Komische Hautkrankheit

Hallo ihr Lieben!

Mein Bruder (21) hat seit über einem Jahr eine schwere Hautkrankheit und ich wüsste gern, worum es sich handelt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Vorweg muss ich sagen dass er sich momentan nicht in ärztlicher Behandlung befindet, da er zudem depressiv ist und Panikattacken hat… :o(

Hier eine Beschreibung der Krankheit: Unter den Armen (Achselhöhlen) und am Unterbauch treten immer wieder stark entzündte Knubbel (Zysten?) auf, die aufplatzen und eitern. Mein Bruder hat oft Fieber und starke Schmerzen. Die Ausbrüche sind alle 2 - 3 Wochen, dazwischen ist es nicht so schlimm. Der ganze Unterbauch scheint allerdings laut Aussagen seiner Freundin eine einzige Wunde zu sein, sehr unangenehm!

Kann es sich um eine hormonelle Sache handeln? Treten die entzündeten Knubbel aus einem bestimmten Grund an der Stelle auf, wo viele Lymphknoten sind?

Bitte ratet mir jetzt nicht, ihn zum Arzt zu schicken, das muss er wirklich selber schaffen! Was mich nur besorgt: Er hat von einem Arzt (einmal hat er es geschafft hinzugehen, als die Depressionen nicht so schlimm waren) ein Langzeitantibiotikum verschrieben bekommen, das aber anscheinend überhaupt nicht anschlägt!!! Er bekommt trotzdem Fieber und Entzündungen! Wie kann das sein?

Hat irgendjemand eine Idee/ Rat/ Trost für eine besorgte Schwester?

Liebe Grüße, Schmusedecke

Hallo Schmusedecke,

Bitte ratet mir jetzt nicht, ihn zum Arzt zu schicken, das
muss er wirklich selber schaffen!

Das wird er nicht.
Meine Meinung: Ein (von vermutlich mehreren) physisches Problem aufgrund eines (oder mehrerer) psychischer Probleme.
Ich würde dir raten, zuerst mit deinem Bruder einen Psychologen/Psychiater, evtl. auch Drogenberatung (das müsstest du einschätzen können) aufzusuchen. Die werden auch entsprechende Maßnahmen bezüglich der sichtbaren Symptome ergreifen (Überweisung etc.)
Es wird schwierig sein, entsprechend kompetente und vertrauenswürdige Mediziner zu finden. Vielleicht weiß hier im Forum noch jemand Rat aus eigener Erfahrung.
Du solltest aber auf jeden Fall mitwirken, da weder dein Bruder noch seine Freundin offensichtlich durchsetzungs- und urteilsfähig sind.
So wie du die Lage schilderst, ist rasche und längerfristige Hilfe angesagt.
Grüße
BW

Mein Bruder (21) hat seit über einem Jahr eine schwere
Hautkrankheit und ich wüsste gern, worum es sich handelt und
welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Vorweg muss ich sagen
dass er sich momentan nicht in ärztlicher Behandlung befindet,
da er zudem depressiv ist und Panikattacken hat… :o(

Hier eine Beschreibung der Krankheit: Unter den Armen
(Achselhöhlen) und am Unterbauch treten immer wieder stark
entzündte Knubbel (Zysten?) auf, die aufplatzen und eitern.
Mein Bruder hat oft Fieber und starke Schmerzen. Die Ausbrüche
sind alle 2 - 3 Wochen, dazwischen ist es nicht so schlimm.
Der ganze Unterbauch scheint allerdings laut Aussagen seiner
Freundin eine einzige Wunde zu sein, sehr unangenehm!

Kann es sich um eine hormonelle Sache handeln? Treten die
entzündeten Knubbel aus einem bestimmten Grund an der Stelle
auf, wo viele Lymphknoten sind?

Bitte ratet mir jetzt nicht, ihn zum Arzt zu schicken, das
muss er wirklich selber schaffen! Was mich nur besorgt: Er hat
von einem Arzt (einmal hat er es geschafft hinzugehen, als die
Depressionen nicht so schlimm waren) ein Langzeitantibiotikum
verschrieben bekommen, das aber anscheinend überhaupt nicht
anschlägt!!! Er bekommt trotzdem Fieber und Entzündungen! Wie
kann das sein?

