Hilfe für krebskrankes Kind aus Peru

Hallo ihr Experten,

ich habe einen Freund in Peru, dessen Neffe an Leukämie erkrankt ist. Die medizinischen Hilfen in Peru sind laut seiner Mails ausgeschöpft. Er hofft nun auf eine Behandlung in Deutschland. Laut Information einer Uniklinik, mit der ich bereits Kontakt aufgenommen habe, ist eine Behandlung von ausländischen Kindern nur möglich, wenn die gesamten Behandlungskosten im Voraus bezahlt werden. Dazu ist die peruanische Familie aber nicht in der Lage. Da ich mich mit diesem Thema Gott sei Dank noch nie befassen musste, wende ich mich nun an euch, da ich keine andere Idee habe, an wen ich mich wenden könnte.

Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

Nixchecker

http://www.aerztederwelt.org

Die haben überall auf der Welt Einsätze und Projekte…Vielleicht können die wenigstens durch Kampagnen etc was bewirken…

Gut betuchte Leute, die nicht wissen was sie mit ihrem Geld machen sollen gibts ja genug.Vielleicht kann man was bewegen…

gruss

Frage: Wieviel würde das denn kosten?

gruss

Hallo!

und um welche Erkrankung handelt es sich denn?
Es gibt ja durchaus auch Vereine für die Bekämpfung einzelner Leukämien. Die könnten einen eventuell vermitteln.

Gruß, Stefan

Hallo,

dieses Problem kenne ich von der russischen Seite aus, da es dort ebenfalls viele krebskranke Kinder gibt, die auf eine Behandlung in Deutschland angewiesen sind. Mittlerweile gibt es in Russland mehrere Organisationen, die nach Kräften Familien solcher Kinder unterstützen (siehe auch den Link in meiner Vika). Sehr vieles läuft im Übrigen über das Internet. Auf Webseiten der Vereine werden konkrete Kinder vorgestellt, die Hilfe benötigen. Für einzelne Kinder werden eigene Webseiten erstellt. In russischsprachigen Foren werden ganze Hilfskategorien eingerichtet (dabei wird häufig an die christlichen Grundsätze appelliert, da in Russland sehr viele Menschen der russisch-orthodoxen Kirche angehören). Politiker und gut betuchte Leute werden angeschrieben. Lokale und „globale“ Zeitungen werden kontaktiert, sodass Artikel über diese Kinder veröffentlicht werden. Dieser Weg funktioniert, das Problem ist aber, dass es eine Weile dauern kann und die Kinder häufig keine Zeit haben, um so lange zu warten. Für manche kommt die Hilfe zu spät.

Mein Tipp: Die Eltern sollten nach Menschen in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis suchen, die bereit sind, ihnen zu helfen und gemeinsam versuchen, eine mediale Kampagne zu starten: Zeitungen, Radiosender, Webmaster anschreiben und um Berichte (auf Internetseiten Bannerveröffentlichung) über das Kind sowie Spendenaufrufe bitten. Politiker, Millionäre, kleine und große Firmen anschreiben/anrufen. Auch in Peru wird es vermutlich Hilfsorganisationen geben, die Eltern sollten versuchen, diese ausfindig zu machen. Das Internet ist auch ein guter Weg, um auf sich aufmerksam zu machen.

