Hallo,ich komme gerade aus dem Krankenhaus. Bin gestern beim Fußball ordentlich umgeknickt und es wurde ein Bänderriss im OSG festgestellt.
Was heißt das jetzt genau? Wie lange kann ich wohl kein Fußball mehr spielen? Ich weiß, dass das wohl bei jedem verschieden ist, aber wie lange wird es mindestens sein, d.h. was sind die Erfahrungswerte?
Ab wann bzw. ist es überhaupt nötig eine Schiene zu tragen?
Würde mich über ein bisschen Aufklärung freuen. Danke schonmal!
Hallo,
Hallo
ich komme gerade aus dem Krankenhaus. Bin gestern beim
Fußball ordentlich umgeknickt und es wurde ein Bänderriss im
OSG festgestellt.
Was heißt das jetzt genau?
Zunächste einmal bedeutet es, dass Dein Körper jetzt Heilungsprozesse beginnt. Die sind in mehrere Phasen unterteilt: Bis zum 5.Tag ist die sogenannte Entzündungsphase, d.h. eine Ruhigstellung und nicht zu große Belastung ist sinnvoll. Bewegen darfst Du auch ein wenig, aber am besten schmerzfrei.
Danach beginnt der „Wiederaufbau“ von verletztem Gewebe. Hier ist wichtig, dass Du den Fuß bewegst und schmerfrei belastest. Das geht bis zu 2 Wochen lang (also 3 Wochen ab Trauma). Da ist Fussballtraining noch nichts.
Als letzte Phase stabilisert sich das ganze. Bei einem Bänderriss kann es passieren, dass die Bänder nicht wieder anwachsen, da sich die Enden nicht mehr finden. Meistens ist die Stabilität auf längerer Sicht aber nicht behindert, da sich die Unterschenkelmuskualtur ja ziemlich gut trainieren lässt und beim Fussball sowieso immer mit drin ist.
Wie lange kann ich wohl kein
Fußball mehr spielen? Ich weiß, dass das wohl bei jedem
verschieden ist, aber wie lange wird es mindestens sein, d.h.
was sind die Erfahrungswerte?
Das ist tatsächlich immer verschieden. Wichtig ist nur, nicht zu früh zu beginnen, damit sich die Heilungsphasen nicht verlängern. Erfahrungsgemäß ist das nach 4-5 Wochen soweit. Zudem solltest Du langsam anfangen und nicht gleich wieder voll einsteigen in Zweikämpfe usw.
Ab wann bzw. ist es überhaupt nötig eine Schiene zu tragen?
Eine Schiene lohnt sich, wenn sich Dein Fuss instabil anfühlt, wenn Du läufst. D.h. es ffehlt noch die muskuläre Stabilität. Meiner Ansicht nach tragen zuviele diese Schienen, da dadurch die Muskeln „faul“ werden. In Deinem Fall kann es sich aber in der Anfangsphase Deines Fussballtrainings lohnen, da der Sport sehr viel Stabilität von einem Fuss verlangt.
Würde mich über ein bisschen Aufklärung freuen. Danke
schonmal!
Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
Grüße
Jessica
Hallo, danke schonmal für diese Infos.
Hab den Fuss in den letten Tagen hochgelegt und immer wieder gekühlt. Merke wie er langsam wieder beweglicher wird, aber er ist immernoch ganz schön geschwollen.
Ne Mannschaftskameradin, die letztes Jahr auch einen Bänderriss hatte, hat gesagt, dass ich die Schiene jetzt schon tragen soll, da diese die Schwellung aus dem Gelenk drückt. Habe das jetzt auch mal gemacht, allerdings rutscht dieses Fersenpad immer etwas hin und her. ISt das normal oder kann ich das noch iwie verbessern? HAbe eben auch mal probiert nen Schuh dabei anzuziehen…ging gar nicht! Liegt das jetzt nur an der Schwellung die ich ja immernoch habe oder muss ich mir jetzt extra neue Schuhe kaufen um die Schiene 6 Wochen lang zu tragen?
Ich weiß, viele Fragen, aber hoffe auch auf ein paar Antworten. danke!
Hallo, danke schonmal für diese Infos.
Hallo, gerne 
Hab den Fuss in den letten Tagen hochgelegt und immer wieder
gekühlt. Merke wie er langsam wieder beweglicher wird, aber er
ist immernoch ganz schön geschwollen.
Das waren schon einmal die richtigen Maßnahmen. Ruhe, Eis und Hochlegen ist das beste in der entzündlichen Phase. Etwas Geduld ist je nach Schwere des Traumas angesagt
Falls die Schwellung sich nach 2 Wochen nicht gibt solltest Du einen Arzt konsultieren, der Dir dann am besten Lymphdrainage verschreibt (eine Massageform zur Reduktion der Schwellung) und eventuelle Voltaren Tabletten.