Hat irgendjemand eine Idee/ Rat/ Trost für eine besorgte
Schwester?

Liebe Grüße, Schmusedecke

Hallo Schmusedecke,

wenn es sich um stark juckende bis schmerzende, wässrig gefüllte Bläschen handelt, könnte es sich um ein Herpesvirus handeln - Herpes geht gern mit psychischen Problemen oder auch körperlichen Schwächephasen einher.
Herpes selbst ist nicht richtig wegzukriegen (ein Virus, das sich prima im Zentralnerensysthem verstecken kann), aber es gibt gute Salben dagegen.
Allerdings ist Herpes in solchem Ausmaß recht schmerzhaft - kann mir kaum vorstellen, dass Dein Bruder das einfach hinnimmt, ohne zum Arzt zu gehen.
Auf jeden Fall ist angesichts der Tatsache, dass er trotz dieser Probleme nicht zum Arzt geht, schon ein Grund zum Psychologen zu gehen - was er verm. ebensowenig tut.
Dumme Situation.

Gruß, Anne

Gruß, Anne

wässrig
gefüllte Bläschen handelt, könnte es sich um ein Herpesvirus
handeln

Gruß, Anne

Gruß, Anne

Und das meinst Du jetzt im Ernst ?

Hallo Schmusedecke,

bei der von Dir geschilderten Hautkrankheit habe ich spontan an Krätze (der Mediziner spricht von Scabies oder Skabies) gedacht. Das ist ein Befall von einer bestimmten Milben-Art, die weiblichen Milben bohren sich einen kleinen Gang in die Haut, in dem sie dann ihre Eier ablegen. Das, was juckt, ist vor allem die Kacke von diesen Milben. Daher kann das Jucken auch nach dem Absterben der Milben noch lange anhalten, da sie in den Gängen zurückbleibt. Das Jucken ist insbesondere nachts in der Bettwärme ganz schlimm.

Krätze ist hochansteckend. Wenn also die Freundin Deines Bruders mit ihm ein Bett teilt, hat sie gute Chancen, auch befallen zu werden. Aber davon schreibst Du nichts.

Dass die Anfälle alle 3 Wochen auftauchen paßt auch gut dazu, da eine Generation von Krätzmilben genau 3 Wochen braucht, um zu schlüpfen. Daher merken die meisten Menschen auch erst Wochen nach der Infektion, dass sie überhaupt befallen wurden. Ich selber habe mir letzten Sommer die Krätze eingehandelt: und zwar dadurch, dass ich in einem Klamotten-Discounter im Hochsommer Kleidung anprobiert habe. Auch Leute, die mit vielen Menschen im Engen Kontakt stehen (Erzieher, Lehrer, Street-Worker, Sozialpädagogen…) sind häufiger daran erkrankt.
Früher war Krätze ein Synonym für ungepflegte Leute, aber ebenso wie bei einem Befall von Läusen kann auch der sauberste Mensch einfach mal Pech haben…

Behandeln läßt sich die Krätze nur durch hochgiftige Mittelchen, die verschreibungspflichtig sind.

Wenn man erstmal eine durch Krätze geschädigte Haut hat, sind Tor und Tür geöffnet für weitere Infektionen, z.B. durch Bakterien (Sekundärinfektion).

Aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten… die Haut Deines Bruders müsste natürlich am besten von einem Dermatologen begutachtet werden. Der würde dann auch eventuell eine Probe entnehmen und im Labor untersuchen lassen.

Aber damit sind wir beim nächsten Problem: Arztbesuch.

Schon wieder fühle ich mich an meine eigene Vergangenheit erinnert, denn ich hatte vor gut 10 Jahren gaaanz schlimme Neurodermitis und bin auch gerade da, wo der Ausschlag am schlimmsten war, NICHT zum Arzt gegangen. Ich habe dafür auch keinen triftigen Grund, und für Nicht-Betroffene klingt das unlogisch und bescheuert. Liegt es doch am nahesten, gerade dann endlich mal zum Doc zu gehen. Rückblickend würde ich sagen, dass auch ich in einer handfesten Depression gesteckt habe, denn ich habe auch mein Studium, Freunde, Familie und insbesondere mich selbst damals total vernachlässigt. Aber genau das macht ja schließlich eine Depression aus!

