Niedrige Gerinnung - starke Blutungen - was tun?

Hallo!

Es geht um meine Oma. Ihre Blutgerinngung ist sehr schlecht. Sie war deshalb schon mal im Krankenhaus. Ihre Thrombozytenzahl ist immer noch sehr gering.

Ihr Arzt meint, dass man da nix machen könne. Sie nimmte keine Blutverdünner und kein Aspirin etc.
Jetzt steht eine ZahnOP an und sie hat totale Angst, dass es zu stark bluten könnte.
Zu einem anderen Hausarzt will sie natürlich (warum auch auf die Enkeltochter hören?!) auch nicht, um eine weitere Meinung einzuholen.

Weiß jemand, was man da machen kann? Gibt es Medikamente?? Oder Spezialisten im Raum Ffm?

Vielen Dank schon mal!!

Em

Hi Em
Mir scheint am Vernünftigsten, dem Zahnarzt vorab telefonisch die Situation zu beschreiben. Der wird das pROBLEM nicht zum ersten Mal haben und sich dazu sachlich äußern können, wenn er nicht gerade ein blutiger (sic!) Anfänger ist.
Gruß,
Branden

Ja, der Zahnarzt weiß Bescheid. Sie hat den Zahnarzt schon gewechselt gehabt, weil ihr alter überhaupt nichts machen wollte.

Es ist ja auch mehr ein allgemeines Problem bei ihr. Ich hab das Gefühl, dass ihr Arzt da nicht sehr kompetent ist. Er hat gesagt, dass man da halt überhaupt nix machen kann.

Ich will vorallem wissen, ob das wirklich so ist.

Eine geringere Gerinnung kann verschiedene Ursachen haben, die erst mal abgeklärt gehören. Schau mal unter „erhöhte Blutsenkung“ bzw. Blutsenkung nach Westergren" nach, auch ein Zeichen für eine geringe Gerinnungsfähigkeit.
Es gibt viele Erkrankungen die sowas verursachen können, bei einigen gibt sich das unter der Behandlung der Ursprungskrankheit, bei anderen nicht. Ausserdem wäre eine Symptomatische Behandlung mit gerinnungsfördernden Mitteln evtl auch nicht ganz risikolos, denndie können bei zusätzlichen Venenproblemen, die im Alter gerne mal Auftreten eben zu Thrombosen führen oder wenn sich dann soein Thrombus löst zur Lungenembolie.
Vermutlich wird man ihr sogar sagen, „freuen sie sich doch, dass sie so eine geringe Gerinnungsneigung haben, denn dann brauchen sie keine Medikamente zur thrombosevorbeugung schlucken, wie so viele in Ihrem Alter.“ Wenn eine OP bevorsteht hilft es nicht wirklich.
Evtl. kann sie sich die Zähne auch in einer Zahnklinik machen lassen, dann könnte sie evtl besser unter Beobachtung bleiben, falls es zu Nachblutungen kommt oder Gerinnungsfördernde Mittel nötig sind. Jedenfalls besser als ambulant in einer Praxis, wo man sobald man wieder auf den eigenen Beinen stehen kann den Platz räumen muss (obwohl es da auch unterschiedliche Handlungs-Modelle gibt, wie ich selbst feststellen durfte).
Gruß Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Es geht um meine Oma. Ihre Blutgerinngung ist sehr schlecht.
Sie war deshalb schon mal im Krankenhaus. Ihre
Thrombozytenzahl ist immer noch sehr gering.
Ihr Arzt meint, dass man da nix machen könne.Jetzt steht eine ZahnOP an und sie hat totale Angst, dass es
zu stark bluten könnte.

Für die akute anstehende Zahnbehandlung kann man zuvor ein Thrombozytenkonzentrat geben. Dann ist sie erst mal eine Woche ohne Blutungsgefahr. Danach sollte wirklich eine Abklärung erfolgen: Da gibt es speziell auch bei alten Personen viele Ursachen: Stichwort Lupus, Tumor, Autoimmunerkrankung, Medikamenten-Unverträglichkeit etc.
Udo Becker

Hallo,

Es geht um meine Oma. Ihre Blutgerinngung ist sehr schlecht.
Sie war deshalb schon mal im Krankenhaus.

Dann wurde auch ein Gerinnungsstatus erstellt, sodass die Ursache für die Gerinnungsstörung bekannt ist.

Ihre Thrombozytenzahl ist immer noch sehr gering.

Die allein muss nicht kritisch sein, wenn sie > 50.000 /µl liegt

Ihr Arzt meint, dass man da nix machen könne. Sie nimmte keine
Blutverdünner und kein Aspirin etc.

Eventuell eine erworbene oder familiär bedingte Koagulopathie. Arzt müsste ja Bescheid wissen, siehe oben.

Jetzt steht eine ZahnOP an und sie hat totale Angst, dass es
zu stark bluten könnte.

Die Substanz, die zur Betäubung gespritzt wird ist in der Regel Ultracain, welches das Schmerzempfinden ausschaltet, und normalerweise Adrenalin (wirkt als Vasokonstriktor), welches die Blutung vermindert.

Zu einem anderen Hausarzt will sie natürlich (warum auch auf
die Enkeltochter hören?!) auch nicht, um eine weitere Meinung
einzuholen.

Na ja, so wie es aussieht, könnte Deine Oma mit der Thematik überfordert sein.
Am besten wird es sein, Du sprichst mit ihr und wenn sie einverstanden ist, schaust Du, dass Du mit Hilfe des Hausarztes an eine Kopie der Laborwerte, besonders der Gerinnungsparameter, herankommst und im günstigsten Fall auch mit dem Hausarzt ein klärendes Gespräch führst. Er wird die Ursache durch den Bericht des Krankenhauses kennen.

Es ist nicht außergewöhnlich, wenn vor allem ältere Menschen, die wenig über medizinische Dinge bescheid wissen, die Erläuterung des Arztes schlecht oder oftmals gar nicht mitbekommen. Sie sind dann unbedingt darauf angewiesen, dass jüngere Familienmitglieder sich mit um ihr Problem kümmern.

Alles Gute wünscht
Renate