Zeckenstich

Hallo,

vor gut einer Woche erwischte mich die zweite Zecke meines Lebens im Schottlandurlaub (die erste war vor 10 Jahren in Irland und schon am nächsten Tag war so gut wie nix mehr zu sehen). Als bisher Nichtbetroffene stand ich dem Zeckenthema bislang recht entspannt gegenüber und möchte auch jetzt nicht in Panik verfallen. Also, noch kann ich keine Wanderröte entdecken, die Einstichstelle ist, zwar klein aber dennoch sehr deutlich zu erkennen. Ist das schon Grund damit zum Arzt zu laufen? Was würde dort getan werden? Könnte man eine Borrelioseinfektion in solch frühem Stadium bereits im Blut nachweisen? Wie groß ist die Borreliose- und FSME-Infektion in einem Land wie Schottland überhaupt?

In der Hoffnung auf viele erhellende und beruhigende Antworten verbleibt mit

LG

Avera

Hallo,

Hallo,

Ich glaube nicht, dass die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Infektion in Schottland sehr hoch ist, kann mich aber irren. Die entsprechenden Infenktionskarten sind aber bestimmt im Internet zu finden.

Mit Borreliose sieht es etwas anders aus, denn viele Borreliose-Fälle verlaufen recht symptomfrei und bleiben so lange Zeit unendeckt.

Dass die Einstichstelle noch etwas gerötet ist (wie bei einem Mückenstich), ist normal. Eine Wanderröte sieht als ein rötlicher Ring aus, der sich um die Einstichstelle bildet, die dann eher ungefärbt ist.

In einem frühen Stadium kann man die Borreliose schwer nachweisen. Meistens macht man eine Blutuntersuchung 4 Wochen nach dem verdächtigen Stich. Dann haben sich schon die Antikörper gebildet, die gut zu finden sind.

Wie gesagt, die Borreliose verläuft nicht immer sehr heftig und heilt dann spontan ab. Und nur eine Routineblutuntersuchung - zuweilen Jahre später - ergibt, dass man einst mit Borrelien im Kontakt stand.

Die ersten Zeichen eine Borrelioseinfektion sind unter anderem: Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, wie bei einem grippalen Infekt. Also eher undefiniert. Es kann aber auch zu sehr heftigen neulogischen Schmerzen kommen. Erhöhte Temperatur. Abgeschlagenheit. Bei diesen Anzeichen - sofort zum Arzt! In diesem Stadium hilft eine orale Antibiotikagabe sehr gut.

Und nur zur Beruhigung: wir leben in der Eifel. Die Zecken aus meinen Familienmitgliedern herauszuholen, gehört für mich mittlerweile zum Alltag. Borreliose kennen wir ebenfalls alle, und haben seitdem die Angst vor Krankheit etwas verloren. Gegen FSME sind wir alle geimpft. Keine Panik: einfach aufmerksam nach Zecken untersuchen, die Einstichstelle und Anzeichen des Unwohlseins beobachten und dann handeln.

In der Hoffnung auf viele erhellende und beruhigende Antworten
verbleibt mit

In der Hoffnung, etwas beruhigt zu haben.

Hallo, Avera,
ich erinnere mich, dass Du neulich über grippeänliche Beschwerden geklagt hast.
Zwar ist die Borreliose gefahr in Schottland nicht höher als in Deutschland auch, aber bitte gehe zum Arzt, auch wenn es nur dazu dient, dass Du ein „Alles ok“ als Antwort erhältst.
Gruß
Eckard

Nachweis Borrelien

Hallo,

In einem frühen Stadium kann man die Borreliose schwer
nachweisen.

bei mir haben ca. 10 Tage nach dem Biss gereicht. Glücklicherweise hatte sich die Bisssstelle entzündet - sonst wäre ich wohl garnicht zum Arzt gegangen, weil ich von dem Tier nix bemerkt hatte.
Also sind die Erreger (oder Antikörper) schon nach 10 Tagen zu finden. Vielleicht geht es auch noch schneller???

LG Ulli

Hallo,

die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt 2-3 Wochen. Die Borrelien sitzen im Mitteldarm der Zecke und beginnen sich erst zu teilen, wenn Blut dahin gelangt. Sie wandern dann nach 1-3 Tagen in die Hämolymphe und danach erst in die Speicheldrüsen. Entfernt man die Zecke innerhalb von 24 Stunden ohne sie zu quetschen, kann man die Infektion verhindern.

Gruß Kerstin

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