Nackenfaltenmessung in der Schwangerschaft?

Hallo zusammen,

haltet ihr es für sinnvoll in der Schwangerschaft bei einer 28jährigen Frau eine Nackentransparenzmessung durchführen zu lassen? Einerseits wäre man beruhigt wenn alles in Ordnung wäre aber andererseits, was tun wenn nicht?? Bringt denn dann die Untersuchung überhaupt was? Wenn man ja eh nichts dran ändern kann?

Wäre dankbar über eure Meinung!

Liebe Grüße, Sunny

Hallo Sunny,

ich beschäftige mich gerade mit genau diesem Thema. Bin allerdings schon 33. Sinnvoll oder nicht, gibt es nicht. das ist eine persönliche Entscheidung!
Klar ist, dass viele Behinderungen sich erst nach der Geburt zeigen bzw. im Laufe eines Lebens entstehen können.
Es geht in meinen Augen letztendlich um die Entscheidung, wann würdest Du /Ihr eine Abtreibung in Erwägung ziehen. Ab welchem Risikowert fühlst Du Dich nicht mehr in der Lage, das Kind zu bekommen und dann auch mit ihm zu leben.
Die Krux mit der Diagnostik ist ja, dass Du keine Sicherheit bekommst. Man wird Dir mitteilen, es ist alles im Normbereich oder uih sie liegen drüber. Dann stehst Du vor der nächsten Entscheidungen, machst Du eine Blutuntersuchung, wieder dasselbe Spiel. Dann geht es um die Fruchtwasseruntersuchung, nun schon ein Abwägen der Risiken (Behindertes Kind contra Fehlgeburt).
Ich und mein Partner haben uns mittlerweile für das Screening entschieden auch mit der eventuellen Konsequenz jetzt bzw. zu einem späteren Zeitpunkt noch abzutreiben.

Alle Gute
PP

… aber andererseits, was tun wenn nicht?? Bringt denn dann
die Untersuchung überhaupt was? Wenn man ja eh nichts dran
ändern kann?

Die Antwort hast du bereits selbst gegeben :wink:

Hey, danke für eure schnellen Antworten!

Ich stehe dem einfach sehr skeptisch gegenüber, weil ich weiss dass ich mir wahnsinnige Sorgen und Gedanken machen würde (was den Zustand bestimmt eher noch verschlimmert) wenn ich jetzt wüsste dass irgendwas nicht in Ordnung wäre und ja trotzdem (außer einer Abtreibung) nichts tun könnte… eine Abtreibung käme wenn überhaupt nur bei einer Schwerstbehinderung in Frage, und die erkennt man doch auch ohne NT-Messung?

Hallo Sunny,

Wäre dankbar über eure Meinung!

in unserem Geburtsvorbereitungskurs waren mehrere ‚ältere‘ Mütter (sprich älter als 35 Jahre).

EIne davon hat diverse Untersuchungen machen lassen, ob das Kind OK ist oder nicht.
In einem Gespräch fragte meine Frau die Dame, was sie denn zu gedenken täte, wenn sich herausstellt, daß eine Behinderung vorliegt.
Sie schaute daraufhin in ein fragendes Gesicht. Die Antwort war ‚Keine Ahnung‘

Sie hatte sich also im Vorfeld keinen Kopp gemacht, welche Konsequenzen diese Untersuchungen für sie haben würden. Das Kind war zum glück gesund, aber auch später konnte sien icht sagen, was sie getan hätte, wenn eine Behinderung festgestellt wordenwäre, wir kriegten aber heraus, daß der Mann und er Arzt sie zu diesen Untersuchungen gedrängt hatten.

Was ich damit sagen will ist folgendes.
Wenn Du solche Untersuchungen machen läßt, dann sei Dir darüber im klaren, was eine ‚schlechte‘ Diagnose (für Dich) bedeutet und frage Dich im Vorfeld, welche Konsequenzen Du ziehen möchtest.
Wenn die Antwort lautet: ‚Ich möchte das Kind dann trotzdem haben‘. dann solltest Du keine solche Untersuchungen machen lassen.

Meine Meinung

Gandalf

Gegenfrage: was ist für Dich schwerstbehindert?

Ich meine verstanden zu haben, das man genetische Abnormalitäten mit letzter Wahrscheinlichkeit nur über eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen kann. Da diese Untersuchung Risiken fürs Kind birgt, versucht man eben erst über andere Indikatoren Hinweise zu gewinnen.
(Bitte Medizinier korrigiert mich, habe mir mein Wissen gerade erst angelesen)

Etwas anderes sind evtl. Fehlentwicklungen im organischen Bereich, da gibt es wohl schön Möglichkeiten noch im Mutterleib zu operieren.

wenn eine Abtreibung für Dich nicht in Frage kommt, dann würde ich mir die Untersuchungen und das Geld dafür sparen.

Du hast im übrigen Anspruch auf ausführliche Beratung. Es gibt auch spezielle genetische Beratungen, die Du ansprechen könntest.

