Pille durchgehend einnehmen?

Hallo!
Ich hab vor einiger Zeit schon mal gepostet und habe jetzt mehr oder minder eine Folgefrage. Also nochmal in aller Kürze das Ursprungsproblem:
Ich hatte während meiner letzten Perioden unnatürlich stark Regelschmerzen, mit Krämpfen, die soweit gingen, dass ich nicht mal mehr Harn absetzen konnte. Sämtliche Schmerzmittel brachten kaum Linderung. Hab eine Gynäkologin aufgesucht, die Zysten auf den Eierstöcken diagnostizierte und mir eine andere Pille verschrieb. (Ich hatte bereits mit 16 Zysten, die mit einer Hormontherapie und anschließender Pilleneinnahme behandelt wurden. Hatte damals Schmierblutungen, aber keine Schmerzen). Die Ärztin meinte eine schmerzlindernde Wirkung setzt erst in 3 Monaten ein, in 6 Monaten müsste ich wieder kommen. Ich fühlte mich von ihr jedoch nicht so recht ernst genommen. Sie verschrieb mir gegen die Schmerzen Pakemet - das man auch rezeptfrei kriegen würde - obwohl ich ihr vorher berichtete dass weder Ibumetin, noch all die anderen frei erhältlichen Mittelchen, sowie auch einige rezeptpflichtige krampflösende Mittel eine Wirkung zeigen.

Ich hatte seither eine Blutung die alle anderen in den Schatten stellte. Sie dauerte 12 Tage lang, davon waren 6 Tage normal schmerzhaft und 6 Tage so schlimm, dass ich trotz Schmerzmittel nie mehr als 2 Stunden schlafen konnte. Hat mich ziemlich fertig gemacht.
Inzwischen steht für mich die Frage nach Endometriose im Raum.
Hab daraufhin natürlich meine Ärztin kontaktiert. Die war aber, wie das Leben so spielt, akurrat jetzt auf Urlaub. Da ich mich von ihr aber eh nicht so recht ernstgenommen fühlte, ließ ich mir eine andere Ärztin empfehlen. Hab daraufhin diese angerufen. Sie meinte sie hätte keinen baldigen Termin, erst Ende März, und ich solle die Pille solange einfach weiternehmen, damit die nächste Blutung gänzlich ausbleibt.

Seit 3 Tagen hab ich jetzt auch noch ständige Schmierblutungen (gekoppelt mit ständigem leichten Nasenbluten, bin mir aber nicht sicher ob das im Zusammenhang steht, war vor kurzem erst verkühlt).
In der Pillen-Packung sind noch 3 Stück übrig.

Denkt ihr auch, dass ich die Pille weiternehmen sollte, oder verhindert das eventuell den Abbauch der Zysten auf den Eierstöcken? Sind diese überhaupt der Auslöser für die Schmerzen?
Bin total unentschlossen, weiß nicht was ich davon halten soll. Aber noch so eine heftige Regelblutung stehe ich glaub ich nicht durch. Bin von der letzten so geschwächt gewesen, dass ich mir gleich einen Virus eingefangen habe und somit praktisch fast das ganze Monat krank oder schmerzgeplagt im Bett gelegen habe. Ich beginne jetzt gerade erst mich wieder einigermaßen zu erholen.

Wegen der Endometriose: Ich hab mich schlau gemacht und in Erfahrung gebracht, dass eine endgültige Diagnose nur durch eine Operation gestellt werden kann. Ich würde daher die 3 Monate, bis Besserung eintreten sollte, gerne abwarten bzw. lieber eine hormonelle Therapie versuchen, wie man sich denken kann.

Was soll ich tun? Die Pille weiternehmen? Einen dritten Gynäkologen als Notfall aufsuchen? Bin total verwirrt.
Wer weiß Rat?

lg infi

Hallo,

Möglichkeiten gibt es da viele. Aber von hier aus und als Laie usw. schwer, den richtigen Rat zu geben. Ich habe/hatte selber die Endometriose und kenne in diesem Bezug die Blutungsproblematik bei durchgehender Pilleneinnahme. Im Grunde sind mir folgende Varianten untergekommen:

  • Für einen gewissen Zeitraum die Pille doppelt nehmen
  • Pille absetzen, abbluten lassen und dann neu anfangen
  • oder einfach so weiter und abwarten, dass es von alleine besser wird.

