tut mir leid wegen dem nichtssagenden Titel. ich wusste aber nicht, wie ich das umschreiben soll was jetzt kommt:
Vor Kurzem habe ich „Three Kings“ angeschaut, und dort gab es eine Szene, welche ich schonmal in irgendeiner populärwissenschaftlichen Sendung gesehen habe (nicht die Szene selbst, sondern das folgende „Problem“):
Der Betroffene hatte eine Schußwunde im Brustbereich. Dadurch konnte er mit der Zeit schlecht atmen. Sein Kamerad hat ihm geholfen, indem er eine Kanüle mit Hahn (so ne Art Butterfly ?)
in seinen oberen Brustraum gesteckt hat, und den entstandenen Überdruck abgelassen hat (dann Hahn wieder geschlossen). Er sagte, dass (wie auch immer) die Lunge durch Luft im Brustraum
zusammengequetscht würde. Durch die Kanüle konnte der Betroffene in kurzen Zeitabständen die sich neu aufbauende Luft ablassen (also den angestauten Überdruck), und so wieder frei atmen.
Worauf das Spiel wieder von vorne los ging.
Zuerst mal: Sorry für diese Beschreibung, aber ich weiß es nicht besser (deswegen bin ich ja hier, hi hi).
Jetzt die Frage: Was ist dort passiert ??? Wie wird die Lunge in diesem Fall gequetscht ? Hat das auch was damit zu tun, dass man nicht so ohne weiteres an der Lunge operieren kann, sondern das ganze in einem Raum mit Über- oder Unterdruck durchführt ?
Hallo Timo,
das Ganze nennt sich einen Pneumothorax. Luft strömmt in den den sog. Pleuasspalt, Pleura= zwei Blätter, die die Lunge umgeben, es geht nur Luft rein aber nicht wieder raus. Die Lunge wird zusammen gedrückt, der Patient bekommt Atemnot, wenn hier dem Patient nicht geholen wird, droht der Tod von diesem. Es passiert dadurch, das das Herz, das sich im Mediastinum befindet und durch die beiden Lungen umgeben wird, so zusammen gedrückt wird, dass kein Blut mehr ausgestossen wird.
Notfallbehandlung: man sticht eine Kanüle von aussen, dort wo die Rippen sind, in den Brustkorb bzw in den Pleuraspalt des Patienten und lässt so die Luft wieder ab. Man sollte aber sicher sein, dass der Patient einen Pneumothorax hat, sonst könnte über die Kanüle Luft in den Pleuraspalt influndieren, so dass der Patient genau das dann hat, was man eigentlich behandeln wollte.
Wir machen das immer so, dass wir sio eine Art „Wasserschloss“ bauen und wir erst dann zustechen.
und vielen Dank für Deine Antwort !
Diese hat aber auch gleich wieder neue Fragen aufgeworfen:
Der Patient würde also nicht primär an der Atemnot sterben, sondern an einer „Herzquetschung“ (ich nenn das mal jetzt so).
Habe ich das richtig verstanden ?
Gibt es denn andere Ursachen für den Pneumothorax, als Gewalteinwirkung von Außen ?
Soll heissen: Es muss ja irgendwie Luft in den Pleuralspalt gelangen. Wie geht das noch außer „Loch von Außen“ ?
Lungenriß ?
und vielen Dank für Deine Antwort !
Diese hat aber auch gleich wieder neue Fragen aufgeworfen:
Der Patient würde also nicht primär an der Atemnot sterben,
sondern an einer „Herzquetschung“ (ich nenn das mal jetzt so).
Habe ich das richtig verstanden ?
Ja, denn mit jedem Atemzug gelangt noch mehr Luft in den Pleurasdpalt. Da diese Verletzung wie ein Ventil wirkt, geht nur Luft rein aber nicht wieder raus. Umgebende Organe, wie z. B. das Herz oder die gesunde Lunge auf der anderen Seite werden verdrängt und küönnen ihre normale Funktionen nicht mehr ausüben.
Gibt es denn andere Ursachen für den Pneumothorax, als
Gewalteinwirkung von Außen ?
Von innen: Patient bricht sich eine Rippe, die gebrochene Rippe verletzt die Lunge bzw die Pleura, Luft kann einströmen.
Oder einfach auch nur ein spontaner Pneumothorax, ohne erkennbare Ursache.
Ein Patient liegt auf einer Intensivstation, dieser wird künstlich beatmet, dann kann es auch zu einem Pneumothorax kommen, wenn der Patient mit zu hohen Beatmungsdrücken beatmet oder beatmet werden muss.
Soll heissen: Es muss ja irgendwie Luft in den Pleuralspalt
gelangen. Wie geht das noch außer „Loch von Außen“ ?
Lungenriß ?
Pneumothorax…
…nennt man das Ganze - und die vollständige Erklärung würde etwa drei DIN a 4 Seiten umfassen…
In Kürze: Luft zwischen Lunge und Rippenfell (wo ein kleiner Unterdruck sein muß) - und die muß raus.
Populärer geht es nicht. Sorry.
…nennt man das Ganze - und die vollständige Erklärung würde
etwa drei DIN a 4 Seiten umfassen…
In Kürze: Luft zwischen Lunge und Rippenfell (wo ein kleiner
Unterdruck sein muß) - und die muß raus.
Populärer geht es nicht. Sorry.
Richtig, hier lag sogar ein Spannungspneumothorax vor, das heißt, es war nicht nur Luft zwischen Lungenfell und Rippenfell, sondern die Öffnung wirkte als Ventil, welches nur Luft hineinlies und keine heraus, deshalb die Besserung durch die Kanüle, die den Überdruck wieder abliess