Piriformis-/Trochanter Syndrom

Hallo, Ihr Wissenden!

Was könnt Ihr bei Piriformis-/Trochanter-Syndrom empfehlen? Es liegen Schmerzen am Rollhügel vor, ferner drückt der Musculus pirifomis auf den Ischias-Nerv, diese Schmerzen ziehen über die rechte Gesäßhälfte das Bein hinunter bis in den rechten Fuß.
Welche Kräftigungs- / Dehnübungen könnt Ihr vorschlagen, gibt es sonst noch einen „Geheimtipp“?

Gruß von Pegasus

Hallo Pegasus,

betrifft es Dich selber?
Also, eigentlich ist es am besten, man lässt sich die Übungen einmal richtig zeigen. Was sagt der Arzt dazu, oder woher kommt die Diagnose?

Du hast angegeben, du wärst Allround-Sportler, also gehe ich davon aus, dass Du eine Dehnübung kennst, die das Gesäß dehnt, also auch den Piriformis?
Es gibt 2 wichtige Varianten. 1. RL, beide Beine aufgestellt. re Knöchel auf den anderen Oberschenkel legen.
Mit der linken Hand ziehst Du das re Knie zur li Schulter, das dürfte schon ein Dehngefühl im Gesäß geben. das li Bein, mit dem Knöchel drauf, kannst Du nun noch ein wenig nach außen fallen lassen, so dass Deine re Hüfte im Hüftgelenk gedreht wird, dass erhöht die Dehnwirkung.
Bei mir hilft am besten die statische Dehnung. D.h. sanft rein, bis Du eine deutliche, am liebsten nicht schmerzhafte Dehnung spürst. Das kann anders sein, wenn Du eben dort akut Schmerzen hast, also sanft sein. Dann warten, innerhalb von 30 sek. sollte die Dehnung angenehmer werden, dann darfst Du verstärken, insg 2 - 3 mal. Nur aufhören, wenn es wirklich weniger wurde, sonst reizt Du evtl den Ischias und die Muskeln zu sehr.
Die andere Variante ist die, wo man unterm linken Oberschenkel durchfassen wrüde und das Bein ranzieht. Das zieht dann mehr seitlich am Bein.
Dazu noch Wade, kurzer Anteil, langer Anteil, Adduktoren, Quadriceps und Iliopsoas, kennst Du die?

Wichtig ist außerdem:
Welcher Sport, auch genügend Ausgleich, sonst Ausgleichsübungen empfehlen lassen/entwickeln.
Die richtige Technik bei dem Sport? Mal ein Techniktraining buchen?
Das richtige Schuhwerk?
Alte Verletzungen? Besonders Sprunggelenk, oft gegenüber, da der Piriformis in der Standbeinphase in der sog. Close-Pack-Position das Becken stabilisiert, oder Adduktorenzerrungen, alles, was das Becken und die Beine stören kann. Gewohnheitshaltungen bei der Arbeit? Allg Haltung. Krumme Haltung fördert diese Problematik.
Ich würde ein mal um Physiotherapie bitten und dort den Physio bitten, ob mein Becken grade und frei beweglich ist (schief macht nix, solange frei beweglich und keine Schmerzen) und es dann evtl behandeln lassen und Übungen zeigen lassen. Meist schien es mir nicht, wie ein reines Kraft-Problem, sondern eher das einer Dysbalance. Aber wenn schon Kraäftigung, dann merke ich, dass symmetrischen Kräftigung es häufig „begradigt“.
Heiße Rolle, bzw heiße Wärmflasche und tupfen. Auf dem Rollhügel und in Richtung Kreuzbein. Wenn Du dann weißt, welche Muskeln mit beteiligt sind, an der Ursache, dann auch auf denen, z.B. Fuss, Wade u.s.w.
Tupfen heißt kurz, aber wiederholt! Nicht verbrühen!
Vorsichtige Eigenmassage mit Tennisball! An der Wand z.b… Nicht auf dem Kreubein, nur ab daneben bis zum Rollhügel. Wenn Du einen Punkt findest, der weh tut, dann wie bei der Dehnung drauf bleiben und warten. Es muss nachgeben, ansonsten ist Dein Druck zu doll! Dann sanft noch mal wiederholen!

Und, auch wenn ich mich wiederhole: ab zum Physio, alles zeigen lassen.