PP

Hallo Sunny,

ich persönlich finde, daß die Untersuchung auch dann was bringt, wenn man „nix dran ändert, egal was rauskommt“. Selbst wenn man im Falle einer Behinderung eine Abtreibung nicht in Erwägung zieht, kann man sich doch mit ein wenig mehr Zeit besser auf spezielle Bedürfnisse eines behinderten Kindes vorbereiten und fällt nicht am Tag der Geburt aus allen Wolken.

Also ich würde eine solche Nachricht möglichst früh bekommen wollen…

Liebe Grüße,
L.Weipert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ach ich weiss doch auch nicht, bin hin und hergerissen,mit schwerstbehindert meine ich einen absoluten Pflegefall, aber selbst dann wüsste ich nicht ob ich das über s Herz bringen würde. Andererseits wüsste ich auch nicht ob ich mit einem schwerbehinderten Kind klar kommen würde…

Und würde sich herausstellen dass etwas nicht in Ordnung wäre, dann wüsste ich auch nicht ob ich wiederum einer Fruchtwasseruntersuchung einwilligen würde die ja auch wieder das Kind gefährden kann, und somit brächte das Ganze ja auch wieder nix…

Na ja hab noch zwei Wochen Zeit zu überlegen. Muss auch nochmal mit meinem Partner und meiner Frauenärztin reden…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich denke mir halt wenn die Untersuchung nicht in Ordnung wär dann würd ich mir sooo den Kopf zerbrechen und mir furchtbare Sachen vorstellen und hätte überhaupt keine Ruhe mehr… was für das Kind bestimmt auch nicht gut wäre… aber natürlich hast du auch Recht dass man sich dann besser drauf einstellen kann wenn was wär… mal kucken, bin immer noch unentschlossen…

Hallo Sunny,

ich persönlich finde, daß die Untersuchung auch dann was
bringt, wenn man „nix dran ändert, egal was rauskommt“. Selbst
wenn man im Falle einer Behinderung eine Abtreibung nicht in
Erwägung zieht, kann man sich doch mit ein wenig mehr Zeit
besser auf spezielle Bedürfnisse eines behinderten Kindes
vorbereiten und fällt nicht am Tag der Geburt aus allen
Wolken.

Also ich würde eine solche Nachricht möglichst früh bekommen
wollen…

Liebe Grüße,
L.Weipert

Hallo Sonja,
zu dem Für und Wider, der Risikoeinschätzung hast du hier ja schon gutes bekommen. Ganz allgemein nur der Zuruf:
Sei beruhigt, in den allermeisten Fällen ist alles in Ordnung!

Ich will dir nur noch von mir bzw. meiner Frau erzählen, die mit 30 bzw. 33 unsere Kinder bekam.
Wir haben in beiden Fällen keine PND außer der „normalen“ Sonografie durchführen lassen.
Zum einen natürlich aus der Kenntnis, dass sehr viele mögliche Schäden nicht oder nicht rechtzeitig feststellbar wären.
Außerdem weil die diagnostischen Verfahren immer auch eine „psoitiv“-Fehlerquote haben. Sei sie auch noch so klein bedeutet dies, dass ein gesundes Kind als krank abgetrieben wird. Wir konnten uns nicht vorstellen uns so etwas je zu verzeihen.
Auch wollten wir uns auf die Infragestellung unserer Kinder gar nicht erst einlassen. Wir wollten uns von Anfang an bedingungslos auf sie freuen und keine Angst schüren. Natürlich kamen immer mal wieder Ängste auf, und Zweifel, ob wir es richtig überlegt hätten. Am Ende sind wir aber immer wieder dazu zurückgekommen, dass wir sowieso keine Abtreibung vornehmen lassen würden.
Unsere Kinder waren (und sind) die größten Geschenke, die wir je erhalten haben. Dieses Geschenk wollten wir so annehmen, wie es dann nun mal zu uns käme. Wir hatten nicht das Gefühl da Anspüche stellen zu sollen. Wenn sie behindert gewesen wären, dann hätten wir sie so lieben müssen.
Darin bestärkt haben uns Beispiele von Familien mit behinderten Kindern, die belastet und manches Mal überlastet waren, aber dann auch immer wieder glücklich.
Nun ist mit meinen Kindern alles in Ordnung, darum kann ich mit Freude und Zufriedenheit auf unseren Weg schauen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass im Falle eines Unfalles ich heute vielleicht mit mir hadern würde. Ich kann nicht garantieren, dass nicht, aber ich hoffe es wäre auch dann nicht so gewesen, jedenfalls nicht oft.

Also horch mal in dich rein, ob du die Gelassenheit aufbringen kannst, die Dinge geschehen zu lassen.
Wenn dich die Angst aber umtreibt und es dich ruhiger werden lässt wenn du ein Paar „Horrorszenarien“ ausschließen kannst solltest du das vielleicht tun. Nur ist dir ja bewusst, dass dies nur relativ kleine Sicherheit ist. Mit dem Grundrisiko „Leben“ musst du leben.

