Hoffe ein Medikus, Bestatter oder ei anderer Wissender kann die Frage beantworten:
Mein Jüngster brachte aus der Schule das Gerücht mit, dass sich bei manchen toten Menschen die Areme nach einger Zeit heben (wie beim „Hände hoch“), angeblich Totentreflex genannt. Ich kann mir das nicht vorstellen und wenn es so wäre, schon gar nicht erklären.
w.w.w?
Grüße von Allu
Hallo,
unmittelbar nach dem Tod können tatsächlich noch schwache Reflexe vorhanden sein. Da reden wir aber von Minuten nach dem Tod, solange noch Sauerstoff und Energie in der Peripherie vorhanden sind.
Später kommt es durch chemische Reaktionen zur Versteifung und dann wieder Erschlaffung der Muskulatur. Da die Muskeln unterschiedlich ausgeprägt sind, können dadurch auch noch kleine Verlagerungen ausgelöst werden. Z. B. sind die Beugemuskeln am Arm i. d. R. ausgeprägter als die Streckmuskeln, so dass sich im Zweifelsfall diese Muskeln „durchsetzen“. Das ergiebt dann aber nur ganz langsame und geringfügige Bewegungen und kein „Hände über den Kopf“.
Im medizinischen Sinne sind das auch keine Reflexe.
Auch kommt es vor, dass sich im Bauchraum Gase sammeln und diesen aufblähen. Dann können schon mal die Hände wenn sie darauf liegen plötzlich herunterrutschen.
Gruß
Werner
Hallo,
man sollte besser aufpassen beim Filme sehen und besonders die liegenden Drähte am Boden nicht übersehen. Bei frisch Verstorbenen lassen sich durch Stromimpulse noch Muskelbewegungen auslösen.
Gruß Kerstin
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Hi,
Hoffe ein Medikus, Bestatter oder ei anderer Wissender kann
die Frage beantworten:
Mein Jüngster brachte aus der Schule das Gerücht mit, dass
sich bei manchen toten Menschen die Areme nach einger Zeit
heben (wie beim „Hände hoch“), angeblich Totentreflex genannt.
Ich kann mir das nicht vorstellen und wenn es so wäre, schon
gar nicht erklären.
ich denke, dass es sich tatsächlich um ein gerücht handelt. Bei dem, was „die jüngsten“ mit aus der schule bringen, muss man natürlich noch die „zudichtung durch missverstehen“ subtrahieren. In so einer schule entstehen manchmal in kürzester zeit mythen durch mündliche überlieferung, die woanders jahre gebraucht hätten.
Tatsächlich gibt es nach eintreten des todes für eine gewisse zeit noch reaktionen, die man (fälschlich) durchaus für reflexe halten kann. Vor 100 Jahren dachte man dann noch jemand sei „scheintod“. Echte reflexe können das aber natürlich niemals sein. Daher spricht man von sog. „supravitalen reflexen“. Hierzu zählt das zusammenziehen der pupille bei einbringen von kokain-lösung ins auge oder aber der „idiomuskuläre wulst“ beim schlag mit dem reflexhammer auf den oberschenkel oder den bizeps, wodurch ein wulst ensteht, der wie eine kontraktion aussieht.
Das was der beschreibung deines sohnes am nächsten käme ist die sog. „fechterstellung“.
Bei verbrennungsopfern kann es durch schrumpfung (bedingt durch die hitzeeinwirkung und den resultierenden wasserverlust) zu einer haltung kommen, die wie ein fechter imponiert. Hierbei handelt es sich dann aber eher um eine „echte“ verbiegung als um einen reflex. Ähnlich einem feuchten ast, den man ans lagerfeuer legt.
Das ist aber schon fast eine rarität und gehört wohl eher in den kreis der lehrbuch-relikte…
Ich hoffe ich konnte etwas zur klärung beitragen. Völlig falsch war der bericht deines sohnes aber dennoch nicht. Gerade um die zeit nach eintreten des todes ranken sich eine menge mythen, die nicht nur bei kindern überlebt haben. Denk nur mal an das wachstum des bartes bei toten…
Schönes WE
LG Alex:smile:
sich bei manchen toten Menschen die Areme nach einger Zeit
heben (wie beim „Hände hoch“), angeblich Totentreflex genannt.
Unter bestimmten Umständen, führen Verwesunggase, die im Gewebe eingeschlossen sind, zu solchen Effekten. Ob sie aber in der Lage sind einen Arm so weit zu heben, wie Du es beschreibst, weiß ich auch nicht.
Mir wurde dieses Gerücht als Kind in der Form erzählt, dass „Ermordeten die Hände aus dem Grab wachsen“. Erklärung ist, dass Ermordete von den Tätern in der Regel nur verscharrt werden und die Arme, gasgefüllt, dann an die Oberfläche heben.