Die Lösung wäre eben nicht mehr Privatversicherung. Alle
müssten in irgendeiner Form in eine staatlich geregelte Sache
einzahlen,
Wieso? Weil Du das so sagst?
Wenn Steffi sagt, dass mehr Privatversicherung zu einem Verlust der garantierten Grundversorgung führt, ist das nicht die Lösung. Das ist meine Meinung.
die die Grundversorgung komplett sicherstellt.
Und wofür brauche ich da den Sozialismus? Jeder kann selbst
entscheiden, ob er sich versichert oder nicht. Wenn man das
schon nicht will, dann eben eine allgemeine
Versicherungspflicht. Aber der Staat soll sich da raushalten.
Beispielsweise könnte es eine allgemeine Versicherungspflicht
geben, bei der es nur noch privatwirtschaftliche
Versicherungsunternehmen gäbe, die aber einen
Kontrahierungszwang haben, also jeden versichern müssen und
dabei den Beitrag allein altersabhängig machen dürfen.
Risikozuschläge entfielen. Dadurch gibt es eine gewisse, aber
noch erträgliche Sozialisierung von Risiken.
Ich wüsste nicht, wo da von Sozialismus die Rede war. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Grundversorgung einen gewissen Standard haben sollte, nicht mehr und nicht weniger.
Das Wichtigste ist mir eigentlich, dass sich niemand, kein Beamter, kein Abgeordneter, kein Besserverdienender, aus der Grundsicherung für alle rausgehen darf. Das System, wie es jetzt ist, dass viele derer, die finanziell weit über Durchschnitt liegen, in der privaten Versicherung sind, und der Rest irgendwie mit seinem Gehalt die Krankheiten der Armen und Alten finanzieren muss, finde ich nicht gerecht. Das ist mein Hauptkritikpunkt am Gesundheitswesen Deutschlands. Und deshalb bin ich ganz enorm für eine gesetzlich geregelte Grundversorgung. Hauptpunkt: Es gibt einen festen Katalog an Leistungen, der die Grundversorgung darstellen, und jeder Bürger trägt dazu bei, dass diese Grundversorung sicher gestellt ist.
Über Steuern werden beispielsweise in folgenden Ländern die Grundversorgung finanziert: Großbritannien, Irland, Dänemark, Portugal. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, weiß ich nicht zu beurteilen.
Frankreich hat ein ähnliches System wie Deutschland, also eine gesetzliche Versicherungspflicht. Es muss aber große Unterschiede geben, denn im internationalen Qualitätsvergleich der WHO (bewertet wurden Gesundheitsniveau, Bedürfnisorientierung und Finanzierungsgerechtigkeit) liegt Deutschland ziemlich weit hinten auf Platz 25, Frankreich auf Platz 1, dazwischen Länder wie Italien, Spanien, Oman, Österreich, Japan, Luxemburg, Niederlande, Großbritannien, Schweiz (Platz 20). USA auf Platz 37. So gesehen hätte ich gern das Gesundheitswesen Frankreichs.
Folge wäre ein Wettbewerb unter den Versicherungen um die
besten Leistungen bei den niedrigsten Prämien. Jeder
Versicherte könnte unter Mitnahme seiner Altersrückstellung
jederzeit in ein anderes Unternehmen wechseln.
Oh, falls jemand denkt, so etwas hätte er noch nie gehört:
Dies ist das gesundheitspolitische Programm der FDP und der
Republikaner.
Ich orientiere mich nur ungern an bloßen Schlagworten, sondern hätte lieber ein Beispiel, wo ich sehen kann, wie gut das funktioniert. Gibt es ein Land, an dem die FDP sich orientieren? Die Ideen der Republikaner interessieren mich allerdings überhaupt nicht.
Aber keine Sorge, das wird nicht kommen. Nur wenn der Staat
möglichst viel in der Hand behält, behält er Macht über den
unfreien Bürger. Und das ist schließlich das Ziel der meisten
Politiker.
Auch die FDP könnte durchaus noch mal eine Regierungsbeteiligung schaffen, aber ob mit Westerwelle, weiß ich nicht.
Bis denne
Schnoof