Antidepressivum mit toxischer Wirkung?

Hi Leude,

hab heute ein neues Antidepressivum bekommen namens Trevilor. Bei Wikipedia steht, es hätte eine toxische Wirkung. Was soll ich darunter verstehen, das es mir schädigt auf dauer und was genau passiert dort?

Danke

In dem Zusammenhang, wie der Begriff erhöhte Toxidizität (Zitat: der im Vergleich zu anderen Antidepressiva höheren Toxizität) bei Wiki benützt wird, kannst du ihn einfach mit mit „giftiger“ übersetzen, dh. sollte es bei dir Selbstmordneigungen geben, könntest du mit dem Mittel eher „Erfolg“ haben, als mit anderen Antidepressiva.
Daher solltest du solche Absichten unbedingt mit deinem Arzt klären, damit er dir die Dinger wieder abnimmt und nicht nur ggf. was anderes verschreibt.
Ansonsten ist die Giftigkeit/Toxidizität ein Chemischer Begriff von ganzen Stoffklassen, zu denen auch vergleichsweise harmlose Dinge wie Teebaumöl oder Muskatnüsse zählen.
Dabei zählt immer der alte Satz von Paracelsus: „nur die Dosis macht das ein Ding ein Gift ist“…
Und es geht bei der Verschreibung von Arzneien immer um einen Nutzen-Risiko-Abgleich, denn manchmal sind Nebenwirkungen weniger schlimm als die Grunderkrankung.

Dies ist auch ein Grund, weshalb Informationen zu verschreibungspflichtigen Arzneien ausschließlich in die Hände von Fachleuten gehören.

Also keine Panik…
Gruß Susanne

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Dies ist auch ein Grund, weshalb Informationen zu
verschreibungspflichtigen Arzneien ausschließlich in die Hände
von Fachleuten gehören.

Das Argument kenne ich: Katholische Kirche Mittelalter in Bezug auf die Bibel. Wie sich die Zeiten doch gleichen.

Benni

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Dies ist auch ein Grund, weshalb Informationen zu
verschreibungspflichtigen Arzneien ausschließlich in die Hände
von Fachleuten gehören.

Das Argument kenne ich: Katholische Kirche Mittelalter in
Bezug auf die Bibel. Wie sich die Zeiten doch gleichen.

Sorry den Kommentar versteh ich nicht ganz, Die Bibel war in Früheren Zeiten durchaus auch was fürs Volk, nur konnte das meist nicht lesen (da Schulbesuch zuviel gekostet hätte…), weshalb bunte Kirchenfenster und Wandmalereien die Geschichten erzählten und eben der Paster vonner Kanzel…

Bei den Arzneien bezieh ich mich aufs Heilmittelwerbegesetz und aufs Gesetz für Unlauteren Wettbewerb, die es eigentlich vermeiden sollen, das wie in diesem Fall Leute Hinweise bekommen wie man sich am effektivsten umbringt oder soviel Panik vor den verschriebenen Arzneien bekommen, dass sie sich durch den Verzicht gefährden.

Drum war es einstmals so, dass nur Heilberufe an die Informationen kamen, wie bestimmte Arzneien wirken, jedenfalls das was über einen einfachen Beipackzettel hinausgeht.
Nur weil ich im Internet an Infos komme, wie ich eine Bombe bauen kann, heißt das noch nicht, dass ich das auch darf. Der Effekt wäre ähnlich wie in diesem Fall. Experiment geglückt, Patient tot.

Gruß Susanne

Sorry den Kommentar versteh ich nicht ganz,

Deine Erläuterungen zeigen, daß Du ihn sehr wohl verstehst.

Die Bibel war in
Früheren Zeiten durchaus auch was fürs Volk, nur konnte das
meist nicht lesen (da Schulbesuch zuviel gekostet hätte…),
weshalb bunte Kirchenfenster und Wandmalereien die Geschichten
erzählten und eben der Paster vonner Kanzel…

Vor und während der Reformation wurde dem Volk die Bibel vorenthalten, weil, so die damalige Katholische Kirche, nur studierte Theologen in der Lage seien, sie zu verstehen. Im normalen Volk würde es Unruhe verursachen und zu allerlei Mißverständnissen über die rechte Lehre führen. Deshalb wurde jeder, der eine Bibel besaß, bis hin zum Tod verfolgt. Es war gesetzlich (damals machten die Gesetze eben auch die Kirchenfürsten) verboten, das Wort Gottes zu besitzen.

Bei den Arzneien bezieh ich mich aufs Heilmittelwerbegesetz
und aufs Gesetz für Unlauteren Wettbewerb, die es eigentlich
vermeiden sollen, das wie in diesem Fall Leute Hinweise
bekommen wie man sich am effektivsten umbringt oder soviel
Panik vor den verschriebenen Arzneien bekommen, dass sie sich
durch den Verzicht gefährden.

Eben - wie damals mit der Bibel. Information ist gefährlich. Das Volk ist dumm. Informationen gehören nur in die Hände derer, die die Genehmigung dafür besitzen.