Eine Sozialpädagogin, die mit meiner Mutter befreundet ist, riet meiner besorgten Mutter damals: „Wenn Deine Tochter keine Hilfe sucht, geht es ihr auch noch nicht schlecht genug!“

Was für ein gefährlicher Unsinn!!!

Depressionen zeichnen sich dadurch aus, dass der Betroffene ANTRIEBSLOS ist. Im Volksmund nenne viele eine Traurigkeit oder schlechte Laune „Depression“. Aber so ist es eigentlich nicht. Wer traurig oder wütend ist, hat wenigstens noch Emotionen und Kraft. Der Depressive aber lässt sich hängen, verweigert sich, macht nix, kommt nicht aus dem Bett oder mit dem Arsch vors Haus. Er hat auch oft keine Meinung mehr zu irgendwelchen Themen und insbesondere nicht über sich selbst, ist von Minderwertigkeitskomplexen geplagt und hat vielleicht sogar unbewußt die Haltung, dass er gar nicht das Recht habe, die Zeit und Aufmerksamkeit eines Arztes in Anspruch zu nehmen. Ich weiß, wovon ich rede!

Außerdem fehlt dem Depressiven Menschen oft ein gutes Maß an Resilienz, also die Fähigkeit, sich selber wieder am eigenen Schopfe aus dem Dreck zu ziehen, sich zu regenerieren und einen Schicksalsschlag zu überwinden.

Vielleicht steckt Dein Bruder in einem Teufelskreis, aus dem er sich selbst nicht mehr befreien kann.

Ich bin kein Psychologe, aber wenn Du die Kraft dazu hast würde ich Dir raten, Deinen Bruder im wahrsten Sinne des Wortes „an die Hand zu nehmen“, und ihm den Weg zur Lösung so weit wie möglich vorzubereiten und ihn dabei zu begleiten. Er wird es wahrscheinlich so bald nicht von alleine schaffen. Ohne Dir unnötig Angst machen zu wollen, möchte ich auch auf die bei Depressionen oft vorhandene Suizidgefahr hinweisen. Oftmals ist es die letzte Handlung eines sonst so antriebslosen, depressiven Menschen, dem ganzen ein Ende zu setzen. Sozusagen ein letztes Mobilisieren der Kräfte. Das klingt jetzt sehr theatralisch, aber so ist das eben bei einer Depression. (Nicht immer, klar, die Menschen sind auch in ihrer Depression verschieden, aber die Gefahr besteht.)

Im Einzelnen meine ich:

  • kau Deinem Bruder den Arztbesuch vor. Ruf einen Dermatologen an, versuch, mit ihm direkt zu sprechen und nicht nur mit der Arzthelferin. Erklär ihm das Problem. Wenn Du den Arzt schon mal gesprochen hast, kannst Du Deinem Bruder den Arztbesuch auch besser schmackhaft machen. Vielleicht hat der Arzt auch einen Tip für Dich. Mach bei der Arzthelferin einen Termin aus, an dem Du Deinen Bruder begleiten kannst. Je nachdem, wie Dein Bruder drauf ist, vielleicht schämt er sich ja, kannst Du vor der Praxis oder im Wartezimmer auf ihn warten, oder auch mit ins Untersuchungszimmer rein kommen. (Meine beste Freundin hat sich mal eingeredet, sie hätte Hautkrebs am Bein und hat sich vor Angst vor der Diagnose nicht zum Arzt getraut. Ich hab damals auch einfach den Termin für sie gemacht, ihr erklärt, dass man bei einer frühen Diagnose auch am ehesten noch helfen kann, habe sie abgeholt und im Wartezimmer auf sie gewartet. Und sie kam völlig erleichtert aus dem Behandlungsraum und hatte nur einen normalen Leberfleck. :smile: )

  • Rede mit Deinem Bruder. Frag ihn nicht groß, OB er dahin will, denn dann könnte er nein sagen, sondern erklär ihm, WARUM er jetzt dahin geht. „Du möchtest doch, dass der Ausschlag verschwindet.“ Laß keine Ausreden gelten, sondern biete ihm an „nach dem Arztbesuch kannst Du mir sagen, wie der Arzt so war. Vorurteile zählen nicht.“ „Ich verstehe, dass Dir bei dem Gedanken unwohl ist (Panik/Angst respektieren!). Ich komme ja mit und unterstütze Dich. Der Arzt macht auf mich einen sympathischen Eindruck. Hinterher werden wir mehr wissen. Er kann Dir bestimmt helfen.“ „Stell Dir mal vor, Du wachst morgens auf und der Ausschlag ist nur noch kaum zu sehen. Was das für ein schönes Gefühl wird!“ = Perspektiven schaffen!

