Ich quäle mich gerade zur Examensvorbereitung durch die Erkrankungen des Herzens - und bin nun bei der Herzinsuffizienz hängen geblieben.
Warum zeigen sich bei einer rechtsseitigen Herzinsuffizienz Symptome wie gestaute Halsvenen, Aszites, Beinödeme… und bei der linksseitigen Symptome wie Lungenödeme, blaue Lippen und so weiter?
Sieh dir doch einfach den Blutkreislauf an:
Das Blut „für die rechte Herzhälfte“ stammt aus dem gesammten Körper, das Blut „für die linke Herzhälfte“ stammt aus der Lunge (laienhaft gesprochen).
Bei einer Herzinsuffizienz staut sich das Blut vor der betroffenen Herzhälfte. Kannst du dir nun die Symptome erklären?
P.S.:
der linksseitigen Symptome wie Lungenödeme, blaue Lippen und
so weiter?
Die blauen Lippen resultieren aus dem Lungenödem: durch das Lungenödem wird weniger Sauerstoff aufgenommen und es kommt zur Zyanose -> blaue Lippen.
Dann empfiehlt sich, nochmal das Anatomiebuch herzuholen. Grob gesagt: Das „rechte“ Herz pumpt das venöse Blut aus dem Körper in den Lungenkreislauf. Bei Pumpschwäche „staut“ sich also das Blut vor dem rechten Herzen im venösen Schenkel des Körpers.
Das „linke“ Herz pumpt das Blut aus dem Lungenkreislauf in den Körper. Bei Pumpschwäche „staut“ sich das Blut also im Lungenkreislauf, was dort zur Ödembildung führen kann mit Atemnot, Zyanose usw.
Das Blut staut zurück in die untere und obere Hohlvene, also in den großen Kreislauf.
Der Rückstau in die obere Hohlvene macht die gestauten Halsvenen und Unterzungenvenen. Die Halsvenen können auch Pulsationen aufweisen.
Der Rückstau in die untere Hohlvene führt zur Stauungsleber (Leberschwellung, Hepatomegalie)und Stauugnsniere. Staut das Blut durch die Leber hindurch kann es auch zu Stauungsgastritis und Stauungsmilz kommen.
Die Druckerhöhung in venösen System führt zu Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe. Es entwickeln sich Beinödeme, Aszites und beim liegenden Patienten auch Ödeme im Rückenbereich. Im fortgeschrittenem Stadium kann auch ein Pleuraerguß auftreten (selten, aber bei Prüfungen gern gefragt). Die Beinödeme sind symetrisch und treten am Abend auf. Nachts wenn der Herzschlag in Ruhe reduziert ist und damit der Druck in den Nieren nachläßt, bauen diese die Ödeme ab und es kommt zur Nykturie, dem nächtlichen Wasserlassen.
Linksherzinsuffizienz
Das Blut staut sich zurück in die Lunge, den kleinen Kreislauf und führt zu einer Volumenüberlastung der Lunge mit Blut. Dadurch kommt es zu einem gestörten Gasaustausch mit den Syptomen von Atemnot (Dyspnoe und Orthopnoe), Stauungsbronchitis mit Reizhusten eventuell rostbraunen Auswurf mit Herzgfehlerzellen und besonders nächtlichem Asthma cardiale. Durch den verlangsamten Blutfluß im Gewebe und zu wenig Sauerstoff inm Blut, kommt es zur Zyanose.
Der Blutauswurf des Herzens reicht nicht mehr aus um den notwendigen Filterdruck der Niere aufrecht zu erhalten. Über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System steuert die Niere dagegen und erzeut einen renalen Bluthochdruck.
Dies wiederum führt zu noch mehr Blutstau in der Lunge und durch gestörte Druckverhältnisse wiederum zum Flüssigkeitsaustritt im Gewebe. In aufrechter Haltung sammelt sich diese Flüssigkeit in den Unterfeldern der Lunge, im Liegen jedoch verteilt sich die Flüssigkeit um und des kommt zu starker Atemnot. Deshalb schlafen die Patienten mit vielen Kissen im Rücken fast im Sitzen. Auch hier kommt es zur Nyktrie durch den Abbau des Lungenödems in der Nacht.
Gruß Kerstin
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