Unhöfliche Ärzte

müssen wir Patienten uns alles gefallen lassen???

Es ist langsam der Wahnsinn was sich manche Ärzte erlauben!
Das muss ich berichten!
da sagt ein Arzt (Neurologe) zu mir, nach dem ich ihn zeigen wollte wo mein Problem ist: nimm die Pfoten weg
oder: findet nicht heraus was ich habe: müssen sie mit leben, sie leben eh schon längere Jahre damit, dann können sie auch noch den Rest des Lebens damit leben. Oder, darf ich die Tabletten zerkleinern,da ich sie nicht runter bekomme? längeres gucken und dann sagt der Arzt: na da fragen sie mich was, schauen sie in Packzettel nach. Es kamen noch mehrere solche Sprüche.

Ich als Patient war total sprachlos und bin halt ohne etwas zusagen gegangen!!! Liegt es wirklich daran das man Kassenpatient ist?

Untersuchung hat er , glaube ich soweit ganz gut gemacht aber das Gespräch war der Wahnsinn, bin geschockt!!! :frowning:

Hallo,

erst mal mein Beileid dass Du an so einen Arzt geraten bist.

Kann schon sein, dass bei diesem Arzt Kassenpatienten einen schlechteren Stand haben.

Das Beste Beispiel hierfür möchte ich einmal schildern:

Ich wollte vor einiger Zeit zu einem Orthopäden. Es gibt hier eine große Gemeinschaftspraxis mit eigener Internetseite wo man auch online Termine reservieren kann.

Vorher muss man allerdings angeben ob man Kassen- oder Privatpatient ist.

Da ich Kassenpatient bin, habe ich natürlich zuerst diese Option gewählt. Es gab dann in sechs Wochen den ersten Termin. Für den ganzen Monat gerade einmal sieben Termine insgesamt.

Aus Jux habe ich dann mal eingetragen dass ich Privatpatient sei. Und siehe da: Ein freier Termin reihte sich an den nächsten.

Noch offensichtlicher kann man Kassenpatienten wohl nicht zeigen, dass man nicht erwünscht ist, oder?

Ist wie gesagt schwer zu sagen ob das bei diesem Arzt auch so ist, oder ob ihm eine andere Laus über die Leber gelaufen ist…

Das Einzige was Du machen kannst: Nie wieder da hin gehen. Damit ist dann so oder so Euch beiden gedient.

Gruss,

Susi

Da hast du ja ein Prachtexemplar erwischt… Man sollte aber auch bedenken, dass man genauso oft unhöflich Frisöre, Busfahrer oder auch Anwälte erwischen kann. Sind alles nur Menschen. Viele Ärzte machen schon einen Unterschied zwischen gesetztlich und privat versicherten Patienten. Es ist nun mal im Regelfall so, dass er für die gleiche Leistung am Privatpatienten mehr Geld verdient wie bei einem gesetzlich versicherten Patienten. Ist vielleicht kein löbliches, aber dafür nachvollziehbares Verhalten.

Ich kann als gesetzlich versicherte Patientin aber eher vom Gegenteil berichten. Mittlerweile habe ich einen „Ärztestamm“, der überaus freundlich und hilfreich ist. Da ist gar kein Blindgänger mehr dabei. Von daher mag ich deinen Unmut zwar verstehen, mag es aber nicht auf alle Ärzte anwenden wollen.

Die Privatversicherung kann auch ein Fluch sein… Und im letzten Jahr habe ich gesundheitlich ziemlich daneben gegriffen und kann mich GAR NICHT über die ärztliche Versorgung beschweren. Und wenn man wirklich schnell irgendwo hinmuss, hilft doch auch der Hausarzt um einen kurzfristigen Termin zu bekommen.

VG
Monroe

Hallo zusammen,

mir wurde letztens in einem sehr angesehenen Krankenhaus in Rheinland-Pfalz gesagt, wörtlich:

„Tja, da können wir nun leider nichts anderes machen.
Die Möglichkeiten, die es jetzt gibt, werden Sie sich frühestens in 10 Jahren leisten können. Sie sind ja nunmal auch Patient 2.Klasse…aber dann würde ich sagen, machen wir die OP von 2002 nochmal.“

Die genannte OP hat außer Schmerzen und einer Besserung für 3 Monate nichts gebracht.
Ich hab stinksauer „NEIN“ gesagt und bin gegangen - bzw. 6 1/2 Std. mit dem Zug zurück gefahren.

