Zuckerlösung bei Alkoholvergiftung

Liebe WWWler,

ich habe bitte folgende medizinische Frage: Hat das Verabreichen einer Zuckerlösung bei Alkoholvergiftungen eigentlich einen medizinischen Sinn oder wird es gemacht, um den Patienten möglichst heftige Kopfschmerzen zu bescheren?

Zum Hintergrund der Frage: Als ich meinen Zivildienst als Rettungshelfer beim DRK absolvierte, hatten wir einen Notarzt, der bei vollalkoholisierten Jugendlichen grundsätzliche eine Zuckerlösung per Zugang verabreichte und es damit begründete, die Trunkenbolde würden somit extreme Kopfschmerzen bekommen und sich das mit dem Trinken künftig noch einmal überlegen. Ist das wirklich so oder steckt da noch mehr dahinter?

Danke und Gruß,

Matt

Hi Matt!

Alkohol hemmt die körpereigene Zuckerbildung = Gluconeogenese, so daß bei dem Alkoholvergifteten Patienten eine Hypoglykämie entstehen kann. Außerdem besteht durch die erhöhte Wasserausscheidung ein Flüssigkeitsdefizit.

Theoretisch könnte es auch mal sein, daß ein Patient komatös ist, als Diabetiker unterzuckert ist, aber für alkoholisiert gehalten wird, auch wenn sich das natürlich leicht messen läßt. Ist man dann leichtfertig und sagt: „Schmeiß die Schnapsleiche mal ins Eck, morgen geht’s schon wieder!“ Ist der Pat. dann wahrscheinlich tot.

Gruß
Peter