Reaktive Hypoglykämie

Hallo,

ich hatte wegen meiner Unterzuckerungszustände bereits im August eine Anfrage hier gepostet, die mir auch bereits weitergeholfen hat. Mir liegen mittlerweile die offiziellen Ergebnisse der Untersuchungen vor und ich möchte gerne noch mal eure Expertenmeinung dazu hören, zumal die Verhaltenstipps meines Endokrinologen nicht so recht helfen.

Zunächst einmal die Ergebnisse des OGTT:

Glukose
0 min. 72 mg/dl
60 min. 144 mg/dl
120 min. 114 mg/dl
180 min. 76 mg/dl
240 min. 35 mg/dl
300 min. 51 mg/dl

C-Peptid
0 min. 6,1 ng/ml (1,1 - 5,0)
60 min. ???
120 min. 30,5 ng/ml
180 min. 20,6 ng/ml
240 min. 10,5 ng/ml
300 min. 6,6 ng/ml

Mir wurde das Ganze so erklärt, dass ich zuviel Insulin ausschütte und dass der Blutzuckerspiegel dadurch zu stark absinkt. Trotz der Symptome sei das alles harmlos.

Mir wurde gesagt, ich solle möglichst langkettige Kohlehydrate zu mir nehmen und mehrmals tgl. kleinere Mahlzeiten essen. Ansonsten solle ich halt abnehmen, das Ganze könne u. U. auch Vorbote eines Diabetes sein.

Mein Problem ist nun, dass ich trotz langkettiger Kohlehydrate immer wieder unterzuckere. Vorgestern habe ich innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr zweier Bananen (vom Endokrinologen ausdrücklich als geeignet empfohlen) eine schwere Unterzuckerung mit eindeutigen Symptomen erlitten.

Ich bin schon stark übergewichtig, bin aber aufgrund dieser Probleme nicht in der Lage, abzunehmen, weil ich quasi „vorbeugend“ essen muss, um nicht plötzlich binnen weniger Minuten beinahe handlungsunfähig zu werden. Ich merke bei den Unterzuckerungen richtig, wie mein Gehirn sein Denken verlangsamt und ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Da ich als Lehrerin tätig bin (freiberufl)., muss ich in meinen Pausen auf Vorrat essen (was mir gar nicht gut tut).

Nach eingehender Internetrecherche und auch durch eure Hinweise ist mir bekannt, dass ich ggf. ein Insulinom haben könnte. Ich weiß nicht, ob der Endo das untersucht hat. Im Laborbericht stehen bei den Pankreas-/Gewebshormonen nur folgende Angaben:
Insulin i.S. 40,5 uU/ml (9,3-29,1)
Somatomedin C 115 ng/ml (95,0-486)

Ich bin ziemlich ratlos und weiß nicht weiter. Ich hatte bei dem Endo eh die ganze Zeit das Gefühl, auf mein Übergewicht reduziert zu werden. Traurig nur, dass ich seit Beginn dieser Probleme vor über 5 Jahren mindestens 15-20 kg nur durch diese Problematik zugenommen habe und mir trotz mehrmaliger Erwähnung dieses Problems bei diversen Ärzten lange Zeit keiner glaubte.

Ich würde mich sehr über Tipps zur weiteren Vorgehensweise freuen. Vielleicht könnt ihr aus meinen Ergebnissen ja etwas ablesen.

Im Voraus ganz herzlichen Dank!

Viele Grüße
Gwen

PS: Wenn ihr noch weitere Laborwerte braucht - ich habe noch einiges an Werten im Laborbericht.

Hallo Gwen,

So etwa Anfang 20 litt ich auch jahrelang unter plötzlichen Unterzuckerungszuständen. Ich wurde dann jeweils zittrig und benommen und musste mich erstmal irgendwo hinsetzen, hatte aber immer einen Schokoriegel oder Traubenzucker greifbar, … was, wie mir später meine damalige Heilpraktikerin darlegte, eine Art Perpetuum Mobile-Effekt hinsichtlich der Unterzuckerungszustände bewirkt.