  • Geh Du selber zu einem Psychologen / Psychotherapeuten und schilder ihm/ihr die Lage. Hol Dir zuvor die Überweisung von Deinem Hausarzt. Zum einen leidest Du selber unter der Situation, und zum anderen kennen Psychologen diese verzwickte Situation, dass der eigentliche Patient nicht von selber kommt. Der Therapeut hat Erfahrung mit der Situation und kann Dir sagen, wie und ob Du Deinem Bruder helfen kannst bzw. mit welchen Mitteln Du ihn zum Therapeuten kriegst. Also wie man es anpacken muss. Die Betreuung durch einen Psychologen halte ich für Deinen Bruder für sehr wichtig, denn Familienangehörige kennen den Patienten zwar am besten, sind aber als Therapeuten meistens gerade wegen der besonderen Nähe ungeeignet. Ein Therapeut, der etwas „entfernter“ von Deinem Bruder ist, ist als Berater und Helfer besser geeignet. Von ihm wird Dein Bruder vermutlich auch besser Hilfe annehmen können, als von seiner großen Schwester.

  • Sei für Deinen Bruder da und mach Dir ruhig Gedanken um ihn, hilf ihm, aber verlier dabei Dich selbst nicht aus den Augen. Beachte Deine eigenen Grenzen und verlier Dich nicht im Helfer-Syndrom. Wenn Du mal selber total fertig bist, brauchst Du auch mal nicht ans Telefon zu gehen oder darfst Du auch ruhig mal die Schnauze voll haben. Ein Helfer, der selber zugrunde geht, ist auch kein guter Helfer mehr. :wink:

Jemand, der depressiv ist, weiß meistens selbst nicht mehr, was er will. Dann müssen andere für eine Weile die Entscheidungen für ihn treffen. Auf der anderen Seite mußt Du aufpassen, dass Du Deinen Bruder nicht wie ein Kind behandelst oder als wenn er völlig verblödet wäre. Das ist eine Gratwanderung, aber als Sozialpädagogin wirst Du das schaffen. :smile:

Hey Schmusedecke, nochwas: ich finde Du bist ein super Schwesterli. *drück*. Dein Bruder kann froh sein, Dich zu haben! :smile:

Wünsche Euch alles Gute!!!

Biddel

(und wenn Du magst, schreib mir doch, wie´s so läuft.)

Gruß Steffi,

bei der von Dir geschilderten Hautkrankheit habe ich spontan
an Krätze (der Mediziner spricht von Scabies oder Skabies)
gedacht.

Ich auch.
Ist zwar heutzutage selten, darum denkt man nicht gleich daran, aber man sollte es mal abchecken lassen.

Gruß Steffi

Hallo Schmusedecke,

wenn es sich um stark juckende bis schmerzende, wässrig
gefüllte Bläschen handelt,

Na ja wässrig gefüllt eben nicht. Es scheint schon richitig dickflüssiger Eiter zu sein :o(

könnte es sich um ein Herpesvirus

handeln - Herpes geht gern mit psychischen Problemen oder auch
körperlichen Schwächephasen einher.
Herpes selbst ist nicht richtig wegzukriegen (ein Virus, das
sich prima im Zentralnerensysthem verstecken kann), aber es
gibt gute Salben dagegen.
Allerdings ist Herpes in solchem Ausmaß recht schmerzhaft -
kann mir kaum vorstellen, dass Dein Bruder das einfach
hinnimmt, ohne zum Arzt zu gehen.

Doch denn das gehört zur Depression dazu! Er hat oft solche Schmerzen und Fieber dass er nicht aus dem Haus kann, geht aber trotzdem nicht zum Arzt!