Gruß
Werner

Hallo Sonja!

Ach ich weiss doch auch nicht, bin hin und hergerissen,mit
schwerstbehindert meine ich einen absoluten Pflegefall, aber
selbst dann wüsste ich nicht ob ich das über s Herz bringen
würde. Andererseits wüsste ich auch nicht ob ich mit einem
schwerbehinderten Kind klar kommen würde…

Das kann man „vorher“ als „Nichtbetroffener“ in meinen Augen auch gar nicht wissen. Viele Behinderungen entstehen erst „während“ der Geburt durch Sauerstoffmangel, da hat man dann sowieso keine „Wahl“ mehr.

Versuche, Dir nicht allzu viele Sorgen zu machen(ich weiß, ist nicht einfach, ist aber auch normal). Genieße die Zeit der Schwangerschaft und freu Dich auf Dein Baby!

Es grüßt
der Schwabe

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persönliche Erfahrung
Hallo Sonja

Ich stehe dem einfach sehr skeptisch gegenüber, weil ich weiss
dass ich mir wahnsinnige Sorgen und Gedanken machen würde (was
den Zustand bestimmt eher noch verschlimmert) wenn ich jetzt
wüsste dass irgendwas nicht in Ordnung wäre und ja trotzdem
(außer einer Abtreibung) nichts tun könnte… eine Abtreibung
käme wenn überhaupt nur bei einer Schwerstbehinderung in
Frage, und die erkennt man doch auch ohne NT-Messung?

Ich vermute mal, du machst dir - wie wohl jede Schwangere - auch jetzt die Gedanken, was wäre, wenn mein Kind nicht in Ordnung ist. Ich weiss, das ist belastend, aber normal.

Ich stand letztes Jahr vor der Entscheidung und ich habe es machen lassen. Mein Mann und ich hatten uns vorher Gedanken gemacht und waren beide der Ansicht, lieber wissen zu wollen, falls was nicht stimmt.
Bei der Entscheidung, welche Untersuchung gemacht werden sollen (Nackenfalte, Fruchtwasseruntersuchung etc.) sind wir Schritt für Schritt vorgegangen, immer in Absprache mit meinem Arzt.
Nachdem mein Arzt mich als Risikoschwangere eingestuft hatte, war für mich klar, dass ich die Untersuchungen, die für das Kind weitgehend ungefährlich sind, machen lasse. Dazu gehört auch die Nackenfalten-Messung. Wäre hier etwas auffällig gewesen, hätte ich auch eine Fruchtwasserspiegelung gemacht.
Es gibt Trisomie-Formen (13 und 18), da besteht im Prinzip keine Überlebenschance. Das hätte ich dann schon vorher wissen wollen. Für einen solchen Fall wäre unsere Entscheidung auch eindeutig gewesen.
Nun ist ja jeder Mensch anders. Ich fand es beruhigend, mich an den geringen rechnerischen Wahrscheinlichkeiten festzuhalten. Auch bei der Nackenfaltenmessung erhält man ja als Ergebnis eine rechnerische Wahrscheinlichkeit für Trisomie. Absolute Sicherheit gibt nur die Fruchtwasseruntersuchung und das Risiko wollte ich bei einem normal wirkenden Fötus nicht eingehen.

Im Übrigen werden bei der Feindiagnostik noch andere Parameter überprüft und da kann man dann schon noch rechtzeitig eingreifen (z.B. wenn die Nabelschnurdurchblutug besser sein könnte)

Eins noch: Ich habe mich auch im Internet informieren wollen und kann dir nur raten, sich von den Schwangeren-Foren ein bisschen fernzuhalten. Meiner Meinung nach laufen die meisten dort rum wie aufgescheuchte Hühner und machen sich gegenseitig völlig verrückt.

Dies ist nur meine Meinung und Erfahrung. Wenn du magst, kannst du mich auch anmailen, dann schau ich nochmal in meinen Unterlagen nach.

Lieben Gruß & alles Gute
kate_

3 „Gefällt mir“

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für so viele Meinungen! Hab jetzt nochmal drüber geschlafen und denk momentan dass ich keine Messung machen lasse. Hoff ich bleib jetzt auch dabei und mach mir weiterhin nicht so nen Kopf…

Denke nicht dass ich abtreiben lassen könnte und es läuft ja auch alles gut. Versuch jetzt mich zurück zu lehnen und die Schwangerschaft zu genießen.

Schöne Grüße und alles Gute für Euch!

Sunny

Denke nicht dass ich abtreiben lassen könnte und es läuft ja
auch alles gut. Versuch jetzt mich zurück zu lehnen und die
Schwangerschaft zu genießen.

Und DAS wiederum freut mich ganz besonders. Schön, dass du so gründlich über alles nachgedacht hast.

Von ganzem Herzen wünsche ich dir richtig viel Glück und Freude mit deinem Baby!!!