Hypochondrie und psychiatrische Krankheiten

Hallo -

gibt es auch Hypochonder, die sich vorstellen psychischiche Krankheiten zu haben, also ängstlich nach Anzeichen von Depression, Borderline, ADS, was weiss ich suchen, und überzeugt sind diese Krankheit zu haben, obwohl sie sie nicht haben?

Oder geht das nur mit körperlichen Dingen?

Lg,
Laubblatt

Hi,

ja, das gibt es in der Tat. Das ist sogar noch leichter, als eine somatische Erkrankung vorzutäuschen oder zu sich vorzustellen diese zu haben.

Besonders Patienten, die eine sehr lange psychiatrische Krankenhauskarriere hinter sich haben, wissen ganz genau was sie tun und sagen müssen, um eine Wiederaufnahme zu erreichen. So kommt es vor, dass es sich bei manchen um die über 50zigste Aufnahme handelt. Gründe dafür sind vielfältig:

  • man will seine Krankenhausfreunde wieder sehen
  • man hat nichts mehr zu essen und lässt sich einweisen
  • man will nicht alleine sein
  • man ist derart hospitalisiert, dass es anders garnicht geht.

Im Gegenvergleich zu diesen Langzeit Psychiatrie Patienten gibt es noch diejenigen (und ich glaube das sind die, von denen du sprachst) die sich durchaus vorstellen an einer Depression zu leiden. Oder Borderliner sind oder oder oder…

Wenn jemand sagt: „Hach, ich habe eine Depression“ und läuft quitschvergnügt durch die Gegend und meint damit aber ansich vielleicht ein temporäres Stimmungstief, verschwimmt die eigentlich Diagnose der Depression. Leidet jemand tatsächlich an einer schweren Form der Depression, so sind diese Leute sehr häufig noch nicht mal in der Lage sich selber die Zähne zu putzen.

Es ist eben chiq eine psychische Krankheit zu haben um damit Aufmerksamkeit zu erzielen. Dass das diagnostizieren dieser psychischen Krankheiten einer Palette von Untersuchungen vorhergehen muss und es sehr viel Erfahrung braucht, blenden viele leider aus.
Viele Patienten kommen ja zum Arzt und sagen: „Ich habe die Krankheit XXX und brauche Medikamente YY und ZZ.“

Um deine Frage zu beantworten: Ja, es gibt Menschen die sich durch reine Vorstellungskraft einbilden können, psychisch krank zu sein. Sie steigern sich (ähnlich die die Somatiker) da rein und werden dadurch dann tatsächlich krank. Oder bilden sich ein, krank zu sein.

Gruss levi

Hallo,

gibt es auch Hypochonder, die sich vorstellen psychischiche
Krankheiten zu haben,
Oder geht das nur mit körperlichen Dingen?

Hypochondrie bezieht sich auf körperliche Krankheiten und Symptome.

So definiert das Klassifikationssystem der US-amerikanischen Psychiatrie (DSM-IV TR) Hypochondrie als „übermäßige Beschäftigung mit der Angst oder der Überzeugung, eine ernsthafte Krankheit zu haben, was auf einer Fehlinterpretation von einem oder mehreren körperlichen Zeichen oder Symptomen basiert“ (S. 559/60).

Es heißt weiter, daß sich die Krankheitsängste auf Körperfunktionen, körperliche Bagatellbeschwerden oder auf mehrdeutige körperliche Empfindungen beziehen können. Von psychischen Symptomen ist im Gegensatz dazu nicht die Rede.

Auch das Klassifikationssystem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von Hypochondrie als der „beharrlichen Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden, manifestiert durch anhaltende körperliche Beschwerden oder ständige Beschäftigung mit der eigenen körperlichen Erscheinung“.

Es gibt aber eine Störung, bei der psychische Symptome absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Bei dieser Störung handelt es sich allerdings nicht um Hypochondrie, sondern um die sogenannte Vorgetäuschte Störung.

Beste Grüße

Hallo aiwendil,

Es gibt aber eine Störung, bei der psychische Symptome
absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht werden, um
Aufmerksamkeit zu erregen. Bei dieser Störung handelt es sich
allerdings nicht um Hypochondrie, sondern um die sogenannte
Vorgetäuschte Störung.

Das würde aber doch beinhalten, dass der Patient die Symptome absichtlich und bewusst vortäuscht. Das würde sich von der Hypochondrie ja insofern unterscheiden, als dass diese Leute selber überzeugt sind und/oder zumindest starke Ängste haben, tatsächlich erkrankt zu sein. Gibt es dort im Bereich der psychischen Erkränkungen keine vergleichbare Kategorie?

Grüße, eeyore

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Es gibt aber eine Störung, bei der psychische Symptome
absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht werden, um
Aufmerksamkeit zu erregen. Bei dieser Störung handelt es sich
allerdings nicht um Hypochondrie, sondern um die sogenannte
Vorgetäuschte Störung.

Das würde aber doch beinhalten, dass der Patient die Symptome
absichtlich und bewusst vortäuscht. Das würde sich von der
Hypochondrie ja insofern unterscheiden, als dass diese Leute
selber überzeugt sind und/oder zumindest starke Ängste haben,
tatsächlich erkrankt zu sein. Gibt es dort im Bereich der
psychischen Erkränkungen keine vergleichbare Kategorie?

Gute Frage, die würde ich auch stellen wollen,
lg,
Laubblatt

Hallo!

Ich glaube ja, dass ich an Hypochondrie leide und nachdem man immer noch keine Krankheit für meine Beschwerden gefunden hat, die mich zufriedenstellt, glaube ich nun, dass ich Depressionen habe oder eben eine Hypochondrie.
Ängstlich suche ich dabei aber nicht nach diesen Krankheiten, ich sehe es nur realistisch, ich bilde mir Krankheiten ein die ich nicht habe, fühle mich aber krank, Ärzte finden nichts, also denke ich, dass ich an Hypochondrie leide oder eine seelische Störung wie Depressionen habe.
Aber leide habe ich noch nicht mal das. Wurde mir von 3 Fachärzten bestätigt.