Ne Mannschaftskameradin, die letztes Jahr auch einen
Bänderriss hatte, hat gesagt, dass ich die Schiene jetzt schon
tragen soll, da diese die Schwellung aus dem Gelenk drückt.
Naja, das ist eigentlich nicht ganz Sinn der Schiene. Sie soll in der Zeit der Heilung als Stabilisator für den Fuß dienen. Natürlich kann es auch aufgrund des Druckes abschwellend wirken.
Habe das jetzt auch mal gemacht, allerdings rutscht dieses
Fersenpad immer etwas hin und her. ISt das normal oder kann
ich das noch iwie verbessern? HAbe eben auch mal probiert nen
Schuh dabei anzuziehen…ging gar nicht! Liegt das jetzt nur
an der Schwellung die ich ja immernoch habe oder muss ich mir
jetzt extra neue Schuhe kaufen um die Schiene 6 Wochen lang zu
tragen?
Dann ist Dein Fuß einfach noch zu sehr geschwollen, denn normalerweise braucht man keinen speziellen Schuh für die Schiene. Versuch es mal mit dem ältesteb Turnschuh den Du hast, die sind meisten am weitesten. Da diese Schienen für den Einsatz im Schuh konzipiert ist rutscht das Fersenpolster natürlich ohne Schuh.
Ich weiß, viele Fragen, aber hoffe auch auf ein paar
Antworten. danke!
Kein Problem. Ruhig weiter fragen, wenn was unklar ist.
Grüße und gute Besserung
Jessica
Hallo Käsekuchen,
nun komme ich noch mal mit einer anderen Sicht und Erfahrung:
Schiene weg, Krücken weg und so schnell wie möglich bewegen.
Gehen auf einer flachen, gut einsehbaren und ungefährlichen Ebene. Sanft abrollen, so gut es geht. Mit flachen, festen Schuhen.
Und ansonsten SOFORT behandeln lassen. OK, geht bei Dir jetzt doch nur im nachhinein, wirkt aber auch noch gut, aber für die Zukunft. Sofort. Z.b. ein Osteopath mit der Zusatzausbildung im Fasziendistorsionsmodell. Schon nach dem ersten Kurs sollte es Standard sein, solche verletzten Knöchel so zu behandeln, dass man sofort ohne Schmerzen gehen kann, solange eine Beteiligung von Knochen ausgeschlossen wurde.
Habe die Behandlung selber schon durchgeführt, mit sofortiger Wirkung.
Eine Entzündung ist nur Teil der möglichen Erklärung und auch eine Entzündung braucht meiner Meinung nach Bewegung, aber eben die sanfte Art. Und heiß abtupfen und sanftes Dehnen.
Aber ein Teil der „Verletzung“ ist im Grunde kein verletztes Gewebe, sondern „veformt“. Und was nicht verletzt ist, muss nicht heilen, was verformt ist, bleibt, wenn man Pech hat, so lange verformt, bis man selbst, z.b. durch frühzeitige sanfte Belastung oder ein Behandler es zurückgeformt hat.
Das erklärt z.t jahrelange Beschwerden, die mit einer Behandlung weg zu kriegen sind, nach solchen Verletzungen.
Auch das Gefühlt der Instabilität verschwindet mit der Behandlung. Und einige laufen jahrelang damit rum.
Alles in allem kann ich da nur positives berichten.
Als Betroffene und als Behandlerin.
Gruß
Kathy
Hallo Kathy,
ich stimme insoweit Deinen Ausführungen zu, als dass eine frühzeitige Behandlung durch eine Fachperson Not tut.
Aber trotz allem: schon mal was von Wundheilung gehört? Die Entzündungsphase (und die existiert nach JEDEM Trauma) dauert nun mal 5-7 Tage, da ist nicht dran zu rütteln. Und da ist Ruhighalten bzw. leichtes schmerzfreies Bewegen angesagt. Unterarmgehstützen gehören nur bedingt, je nach Schmerzlage, dazu. Haste recht, muss nicht sein. Allerdings läuft man im Alltag ja auch nicht immer auf einer flachen, gut einsehbaren Fläche, aber naja…
Grüße
Jessica
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Jessica,
ja Wundheilung, finde ich immer wieder vor. Kenn ich.