Auf jeden Fall ist angesichts der Tatsache, dass er trotz
dieser Probleme nicht zum Arzt geht, schon ein Grund zum
Psychologen zu gehen - was er verm. ebensowenig tut.

Er war kurzfristig in Psychatrien, in psychologischer Behandlung und hat einen „Betreuer“ vom Amt. Leider ist oft auch die Krankenkasse ein Hindernis und er bekommt keine Therapiestunden verschrieben obwohl er sie dringend braucht. Und wenn er dann welche hat, lässt er sie verfallen *verzweifel*

Dumme Situation.

Gruß, Anne

Gruß, Anne

Huii so eine lange - und liebe! - Antwort :o) Danke Biddel!

Dass mit der Krätze klingt ja völlig neu für mich, ob das wirklich zu den Symptomen meines Bruders passt?!? Aber danke, ich werde mal googeln, ob mir das bekannt vorkommt. Mein Bruder leidet allerdings schon seit einem guten Jahr daran und seine Freundin hat sich trotz engem Kontakt (sie verbindet auch die Wunden am Unterbauch) nie angesteckt. Außerdem hat meine Mutter auch eine Zeit lang solche Beulen unter dem Arm gehabt und diese wurden wegoperiert! Also vielleicht eine vererbbare Sache?!?

Was du zu den Depressionen schreibst (die bei meinem Bruder psychiatrisch diagnostiziert sind!!!) stimmt für mich völlig!

Wer traurig oder wütend ist, hat wenigstens noch

Emotionen und Kraft. Der Depressive aber lässt sich hängen,
verweigert sich, macht nix, kommt nicht aus dem Bett oder mit
dem Arsch vors Haus. Er hat auch oft keine Meinung mehr zu
irgendwelchen Themen und insbesondere nicht über sich selbst,
ist von Minderwertigkeitskomplexen geplagt und hat vielleicht
sogar unbewußt die Haltung, dass er gar nicht das Recht habe,
die Zeit und Aufmerksamkeit eines Arztes in Anspruch zu
nehmen.
Außerdem fehlt dem Depressiven Menschen oft ein gutes Maß an
Resilienz, also die Fähigkeit, sich selber wieder am eigenen
Schopfe aus dem Dreck zu ziehen, sich zu regenerieren und
einen Schicksalsschlag zu überwinden.
Vielleicht steckt Dein Bruder in einem Teufelskreis, aus dem
er sich selbst nicht mehr befreien kann.

Ich bin kein Psychologe, aber wenn Du die Kraft dazu hast
würde ich Dir raten, Deinen Bruder im wahrsten Sinne des
Wortes „an die Hand zu nehmen“, und ihm den Weg zur Lösung so
weit wie möglich vorzubereiten und ihn dabei zu begleiten.

Auch hier stimme ich dir zu, das er es nicht alleine schafft, aber unser wirklich super Verhältnis ist im Laufe seiner Depression schlechter geworden. Ich bin ein sehr bemutternder Typ und habe es manchmal wohl übertrieben, so dass er nun jegliche Hilfe (auch z.B. in beruflicher Sicht, Ausbildung finden etc.) fast komplett ablehnt :o(

Ohne Dir unnötig Angst machen zu wollen, möchte ich auch auf
die bei Depressionen oft vorhandene Suizidgefahr hinweisen.

Das ist liebm, aber diese Phase haben wir glücklicherweise erstmal überstanden ;o)

  • kau Deinem Bruder den Arztbesuch vor.

Das mach ich auf jeden Fall!

Mach bei der Arzthelferin einen Termin

aus, an dem Du Deinen Bruder begleiten kannst.

Das wäre schon wieder zu viel *seufz* Das muss er alleine schaffen, ich kann es ihm nur immer wieder raten. Sonst beschneide ich ihn zu sehr, das macht es meistens nur noch schlimmer…

Geh Du selber zu einem Psychologen / Psychotherapeuten und

schilder ihm/ihr die Lage. Hol Dir zuvor die Überweisung von
Deinem Hausarzt. Zum einen leidest Du selber unter der
Situation, und zum anderen kennen Psychologen diese verzwickte
Situation, dass der eigentliche Patient nicht von selber
kommt. Der Therapeut hat Erfahrung mit der Situation und kann
Dir sagen, wie und ob Du Deinem Bruder helfen kannst bzw. mit
welchen Mitteln Du ihn zum Therapeuten kriegst.