Nur weil ich im Internet an Infos komme, wie ich eine Bombe
bauen kann, heißt das noch nicht, dass ich das auch darf.

Oder es mache.

Der
Effekt wäre ähnlich wie in diesem Fall. Experiment geglückt,
Patient tot.

Der Patient wäre ansonsten von der Brücke gesprungen. Dann wäre er zwar auch tot, hätte aber vielleicht noch drei Leute vorher erschlagen. Aber das ist egal. Informationen waren für Leute, die ihre Machtansprüche sichern wollten immer schon gefährlich. Nur wer uninformiert ist, läßt sich leicht steuern. Nur klappt das heute aufgrund des Internets nicht mehr so schön wie früher. Schade aber auch.

Benni

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OT Informationsfluten

Sorry den Kommentar versteh ich nicht ganz,

Deine Erläuterungen zeigen, daß Du ihn sehr wohl verstehst.

Weil du hier Äpfel nicht mal mit Birnen sondern eher mit Ananas’ vergleichst? Ne sorry das versteh ich nicht.

Die Bibel war in
Früheren Zeiten durchaus auch was fürs Volk, nur konnte das
meist nicht lesen (da Schulbesuch zuviel gekostet hätte…),
weshalb bunte Kirchenfenster und Wandmalereien die Geschichten
erzählten und eben der Paster vonner Kanzel…

Vor und während der Reformation wurde dem Volk die Bibel
vorenthalten, weil, so die damalige Katholische Kirche, nur
studierte Theologen in der Lage seien, sie zu verstehen. Im
normalen Volk würde es Unruhe verursachen und zu allerlei
Mißverständnissen über die rechte Lehre führen. Deshalb wurde
jeder, der eine Bibel besaß, bis hin zum Tod verfolgt. Es war
gesetzlich (damals machten die Gesetze eben auch die
Kirchenfürsten) verboten, das Wort Gottes zu besitzen.

Das hatte weniger was damit zu tun, dass der kleine Bauer die Bibel nicht kennen durfte, sondern das der Klerus „Alternativauslegungen“ durch Sekten wie die Katharer (von denen sich der Begriff der Ketzer ableiten soll) fürchtete. Drum waren u.a. auch Übersetzungen im Hochmittelalter verboten (während es davor durchaus verständliche texte wie die vulgata oder gotische etc. Übersetzungen gab). Aber dafür gab es eben die Bilderbibeln und Kirchenfenster etc., also wer was dazu wissen wollte musste eben zum Paster gehen, der ihm das „richtige“ erzählte. Oder man geriet eben an jene Sekten, die von deren Seite aus nicht viel bessere Ansichten über die klassische/kathol. Kirche hatten (altes Testament/röm. Kirche ist Teufelswerk).
Wenn man sich die neueren Freikirchen anschaut, was dort alles fabriziert wird (Gröning-Jünger, die nicht rechtzeitig zum Arzt gehen, Leugnung der Evolution, dafür Umdeutung von Geröllhaufen am Ararat als Arche, etc.) dann waren zumindest die Überlegungen gar nicht so dumm (wenn auch die Strafen unverhältnismässig).
Die kirchliche Gerichtsbarkeit hat sich in so manches Thema eingemischt, auch andere Bücher durften erst gedruckt werden, wenn die Kirche ihr okay gab, drum ist das ganze auch erst seit dem Buchdruck ein so heftig umstrittenes Thema (eben seit die erste Informationsflut anstand). Und man soll es nicht glauben, auch bei der 2. informationsflut per Internet gibt es solch eine Zensur, wobei allerdings Deutschland nicht grad zu den typischen Vertretern zählt. Versuch doch mal aus China oder dem Iran irgendwohinzusurfen…

Bei den Arzneien bezieh ich mich aufs Heilmittelwerbegesetz
und aufs Gesetz für Unlauteren Wettbewerb, die es eigentlich
vermeiden sollen, das wie in diesem Fall Leute Hinweise
bekommen wie man sich am effektivsten umbringt oder soviel
Panik vor den verschriebenen Arzneien bekommen, dass sie sich
durch den Verzicht gefährden.

Eben - wie damals mit der Bibel. Information ist gefährlich.
Das Volk ist dumm. Informationen gehören nur in die Hände
derer, die die Genehmigung dafür besitzen.

