Impfungen bei Erwachsenen

Hallo,

gegen was muss man sich als Erwachsener unbedingt impfen lassen? Hab gelesen, Tetanus und Diphterie, reicht das? Und wie ist das wenn die letzten Impfungen ca. 15 bis 20 Jahre zurückliegen und man keinen Impfpass hat. Werden die Impfungen in dem Fall aufgefrischt (auch wenn letzte Impfung weit über 10 Jahre zurückliegt) oder nochmal komplett eine Grundimmunisierung?

LG
Tigerin

Hallo,

Als ich ohne Impfausweis beim Hausarzt ankam, da hat er mir die Tetanus -Impfungen nachgeholt.
Bei Frauen sind vielleicht noch die eine oder andere Impfung empfohlen.
Brustkrebs-Impfung und die Impfungen für potentiell-werdende Mütter

Und selbstverständlich die jährliche Grippeschutz-Impfung.

Gruss

Olaf

gegen was muss man sich als Erwachsener unbedingt impfen
lassen? Hab gelesen, Tetanus und Diphterie, reicht das? Und

Tetanus, Diptherie, Polio

FSME ist nicht unbedingt notwendig, wenn Du Gefahr läufst einer Zecke als Frühstück zu dienen kann es aber nix schaden!

Dazu einmal im Jahr ne Lecker Grippe.

Und eben Risikospezifisch, Urlaub und Beruf etc., was Du Dir halt da holen könntest

Servus

hi Tiger,
müssen muss man gar nicht, aber: dringend empfehlenswert:
Tetanus, Diphtherie, evtl. in Kombination mit Polio (Kinderlähmung),
weiterhin „Zecke“ (FSME) in Risikogebieten (auch, wenn Du nur als Touri hinfährtst), nicht verachtenswert: Hepatitis A und B (keine Kassenleistung, pro Impfung ca. 60 Euronen, 3 sind erforderlich), als älterer Mensch (über 60J) Pneumokokken (alle 5-6J), dann je nach Reiseziel Malaria, Japanencephalitis,Typhus; für junge Damen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (wird seit neuestem vonden meisten Kassen erstattet zwischen 9 und 17J) kostet ansonsten 3x160 Euronen.
Grundsatz: jede Impfung zählt, auch die vor Jahren
Grup synapse

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Hallo,

naja, muss gibt es bei uns nicht. Die STIKO (ständige Impfkommission am RKI) gibt aber Empfehlungen heraus.

Ja, Tetanus und Diphterie sollten regelmäßig, bis ins Alter aufgefrischt werden.
Und immer gilt: egal, wann die Grundimmunisierung (3-fach)stattgefunden hat, es bedarf nach ca. 10 Jahren (oder ggf. auch später) nur einer Auffrischimpfung (Booster)!

Es ist jedenfalls sehr gut, trotz fehlendem Impfpass, dass Du noch weißt, dass einmal eine Grundimmunisierung stattgefunden hat. Bei wiederholter Grundimmunisierung kann es nämlich zu einer Überimmunisierung kommen, wobei große, juckende Quaddeln noch das kleinere Übel darstellen. Wer wirklich nichts über seinen jeweiligen Impfstatus weiß, sollte lieber vorher die entsprechenden Antikörper austesten lassen, auch wenn man das selber zahlen muss.

Ein Polio-Impfschutz ist bei Reisen in 3. Weltländer immer noch empfehlenswert. Die STIKO sagt aber auch, wer bereits 4x in seinem Leben gegen Polio geimpft wurde, gilt als ausreichend immunisiert.

Wer gerne Urlaubsreisen unternimmt, der sollte sich gegen Hepatitis A (orale Übertragung über Nahrung, Wasser) impfen lassen. Das gilt schon für den Mittelmeerraum. (Grundimmunisierung 2-fach), hält ca. 10 Jahre vor.
Reiseimpfungen zahlt man selber.

Hepatitis B Impfung wird mittlerweile bis zum 18.Lj. von den Krankenkassen übernommen, später zahlt man selbst. Übertragungswege: über Körperflüssigkeiten. Vorsicht auch bei Piercings oder Tätowierungen in 3. Weltländern!
(Grundimmunisierung: 3-fach, gibt es auch als Kombinationsimpfstoff mit Hep A, z. B. Twinrix)
Hier spricht man bei einem entsprechenden Impftiter von einem lebenslangen Schutz, der nicht mehr zwingend aufgefrischt werden muss, wenn man nicht zu den besonders gefährdeten Personen gehört (Nadelstichverletzungen, Dialysepat., usw)

Wer in Süddeutschland oder Kärnten, usw. wohnt oder Urlaub macht, sollte sich noch gegen FSME impfen lassen.