Du wirst lachen, meine ganze Familie hat inzwischen auch den Wunsch, zu einem Therapeuten zu gehen! Es ist schon echt schlauchend, aber ein bisschen schaffen wir es inzwischen auch, mit der Situation umzugehen. Vor allem durch räumliche Trennung, mein Bruder ist vor 2 Jahren ausgezogen und ich lebe schon seit 5 Jahren in Italien.

Also wie man

es anpacken muss. Die Betreuung durch einen Psychologen halte
ich für Deinen Bruder für sehr wichtig, denn
Familienangehörige kennen den Patienten zwar am besten, sind
aber als Therapeuten meistens gerade wegen der besonderen Nähe
ungeeignet.

Wegen seiner Depressionen ist er natürlich normalerweise in psychologischer Behandlung, hat aber momentan Probleme mit der Krankenkasse *grummel* Auch in diese Richtung hake ich immer wieder nach, wann er wieder zur Therapie geht!

Sei für Deinen Bruder da und mach Dir ruhig Gedanken um ihn,

hilf ihm, aber verlier dabei Dich selbst nicht aus den Augen.
Beachte Deine eigenen Grenzen und verlier Dich nicht im
Helfer-Syndrom. Wenn Du mal selber total fertig bist, brauchst
Du auch mal nicht ans Telefon zu gehen oder darfst Du auch
ruhig mal die Schnauze voll haben. Ein Helfer, der selber
zugrunde geht, ist auch kein guter Helfer mehr.

Das habe ich in den letzten Jahren auch gelernt! Ich bin für meinen Bruder da und das weiß er auch :o) Und ich achte auch auf mich selbst. Das wichtigste ist aber finde ich, dass nix totgeschwiegen wird und man über alles (Ängste, Fakten, Zukunft) offen reden kann.

Jemand, der depressiv ist, weiß meistens selbst nicht mehr,
was er will. Dann müssen andere für eine Weile die
Entscheidungen für ihn treffen. Auf der anderen Seite mußt Du
aufpassen, dass Du Deinen Bruder nicht wie ein Kind behandelst
oder als wenn er völlig verblödet wäre. Das ist eine
Gratwanderung, aber als Sozialpädagogin wirst Du das schaffen.

Na ja, nur weil ich Pädagogin bin…? ;o) Ich finde für meinen Bruder ist es nun das wichtigste, wieder zu lernen allein Entscheidungen zu treffen. Er ist nunmal kein Kind mehr, wie du schreibst, sondern erwachsen und er muss sich endlich um eine Ausbildung kümmern! Leider wusste er sehr lange nicht, was er eigentlich werden möchte. Nun scheint es sich langsam in Richtung Tischler zu bewegen…

Hey Schmusedecke, nochwas: ich finde Du bist ein super
Schwesterli. *drück*. Dein Bruder kann froh sein, Dich zu
haben! :smile:

Wünsche Euch alles Gute!!!

Das tut gut zu hören und vielen Dank für deine liebe Antwort! :o))

Biddel

(und wenn Du magst, schreib mir doch, wie´s so läuft.)

Ja das kann ich gern machen :o)

Hallo Bullwinkel,

Meine Meinung: Ein (von vermutlich mehreren) physisches
Problem aufgrund eines (oder mehrerer) psychischer Probleme.

Meinst du wirklich dass die Knubbel ein psychisches Symptom sein können, dass ins körperliche konvergiert? Das kannte ich bisher zwar auch von Hautreizungen etc. aber sooo schlimm?

Ich würde dir raten, zuerst mit deinem Bruder einen
Psychologen/Psychiater, evtl. auch Drogenberatung (das
müsstest du einschätzen können) aufzusuchen.

Das Thema haben wir gottseidank abgeschlossen, von Haschisch ist er ganz weg und hat sonst nichts genommen. Mit der psychologischen Behandlung ist es nicht so einfach, hab ich ja den anderen auch schon geantwortet…

So wie du die Lage schilderst, ist rasche und längerfristige
Hilfe angesagt.

Seh ich auch so!
Liebe Grüße, Schmusedecke