Schlapph.& Mattigk. nach OP - Lang & Dringend!

Hallo,

es geht um meine Mutter (61 J.) und wir wissen so langsam nicht mehr weiter.
Seit letztem Jahr (ca. September) bekam meine Mutter immer wieder Bauchschmerzen mit Magendruck, Appetitlosigkeit und Schmerzen beim Sitzen im Bereich After. Sie wurde von allen (!!! wirklich von allen: Kardiolog, Orthopäde, Darmspezialist (Magen- Darmspiegelung) Internist, Frauenarzt, Krankenhaus, Computertomograph…) Ärzten durchgecheckt, aber es wurde nichts gefunden. Der Frauenarzt meinte, es läge wohl eine Gebärmuttersenkung vor, die diese Beschwerden allerdings nicht auslösen könnten. So, meiner Mutter wurde nun am 14.01.08 die Gebärmutter samt Eierstöcken entfernt. Bei dieser „Gelegenheit“ wurde sogleich eine Bauchspiegelung gemacht und es wäre wohl der Darm an der Bauchdecke verwachsen gewesen. Diese Verwachsung wurde gelöst.
Die Bauchschmerzen gingen nun weitgehendst zurück. Die Schmerzen beim Sitzen sind jedoch noch da. Und nun hat meine Mutter seit der OP eine wahnsinnig grosse Schwäche und Mattigkeit. Sie kann teilweise an manchen Tagen nicht auf sein.
Sie ist seit der OP zwar wieder in Behandlung vom Internisten und Darmspezialisten, aber die können einfach nichts finden.
Letzte Woche begann Sie eine Medikamentenkur zur Entsäuerung. Lt. Teststreifen aus der Apotheke wäre ihr Körper stark übersäuert.
Seit heute bekommt sie sogar Antidepressiva, weil sie aus Antriebslosigkeit kaum aus dem Bett kommt.
Es ist einfach nur traurig, denn so kenne ich meine Mutter nicht. Sie ist eigentlich ein so fröhlicher Mensch…

Weiss jemand einen Rat für uns? An wen könnte sie sich noch wenden?

Vielen Dank für jeden Tipp

Viele Grüsse Kerstin

Hallo Kerstin,

61 ist ja noch sehr jung.

„Gelegenheit“ wurde sogleich eine Bauchspiegelung gemacht und
es wäre wohl der Darm an der Bauchdecke verwachsen gewesen.
Diese Verwachsung wurde gelöst.

Gut. Ob es wieder verwächst, lässt sich allerdings nur schwer sagen.
Der Druck beim Sitzen, Richtung After kann trotzdem mit der Gebärmutter zu tun haben, auch wenn sie jetzt nicht mehr vorhanden ist. Die Senkung wird ihre Gründe haben, d.h. der Beckenboden wird da mit beteiligt sein. Vor allem, wenn die Ärzte da nicht weiter gefunden haben, könnte man mal in die Richtung denken.

Sie ist seit der OP zwar wieder in Behandlung vom Internisten
und Darmspezialisten, aber die können einfach nichts finden.
Letzte Woche begann Sie eine Medikamentenkur zur Entsäuerung.
Lt. Teststreifen aus der Apotheke wäre ihr Körper stark
übersäuert.

Nun ja, das ist umstritten, aber einen Versuch ist es wert.

Die Vollnarkose und die doch relativ große OP können das auch auslösen, da hilft oft nur abwarten und trainieren. Mal mit dem Hausarzt sprechen, eine Patientin von mir bekam Infusionen mit Aufbaupräparaten, Vitamine, Mineralstoffe…

Weiss jemand einen Rat für uns? An wen könnte sie sich noch
wenden?

1). Physiotherapie als Hausbesuch. Die einfachsten Dinge können trainiert werden und dadurch helfen. Die Gehstrecke langsam vergrößert werden. Es dauert einige Wochen, aber hilft meist. Und inkl. Beckenbodentraining!

2). Was isst sie?
Eine Patientin, die ich auch nach Bauch-OP als Hausbesuch behandelt durfte hat eine Lactoseunverträglichkeit und immer Schmerzen, wenn sie Lactose im Essen hatte. War nur schwer, sie davon abzubringen, aber der Zusammenhang klar. Immer, wenn sie es eine kurze Zeit geschafft hatte, es wegzulassen, gings deutlich bergauf. Dann gabs wieder Windbeutel… o.ä. und dann krümmte sie sich vor Schmerzen. Bei Verwachsungen, auch gelösten eben gut möglich, dass wenn der Darm mit etwas Schwierigkeiten hat und sich „verkrampft“ er dann auch an den Narben zieht, was dann Schmerzen macht.
Probehalber, falls sie Milchprodukte zu sich nimmt, mal mit lactosefreier Milch probieren. -L von Omira. Frischkäse gibts auch leckeren von Buko.

3). Osteopathie, die Narben und alle anderen vorliegenden Störfaktoren behandeln lassen. Ich habe bei der Patientin auch zusätzlich, ganz sanft den Darm behandelt.

Wenn Du es kannst, dann hingehen und sachte mit Ihr gehen. Falls Geschwister in der Nähe sind, jeder 1 mal die Woche oder so. Zusätzlich zur Physiotherapie.

Hoffe, das sind schon mal Idee.
Gruß
Kathy

Ein Mittel mit dem wir im Krankenhaus immer mal Erfolg haben ist Cortison in solchen Fällen. Nicht auf Dauer, sondern nur über einige Tage. Allerdings muss unbedingt dazu gesagt werden, dass es dafür nicht zugelassen ist und auch keine publizierten Daten dafür vorliegen (jedenfalls weiss ich nix davon). Andererseits gibt es für die KURZZEITIGE Therapie nahezu keine relevanten Nebenwirkungen. Und es hilft auch beileibe nicht immer.

pp