Wer ein berechtigtes interesse an zusätzlichen medizinischen informationen hat, bekommt sie hierzulande auch, aber manchmal ist es immer noch günstiger, wenn man jemanden dabei hat, der sie einem auf verständliche Weise vermittelt. Drum gibt es eben die über die packungsbeilage hinausgehenden Infos nur für jene, die ihr Interesse nachweisen, das muss nicht mal zwingend ein Arzt/Apotheker sein. Aber darüber entscheiden die Hersteller, wem sie welche Infos geben (da kann ich ein Lied von singen, als mitArzneienarbeitenderNichtarzt-derherausfindensoll-wasdasfürnZeugwar)
es geht eher darum welche Information in welche Hände kommt, da manche Infos eben auch Panik verbreiten können, wenn sie mit Fehlinformationen oder Gerüchten kombbiniert werden.
Beispiel aus den letzen Wochen: „mein Arzt will mir Schilddrüsenhormone verschreiben oder Operieren, doch man hört soviel schlechtes über Hormontherapie…soll ich die Pillen nehmen oder lieber die OP?“
Antwort:„entweder du nimmst eine kleine dosis hormone und behälst die Schilddrüse oder du nimmst die OP und nimmst eine viel größere Dosis derselben Hormone“
nächte Frage: „geht das denn nicht ohne hormone?“
antwort"wenn dir ein kurzes leben lieber ist"

Sprich, dass Problem ist eher, dass die Aufklärung durch die Ärzte dringend verbesserungswürdig ist, dass die Leute in der Lage sind, Informationen, die sie bekommen, auch einzuordnen und ergänzende Informationen sie nicht in totale Verwirrung stürzen. Dazu ist es ua. auch sinnvoll sich andere Informationen einzuholen, also statt der chemischen Eigenschaften mit allen Neben und Wechselwirkungen eines Medikaments vielleicht eher eine Beschäftigung mit der eigenen Krankheit, also erst mal die Krankheit verstehen, bevor ich mich für oder gegen eine Behandlung entscheide. Das ist allerdings bei psychischen Krankheiten schwieriger als bei körperlichen-

Der
Effekt wäre ähnlich wie in diesem Fall. Experiment geglückt,
Patient tot.

Der Patient wäre ansonsten von der Brücke gesprungen. Dann
wäre er zwar auch tot, hätte aber vielleicht noch drei Leute
vorher erschlagen. Aber das ist egal.

Da versteh ich dich wieder nicht, worauf willst du hinaus, Depressive haben eher selten Aggressive Tendenzen. Also von der Brücke springen kommt ner Überdosis gleich, aber erweiterter Selbstmord setzt irgendwelche Beziehungen zu den weiteren Opfern vorraus, von denen wir hier nichts wissen, wir wissen ja nicht mal, wie heftig die Depris der Fragestellerin (war doch ne Sie, oder?) sind.
Glaskugel gucken bringt hier doch nichts… (in anderen Zusammenhängen schon eher)

Informationen waren für
Leute, die ihre Machtansprüche sichern wollten immer schon
gefährlich. Nur wer uninformiert ist, läßt sich leicht
steuern. Nur klappt das heute aufgrund des Internets nicht
mehr so schön wie früher. Schade aber auch.

Manche Leute, insbes. bei Psychischen Erkrankungen, BRAUCHEN aber jemanden der sie führt, und es soll sogar Leute geben, die sind da dankbar für, denn ohne jemanden der einen Ausweg zeigt, wären sie schon längst von ner Brücke gesprungen, gegen nen Baum gefahren oä.

Drum Äpfel mit Birnen vergleichen führt nicht weit, aber mit Ananas vergleichen allenfalls weit ab von der Spur.

Gruß Susanne

Wer ein berechtigtes interesse an zusätzlichen medizinischen
informationen hat, bekommt sie hierzulande auch, aber manchmal
ist es immer noch günstiger, wenn man jemanden dabei hat, der
sie einem auf verständliche Weise vermittelt. Drum gibt es
eben die über die packungsbeilage hinausgehenden Infos nur für
jene, die ihr Interesse nachweisen,

Ich habe Interesse. Und nun?

das muss nicht mal
zwingend ein Arzt/Apotheker sein. Aber darüber entscheiden die
Hersteller, wem sie welche Infos geben

Die Hersteller entscheiden das nur deshalb, weil sie vom Gesetz dazu gezwungen werden. Der Hersteller würde Dir liebend gern alle relevanten Informationen geben und Dich auch gerne mit rezeptpflichtigen Medikamenten bewerben - wie das in vielen anderen Ländern vollkommen normal ist. Darf er aber nicht. Deshalb der ganze Aufwand mit DocCheck und Co.

es geht eher darum welche Information in welche Hände kommt,
da manche Infos eben auch Panik verbreiten können, wenn sie
mit Fehlinformationen oder Gerüchten kombbiniert werden.

Und manche Informationen lassen Leute von Brücken springen oder andere umbringen. Und? Ich dachte einmal (mittlerweile weiß ich besser - und nicht nur aufgrund dieses Themas), daß wir in einer freien Gesellschaft leben. Da braucht kein Staat, Führer oder König für mich entscheiden, welche Informationen mir vielleicht schaden könnten. Ich bin kein Baby, sondern ein erwachsender Mensch, der selbst für sein Leben Verantwortung trägt. Und so möchte ich in allen Belangen (das ist hier noch das harmloseste Beispiel) gefälligst auch vom Staat behandelt werden. Er hat sich soweit es irgendwie geht nicht in mein Leben einzumischen. Leider geht der deutsche Staat von der grundsätzlichen Unmündigkeit seiner Bürger aus und unterscheidet sich da vom Grundsatz her nicht von irgendwelchen Aristokratien der Vergangenheit.

Benni