Wer kann mir diesen brief vom arzt übersetzten?

Hallo,

ich verstehe leider nicht, was da so drin steht.

Diagnosen:

  1. Hydropisch dekompensierte äthyltoxische Leberzirrhose
    Z. n. Aszites Drainagenanlage
  2. Erysipel des rechten Unterschenkels

Epikritische Zusammenfassung:

Die Aufnahme des Pat. erfolgte mit zunehmender Allgemeinzustandsverschlechterung, in den letzten Tagen sei eine Gelbfärbung der Augen aufgefallen. Nach Angaben der Ehefrau sei ihr Mann in letzter Zeit häufig müde gewesen und schlapp. Keine Vormedikation. Die Ehefrau berichtet über einen chronischen Alkoholabusus (5 Flaschen Rum pro Woche). Vorerkrankungen werden sonst nicht angegeben.

Bei der körperlichen Untersuchung sahen wir den 56 jährigen Pat. in deutlich reduziertem Allgemein und sehr schlankem Ernährungszustand, Haut und Skleren ikterisch. Pulmo: vesikuläres Atemgeräusch bds., keine feuchten oder trockenen RG. Cor: Aktion rhythmisch, Töne mittellaut und rein, HF 120 BPM. Abdomen durch Aszites aufgetrieben. Darmgeräusche physiologisch, kein Druckschmerz, keine Resistenzen. Milz und Leber nicht palpabel. ZNS: Pat. aktuell wach, orientiert. Rechter Unterschenkel stark gerötet, überwärmt, linker Unterschenkel im Knöchelbereich gerötet.

Folgende Laborwerte wurden bestimmt:

Bilirubin 11,1 mg/dl (8,46), GOT 104 U/1 (93), AP 121 U/1 (87), LDH 331 U/1 (300), CRP 1,8 mg/dl (1,3), Leukozyten 10,1/nI, Hb 11,2 g/dI, minimal 9,1, zuletzt 10,5 g/dI, HK 0,31 lß, MCV 104 fl, MCH 37,1 pg, Thrombozyten

94/nI, minimal 71, zuletzt 105/nI, Natrium 128 mmol/l, max. 130, minimal 127 mmol/l, Kalzium 1,99 mMol/l, Lipase 94 U/1 (63).

Normwerte für GPT, Amylase, Kalium, Gesamteiweiß, Hamsäure, Kreatinin, Harnstoff, Cholesterin, Triglyzeride, BZ.

Sammelurin: Natriumausscheidung

Hi

ich verstehe leider nicht, was da so drin steht.

Ist zwar jetzt vielleicht eine dumme Frage, aber warum fragst Du nicht Deinen Arzt?

Gruß
Edith

Hemmung
Hallo den21
Ich hab da so eine gewisse Hemmung, dir den Brief zu übersetzen, weil ich die Phantasie habe, dass es sich bei dem Patienten eventuell um deinen Vater oder sonst einen nahen Angehörigen handelt.
Es handelt sich ja offenbar um einen Patienten im Endstadium einer Leberzirrhose.
Gruß,
Branden

Hallo,

es ist mein vater. Ich weiß wie schlimm es um ihn steht. ich will nur wissen was noch inhaltlich in dem brief steht. ich weiß, dass ist bestimmt viel arbeit… aber dennoch fänd ich es nett wenn das jemand machen könnte.

gruß

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Vielleicht lässt es sich zusammenfassen auf das was auch für Angehörige offensichtlich ist: Spätfolgen einer alkoholbedingten (Äthyltoxisch)Leberzirrhose mit Aszites=Bauchwassersucht, die durch eine Drainage(also durch ein Röhrchen) abgeleitet wird, da die Laborwerte keine andere Möglichkeit (Diuretika= Entwässerungspillen) zuliessen.

Ein paar Vokabeln Abdomensonographie= Ultraschall vom Bauch
Ikterus = Gelbfärbung / Skleren= das Weiße im Auge (zusammen die von der Ehefrau beschriebenen Gelben Augen)
physiologische Geräusche = alles normal funktionierend (Physiologie ist Wssenschaft von Funktion des Körpers, quasi der partner der Anatomie= Bau des Körpers)
Pulmo ist Lungenbefund, Cor = Herzbefund, ZNS ist Zentrales Nervensystem bzw. Befund hiervon

Es wurde eine weitere typische Alkoholikerproblematik (Ösophagusvarizen = sozusagen „Krampfadern“ in der Speiseröhre)abgeklärt, da er offenbar schlecht ernährt wirkte (reduzierter Allgemeinzustand)und es auch für medizinische Massnahmen wichtig ist (Varizen platzen leicht und sind insgesamt problematisch). Diesbezüglich hat er aber keine Probleme.

Zusätzlich hat er einen bakteriellen und offenbar Pilzigen (da behandelt mit Fungizid) Haut-Ausschlag, der mitbehandelt wurde.