Man ist als Mensch nichts mehr wert!

LG, Bomba

Es gibt unmögliche Menschen, und manche von denen entscheiden sich fürs Medizinsstudium.
Dass der Versichertenstatus des Patienten aus einem Ekel von Arzt einen netten Menschen macht, ist unwahrscheinlich. Entweder habt ihr völlig aneinander vorbeigeredet, oder Du hattest einen schlechten Tag oder der Dokter, oder er ist einer dieser o. g. Menschen. Das letzte scheint mir wohl zuzutreffen…

pp

Beschweren!!!
Moin,

Ich wollte vor einiger Zeit zu einem Orthopäden. Es gibt hier
eine große Gemeinschaftspraxis mit eigener Internetseite wo
man auch online Termine reservieren kann.

naja, das können wohl viele gesetzlich Versicherte bestätigen, dass das so ist (MRT-Termin: „Sie sind kassenpatientin? dann rufen Sie nächste Woche noch mal an, dann vergeben wir Termine für April“… diese Antwort erhielt ich vor 10 Tagen…)

Das Einzige was Du machen kannst: Nie wieder da hin gehen.

Oder sich beschweren: Ärztekammer oder gleich direkt bei ihr: http://www.patientenbeauftragte.de/front_content.php… bzw. persönlich an uns Ulla…

Gruß
Demenzia

Hi,
unhöfliche Ärzte oder seltsame Begebenheiten ?

Fall 1:
mein Rückenarzt … seit Jahren in Behandlung. Plötzlich eines Abends, ich die letzte Patientin und wie immer 2 Std. im Wartezimmer gesessen. Ich sagte ihm direkt, ich denke, meine Wirbelsäule müsse wieder eingerenkt werden, am besten komplett … er renkte und murmelte dabei, dass das eigentlich jetzt zu viel Zeit beansprucht, wenn man bedenkt, dass die Kasse dafür jetzt nur 11 EUR zahlt, aber er wäre ja nicht mehr lange dort und würde dann nur noch Privatpatienten behandeln. Da verdient man wenigstens was dran. Er war ein guter Arzt, aber den Spruch fand ich völlig daneben.

Fall 2:
meine Gyn … 5 Jahre war ich Patienten und plötzlich kam die Ansage, meine Gebärmutter wäre ja so klein, dass man sie nicht ertasten könne. Sie müßte Ultraschall machen, das müßte ich aber selbst bezahlen.
Arzt gewechselt, kam mir komisch vor, weil die ja nicht plötzlich geschrumpft sein kann … Ergebnis: Sie ist sogar doppelt so groß wie eine normale und voller Knoten … da wollte die Dame wohl etwas hinzuverdienen

Fall 3:
Internist/Hausarzt … Ich war an einem So in der 1. Hilfe im Krankenhaus, weil ich nicht mehr „krauchen“ konnte … die gaben mir Schmerzmittel und meinten, ich solle am nächsten Tag zum Arzt und mir Rezepte und Überweisungen geben lassen. Ich also Montagfrüh den Internisten angerufen, worauf kam „Nein, wir können Ihnen keine Rezepte und Krankschreibung geben, da müssen Sie schon zu einem Orthopäden.“ Ich gefragt, ob die einen in der Nähe kennen, wo man nicht lange warten muss, weil ich nicht laufen und sitzen kann. „Nein, müssen Sie selber suchen“. Ich fand keinen Orthopäden, der mich kurzfristig drannehmen wollte, aber eine Internistin, die meinte, ich kann sofort kommen und natürlich bekam ich alles, was ich brauchte.

Aber ich hatte Glück, dass die neuen Ärzte jetzt alle nett scheinen und nicht nur auf Geld aus sind.

Gruß
Tina

Hallo,

es ist sicher so, dass in den meisten Praxen kurzfristige Termine schlecht zu haben sind, wenn man gesetzlich versichert ist. Dagegen ist für die privat versicherten Patienten oft ein früherer Termin möglich.

Hat sich mal jemand gefragt, ob das vielleicht an den von Euch gewählten Politikern liegt ?

