Unterscheidung Grippe/ Erkältung

Hallo,
ich würde gern wissen wie man selbst evtl. feststellen kann ob man eine „richtige“ Grippe oder „nur“ eine Erkältung hat.
Danke Backs

Hallo,
ich würde gern wissen wie man selbst evtl. feststellen kann ob
man eine „richtige“ Grippe oder „nur“ eine Erkältung hat.
Danke Backs

Eine sichere Abgrenzung anhand der Symptomatik gibt es nicht. Eine Schwere Erkältung kann einer leichten Grippe sehr ähnlich sein.

Deutlichste Zeichen für eine echte Grippe (Influenza) sind der recht plötzliche Krankheitsbeginn und das sofortige starke Krankheitsgefühl im ganzen Körper, meist mit hohem Fieber (>39°C).

Eine Erkältung schleicht sich dagegen eher ein, wird über 2-3 Tage immer schlimmer. Man hat Schupfen und/oder Husten, vielleicht etwas erhöhte Temperatur. Man fühlt sich nicht gleich „von heute auf morgen“ komplett von einer Dampfwalze überfahren, wie es für eine echte Grippe typischer ist.

LG
Jochen

Hi,

ich würde gern wissen wie man selbst evtl. feststellen kann ob
man eine „richtige“ Grippe oder „nur“ eine Erkältung hat.

vielleicht kann das hier weiterhelfen?

http://www.onmeda.de/aktuelles/monatsthema/grippe/gr…

Gruß
Cess

Hallo,
ich würde gern wissen wie man selbst evtl. feststellen kann ob
man eine „richtige“ Grippe oder „nur“ eine Erkältung hat.
Danke Backs

Hallo Backs,

mal abgesehen davon, dass es dir bei einer echten Grippe wirklich schlecht geht, kannst du eine echte Grippe nur durch den Arzt von einer normalen Erkältung abgrenzen.

Ein guter Arzt entnimmt dir aus dem Rachenraum etwas Schleimsekret, und schickt es an ein molekularbiologisches Labor. Dort wird eine sogenannte PCR (Polymerase-Kettenreaktion) durchgeführt. Ein positives Ergebnis würde dir die „wahre Grippe“ bestätigen.

Gruß

Klaus

Hallo,

Ein guter Arzt entnimmt dir aus dem Rachenraum etwas
Schleimsekret, und schickt es an ein molekularbiologisches
Labor. Dort wird eine sogenannte PCR
(Polymerase-Kettenreaktion) durchgeführt.

Das interessiert mich mal: Ist das inzwischen in der virologischen Routine angekommen oder ist die Regel immer noch der ELISA mit Antikörpern? Und wenn PCR - konventionell oder real-time (wie gesagt: in der Routinediagnostik)?

LG
Jochen

Hallo Jo,
warum schreibst Du: „Eine sichere Abgrenzung gibt es nicht“, und danach die Unterschiede, die doch ziemlich eindeutig sind: Bei der Grippe schnelles (kaum über mehr als eine oder wenige Stunden) Auftreten von Symptomen wie Fieber, Gliederschmerzen und Krankheitsgefühl, bei der Erkältung sich über Tage einschleichende Symptome wie Schnupfen/Husten und erst später höchstens leichtes Fieber.

Hallo Helmut,

warum schreibst Du: „Eine sichere Abgrenzung gibt es nicht“,

weil sie eben nicht sicher ist. Es kann heftige, schnell einsetztende Erkältungen mit relativ hohem Fieber geben. Die Symptomatik ist dann einer Grippe sehr ähnlich. Es kann (ok, selten) auch vorkommen, dass eine Grippe langsam anfängt und der Patient dummerweise kaum Fieber bekommt. Dan sieht eine Grippe aus wie eine Erkältung…

Wie weiter oben schon geschrieben, ist die einzig sichere Diagnose der Nachweis der Grippe-Viren (mit molekularbiologischen Verfahren, die heute nur im Labor gemacht werden können).

und danach die Unterschiede, die doch ziemlich eindeutig sind:

Eben: ziemlich eindeutig. Aber nicht sicher.

LG
Jochen

Das interessiert mich mal: Ist das inzwischen in der
virologischen Routine angekommen oder ist die Regel immer noch
der ELISA mit Antikörpern? Und wenn PCR - konventionell oder
real-time (wie gesagt: in der Routinediagnostik)?

LG
Jochen

Hallo Jochen,

die PCR auf respiratorische Viren ist schon seit einiger Zeit in der virologischen Diagnostik angekommen. Ein Grund dafür ist sicher der gefallene Preis für eine PCR. Ich muss dir auch ganz ehrlich sagen, dass gerade bei respiratorischen Viren der Nachweis von Antikörpern meiner Meinung nach nicht viel bringt. Sind die AK da, ist der Patient in der Regel schon wieder beschwerdefrei.
In unserer Abteilung wird die PCR auf respiratorische Viren schon seit etlichen Jahren durchgeführt. Entweder durch Einzel-PCR´s (wir haben 2 Realtime-Geräte und machen es in der Realtime und auf Wunsch auch quantitativ) oder durch kommerzielle Multiplex-PCR´s, wenn der Arzt sich unsicher ist welcher der Erreger es sein könnte…

Die Multiplex erfasst Infl. A, Infl. B, Parainfluenza 1, 2, 3 und RSV-Viren der Gruppen A und B.
Allerdings ist die Multiplex keine Realtime und auch sauteuer im Einkauf, während die einzelnen Inhouse-PCR´s wesentlich günstiger sind.
Wir machen aber auch die Aviäre Influenza (H5N1) in der Realtime und auf Wunsch auch Quantitativ. Die Bedingungen habe ich selbst gestrickt, mit Ausnahme der Primer.

LG

Klaus

Danke schonmal für die Antwort!

Nachfrage: Wie teuer ist denn eine Simplex-PCR und eine Muliplex-PCR? Ist die Muldiplex teurer als die Summe der nötigen Simplex-PCRs?

Und: Ist es nicht möglich, mit allgemeinereren (schwieriges Wort!) Primern ein ganze Gruppe von Stämmen zu prüfen und dann in einer 2. Runde die möglichen Kandidaten der identifizierten Gruppen zu untersuchen (geschachtelte Analyse)?

Beispiel:

Also zunächst 3 Reaktionen:
1 spez. für Influenza A+B,
1 spez. für Parainfl. 1+2+3,
1 spez. für RSV A+B

Danach ist eine Gruppe identifiziert. Jenachdem braucht man in der 2. Runde 2 oder 3 Einzelreaktionen mit den Stamm-spez. Primern. Beide Schritte können im Multiplex-Format gemacht werden, nur dass hier eben statt 7 Primerpaaren nur jeweils 2-3 Primerpaare „gemultiplext“ werden, was das System deutlich einfacher und robuster machen dürfte.

Wir machen aber auch die Aviäre Influenza (H5N1) in der
Realtime und auf Wunsch auch Quantitativ. Die Bedingungen habe
ich selbst gestrickt, mit Ausnahme der Primer.

Darf man das - ich meine: Protokolle selbst stricken für die Diagnostik? Müssen das keine speziell zertifizierten Verfahren sein?

LG
Jochen