MOD:Absatz entfernt und somit netiquettiform bearbeitet
Allerdings sollte mit den behandelnden Ärzten kooperiert werden, denn nur die können entscheiden, welche Schritte jetzt noch drin sind (Sprich Welche Art Entzugsbehandlung noch was bringt, Transplantation nötig oder Erhohlung der Leber möglich etc.).
Viel Glück Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Liebe Susanne

welche Schritte jetzt
noch drin sind (Sprich Welche Art Entzugsbehandlung noch was
bringt, Transplantation nötig oder Erhohlung der Leber möglich

Ich denke mal, hier geht es nur noch um die möglichst friedliche Art des Sterbens bzw. Sterbebegleitung. Für einen Entzug ist es eh zu spät. Wenn er möchte, kann er also imho jede Form von Alkohol zu sich nehmen, die er mag.
Bei einem sich derartig im Endstadion befindenden Körper wäre eine Leber-Transplantation wohl nicht mehr angezeigt.
Gruß,
Branden

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Hallo,

woher willst Du das wissen? Mein klinischer Befund vor 13 Jahren hat sich auch nicht viel besser angehört und ich lebe heute noch. Zwar bekomme ich nie wieder völlig intakte Leberwerte - aber der Teil der Öeber, der sich noch nicht zersetzt hat, kann sich durchaus regenrieren. Das kann nur ein Arzt sagen (und eventuell heute noch niocht mal der genau), ob das reicht - entsprechende Lebensweise vorausgesetzt. Und Bauchwassersucht mit Ablassen per Schlauch… das hatte ich auch. Das hat sich mit der allgemeinen Regeneration so weit gegeben, daß ich da mit ner vernünftigen Tabletteneinstellung ganz gut hinkomme.
Die Frage, ob jemand wirklich totkrank ist, die überlasse ich besser den behandelnden Ärzten.

Gernot Geyer

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Hallo Gernot

Mein klinischer Befund vor 13
Jahren hat sich auch nicht viel besser angehört und ich lebe
heute noch.

Wenn du in der Tat einen solcen Befund hattest wie bei dem Mann oben beschrieben, dann grenzt das an Wunderheilung.
Ich denke mal, man muss da sehr genau auf die Einzelheiten sxchauen, die da zusammen kommen und dann den Gesamt-Status ergeben. Und was ich da gelesen habe und das mit meiner klinischen Erfahrung kombiniere, dann sehe ich da einen moribunden Patienten.

Die Frage, ob jemand wirklich totkrank ist, die überlasse ich
besser den behandelnden Ärzten.

Da hast du natürlich grundsätzlich recht. Aber da haben wir bei allen Anfragen hier im Brett so ein Dilemma - wir sehen den Patienten nicht und sollen anhand von Befunden etwas sagen. Hier sind es ja sogar noch exakte Befunde, ansonsten bekommt man hier im Brett ja eher höchst subjektive Sachen geschildert, bei denen ich dann noch zurückhaltender wäre. Aber wenn du mein 1.Posting zu dem Fall hier liest, siehst du ja, dass ich eine Hemmung hatte, üerhaupt was dazu zu sagen. Nur eine Beschöningung nützt da niemand. Und einem Patienten im Endstadium den gelibeten Alk zu verweigern, halte ich für unangemessen.
Gruß,
Branden

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Hallo Gernot

Mein klinischer Befund vor 13
Jahren hat sich auch nicht viel besser angehört und ich lebe
heute noch.

Wenn du in der Tat einen solcen Befund hattest wie bei dem
Mann oben beschrieben, dann grenzt das an Wunderheilung.
Ich denke mal, man muss da sehr genau auf die Einzelheiten
sxchauen, die da zusammen kommen und dann den Gesamt-Status
ergeben. Und was ich da gelesen habe und das mit meiner
klinischen Erfahrung kombiniere, dann sehe ich da einen
moribunden Patienten.

Also, ich sehe da eine ziemlich kaputte Leber. Und was siehst Du sonst noch, was den Exitus so unaufhaltsam näherkommen lässt?

Würd mich nur mal interessieren weil ich neugierig bin…

Hallo,

es ist mein vater. Ich weiß wie schlimm es um ihn steht. ich
will nur wissen was noch inhaltlich in dem brief steht. ich
weiß, dass ist bestimmt viel arbeit… aber dennoch fänd ich
es nett wenn das jemand machen könnte.

gruß

Hallo,

das Meiste wurde doch schon geschrieben.

Erysipel ist eine Wundrose, die durch betahämolysierende Streptokokken ausgelöst wird. Diese dringen durch kleine Wunden in der Haut ein und verursachen erst einmal eine örtliche Entzündung. Über die Lymphbahnen werden diese Bakterien dann in ganzen Körper gestreut und es kann eine Glomerulonephritis mit Schädigung der Nieren oder eine Sepsis (Blutvergiftung) entstehen. Diese Bakterien zerstören die Zellmembran der roten Blutkörperchen und lösen diese auf.
Diese Krankheit kann nur mit Antibiotika behandelt werden, was ja auch erfolgt ist.