Empfehlungsgemäß beschäftigte ich mich dann mit dem Thema Ernährung. Ich esse, wann immer möglich, Vollkornprodukte, daneben viel rohes Gemüse und etwas Obst. Mein Zuckerkonsum geht fast gegen Null, also keine Schoki, Kekse etc., nur ganz selten mal ein Eis oder ein Stückchen Kuchen. Süßstoffe soll man übrigens auch meiden wie der Teufel das Weihwasser :wink:

Ich nehme mehr oder weniger regelmäßig ein ausgewogenes Vitamin- und Mineralpräparat, das scheint mir ganz wichtig zu sein. Damals habe ich zusätzlich noch extra Chrom genommen. Das Problem ist für mich damit erledigt :smile:) - ich bin mittlerweile Mitte 40.

Vielleicht kannst du mit diesem Artikel etwas anfangen:
http://www.nwzg.de/05NWzG_12_1998.php

LG und gute Besserung!
sine

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Hallo Gwen

zuerst einmal , wenn Du genaue Informationen haben möchtest dann kannst Du mich gerne per Mail anschreiben, denn das würde hier dann den Rahmen sprengen.

Ich selbst habe hypoglykämische Zustände - Ursachen dafür werde ich hier nicht öffentlich posten, sondern nur per Mail angeben

Mir wurde das Ganze so erklärt, dass ich zuviel Insulin
ausschütte und dass der Blutzuckerspiegel dadurch zu stark
absinkt. Trotz der Symptome sei das alles harmlos.

Harmlos ist das nicht, da bei einer Unterzuckerung von 35 der Betroffene ins Koma rutscht. Und zuvor fühlt er sich hundeelend, kann nicht mehr klar denken, bekommt teilweise nicht mal mehr die Nahrung raus oder die Glucoselösung ect, kann desorientiert sein usw.

Ursachen für eine Hyperinsulinämie können sein:

Erstes Anzeichen von Diab.mell. Typ II - Der Blutzucke rist noch normal das C-Peptid im Urin ist erhöht.

Ein Insulinom, sprich ein Tumor der unkontrolliert Insulin ausschüttet

Ein autoimmunes Geschehen an der Bauchspeicheldrüse

Als sekundäres Symptom einer anderen Grunderkrankung

Alle Ursachen werden völlig anders behandelt und darum ist es wichtig herauszufinden, wodurch Du das hast.

Mein Problem ist nun, dass ich trotz langkettiger Kohlehydrate
immer wieder unterzuckere.

Das kommt daher, das Du von einer Sekunde auf die andere anfängst brachial mit dem Zucker abzustürzen. Tritt das erstmal auf, so hilft akut nur Zuckerzufuhr in Form von Traubenzucker, Apfelsaft, Schokolade, oder Glucosepräperate aus der Apotheke.
Jedoch hat man dadurch das Problem :
Unterzucker - Zucker rein - Insulin hoch , Zucker wird ruckzuck verwertet, Insulin immer noch nicht runter - nächster Unterzuckerzustand da.
Aber bevor man riskiert ins hypoglykämische Koma zu rutschen, nimm Zucker in so einem Zustand zu Dir.

Damit diese Zustände nicht mehr auftreten, dafür macht man dann die Ernährungsumstellung - aber die haut nicht bei jedem hin. Bzw es benötigt einen langen Zeitraum bis die für Dich richtige Einstellung gefunden ist.

ein Insulinom haben könnte. Ich weiß nicht, ob der Endo das :untersucht hat.

Wird im Regelfall mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert, oder mit Endoskopie - je nach Sitz des Insulinoms.

Traurig nur, dass ich seit Beginn dieser
Probleme vor über 5 Jahren mindestens 15-20 kg nur durch diese
Problematik zugenommen habe und mir trotz mehrmaliger
Erwähnung dieses Problems bei diversen Ärzten lange Zeit
keiner glaubte.

Sind bei Dir die Nebennierenrindenhormone und die Schilddrüsenhormone genauer untersucht worden? Beide Kategorien mischen beim Zuckerhhaushalt gewaltig mit und bei beiden kann es zu Unterzuckerungen kommen, wenn die Spiegel nicht stimmen.

So denn
Natascha

So etwa Anfang 20 litt ich auch jahrelang unter plötzlichen
Unterzuckerungszuständen.

Wurden die ärtlich bestätigt? Welche Ursachen hatten sie.