Die Anzahl der Patienten, die der Arzt pro Quartal abrechnen darf, liegt bei 800-1000 (je nach Bundesland). Die Tätigkeiten an diesen Patienten bekommt die Arztpraxis zwar schlecht aber voll bezahlt. Weitere 200-400 Patienten darf man zu einem deutlich reduzierten Satz behandeln (meist zeigt sich nach einer Kostenrechnung, dass die Behandlung teurer war als der Erlös, zumindest ist es immer ein Satz, bei dem der Arzt nichts mehr verdient). Alle Patienten, die danach kommen, dürfen zwar auch behandelt werden, aber für diese Behandlung bekommt der Arzt nichts mehr. Gleichzeitig darf man aber die Praxis nicht zusperren, wenn man die 1000 erreicht hat (dann hätten viele Praxen ab der Mitte des 2. Monats, zumindest aber den 3. Monat zu). Also werden die Termine gestreckt, damit man möglichst am Ende des Quartals bei 1000 ist. Alles andere bringt kein Geld sondern kostet. In den „Zwischenterminen“ kann man sehr gut privatversicherte Patienten behandeln, denn die zahlen immer (und besser). Ausserdem zahlt ein privatversicherter Patient auch seine Rechnung, wenn er nach Feierabend behandelt wird, ein gesetzlicher in der Regel nicht, deshalb gibt es keine Zusatztermine für gesetzlich Versicherte.

Nun höre ich rufen: Aber dafür ist man doch Arzt geworden, damit man anderen hilft und nicht aufs Geld schaut !

Mag ja sein, aber man ist sicher nicht Arzt geworden, um schlechter zu leben als viele andere, also muss man seinen Weg suchen. Ausserdem leben in den Arztpraxen nicht nur die Ärzte von dem erwirtschafteten Geld, sondern auch Arzthelferinnen, Technische Assistentinnen, Steuerberater, Datenbeauftragte, Betriebsärzte, Vermieter, Qualitätsbeauftragte etc.

Den von Euch möchte ich sehen, der in der Regel arbeitet, ohne dafür Geld zu verlangen - warum regt man sich also über Ärzte auf - die machen das auch nicht.

Ich bin für jede Änderung diese Status, aber diese Änderung muss aus der Politik kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. J. Sauer

10 „Gefällt mir“

Aha
Hallo Dr. Sauer,

Sie meinen also, dass DAS die allumfassende Antwort auf inkompetente und teils unverschämte Aussagen von Fachärzten ist?

Was haben Sie denn gewählt?

Leider gibt es keine Garantie mehr, dass die vom Bürger u.U. gewählten Politiker 1. Ihre Wahlkampfversprechen tatsächlich wahr machen, 2. dann auch mit der „richtigen“ Partei koalieren.

Ihre Antwort ist die, die man immer dann bekommt, wenn nichts anderes mehr argumentativ greifen könnte.

Denn für unsachliche und unverschämte Behandlung eines Kassenpatienten gibt es keine Entschuldigung. Ehrlich nicht.

Auch ich muss mich dafür selbst verantworten, wenn sich ein Kunde über mich beschwert, wenn er meint, ich hätte ihn nicht „gut“ behandelt.

Ich habe auch noch nie erlebt, dass ein Arzt mir anbietet, mich besser zu behandeln, wenn ich ihm u.U. etwas extra zahle. Sorry, aber ICH kann nichts dafür, dass ich mich nicht privat versichern DARF, aber so was - wenn es denn tatsächlich lohnt - würde ich sofort machen.

Und da rede ich nicht von den Sonderleistungen wie Ultraschall Blahblah. Mir würde es reichen, wenn ein Facharzt (ich kann da eigentlich nur von schlechten Erfahrungen mit Orthopäden sprechen) mir zuhören würde, über das Gesagte nachdenken und mit mir gemeinsam nach einer „Heilungsmethode“ forschen würde.

Bemerkungen zu jemandem, der mit starken chronischen Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls im Alter von Anfang 40 um Hilfe bittet (viele Jahre lang) in Form von „Was wollen Sie denn, Sie können doch noch aufrechte gehen! Da kann man nix mehr machen“ sind nicht nur hochgradiger Schwachsinn (denn es geht sehr wohl was zu machen…), sondern haben nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun.

Dann soll er lieber sagen: ich hab keinen Bock, mir Gedanken zu machen, suchen se sich jemand anderen. Das wäre wenigstens ehrlich.

