Hirntumor: Ergebnisse MRT und PET

Hallo!

Bei einem zweijährigen Kind mit einem anaplastischen Ependymom wurden nach einer Operation Chemo- und Strahlentherapie durchgeführt (der Tumor war in den Hirnstamm eingewachsen und konnte deshalb nicht vollständig operativ entfernt werden).

Die PET zeigt, dass nur noch sehr wenige aktive Krebszellen vorhanden sind. Die MRT zeigt, dass sich der Tumor etwas verkleinert hat und weniger auf den Hirnstamm drückt. Das sind die Ergebnisse, die mir von der Mutter des Kindes mündlich mitgeteilt wurden. Wie passen sie zusammen? Besteht der verbliebene Tumor größtenteils aus „nicht-aktiven“ oder „toten“ Zellen? Wie ist das zu verstehen?

Viele Grüße,
Anja

Hallo Anja !

Das PET (Positronen-Emissions-Tomographie) gibt die Stoffwechsel-
aktivität von Zellen über eine radioaktive Marker-Substanz wieder,
kann also schon innerhalb des Tumors die toten von den vitalen
Anteilen des Gewebes unterscheiden. Der Befund selbst ist nicht
ungewöhnlich, da Tumorgewebe aus entarteten Zellen besteht, von
denen ein mehr oder weniger großer Anteil auch mal abstirbt, da
bei ihnen nicht nur die Zellteilung, sondern auch die Zellreparatur
gestört ist. Somit sind tote Zellen bzw. totes Gewebe (sog. Nekrosen)auch ein recht typisches Kriterium für einen Tumor.

Wenn nur noch wenige Zellen in dem Tumor aktiv sind und er unter
der Therapie kleiner geworden ist, ist das zunächst einmal positiv.
Hinsichtlich der Langzeitprognose muss man aber noch zurückhaltend
sein, da man nicht weiß, ob nicht auch die letzten lebenden Tumor-
zellen noch mal verstärkt aktiv werden und es dann zu erneutem
Wachstum des Tumors kommt. Zweifellos wär die Prognose günstiger, wenn man die letzten Tumorzellen operativ entfernen könnte.

Hoffe, ich konnte mit meiner Ausführung erstmal weiterhelfen.

Gruß
Kai (Assistenzarzt für Innere Medizin)

Danke, Kai!

Meine Frage ist damit völlig beantwortet.

Viele Grüße,
Anja