Süßstoffe soll
man übrigens auch meiden wie der Teufel das Weihwasser :wink:

Warum? Süßstoffe haben keinen Einfluß auf die Insulinausschüttung. Welchen Grund für die Meidung meinst Du also?

Benni

So etwa Anfang 20 litt ich auch jahrelang unter plötzlichen
Unterzuckerungszuständen.

Wurden die ärtlich bestätigt? Welche Ursachen hatten sie.

Nein, unsere damalige HP’in hat das ganz ohne Laborparameter diagnostiziert. Als Ursache vermutete sie Ernährungssünden und riet, wie ich beschrieben habe, zu anderen Ernährungsgewohnheiten. Ich sollte auch gerade nicht dauernd irgendwelche Mahlzeiten zu mir nehmen, sondern, wann immer möglich, nur 3 Mahlzeiten am Tag, diese im Abstand von jeweils mindestens 5 Stunden.

Mir fiel die Umgewöhnung nicht so schwer und wie ich bereits schrieb, verbesserte sich das Leiden sehr schnell und war nach einigen Monaten kein Thema mehr - bis heute. Daher gehe ich davon aus, dass die Ursache zutreffend vermutet wurde und die Therapiempfehlung ihr Geld wert war.

Süßstoffe soll
man übrigens auch meiden wie der Teufel das Weihwasser :wink:

Warum? Süßstoffe haben keinen Einfluß auf die
Insulinausschüttung. Welchen Grund für die Meidung meinst Du
also?

Ja, was du hier schreibst, sagte die HP’in mir damals auch, doch meinte sie, das Problem dabei sei, dass schon der süße Geschmack dem Verdauungssystem eine kohlenhydratreiche Mahlzeit avisiere, auf die es sich dann vorbereite und selbige alsbald quasi einfordere, soll heißen, dass ein unbändiger Appetit/Hunger ausgelöst werde - so in etwa hatte ich das verstanden. Da ich das Zeug ohnehin nicht sonderlich liebte, habe ich es aus meinem Leben verbannt.

Benni

LG
sine

Nein, unsere damalige HP’in hat das ganz ohne Laborparameter
diagnostiziert.

Ahhh, eine Hellseherin. Dachte ich mir schon fast.

Ich sollte auch gerade nicht dauernd
irgendwelche Mahlzeiten zu mir nehmen, sondern, wann immer
möglich, nur 3 Mahlzeiten am Tag, diese im Abstand von jeweils
mindestens 5 Stunden.

Eine ganz allgemein gute Empfehlung.

Daher gehe ich
davon aus, dass die Ursache zutreffend vermutet wurde und die
Therapiempfehlung ihr Geld wert war.

Und so bilden sich dann die Legenden um all die verschiedenen „Heiler“. Du fühlst Dich besser, nachdem Du das tatest, was man Dir empfahl und somit war die Diagnose der Dame zutreffend. Wohl eines der größten Irrtümer der Menschheitsgeschichte.

Ich möchte das hier nicht weiter ausführen, aber die Dame kann recht gehabt haben oder auch vollkommenen Blödsinn erzählt haben. Deshalb gibt es ja die Medizin, die anhand von meßbaren Parametern nachvollziehen kann, ob und wie eine Therapie angezeigt ist und/oder wirkt.

Ja, was du hier schreibst, sagte die HP’in mir damals auch,
doch meinte sie, das Problem dabei sei, dass schon der süße
Geschmack dem Verdauungssystem eine kohlenhydratreiche
Mahlzeit avisiere, auf die es sich dann vorbereite und selbige
alsbald quasi einfordere, soll heißen, dass ein unbändiger
Appetit/Hunger ausgelöst werde - so in etwa hatte ich das
verstanden.

OK, die Erklärung ist durchaus nachvollziehbar. Allerdings haben Süßstoffe auf die Insulinausschüttung dennoch keinen Einfluß. Eine psychologische Wirkung, wie hier von Dir bzw. der HP beschrieben, mag es aber bei manchen Menschen durchaus geben.

Da ich das Zeug ohnehin nicht sonderlich liebte,
habe ich es aus meinem Leben verbannt.

Wenn Du es dann nicht durch richtigen Zucker kompensierst, ist das vollkommen in Ordnung.

Benni