Dann gibt es noch Möglihckeiten wie das hinzunehmen von anderen Hormonen. Das sind aber alles Dinge, die Du keinesfalls einfach so entscheiden solltest und in vielen Fällen gar nicht kannst, weil das rezeptiert werden muss.

In Deutschland gibt es eine Anzahl von spezialisierten Krankenhäusern, die sich mit dem Thema Endometriose etwas besser auskennen. Adressen findest Du unter www.endomtriose.de bzw. auch unter www.endomtriose-sef.de. Stichwort „Endometriosezentrum“. Anrufen braucht man da in der Regel nicht, die meisten haben Vorlaufzeiten von Monaten für die ambulanten Termine. Wenn es mir aber so richtig dreckig geht, würde ich es darauf ankommen lassen und mich als Notfall in der Ambulanz eines solchen Zentrums vorstellen.

Wenn es mit der Pille nicht so richtig klappt, gibt es noch andere hormonelle Möglichkeiten, die bei Endometriose zum Einsatz kommen. Allerdings sind diese auch oft mit Nebenwirkungen verbunden. Ich würde diese nicht einfach „nur mal so“ probieren ohne dass die Diagnose überhaupt steht.

Mir persönlich hat Ibuprofen nur in Dosierungen geholfen, die schon nicht mehr auf der Packungsbeilage stehen. War reine Verzweiflung und ist vor allem wg. des Magens nicht empfehlenswert. Wenn der Gyn dir nichts vernünftiges verschreibt, dann gehe mit dem Thema zum Hausarzt. Meiner war da sehr viel offener und verständiger als mein damaliger Gyn. Viele haben gute Erfahrungen mit Novaminsulfon (Novalgin), auch in Verbindung mit Buscopan (Krampflöser). Im Grunde kann aber vieles helfen, du brauchst aber einen Arzt, der mit dir das richtige findet. Dazu kannst du alles probieren, was entspannt. Wärme / Kälte, Badewanne, Entspannungsübungen. Einfach mal gucken was gut tut.

Viel Erfolg!
VG
Monroe

In Deutschland gibt es eine Anzahl von spezialisierten
Krankenhäusern, die sich mit dem Thema Endometriose etwas
besser auskennen. Adressen findest Du unter www.endomtriose.de
bzw. auch unter www.endomtriose-sef.de. Stichwort
„Endometriosezentrum“. Anrufen braucht man da in der Regel
nicht, die meisten haben Vorlaufzeiten von Monaten für die
ambulanten Termine. Wenn es mir aber so richtig dreckig geht,…

Kleine Korrektur: Natürlich kann man da anrufen :smile: Ich meine nur, dass es bei akuten Dingen in der Regel nicht hilft, weil die einfach dicht sind. Du könntest aber z.B. für die „Erstversorgung“ zu Hause einen Arzt suchen und ganz regulär einen Beratungstermin in so einem Zentrum ausmachen um das Thema Endometriose gleich an der richtigen Stelle zu klären. Oder eben wirklich als „Notfall“ gehen.

Hallo!
Erstmal danke für deine Antwort.
Also ich muss ehrlich sagen, bevor ich mich zur Abklärung der Endometriose aufschneiden lasse, lasse ich mir lieber von einem vertrauenswürdigen Gyn. eine Hormontherapie verschreiben. Nebenwirkungen hin oder her.

