Verständnisproblem bei Blutdruck und Durchblutung

Lieber Experte/in,

ich habe ein Verständnisproblem beim Blutdruck.
Angenommen ein Mensch hat zu niedrigen Blutdruck und dadurch Durchblutungsstörungen (innere Kälte zum Beispiel). Man empfiehlt ihm Sport, Wechselbäder u.ä. Unter anderem werden auch Medikamente angeboten, die den Blutdruck erhöhen.
Durchblutungsfördernde Medikamente (Antidementiva) erweitern bspw. die Gefäße. Wenn aber die Gefäße erweitert werden, sinkt doch der Blutdruck noch weiter?
Welchem Denkfehler sitze ich auf, falls ich einen habe?

Ich danke schon jetzt und wünsche einen schönen Tag.

Michael

Hallo,

nicht, dass ich Ahnung hätte, aber ich habe eine Idee:

Wenn aber die Gefäße erweitert werden, sinkt
doch der Blutdruck noch weiter?

Soweit richtig, allerdings nur, wenn ALLE Gefäße sich weiten. Die Wirkung der Medikamente kann durchaus v.a. Kapillargefäße betreffen, was die Durchblutung verbessern würde, ohne den systemischen Blutdruck wesentlich zu beeinflussen (der Druck sinkt im Kapillarnetz sowieso bis fast auf Null).

Es würde schon helfen, wenn die großen Arterien durch das Medikament nicht geweitet werden.

Welchem Denkfehler sitze ich auf, falls ich einen habe?

Kann sein, ich mache jetzt auch einen Denkfehler, aber es ist wenigstens mal eine Idee.

LG
Jochen

Hallo…

Da werden aber keine Antidementiva eingesetzt.Bei Kreislaufproblemen eher Blutdruckerhöhende Mittel wie z.B. Etilefrin oder Korodin(ist rein pflanzlich und sehr gut!); diese sind rezeptfrei erhältlich in der Apotheke.Antidementiva haben oft andere Indikationsgebiete und werden nicht speziell bei Kreislaufproblemen eingesetzt; sie erhöhen die Sauerstoff- und Glucoseverwertung der Gehirnes.Es gibt verschiedene Antidementiva die unterschiedlich wirken.
Du vermischst da etwas…

gruss Firdevsii

Hallo, ein Teil deines Denkfehlers wäre, dass unter den vielen Antidementiva auch solche mit Duchblutungssteigernder Wirkung sind, aber auch andere, und das diese „gegen Demenz“ wirkenden Mittel eben hauptsächlich im Hirn ansetzen.
Das hat also mit klassischen Kreislaufmitteln erst mal wenig zu tun.
Ein niedriger Blutdruck kann also durch zu weite gefässe verursacht sein, aber zB. auch durch nicht ausreichend flüssiges Blut (das wiederrum zu Demenzsymptomen führen kann, wogegen Flüssigkeitszufuhr und Gerinnungshemmer- zB. Aspirin oder Marcumar bei größeren Problemen- helfen) oder durch andere Erkrankungen, zB. der Schilddrüse etc.
Nicht immer braucht es klassische Kreislaufmittel, die direkt den Blutdruck hochtreiben, es kommt eben darauf an, wodurch er zu niedrig ist. Überhaupt muss ein Niedriger Blutdruck nicht immer behandelt werden, nur wenn eben die Symptome stören, wozu aber Demenz nicht gehört (sonst wär ich auch schon total verblödet).
Ich denke bei der fraglichen Person handelt es sich um einen Demenzpatienten, der durch die Medikamente und allgemein das Alter (mangelnde Bewegung, Herzschwäche etc.)ZUSÄTZLICH einen niedrigen Blutdruck hat. Dieser kann im Notfall mit Kreislaufmitteln behandelt werden, dafür sollte man aber mit dem Arzt sprechen was man dann nehmen könnte (Effortil ist evtl mit anderen Mitteln nicht verträglich, nur so als Bsp., manchmal reicht auch ein starker Kaffee). Vorbeugen ist bei niedrigem Blutdruck aber wichtiger, dazu die von dir beschriebenen Massnahmen. Ein Vorrätighalten von Kreislaufarzneien bei der dementen Person selbst vorrätig zu halten ist ungünstig, allerdings ist es bei dem genannten Mittel eben so, dass man es normalerweise für den Notfall im Handtäschchen mit sich rumträgt, damit man ein paar Tropfen schlucken kann, wenn einem schwummerig wird. Bei Dementen ist das so nicht machbar…

Gruß Susanne

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Danke, es hat weitergeholfen! o.w.T.
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