Die jährliche Grippeschutzimpfung wird empfohlen, generell für Menschen, die über 60 sind, oder Menschen mit chronischen Erkrankungen, besonders der Atemwege, Herz und für Leute, die regen Publikumsverkehr haben, bzw., die mit vielen Menschen zusammen kommen (Lehrer, med. Personal, usw.)

Gruß, Renate

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Überprüfung?
Hallo Renate,

Es ist jedenfalls sehr gut, trotz fehlendem Impfpass, dass Du
noch weißt, dass einmal eine Grundimmunisierung stattgefunden
hat. Bei wiederholter Grundimmunisierung kann es nämlich zu
einer Überimmunisierung kommen, wobei große, juckende Quaddeln
noch das kleinere Übel darstellen. Wer wirklich nichts über
seinen jeweiligen Impfstatus weiß, sollte lieber vorher die
entsprechenden Antikörper austesten lassen, auch wenn man das
selber zahlen muss.

ist wahrscheinlich eine blöde Frage, aber ist es für den Arzt nicht ein Problem, sich allein darauf zu verlassen, dass der Patient sagt, eine Grundimmunisierung hat stattgefunden? Wie dokumentiert er das in einem neuen Impfpass?

Wenn so ein Antikörper-Test ja nicht Kassenleistung ist und das Geld beim Patient auch nicht da ist, verbleibt da beim Arzt nicht ein ungutes Gefühl, dass er eventuell doch eine Auffrischung macht, wo eine Grundimmunisierung nötig gewesen wäre?

Viele Grüße

Felix

Hallo Felix,

die endgültige Entscheidung liegt eben beim Patienten selbst. Der Arzt kann ihm zu einem Procedere raten, dies oder das empfehlen. Der Patient nimmt den Rat an oder er tut es nicht.

Wenn einer kommt und mit Sicherheit verkündet, dass er seinen Impfpass verloren hat oder er hat mehrere Pässe und findet sie nicht alle, erklärt aber überzeugend, dass er nur die Auffrischimpfung xy benötigt, dann wird man dem Wunsch natürlich genau so entsprechen und ihm dies in einem vorhandenen oder sonst neuen Impfpass dokumentieren.
Ich gehe mal davon aus, dass kein Arzt einem Patienten eine 3-fach Impfung anrät, weil er ihm nicht glaubt dass er die Grundimmunisierung hat, das wäre paradox und gefährlich.

Wurde der Patient gar in der gleichen Praxis geimpft, hat er große Chancen, dass dies in seinen Praxisunterlagen (damals noch ohne PC) vermerkt ist und nachgetragen werden kann.
Mein Sohn hatte beispielsweise seinen Ausweis beim Impftermin vergessen. Ein paar Jahre später habe ich die Pässe der Familie durchgesehen und die Arzthelferin des Hausarztes konnte aufgrund ihrer Unterlagen auch die alte Impfung nachtragen.
Im neuen Impfpass wird nur die Impfung eingetragen, die auch aktuell erfolgte. Ausnahme: Der alte Pass wurde verloren und die Arzthelferin kann die ehemals in der Praxis erfolgten Impfungen noch ausfindig machen und in den Pass eintragen.

Gruß, Renate

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danke Euch!!
Danke für Eure aussagekräftigen Antworten!! :o)

Tigerin

Hallo!

Brustkrebs-Impfung und die Impfungen für potentiell-werdende
Mütter

Impfungen gegen Brustkrebs wären mir neu. Beim Menschen werden nur relativ wenige Tumore mit Infektionen in Verbindung gebracht. Mäuse übertragen (auf Mäuse) ein Virus, das Mammakarzinome auslösen kann, den Murine Mammary Tumor Virus MMTV. Für Menschen ist sowas unbekannt. Du beziehst dich wohl auf den neuen Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs, der gegen einige Pappliomvirenstämme (HPV) schützt.

Gruß, Stefan