Gruß
Kathy

Was könnt Ihr bei Piriformis-/Trochanter-Syndrom empfehlen? Es
liegen Schmerzen am Rollhügel vor, ferner drückt der Musculus
pirifomis auf den Ischias-Nerv, diese Schmerzen ziehen über
die rechte Gesäßhälfte das Bein hinunter bis in den rechten
Fuß.
Welche Kräftigungs- / Dehnübungen könnt Ihr vorschlagen, gibt
es sonst noch einen „Geheimtipp“?

Hallo Kathy,

vielen Dank für Deinen hilfreichen Beitrag. Bei der Diagnose handelt es sich – lach nicht! – um eine Eigendiagnose.
Ich bin seit mehreren Jahren wegen meiner LWS in orthopädischer Behandlung. Vor ca. einem Jahr wurde bei mir zusätzlich eine Ischialgie (Schmerzen in beiden Gesäßhälften, rechts zog der Schmerz über Ober-/Unterschenkel bis in die Ferse) diagnostiziert, obwohl der Ischiasnerv auf dem Röntgenbild / bei der Sonographie völlig frei lag.
Seit drei Monaten verspüre ich nun zusätzlich so starke Schmerzen in der linken Hüfte, dass ich humpele und kaum noch Treppen steigen kann. Bei einem erneuten Orthopädenbesuch wurde ich wieder einmal geröntgt und geringfügige Arthrose (naja, ich bin jetzt 55) in beiden Hüftgelenken festgestellt. Ich bekam Ibuhexal verschrieben und sollte mich mit dem Gedanken einer Hüft-OP anfreunden ….
So, und zu Hause machte es bei mir ganz hinten im Gehirn „klick“, ich kramte mein Osteopathie-Buch hervor und surfte im Internet und Bingo: die Schmerzen, die ich verspüre, stimmen 100%ig mit den dort beschriebenen Symptomen des Piriformis-Syndroms überein! Ich will ja gar nicht abstreiten, dass sich in meiner Hüfte Arthrose breitmacht, ich glaube aber nicht, dass die aktuellen Schmerzen daher rühren.
Bevor ich mich also unter das Messer lege, versuche ich auf jeden Fall die Sache in Eigenregie in den Griff zu bekommen. Ich wusste nur nicht so genau, wie dieser Muskel verläuft und wie man ihn am effektivsten dehnt. Ansonsten kenne ich mich mit den verschiedenen Dehntechniken sämtlicher Muskeln ganz gut aus.

Nochmals Danke!

Gruß von Pegasus

Gern doch, Pegasus,

dann such Dir doch gleich noch einen Osteopathen, und/oder einen Physio der nach Brügger arbeitet und lass Dich Hüftmäßig richtig fit machen.
Pririformis und Hüftarthrose hängen ganz eng zusammen. Rückenbeschwerden und Hüftarthrose ebenso wie Ischias.
Wenn Du bis jetzt nur eine gerinfügige Arthrose hast, solltest Du mit allen Mitteln versuchen, das Gelenk frei zu halten. Zum einen kann das eine OP deutlich rauszögern, zum anderen hält es Dich schmerzfreier und, jetzt kommt was sehr wichtiges: Falls Du operiert werden musst macht es m.E.n. das Ergebnis um so besser, da es einige Dinge gibt, die Du nach der OP nicht mehr darfst, z.b. den Piriformin dehnen, da Du in die Position nicht darfst. Es gibt also Dinge, die sollte man vor einer OP so gut wie möglich in Schuss haben.
Ein Gesichtspunkt noch für eine OP:
Je früher man die erste OP macht, desto kleiner reicht der Gelenkersatz aus, desto besser kann man auch nach ca 15 Jahren noch mal auf eine 2. Prothese wechseln.
Je später, also je mehr vom Gelenk schon kaputt ist, desto größer muss der erste Ersatz sein und desto schwieriger wird ein Wechsel, da dann weniger vom eigenen Knochen da ist.
Die Kunst ist es nun also den Zeitpunkt nicht zu verpassen an dem es fürs eine noch zu früh ist und fürs andere schon zu spät, so ungefähr. Hoffe, Du verstehst, was ich meine.
Da man aber vielleicht noch viel rausholen könnte, solltest Du Dich wirklich in Behandlung begeben. U.a. auch deswegen, weil der Piriformis ja einen übergeordneten Grund hat, anzuspannen.
Viel Glück!
Kathy