Aber darum gings mir eigentlich ja auch nicht. Wenn die neue Pille und eine eventuelle Hormontherapie keine Wirkung zeigen, muss ich sowieso auf die Klinik. Meine eigentliche Frage ist, ob ich lieber eine neuerliche Horroblutung riskieren soll, oder lieber die Pille durchgehend nehmen, sodass es zu keiner Blutung kommt. (Was natürlich auch kein Garant ist, dass ich keine Schmerzen haben werde)

Mir persönlich hat Ibuprofen nur in Dosierungen geholfen, die
schon nicht mehr auf der Packungsbeilage stehen.
Viele haben gute Erfahrungen mit Novaminsulfon (Novalgin),
auch in Verbindung mit Buscopan (Krampflöser).

Ibuprofen in ungesunden Mengen, Novalgin sowie Spasmourgenin (auch krampflösend) und einige andere Sachen hab ich schon hinter mir, mit dem Erfolg, dass ich umgekippt bin. Schmerzen waren trotzdem noch extrem.

Im Grunde kann aber vieles helfen. Dazu kannst du alles probieren, was
entspannt. Wärme / Kälte, Badewanne, Entspannungsübungen.
Einfach mal gucken was gut tut.

Ziemlich schwer zu sagen, was mir gut tut. Ich mache normalerweise Autogenes Training. Aber wenn man nichtmal die 2 Minuten schmerzfrei ist, um in sich gehen zu können, ist es schwer sich zu entspannen. Früher mal hat mir Wärme geholfen. Bei der letzten Blutung haben allerdings schon geringe Temperaturunterschiede (vom kühlen Keller in die beheizte Wohnung gehen oder umgekehrt) zu extremen Krämpfen geführt. Auch leichte Berührung im Bereich von Oberschenkel, Rücken und Po führten umgehend zu Krampfanfällen, die so heftig waren, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Hinlegen oder hinsetzen also eine reine Qual, stehen oder gehen konnte ich auch nicht lang.
Weiters wie gesagt kein Absetzen von Stuhl und eben dann auch nicht mehr von Harn möglich (trotz entkrampfender Mittel!), was natürlich zu zusätzlichen Schmerzen führte.

Ich hab wirklich panische Angst das nochmal durchmachen zu müssen.
Bitte um Hilfe!

lg infi

Hallo!
Erstmal danke für deine Antwort.
Also ich muss ehrlich sagen, bevor ich mich zur Abklärung der
Endometriose aufschneiden lasse, lasse ich mir lieber von
einem vertrauenswürdigen Gyn. eine Hormontherapie
verschreiben. Nebenwirkungen hin oder her.

Das ist eine Sache, wo noch nicht mal jeder Gyn mitgehen würde. Die Hormontherapien sind nicht mit ein bisschen Pille zu vergleichen. Bei Endometriose heisst es oft „Künstliche Wechseljahre“, die für die meisten Frauen echt nicht schön sind. Außerdem sind die extrem teuer, was auch bedeutet, dass viele Gyns sie nicht mal eben auf Verdacht verschreiben.

Ich schreib dir später nochmal was…

Also ich muss ehrlich sagen, bevor ich mich zur Abklärung der
Endometriose aufschneiden lasse, lasse ich mir lieber von
einem vertrauenswürdigen Gyn. eine Hormontherapie
verschreiben. Nebenwirkungen hin oder her.

Die Pille ist schon eine leichte Form der Hormontherapie, die bei Endometriose eingesetzt wird. Die meisten Dinge, die „darüber“ kommen, sind schlechter verträglich. Das ist natürlich sehr individuell. Du kannst aber mal googeln um Erfahrungsberichte zu finden. Neben der Pille werden gerne GnRH-Analoga (künstliche Wechseljahre) gespritzt. Das wirkt über die Hirnanhangdrüse und setzt deinen Hormonspiegel von jetzt auf nun so runter, dass du praktisch in den Wechseljahren bist. Das soll die Endometriose austrocknen. Die Erfahrungen und Berichte über den Erfolg sind sehr unterschiedlich. Mir haben sie sechs Monate Schmerzfreiheit beschwert (so lange dauerte die Therapie). Kurz danach waren die Schmerzen wieder da. Dafür gibt es Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, Schweissausbrüche und weitere. Würde ich in der Regel niemanden ohne eindeutige Diagnose empfehlen. Die meisten Ärzte werden es ähnlich sehen. Die Bauchspiegelung hat wenig mit „aufschneiden“ zu tun. Du kannst es eigentlich so sehen: Wenn nichts gefunden wird, hast du im Regelfall eine Vollnarkose und höchstens eine Nacht im Krankenhaus und bist zudem auf der sicheren Seite. Wird was gefunden, hast du meines Erachtens die beste Therapie indem die Endometriose in gleicher OP entfernt wird. Aber das ist auch eine Sache, die mit dem Gyn zu klären ist. Tu dir nur den Gefallen, dass du eine evtl. Bauchspiegelung gleich dort durchführen lässt, wo man sich auskennt.

