Komplikationen bei grauen-Star-OP

Hallo Experten,

gleich noch eine Frage: mein Vater soll am grauen Star operiert werden, ist auch dringend notwendig. Das Problem ist, dass er auf dem anderen Auge eine ganz geringe Sehkraft hat, die auch nicht behandelbar ist.

Welche Komplikationen kann es bei der OP geben?

Es dankt wiedermal im voraus
der Schwabe

Hallo Schwabe,

die Katarakt-OP ist heute längst zur Routine geworden, die in den Augenkliniken gut beherrscht wird. Komplikationen gibt es kaum, ich las in der Vergangenheit etwas von 1%. Aber das betraf nicht die OP selbst, sondern Komplikationen in der Nachsorge durch postoperative Infektionen.
Der operierte Patient erhält antibiotische Augentropfen, die er sich streng nach der Uhr, also regelmäßig zum Schutz gegen Infektionen ins Auge tropfen muss (oder tropfen lassen muss). Da trotz strenger Anweisung des Personals nicht alle Patienten darin sehr zuverlässig sind oder keinen zuverlässigen Helfer haben, so kommt dann das 1% zustande. Aber auch Infektionen kann man natürlich behandeln.

Die eigene, getrübte Linse wird bei der OP durch eine Kunstlinse (IOL, Intraokularlinse) ersetzt, die gleich in der Brechkraft (Refraktion), die der Patient für die Ferne braucht, ausgewählt wird. Für die Nähe benötigt er eine Lesebrille, die man aber erst einige Wochen, nach Ausheilen und evt. Abschwellen nach OP machen lassen sollte. Für die wenigen Wochen ohne Brille empfahl der Arzt meinen Eltern nur als Übergangslösung, die Kaufhausbrille, sonst hätten sie in der Zeit nicht lesen können. In den Wochen direkt nach OP verändert sich die Brechkraft noch leicht, so dass die spätere Lesebrille noch nicht sofort ausgemessen werden sollte.

Ca. 1 Jahr nach der OP kann es wieder zu einer leichten Trübsicht kommen, weil ein Zellhäutchen über untere Linsenanteile wächst = Nachstar.
Hierfür kann ein kurzes unkompliziertes Nachlasern erforderlich werden, kein Vergleich zur OP. Dann ist die Sache gut überstanden.

Die Kunstlinsen werden seit ca. 45-50 Jahren getestet, und sie zeigen keine „Abnutzungs-/Ermüdungserscheinungen“, d. h. sie halten ewig.

Es kann mit der Kunstlinse in der Sonne zu leichter Blendempfindlichkeit kommen, was aber auch schon bei kataraktgetrübten Linsen der Fall ist.

In unserem Umkreis/Familie tragen die meisten Senioren schon ihre Kunstlinsen und sind sehr zufrieden. Meine Eltern sind froh, dass sie nun ohne Brille auskommen, nur zum Lesen brauchen sie eine.

Meine Mutter hatte vorher auch die gleiche Sorge wie jetzt Dein Vater, als ihr „gutes“ sehendes Auge operiert werden sollte. Ich konnte es gut verstehen, auch wenn nichts passieren kann, aber man macht sich eben Gedanken.

Alles Gute wünscht Renate

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Hallo Renate,

für die Antwort auch ein Sternchen von mir, da mich eine Staroperation in einigen Jahren auch betreffen wird und ich mir schon die ganze Zeit darüber Gedanken gemacht habe, und natürlich auch Angst hatte.

Vielen Dank für das „Angst nehmen“.

Liebe Grüße
Wolly