine qualifizierte (weitere???) Meinung
gibt, mit einem durchführbaren Vorschlag für die Zukunft,
damit der junge Mann endlich wieder etwas Hoffnung schöpft.
Denn im Moment mag er keine Zahnärzte mehr sehen…

Schönen Sonntag!
Uta

Ich nochmal, Uta!
Mochte er die denn in den vergangenen 21 Jahren so besonders?

Kai

das, was man gemeinhin unter einer professionellen
Zahnreinigung versteht, zahlt auch Deine Kasse nicht. Was sie
zahlt, ist die Zahnsteinentfernung.

Hi,

ehm dann klaer mich mal bitte auf. Ich ging davon aus das PZR = Zahnstein entfernen, polieren ist?

Gruss

Hallo Uta,

was mich stutzig macht, ist das:

Er war inzwischen bei mehreren Ärzten, jeder hat ihm einen
anderen Kostenvorschlag gemacht…

Die Angelegenheit ist vergleichbar mit einer Altbausanierung, bei der mehrere Handwerker um Kostenvoranschläge gebeten werden. Diese haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Sache am besten anzugehen ist, entsprechend unterschiedlich veranschlagen sie die Kosten.

Offenbar haben sich bereits mehrere Zahnärzte Gedanken gemacht, wie der vorhandene Gebiss-Schaden beim Patienten am sinnvollsten und effektivsten zu beheben wäre. Hierfür haben sie die zu erwartenden Kosten errechnet und mittels Heil- und Kostenplan dem Patient mitgeteilt. Da waren sicher sehr teure aber auch preiswertere Sanierungsvorschläge dabei.

Es gibt immer verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Natürlich auch verbunden mit unterschiedlich hohen Kosten.

Das ist alles ganz normal und kein Grund zur Beschwerde.

Deine Freundin und ihr Sohn müssen sich überlegen, welche der vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen am ehesten dauerhaften Erfolg verspricht und dennoch finanzierbar ist. Die Krankenkasse stellt anhand des Kostenvoranschlages lediglich fest, welcher Schaden vorliegt und wie hoch der von ihr bezuschusst wird (meist Festbetrag). Ein Selbstbehalt bleibt immer.

Grüße
von Mara

, dann der Weg zur

Krankenkasse, Finanzierung klar und danach haben inzwischen
schon mehrere Ärzte einen Rückzug gemacht. Ist wohl eine
ziemlich schwere Operation, aber einen Rückzug erklärt das in
meinen Augen nicht, wenn man vorher einen Kostenvorschlag
bekommt.

Nun möchte das meine Freundin mal überprüfen lassen, denn mit
21 sollte der junge Mann mal an eine Ausbildung denken, bloß
mit schlechten Zähnen hat man ziemlich schlechte Karten.

Ist hier die Krankenkasse der erste Ansprechpartner? Oder gibt
es irgendwo jemanden, der Entscheidungen der Ärzte überprüft?
Kassenärztliche Vereinigung? Irgendwo habe ich sowas mal
gelesen…

Kann mir von euch jemand helfen?

Dankeschön!
Uta

Servus Patrick,
ich schreibe mal auf, wie das in meiner Ex-Praxis lief (und bei den Nachfolgern läuft)

Jede zugängliche Wurzeloberfläche (zugänglich heißt, daß sie nicht im Knochen steckt) wird von harten und weichen Belägen befreit. Harte Beläge sind

  1. der ziemlich einach zu entfernende Zahnstein, der vergleichbar ist mit dem Zeug an den Innenwänden des Wasserkochers.
  2. Konkremente, die man sich am besten wie einen alten, harten, festhaftenden Blutschorf vorstellt, wie wir ihn alle immer mal wieder am Knie hatten.

Was weiche Beläge sind, erfühlt man sich am besten an der Innenseite eines Plastikeimers, der - voller Wasser - drei Wochen irgendwo gestanden hat. Dieser schleimige Biofilm sitzt auf den Zahnflächen, an denen die Bürste vorbeigeschrubbt hat. Er wäre auch genauso grün, wie der im Eimer, wenn im Mund die Sonne scheinen würde.

Nachdem die Zahnseide bei den meisten von uns ein verachtetes Dasein in einer Ecke des Spiegelschrankes führt, kann dieser Biofilm, vor allem in den Zwischenräumen, beeindruckende Schichtstärken annehmen, die ihn für Archäologen durchaus interessant machen würden.

All dies erfolgt, möglichst zart, mit Handinstrumenten, Ultraschallinstrumenten, Polierstreifen und -bürstchen. Bei adäquaten Abständen zwischen den Reinigungen ist das Zahnfleisch noch nicht gerötet und blutungsbereit. Dann kann die Hygienikerin ( ja, es sind halt fast immer Frauen - no political uncorrectness intended) meistens alles in einer Sitzung erledigen. Wenn sie vor lauter Blutung nichts mehr erkennen kann, gibt es einen neuen Termin.

Beim vollbezahnten Gebiß dauert so etwas zwischen 45 und 60 Min… Jetzt können die Betriebswirte, die hier mitlesen mal eine Schätzung abgeben, was so etwas kosten muß. Ausbildungsgang für die Fachhelferin: 3 Jahre Ausbildung im dualen System zur zahnärztlichen Assistentin, Berufspraxis, zusätzliche 1 - 2 jährige berufsbegleitende Weiterbildung mit Prüfung. Die Einrichtung und das Werkzeug gibt es auch nicht bei Hornbach. Also 75.- € in Jever und 110.- € in München würde ich mit dem breiten Daumen für realistisch halten. Bei mir (Speckgürtel um München) waren es vor zwei Jahren 75 - 90 €.

Any more questions?

Kai

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