Aber darum gings mir eigentlich ja auch nicht. Wenn die neue
Pille und eine eventuelle Hormontherapie keine Wirkung zeigen,
muss ich sowieso auf die Klinik. Meine eigentliche Frage ist,
ob ich lieber eine neuerliche Horroblutung riskieren soll,
oder lieber die Pille durchgehend nehmen, sodass es zu keiner
Blutung kommt. (Was natürlich auch kein Garant ist, dass ich
keine Schmerzen haben werde)

Wenn es gelingt, die Blutung zu unterdrücken - warum nicht. Wenn sich mit der durchgehenden Pilleneinnahme die Beschwerden unterdrücken lassen, brauchst du ja auch weiter nix zu tun. Nur das unterdrücken der Regel ist eben nicht so einfach. Ich habe dir einige Möglichkeiten benannt. Wichtig ist in meinen Augen nach nur, dass du den für dich wichtigen Weg mit Hilfe eines Arztes heraus findest. Meine Blutung hat sich nie lange mit irgendwelchen Hormonen unterdrücken lassen. Von daher kann das auch mal ein schwierigens Untefangen mit viel probieren sein.

Mir persönlich hat Ibuprofen nur in Dosierungen geholfen, die
schon nicht mehr auf der Packungsbeilage stehen.
Viele haben gute Erfahrungen mit Novaminsulfon (Novalgin),
auch in Verbindung mit Buscopan (Krampflöser).

Ibuprofen in ungesunden Mengen, Novalgin sowie Spasmourgenin
(auch krampflösend) und einige andere Sachen hab ich schon
hinter mir, mit dem Erfolg, dass ich umgekippt bin. Schmerzen
waren trotzdem noch extrem.

Dann waren das eben nicht die richtigen Medikamente für dich. Wenn den Schmerzen so nicht beizukommen ist, dann gibt es noch weitaus stärkere
Medikamente. Wie gesagt brauchst du nur den passenden Arzt. Wenn es im Akutfall nicht anders geht, kannst du z.B. auch zum Hausarzt gehen und dir Infusionen verpassen lassen. Es gibt (fast) immer eine Lösung, man muss leider nur oft dem Arzt bei Unterleibsschmerzen begreiflich machen, wie stark die sind.

Ob Du nun per Bauchspiegelung nachschauen lässt und wie ggf. auch der weitere Weg aussieht, kannst nur Du entscheiden. Du musst es von deinem Leidensdruck abhängig machen und eine für dich befriedigende Lösung finden. Dies steht und fällt aber, wie gut du da mit deinem Arzt zusammenarbeiten kannst.

VG
Monroe

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Hallo,
ich habe auch starke Regelschmerzen (nicht so schlimm wie du, aber kann auch nur mit Schmerzmitteln arbeiten gehen, auch wg. Zyste). Meine FA hat mir auch gesagt, ich solle die Pille längere Zeit durchnehmen. Ich weiß(hat mir mein FA auch gesagt) das es wohl immer wieder bedenken gibt, aber für mich ist es momentan eine gute Lösung.
Bei mir sind, seitdem die Schmerzen weniger schlimm. Nehm die Pille erstmal weiter und geh dann zum FA und lass dich ausführlich beraten
Viel Glück