Hallo, Ihr Wissenden!
Im Rahmen meiner Magisterarbeit über Arzt-Patienten-Kommunikation suche ich natürlich ganz viel Literatur zum Thema. Ich will Interviews mit angehenden Ärzten durchführen, in denen ich Szenarien entwerfe, vergleichbar mit Kohlbergschen Dilemmasituationen. Die Interviewpartner sollen dann ihr kommunikatives Vorgehen beschreiben. Damit versuche ich, herauszufinden, an welchen Punkten den Kommunikation es eventuell „hapert“ und wo Weiterbildungsbedarf besteht.
Da ich Erziehungswissenschaften studiere, habe ich allerdings nur ganz wenig Ahnung von Medizin und der dortigen „scientific community“
!
Daher meine Frage an Euch: Welches sind die „einschlägigen“, sprich renommierten medizinischen Zeitschriften, in denen Artikel über bereits erfolgte Förderungsprogramme zur Förderung kommunikativer Kompetenzen bei Ärzten und Medizinstudenten am ehesten erscheinen würden (sowohl deutschsprachig als auch international)?
Ich habe zu dem Thema schon gefühlte hundert Bücher zuhause liegen und auch schon einiges aus dem Netz ausgedruckt, allerdings fehlt mir noch ein bißchen die Orientierung.
Über Literaturtipps/weblinks oder Angaben von aktuellen Forschungsprojekten zu dem Thema wäre ich überaus dankbar!
Schon mal vielen Dank im Voraus und beste Grüße,
Smiri
Hallo Smiri
Am Intensivsten und imho Effektivsten bschäftigen sich die Balint-Gruppen mit der Arzt-Patienten-Beziehung und der Arzt-Patienten-Kommunikation.
Es gibt unter uns Ärzten für Psych-Fachärzte die Möglochkeite, sich zum Balint-Gruppen-Leiter ausbilden zu lassen. Balint-Gruppen treffen sich regelmäßig, wobei dann einer in der Runde eine Problematik schildert, die er mit einem Patienten hatte. Die anderen Ärzte arbeiten dann uner Leitung des Balint-Gruppen-Leiters an dem Problem, wobei sie insbesondere auf ihre Gefühle und Phantasien achten. Also eine Art Tätigkeit, die im Medizin-Studium noch nicht gelernt oder gefördert wurde.
Ich empfehle Dir als Einstieg Bücher von Michael Balint.
Gruß,
Branden
Hallo, Branden!
Stimmt, jetzt, wo Du es erwähnst…Die Psychologin, die in dem Projekt mitarbeitet, hat auch etwas mit Balintgruppen zu tun.
Ein Rechercheanhaltspunkt mehr auf meiner Liste
!
Vielen Dank und schönen Abend noch,
Smiri
Hallo Smiri,
ich hatte kürzlich ein intensives Gespräch genau zu diesem Thema mit einem Professor (Arzt) in München, der seine Studenten auch in der Arzt-Patienten-Kommunikation ausbildet und dies ebenfalls als Teil der Prüfung dran nimmt. Ihm ist dieses Thema ausgesprochen wichtig! Er ist auch immer auf der Suche nach sogenannten „Standardisierten Patienten“ (also gesunde Menschen, die sozusagen als Pseudo-Patienten den werdenden Ärzten zu Übungs-Kommunikations-Zwecken dienen und später Feedback über das jeweilige Arzt-Patienten-Gespräch geben).
Ich bin mir sicher, dass er Dir gerne weiterhilft, Dich sicherlich auch mit seinen Studenten sprechen lassen wird und garantiert auch entsprechende Studien zum Thema hat. :o)
Kontakt kannst Du mit ihm hier aufnehmen:
http://www.lmu-hmi-allianz.de/de/trainingskurs_fuer_…
Liebe Grüße
und toi, toi, toi
Stefanie
Hallo Smiri,
Über Literaturtipps/weblinks oder Angaben von aktuellen
Forschungsprojekten zu dem Thema wäre ich überaus dankbar!
Versuche mal die Patientenbeauftragte der Bundesregierung zu kontaktieren, Helga Kühn-Mengel.
Ich glaube die Frau kann Dir auch weiterhelfen
Gruß Bernd