Hallo,
eine Freundin von mir (25 Jahre, 1 Kind) hat einen Tumor in
der Lunge und ist sehr krank.
Lt. Auskunft von versch. Personen soll ein BESONDERER Honig
(Royal Flash) den es nur in Kanada gibt helfen.
Kann mir jemand von Euch weiterhelfen?
Vielleicht sollte ich meinen Aldi-Honig in eine wunderliche Karaffe füllen und einen hohen Preis ranschreiben.
Hilft Honig gegen Verzweiflung? Gegen Krebs leider nicht. Aber der spezielle aus Kanada?
Dein Problem ist doch gar nicht der Honig. Der läßt sich sicherlich irgendwie beschaffen und das Geld auch.
[Je teurer, desto besser hilft’s übrigens. Mir fällt schwer, ohne gewissen Sarkasmus zu schreiben, weil ich empört bin über die Quacksalber, die Eure Verzweiflung mißbrauchen.]
Vermutlich möchtest Du gern alles tun, was in Deiner Macht steht und bist über Deine Hilflosigkeit gegenüber der Krankheit verzweifelt. Da übt der geheimnisumwitterte Honig durchaus einen Reiz aus. Solche Hilflosigkeit ist eine besonders bittere Erfahrung. Andereseits bist Du, glaub ich, gar nicht so hilflos, zumindest in bestimmter Hinsicht.
Viele Todkranke leiden weniger an ihrer Krankheit als an der Einsamkeit! Sie sind gestorben, lange bevor sie eigentlich tot sind, weil sich niemand mehr zu ihnen hin traut. Viele Schwerkranke leiden daran, daß sie nur wenig Verständnis erhalten, ihre Bedürfnisse oft mißachtet werden. Häufig vermeiden die Angehörigen Gespräche über die Zukunft und belügen sich mit „es wird schon wieder“, weil sie selbst nicht den Mut haben, dem Tod ins Gesicht zu sehn. Dabei ist es nun einmal so, daß sehr schwere Krankheiten oft mit dem Tod enden. Aber: Ein holländischer Arzt hat sehr gut sinngemäß formuliert: Man kann nicht lange in die Sonne sehen. So ist das auch mit dem Tod.
Deshalb meine ich, daß die beste Hilfe, die man geben kann, Verständnis und Hinwendung ist. Das ist die größte Herausforderung: Wünsche, Sorgen des Kranken zu erkennen, also z.B. über den Tod reden, wenn der Kranke das wünscht und was danach sein wird, aber ebenso auch lustig über den Urlaub reden und Hoffnung spenden, wenn der Kranke die Angst nicht mehr ertragen kann.
Deine Freundin macht sich sicherlich Sorgen um das Kind. Hilfe könnte sein, diese Sorgen zu teilen und gemeinsam offen über Lösungen nachzudenken, Lösungen jenseits von „na, wieder gesund werden“.
Das bedeutet nicht, einfach die Hoffnung fallenzulassen. Hoffnung besteht immer. Und es hat größere Überlebenschancen, wer sein Leben bewußt gestaltet. Ihr dabei zu helfen ist wirksamer, als … Du weißt schon, die Wundermittel.
Ein beeindruckendes Buch hat Elisabeth Kübler-Ross geschrieben „Interviews mit Sterbenden“ (ca. 15,-DM). Sie hat mir viel Verständnis vermittelt.
Alles Gute, Sven.
P.S.: kleiner Anhang zu wissenschaftlichen Untersuchungen.
Ein kleines harmloses Getreidekorn hat Stoffe in sich, die lebensnotwendig sind, die man trotz aller Wissenschaft aber noch nicht kennt. Wie sehr muß das dann für Honig gelten, der doch Substanzen aller möglichen Pflanzen oder Tiere in sich trägt. Vielleicht hilft aber auch Fahrstuhlfahren. Oder gebratene Spatzeneier. Woher soll mans wissen? Ganz einfach, man läßt Kranke Fahrstuhl fahren, gibt andern Spatzeneier, wieder andern Honig und zwar zum Teil von Aldi, den andern hingegen aus Kanada. So laufen wissenschaftliche Untersuchungen. Hinterher kann man dann sagen: 20% der RoyalFlash-Patienten ging es besser aber nur 17% der Aldi-Honig-Patienten. Bei den meisten Untersuchungen zu Homöopathie (gehören Bachblüten dazu?) gelang der Nachweis z.B. nicht. Beim Königsblitzhonig wäre ich über einen Nachweis zu Krebsheilung verblüfft.