Zusätzlich ist eine Mykose / Verpilzung an den Füßen vorhanden, wahrscheinlich durch Abwehrschwäche des Immunsystems.

Der Aszites entsteht wenn die Leber nicht mehr genügend Eiweiße verstoffwechseln kann. Dann kommt es im Blut zu Mangel an Bluteiweißen, besonders dem Albumin. Dadurch sinkt der kolloidosmotische Druck in den Blutgefäßen und Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.
Wahrscheinlich sind die Nieren schon geschädigt, so daß nur der Weg der Ableitung über eine Punktion bleibt.
Durch den Abbau der beschädigten Erythrozyten muß die ohnehin geschädigte Leber, noch mehr Biliverdin in Bilirubin umwandeln und ausscheiden, da sie dies nicht schafft kommt es zum Übertritt von Bilirubin ins Blut mit den Folgen eines Ikterus - Gelbfärbung der Haut.
Weiterhin kommt es zu einer gestörten Bildung von Blutgerinnungsfaktoren in der Leber und es besteht die Gefahr innerer Blutungen.

Mallory-Weiss-Syndrom ist eine Schädigung der Schleimhaut meist im Übergangsbereich vom Magen zur Speiseröhre, welche durch häufige Übelkeit und Erbrechen und natürlich Reizung durvch den Alkohol verknüpft ist.
Dabei gibt durch Druckbelastung Risse in der Speiseröhre, die zum blutigen Erbrechen und Blutungen in den Brustraum führen.

Gruß Kerstin

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Hallo,

ich habe meinen alten Bericht mal rausgesucht.
In Auszügen:
„Pyknischer, sich im reduzierten Allgemeinzustand befindender, … , im Bewegungsaböauf erheblich verlangsamter 35jähriger Patient. Blasses ikterisches Hautkolorit, alkojolischer Foetor… .
laborchemische Werte on SI-Einheiten:
ALAT 2,96, ASAT 6,72 Bilirubin ges. 377,1 direkt.Bilirubin 174,1, Quick 14 %, Leukozyten 12,7, Gamma-GT 2.89, AP 6.60, Throboz. 87 …
Sonographie:
Zusammenfassend initial wiederum dekompensierte Leberzirrhose mit Aszitesnachweis, eine Gefäßzeichnung läßt sich intrahepatisch nicht mehr nachweisen. … Ductus choledochus läßt sich nicht mehr darstellen. Im linken Leberlappen vereinzelt rundlich abgrenzbare echoarme Strukturen. … Zunahme von Aszitis auch im Unterbauchbereich sowie im Morrisonschen Raum NAchweis von Aszitis.
Gastroskope:
… Ösophagusvarizen 1. Grates …

Bei Abschlußkontrolle kein Aszites mehr nachweisbar bei jedoch unveränderter Befundkonstellation im Sinne einer Leberzirrhose.“

Und ich lag dann volle 4 Wochen drin. Anschließend habe ich noch 2 Monate gesoffen, bis ich nen Therapieplatz hatte, dann bin ich nochmal kurz zur Entgiftung und anschließend zur Therapie.

Und ich lebe immer noch - auch 13 Jahre später. Auch wenn der Chefarzt von damals mich vor 2 Jahren recht verwundert angesehen hat, als ich ihn wegen ner anderen Sache mal aufgesucht habe, weil er mich eigentlich nicht mehr unter den Lebenden vermutet hatte.

Gernot Geyer

Also, ich sehe da eine ziemlich kaputte Leber. Und was siehst
Du sonst noch, was den Exitus so unaufhaltsam näherkommen
lässt?

Alles zusammen in diesem Schreiben da genommen macht einen dermaßen schlechten Allgemeinzustand, dass ich da keine Erholung sehe.
Gruß,
Branden

Hallo Gernot
Ich will ja nicht rechthaberisch sein, schon gar nicht, wenn es um Menschenleben geht, aber was bei dir da steht, hört sich insgesamt einfach nicht so moribund an wie das bei dem anderen Arztbrief.
Du weißt ja: Das Ganze ist die Summe seiner Teile und eben noch mehr.
Gruß,
Branden

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Hallo Branden,

sicher - etwas anders hört es sich an. Und ich war ja auch wesentlich jünger damals, das darf man auch nie vergessen.
Trotzdem - gerade bei der Leber ist vieles möglich. Das hängt immer von mehreren Faktoren ab.
Ich gebe Dir natürlich recht, der Befund ist in der Summe alles andere als optimistisch. Aber ohne wenigstens mit dem Arzt zu reden, würde ich da trotzdem nicht selber entscheiden, was eventuell da noch schaden oder helfen kann.

Gernot Geyer