Gruß
Demenzia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

5 „Gefällt mir“

huhu,

Oder sich beschweren: Ärztekammer oder gleich direkt bei ihr:
http://www.patientenbeauftragte.de/front_content.php…
bzw. persönlich an uns Ulla…

haste gemacht? :smile:
guuuuuuuuuut!

liebe grüße
ann

Ergänzend
Hi Jürgen,

Nun höre ich rufen: Aber dafür ist man doch Arzt geworden,
damit man anderen hilft und nicht aufs Geld schaut !

Mag ja sein, aber man ist sicher nicht Arzt geworden, um
schlechter zu leben als viele andere,

Uuuuuund man ist auch nicht Arzt geworden, um einen Großteil seines Tages mit Verwaltungs- und Papierkrieg zu verplempern, schon gar nicht bei dieser miserablen Bezahlung. Die Ressourcen werden im DRG-Korsett wegen der verkürzten Liegedauer (= mehr Patienten, die ‚durchgeschleust‘ werden müssen), immer knapper, bei Klinikärzten ist eine 50-60-Stunden-Woche eher Regel denn Ausnahme, es wird an allen Ecken und Enden gespart, gekürzt und abgebaut…

Mich wundert es jedenfalls nicht ein bißchen, daß immer mehr Ärzte ins Ausland abwandern.

Nur der an dem motzenden Patienten ändert sich nichts - der bleibt, wie er war. :wink:

Grüße
Renee

Hallo,

Hat sich mal jemand gefragt, ob das vielleicht an den von Euch
gewählten Politikern liegt ?

Sicher wäre das Problem auch über die politische Schiene zu beeinflussen. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, daß irgendein Politiker mal konkrete Versprechungen geäußert hätte. Wie auch? Die Kassen können es nicht leisten. Jedenfalls nicht wenn sich die Einstellung der Bevölkerung nicht ändert. Die Lösung wäre mehr Privatversicherung. Aber an der Stelle verlassen wir (mal ganz wertfrei festgestellt) den Sozialstaat mit der gesundheitlichen Grundversorgung.

Die Anzahl der Patienten, die der Arzt pro Quartal abrechnen
darf, liegt bei 800-1000 (je nach Bundesland). … Weitere 200-400
Patienten darf man zu einem deutlich reduzierten Satz behandeln …

Ärzte sind fleißige Leute. Da ein Arzt aber auch etliche andere Dinge tun muß bleiben für die reine Behandlung am Patienten vielleicht 8h/Tag.
Rechnen wir mal 8h x 25Tage/Monat => 200h => 12000min.
12000min / 1200Patienten => 10min/1Patient.
Vermutlich machen die Kassen genau diese Rechnung und legen dadurch die Begrenzung fest.

Bei der Rechnung entstehen in meinem Kopf ganze Wälder von Fragezeichen.
Wobei ich nicht in Frage stellen möchte, daß ein Arzt nicht einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen soll.

Gruß Steffi

1 „Gefällt mir“

Hat sich mal jemand gefragt, ob das vielleicht an den von Euch
gewählten Politikern liegt ?

Höflichkeit hat sicher nur wenig mit der Politik zu tun. Außerdem ist das hier klar off-topic. Aber ich möchte auch meinen Senf dazu geben.

Sicher wäre das Problem auch über die politische Schiene zu
beeinflussen. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern,
daß irgendein Politiker mal konkrete Versprechungen geäußert
hätte. Wie auch? Die Kassen können es nicht leisten.
Jedenfalls nicht wenn sich die Einstellung der Bevölkerung
nicht ändert. Die Lösung wäre mehr Privatversicherung. Aber an
der Stelle verlassen wir (mal ganz wertfrei festgestellt) den
Sozialstaat mit der gesundheitlichen Grundversorgung.

Die Lösung wäre eben nicht mehr Privatversicherung. Alle müssten in irgendeiner Form in eine staatlich geregelte Sache einzahlen, die die Grundversorgung komplett sicherstellt. Also entweder über Steuern oder eine einzige große (gesetzliche) Kasse für die Grundversorgung. Dann könnten sich die Besserverdienenden nicht aus der solidarischen Grundversorgung zurückziehen. Wenn die Gelder, die da einfließen, dann nicht überwiegend für die Selbstverwaltung ausgegeben werden (das ist ja das Problem einiger großer gesetzlicher Krankenkassen), müssten die Beiträge sogar sinken, weil ja wirklich jeder einzahlt, auch die gesunden Besserverdienenden. Jedem, der sich das leisten kann, ist es natürlich freigestellt, private Zusatzversicherungen abzuschließen, die Leistungen außerhalb der Grundversorgung übernehmen.