Eventuell kann mit der Klinik verhandelt werden, dass z.B. nur für den ersten Behandlungsabschnitt bezahlt wird (danach können sie das Kind ja nach Hause entlassen, falls bis dahin kein weiteres Geld eingegangen ist). Manchmal kann man mit der Klinik oder mit Medikamentenherstellern über Rabatte verhandeln. Vielleicht würde auch eine Firma eine Bürgschaft übernehmen. Hier in Deutschland könntest du ebenfalls versuchen, eine mediale Kampagne zu starten (du könntest bei lokalen Zeitungen aus dem Ort anfangen, in dem du wohnst oder in dem sich die Klinik befindet). Außerdem solltest du alle Hilfsorganisationen kontaktieren (am besten telefonisch), die auch nur im entferntesten etwas mit Kinderhilfe zu tun haben. Lass dich dabei nicht entmutigen, auch wenn du sehr viele Absagen ernten wirst. Doch vielleicht hast du am Ende ja Glück und du findest eine Organisation, die bereit ist, zu helfen. Bei mehreren russischen Kindern hat das jedenfalls über deutsche Organisationen geklappt, bei anderen über Spendenaufrufe vor Ort (und dabei kann wirklich jede noch so kleine Spende helfen, denn die summieren sich alle auf!).

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du mich gern per Email kontaktieren.

Viele Grüße und viel Erfolg,
Anja

PS: Ist überhaupt gesichert, dass die Krankheit in Deutschland behandelbar ist? Habt ihr den deutschen Ärzten die Untersuchungsergebnisse und Befunde aus Peru zugeschickt (die müsst ihr natürlich vorher übersetzen, für den ersten Eindruck reicht aber eine selbstgemachte Übersetzung aus)? Auch in Deutschland ist nicht jede Krankheit heilbar… Und manchmal ist es besser, wenn das Kind seine letzte Lebenszeit unter guter palliativer Behandlung im Kreise der Familie verbringt, als dass es in ein fremdes Land geflogen wird, nur um hier im Krankenhaus zu sterben.

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Hallo Ralf,

der Königsweg bei einer Leukämie ist eine Knochenmarkspende.

das ist eine Ferndiagnose ohne jegliche Kenntnis der tatsächlichen Situation. Eine Knochenmarktransplantation ist nicht einfach mal ein Klacks und ist der letzte Ausweg in der Behandlung von Krebserkrankungen. Sehr viele Menschen sterben an den darauf folgenden Komplikationen.

Die DKMS (http://www.dkms.de/choose.html) könnte da helfen -
die Spende selbst kostet wohl das wenigste, wenn erstmal ein
Spender gefunden ist.

Die Suche nach einem Spender und die Entnahme des Transplantats kosten 15.000 Euro. Die Transplantation selbst muss extra bezahlt werden. Das schlimmste ist aber die Zeit danach. Es sind sehr, sehr teure Medikamente notwendig, die den Patienten vor all den Mikroorganismen schützen, die unser gesundes Immunsystem locker abwehrt (Antibiotika, Antimykotika, eine Ampulle kann da schon $900 kosten), die helfen, die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion zu bekämpfen (z.B. Immunsuppressiva), die helfen, die Blutwerte zu verbessern etc. Der Patient muss viel Zeit in der Sterilbox verbringen. Der Aufenthalt auf der Intensivstation kann mit 2000 Euro pro Tag zu Buche schlagen. Die Gesamtkosten (Knochenmarkspendersuche, Operation, Nachsorge in der „schlimmsten“ Zeit) belaufen sich in Deutschland auf 150-200.000 Euro. Besondere Komplikationen nicht mit eingerechnet.

Gruß,
Anja

Und noch ein Tipp: Legt euch nicht auf Deutschland fest. Viele russische Kinder werden zur Behandlung nach Israel geschickt. Die Qualität der Behandlung ist dort die gleiche wie in Deutschland, die Preise aber moderater.

Auch in Russland werden z.B. Knochenmarktransplantationen oder andere komplizierte Behandlungen durchgeführt (allerdings nicht in sehr schweren Fällen, aber in diesen Fällen geben die Ärzte auch ehrlich zu, dass es keinen Sinn hat, sich dort behandeln zu lassen), und zwar wesentlich günstiger als in westlichen Ländern. Dort ist allerdings die Qualität der Behandlung schlechter. Aber besser diese Chance als aus finanziellen Gründen gar keine. In Russland kann ich gern mit Kontakten helfen.

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