Hallo Daniel,
viele Menschen sind gleich, und auch der Verlauf einer
Krankheit ist bestimmt oft gleich. Natürlich kann es
vereinzelt massive Unterschiede geben, jedoch denke ich dass
es immer nach einem Muster abläuft.
da muss ich leider widersprechen: kein Mensch ist gleich, wir alle sind Individuuen. Natürlich mag man einer gleichen Nationalität, Gruppe, Typ sein, aber kein Mensch gleicht dem anderen. Und somit mag der Charakter einer Krankheit zwar der selbe sein, aber sein Ablauf wird von jedem Menschen anders empfunden. Eine Grippe für mich wird immer anders sein, als für dich. Aber ich weiss was du meinst…
Ich frage mich nun ob es beim durchschnitts Tod ähnlich ist.
Es gibt keinen Durschnitts Tod. Der Tod ist ein komplizierter Prozess, der niemals durschnittlich sein kann und auch sein darf. Hätten wir ein Verhaltensmuster, nachdem wir uns benehmen sollten, wäre das wirklich sehr gruselig. Jeder Mensch hat nach seinem gelebten Leben, nach seinem Glauben und nach seiner Art eine individuelle Behandlung und Versorgung nach die wir uns zu richten haben, um den letzten Weg dieses Menschen gemeinsam gehen zu können.
Natürlich sind die Todesanzeichen irgendwo alle die selben (Rigor mortis, Leichenflecke etc), aber so wie kein Mensch dem anderen gleicht, gleicht kein Tod dem anderen.
Ich frage mich das da meine Oma in den letzten Wochen massiv
abgebaut hat. Sie ist weit über 80. Hatte vor Wochen einen
Beinbruch und war auf Reha. Vorher hatte sie schon Demenz.
Aber seit Sie zurück ist von der Reha (wo am Tag immer jemand
von uns vor ort war) hat sie massiv abgebaut.
Der Charakter der Demenzerkranung ist schwer vorrauszusagen. Viele Menschen mit Demenz bauen nach einem Beinbruch oder einer schweren Krankheit (Infektion etc) schnell ab. Das hat allerdings viele verschiedene Gründe und ist das Resultat von Faktoren die zusammenspielen (geschwächtes Immunsystem, Ernährungszustand etc). Und manchen erholen sich davon, andere nicht und andere wiederum nur sehr schwer.
Es ist für mich als wäre ein Teil ihres gehirns abgestorben.
Ich weiss dass sich das komisch anhört aber es ist
unglaublich.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich das schockiert und man das nicht wahrhaben kann und will. Deine Oma ist jenseits der 80, hat also ein Alter erreicht, auf das sie stolz sein kann. Zum Leben gehört leider Gottes auch der Tod dazu, das wird uns immer wieder bewusst, wenn es einen nahen Angehörigen betrifft. Dadurch wird unsere eigene Sterblichkeit jedesmal vor’s Auge geführt.
Deshalb frage ich mich ob es eine Schablone gibt die man
vergleichen kann…
Die gibt es zum Glück nicht. Gestaltet den Tag für eure Oma so gut es geht. Ich wünsche euch und deiner Oma in ihren vielleicht letzten Lebensabschnitt alles Gute. Jemanden zu lieben bedeutet auch loslassen zu können.
Gruss levi