Das wäre eine gerechte Sache. Ich kenne auch genügend Privatversicherte, die mit einer solchen Lösung kein gesteigertes Problem hätten. Sie nutzen jetzt die Möglichkeit, aus der gesetzlichen auszusteigen und damit Geld zu sparen - das funktioniert ja ganz gut, so lange man jung und gesund ist und gutes Geld verdient.

Bis denne
Schnoof

1 „Gefällt mir“

Die Lösung wäre eben nicht mehr Privatversicherung. Alle
müssten in irgendeiner Form in eine staatlich geregelte Sache
einzahlen,

Wieso? Weil Du das so sagst?

die die Grundversorgung komplett sicherstellt.

Und wofür brauche ich da den Sozialismus? Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich versichert oder nicht. Wenn man das schon nicht will, dann eben eine allgemeine Versicherungspflicht. Aber der Staat soll sich da raushalten. Beispielsweise könnte es eine allgemeine Versicherungspflicht geben, bei der es nur noch privatwirtschaftliche Versicherungsunternehmen gäbe, die aber einen Kontrahierungszwang haben, also jeden versichern müssen und dabei den Beitrag allein altersabhängig machen dürfen. Risikozuschläge entfielen. Dadurch gibt es eine gewisse, aber noch erträgliche Sozialisierung von Risiken.

Folge wäre ein Wettbewerb unter den Versicherungen um die besten Leistungen bei den niedrigsten Prämien. Jeder Versicherte könnte unter Mitnahme seiner Altersrückstellung jederzeit in ein anderes Unternehmen wechseln.

Oh, falls jemand denkt, so etwas hätte er noch nie gehört: Dies ist das gesundheitspolitische Programm der FDP und der Republikaner.

Aber keine Sorge, das wird nicht kommen. Nur wenn der Staat möglichst viel in der Hand behält, behält er Macht über den unfreien Bürger. Und das ist schließlich das Ziel der meisten Politiker.

Benni

Die Lösung wäre eben nicht mehr Privatversicherung. Alle
müssten in irgendeiner Form in eine staatlich geregelte Sache
einzahlen,

Wieso? Weil Du das so sagst?

Wenn Steffi sagt, dass mehr Privatversicherung zu einem Verlust der garantierten Grundversorgung führt, ist das nicht die Lösung. Das ist meine Meinung.

die die Grundversorgung komplett sicherstellt.

Und wofür brauche ich da den Sozialismus? Jeder kann selbst
entscheiden, ob er sich versichert oder nicht. Wenn man das
schon nicht will, dann eben eine allgemeine
Versicherungspflicht. Aber der Staat soll sich da raushalten.
Beispielsweise könnte es eine allgemeine Versicherungspflicht
geben, bei der es nur noch privatwirtschaftliche
Versicherungsunternehmen gäbe, die aber einen
Kontrahierungszwang haben, also jeden versichern müssen und
dabei den Beitrag allein altersabhängig machen dürfen.
Risikozuschläge entfielen. Dadurch gibt es eine gewisse, aber
noch erträgliche Sozialisierung von Risiken.

Ich wüsste nicht, wo da von Sozialismus die Rede war. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Grundversorgung einen gewissen Standard haben sollte, nicht mehr und nicht weniger.

Das Wichtigste ist mir eigentlich, dass sich niemand, kein Beamter, kein Abgeordneter, kein Besserverdienender, aus der Grundsicherung für alle rausgehen darf. Das System, wie es jetzt ist, dass viele derer, die finanziell weit über Durchschnitt liegen, in der privaten Versicherung sind, und der Rest irgendwie mit seinem Gehalt die Krankheiten der Armen und Alten finanzieren muss, finde ich nicht gerecht. Das ist mein Hauptkritikpunkt am Gesundheitswesen Deutschlands. Und deshalb bin ich ganz enorm für eine gesetzlich geregelte Grundversorgung. Hauptpunkt: Es gibt einen festen Katalog an Leistungen, der die Grundversorgung darstellen, und jeder Bürger trägt dazu bei, dass diese Grundversorung sicher gestellt ist.

Über Steuern werden beispielsweise in folgenden Ländern die Grundversorgung finanziert: Großbritannien, Irland, Dänemark, Portugal. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, weiß ich nicht zu beurteilen.

Frankreich hat ein ähnliches System wie Deutschland, also eine gesetzliche Versicherungspflicht. Es muss aber große Unterschiede geben, denn im internationalen Qualitätsvergleich der WHO (bewertet wurden Gesundheitsniveau, Bedürfnisorientierung und Finanzierungsgerechtigkeit) liegt Deutschland ziemlich weit hinten auf Platz 25, Frankreich auf Platz 1, dazwischen Länder wie Italien, Spanien, Oman, Österreich, Japan, Luxemburg, Niederlande, Großbritannien, Schweiz (Platz 20). USA auf Platz 37. So gesehen hätte ich gern das Gesundheitswesen Frankreichs.

Folge wäre ein Wettbewerb unter den Versicherungen um die
besten Leistungen bei den niedrigsten Prämien. Jeder
Versicherte könnte unter Mitnahme seiner Altersrückstellung
jederzeit in ein anderes Unternehmen wechseln.

Oh, falls jemand denkt, so etwas hätte er noch nie gehört:
Dies ist das gesundheitspolitische Programm der FDP und der
Republikaner.

Ich orientiere mich nur ungern an bloßen Schlagworten, sondern hätte lieber ein Beispiel, wo ich sehen kann, wie gut das funktioniert. Gibt es ein Land, an dem die FDP sich orientieren? Die Ideen der Republikaner interessieren mich allerdings überhaupt nicht.

Aber keine Sorge, das wird nicht kommen. Nur wenn der Staat
möglichst viel in der Hand behält, behält er Macht über den
unfreien Bürger. Und das ist schließlich das Ziel der meisten
Politiker.

Auch die FDP könnte durchaus noch mal eine Regierungsbeteiligung schaffen, aber ob mit Westerwelle, weiß ich nicht.

Bis denne
Schnoof

Hallo,

in dem Beitrag, auf den ich geantwortet habe, geht es nicht um Höflichkeit sondern um Terminvergabe. Nichts anderes habe ich erklärt. Unter Umständen ist es nicht so unklug, auch mal die andere Seite zu hören und zu erfahren, warum bestimmte Dinge so sind wie sie sind.

Dass sich solche Aussagen, wie ganz oben erwähnt, nicht gehören, ist ja wohl selbstverständlich. Auch wenn man keine Zeit hat, kann man höflich sein. Darüber muss man keine Romane schreiben. Den Umgang mit Menschen, die mich fortgesetzt beleidigen, meide ich.

Doch hier kommt das nächste Problem: Oft kann man keinen anderen Arzt aufsuchen, weil die anderen Ärzte schon ihre Sprechstunde voll haben. Das erwähnte System der Begrenzung begrenzt also auch die Wahlfreiheit der Patienten. Hat sich aber kein Arzt ausgedacht …

Und noch was: Natürlich bekommen Sie etwas anderes, wenn Sie mehr Geld ausgeben. Ob das nun besser ist oder nur anders sei dahingestellt. Die Kassenärzte verpflichten sich im Vertrag auf Kosten der Kasse zur ausschließlich NOTWENDIGEN und WIRTSCHAFTLICHEN Behandlung. Übertragen auf den Automarkt ist das ein Gebrauchtwagen, der genau die Strecke fährt, die Sie wollen und dabei wenig Ressourcen verbraucht. Über die Zeit, die dabei gebraucht wird, ist nichts gesagt. Wenn Sie schneller und komfortabler ans Ziel kommen wollen, müssen Sie eben mehr Geld ausgeben - aber natürlich kommen Sie auch so nur an das Ziel.

Zuletzt: Glauben Sie nicht, dass Ärzte zu Privatpatienten immer freundlich sind, da habe ich schon selbst etwas anderes erlebt. Aber ich kann mir halt aussuchen, ob ich da wieder hingehe.

Dr. J. Sauer

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Ärzte sind fleißige Leute. Da ein Arzt aber auch etliche
andere Dinge tun muß bleiben für die reine Behandlung am
Patienten vielleicht 8h/Tag.
Rechnen wir mal 8h x 25Tage/Monat => 200h => 12000min.
12000min / 1200Patienten => 10min/1Patient.
Vermutlich machen die Kassen genau diese Rechnung und legen
dadurch die Begrenzung fest.

Klitzekleine Korrektur:
Ein Quartal hat drei Monate (die Abrechnung wird vierteljährlich durchgeführt). Also hat der Arzt 30 Minuten Zeit pro Patient. Die meisten Ärzte haben aber weniger Sprechstunden. Und ausserdem gibt es Patienten, die so krank sind, dass sie sehr oft kommen und lange betreut werden müssen. Die ausgerechneten 10 Minuten sind also bei Patienten, die nicht gravierendes haben, ein guter Wert.

Dr. J. Sauer

Ich wüsste nicht, wo da von Sozialismus die Rede war.

Dem Staat immer mehr Aufgaben zuzuteilen ist ein Grundmerkmal des Sozialismus.

Ich
persönlich bin der Meinung, dass die Grundversorgung einen
gewissen Standard haben sollte, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn Du eine Krankenversicherung als Grundversorgung ansiehst (dem ich durchaus zustimme), dann versichere Dich privat. Kannst Du nicht? Dann überlege mal warum.

Das Wichtigste ist mir eigentlich, dass sich niemand, kein
Beamter, kein Abgeordneter, kein Besserverdienender, aus der
Grundsicherung für alle rausgehen darf. Das System, wie es
jetzt ist, dass viele derer, die finanziell weit über
Durchschnitt liegen, in der privaten Versicherung sind, und
der Rest irgendwie mit seinem Gehalt die Krankheiten der Armen
und Alten finanzieren muss, finde ich nicht gerecht.

Ich finde eine staatliche Zwangsversicherung auch nicht gerecht. Und viele Arbeitnehmer würden sich sicher gerne privat versichern, dürfen es aber nicht. Weil einigen ein Recht (nämlich die freie Wahl einer Versicherung) vorenthalten wird und Du das zurecht ungerecht findest, schlägst Du als Lösung vor, allen dieses Recht vorzuenthalten. Diese Logik muß ich wohl nicht verstehen.

Das ist
mein Hauptkritikpunkt am Gesundheitswesen Deutschlands. Und
deshalb bin ich ganz enorm für eine gesetzlich geregelte
Grundversorgung. Hauptpunkt: Es gibt einen festen Katalog an
Leistungen, der die Grundversorgung darstellen, und jeder
Bürger trägt dazu bei, dass diese Grundversorung sicher
gestellt ist.

Über Steuern werden beispielsweise in folgenden Ländern die
Grundversorgung finanziert: Großbritannien, Irland, Dänemark,
Portugal. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, weiß ich
nicht zu beurteilen.

Und das ist schon einmal das erste Problem.

Ich orientiere mich nur ungern an bloßen Schlagworten, sondern
hätte lieber ein Beispiel, wo ich sehen kann, wie gut das
funktioniert. Gibt es ein Land, an dem die FDP sich
orientieren?

In dieser Form gibt es das in keinem mir bekannten Land. Allerdings haben die Niederlande vor einiger Zeit einen Schritt in diese Richtung gemacht.

Die Ideen der Republikaner interessieren mich
allerdings überhaupt nicht.

Seit wann hängt die Wertigkeit einer Idee oder Vorstellung davon ab, wo sie herkommt? Ach so, vielleicht ist das ja auch gerade der Grund, warum sich in der Politik nichts bewegt. Selbst wenn der andere dieselbe Idee hat wie ich, muß ich sie ablehnen, weil er und nicht ich sie geäußert hat. Der Kindergarten läßt grüßen.

Auch die FDP könnte durchaus noch mal eine
Regierungsbeteiligung schaffen, aber ob mit Westerwelle, weiß
ich nicht.

Sicher, wieviel sie dann zu sagen hat ist eine Frage. Und eine andere Frage ist, ob auf sie nicht dieselbe Kritik zutrifft.

Benni

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Und viele Arbeitnehmer würden sich sicher gerne
privat versichern, dürfen es aber nicht.

Ich habe damals die erste Möglichkeit ergriffen in die Private zu wechseln, weil mir das gewisse Wahlmöglichkeiten gab. z.B. eine recht hohe Absicherung alternativer Behandlungen.

Ich bin mündig und in der Lage mich zu informieren und mir eine Meinung zu bilden, auch bezüglich meiner Gesundheit. Und natürlich möchte ich eine Krankenversicherung, die meine Entscheidung abdeckt.

Gruß Steffi

Moin,

Ich wollte vor einiger Zeit zu einem Orthopäden. Es gibt hier
eine große Gemeinschaftspraxis mit eigener Internetseite wo
man auch online Termine reservieren kann.

naja, das können wohl viele gesetzlich Versicherte bestätigen,
dass das so ist (MRT-Termin: „Sie sind kassenpatientin? dann
rufen Sie nächste Woche noch mal an, dann vergeben wir Termine
für April“… diese Antwort erhielt ich vor 10 Tagen…)

Hallo, ich kann das nicht bestätigen, hab Nov 06 einen Termin fürs MRT gebraucht und gleich einen bekommen (innerhalb von 14 Tagen, ich war kein Notfall mehr, nachdem die neurol. Voruntersuchungen und normalen Rö-Bilder gemacht wurden). Die Zeit hab ich mit anderen Facharztbesuchen gut gefüllt :wink:
Den Termin hat aber die Sprechstundenhilfe vom Neurologen ausgemacht in meiner Anwesenheit (passt ihnen das?), hat sich beim Notieren aber in der Uhrzeit geirrt.
Als ich dann mit dem Terminzettel fast eine Stunde zuspät auflief haben sie mich dennoch dazwischen gequetscht (da ich eben den Terminzettel dabeihatte und da definitiv die verkehrte Uhrzeit draufstand, also irgendwer sonst das verbockt hat)
Nur da wurde kurz nach der Kasse gefragt, und mit den Augen gerollt, aber nach Rückfrage beim Doc ging das dann doch noch, denn ich war ja zur korrekten Zeit da und sah auch immer noch so aus, als wäre ich Opfer einer Schlägerei oä mitleiderregend geworden.

Ich denke also es ist eher die Kombination von Relevanz und Hartnäckigkeit, als die Kassenzugehörigkeit, die letzendlich entscheidet, ob man noch dazwischengequetscht wird oder nicht.
Telefonisch wird man gerne abgewiesen, da das Gegenüber nicht sehen kann wie man aussieht und wie sehr man leidet.

Bei obigen MRT-Bedarf hatte ich ein Paar Tage zuvor morgens das vergnügen Ohnmächtig auf Fliesenboden geknallt zu sein und hab mir dabei das Brillengestell knapp überm Auge ins Gesicht „eingebaut“, und hatte recht schnell ein Brillenhämatom (das gerne mal Zeichen eines Schädelbruchs ist).
Mein Männe war noch so geschockt, dass er als er die Nummer des Notdienstes (also nicht 112, sondern die Nummer wo zufallsverteilt ausserhalb der Praxiszeiten ein Arzt erreichbar sein sollte) wählte kaum ein Wort rausbekam. Also hat er das Hörrohr an mich weitergereicht und allein die Tatsache dass ich noch mit der Dame sprechen konnte führte wohl dazu, dass natürlich kein Arzt kam „In 2 Stunden können sie doch zur normalen Sprechstunde gehen“ und wir selbst in die Kinik fahren mussten. Als wir da ankamen haben die dortigen Ärzte ziemlich geguckt, dass ich da so ganz ohne Krankenwagen oder Notfallüberweisung kam…
war seeeehr verdächtig, va. da mein Männe mich dort nur abgeben konnte, da er endlich zu Arbeit musste :wink:

aber wie gesagt es wunderte mich nicht, dass es so lief…
auch nicht dass ich als ich bei andere Gelegenheit in der Notaufnahme mit nem Verknacksten Fuß nur halb fertig untersucht wurde und dann zwischendurch noch mal auf den Gang abgeschoben wurde und warten musste, weil ein „echter“ Notfall reinkam (mich wunderte nur was ein Schlaganfall in einer kleinen Orthopädischen Klinik machte, aber es war wohl die nächstbeste Anlaufstation, da sie auch den Defi u. Co. ranrollerten und brauchten), ER live.

Schlechte Ärzte gibt es nunmal, aber auch eine Menge Gute. Ebenso gibt es dämliche Arzthelferinnen und eine Menge Spitzenkräfte, wobei ich mich da lieber an der Schmerzlosigkeit der Blutabnahme orientier als an der Freundlichkeit, Ideal ist natürlich beides.

Gruß Susanne