Aber
1). die richtige Behandlung unterstützt die Wundheilung, auch innerhalb der ersten Woche und
2). Bei Ruhigstellung verklebt das Fibrin leider auch die Anteile, die nicht zusammengehören. Es sagt ihm ja leider keiner, was denn zusammengeklebt werden muss, außer eben Bewegung. Und wenn man sofort behandelt wurde, kann man sich besser Bewegen, was in der Wundheilung zu weniger Verklebungen führt!
Man kann alles, was keine knöcherne Beteiligung hat, und bei knöcherner Beteiligung, alles was nur Risse sind und stabil ist innerhalb von wenigen Minuten so behandeln, dass die Patienten schmerzfrei und nicht-humpelnd rausgehen.
Einen Tag später kann eine zweite Behandlung erfolgen, die der Patient schmerzfrei joggend wieder verlässt. Sport ist also ab dem 3 Tag nach der Verletzung wieder möglich.
Schade, dass die Fortbildung nur für Osteopathen angeboten wird.
Ist wirklich spannend. www.fdm-europe.com
Gruß
Kathy
Hallo Kathy,
ich stimme insoweit Deinen Ausführungen zu, als dass eine
frühzeitige Behandlung durch eine Fachperson Not tut.
Aber trotz allem: schon mal was von Wundheilung gehört? Die
Entzündungsphase (und die existiert nach JEDEM Trauma) dauert
nun mal 5-7 Tage, da ist nicht dran zu rütteln. Und da ist
Ruhighalten bzw. leichtes schmerzfreies Bewegen angesagt.
Unterarmgehstützen gehören nur bedingt, je nach Schmerzlage,
dazu. Haste recht, muss nicht sein. Allerdings läuft man im
Alltag ja auch nicht immer auf einer flachen, gut einsehbaren
Fläche, aber naja…Grüße
Jessica
Hallo,
ich gebe Dir fast ganz recht, außer, dass das Fibrin in der 1. Woche posttraumatisch noch gar keine Rolle spielt. In der Entzündungsphase ist Schonung und höchstens leichtes Bewegen nunmal am besten.
Ab dann geb ich Dir vollkommen recht. Da ist zielgerichtete Bewegung und schmerzabhängige Belastung angesagt.
Was machst Du mit solchen Patienten dann in der 1. Woche, sodass diese nach ein paar Tage nach einem Bänderriss wieder joggen können? Da hättest Du ja entweder die Wundheilung abgestellt oder extremst beschleunigt (jedenfalls die Entzündungsphase).
Grüße
Jessica
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Jessica,
eventuell steckt da einfach eine andere Annahme dahinter, nämlich diejenige, dass nur ein Teil Verletzungen sind und der andere Teil Verformungen. Verformungen setzen auch kein Fibrin frei und kann man, platt gesagt, zurück formen. Sie tun dann auch just in dem gleichen Augenblick, in dem sie „zurückgeformt“ wurden nicht mehr weh. Sofort.
Wenn der Patient dann tatsächlich beschwerdefrei und voll beweglich ist, scheint da keine Entzündungsphase mehr zu sein. War also der Anteil des Verletzten, was heilen muss, doch nicht so groß. Mehr lässt sich von außen nicht sagen. So ohne „MRT-Blick“ und anderen Parametern.
Der Patient zeigt mit seinem Finger genau wo es wehtut.
Ich behandel genau das. Die Behandlung zielt auf die Faszien und ihre Verformungen ab.
Fibrin wird aktiv, sobald Fasern reißen und es über austretende Stoffe angelockt wird. Es muss schnell sein, sonst würden wir im Falle von Gefäßen verbluten, da alle verletzten Gewebe gut durchblutet sind, trifft es hier auch zu. Besonders liebt es Wärme und Ruhe. Eine Nacht mit Wärmflasche (andere orthopädische Beschwerden) verschafft einem schon eine Menge neuer hochelastischer Verbindungen. Wieso sollte es also in der 1. Woche noch keine Rolle spielen. Es gibt für die Entzündungsphase Zeitangaben von 3 Tagen bis hin zu 2 Wochen.
Was machst Du mit solchen Patienten dann in der 1. Woche,
sodass diese nach ein paar Tage nach einem Bänderriss wieder
joggen können? Da hättest Du ja entweder die Wundheilung
abgestellt oder extremst beschleunigt (jedenfalls die
Entzündungsphase).
Die Patienten zeigen meist 3 typische Stellen und meist am stärksten eine eingeschränkte Dorsalextension.
-
zeigen mit 1 Finger ganz gezielt punktförmig auf eine Stelle. Oft am Taluskopf, die wissen natürlich nicht, dass er da liegt…
Im Therapiekonzept der FDM ist das eine sogannte Continuum Distorsion, wobei sich eine Stufe im Continuum in der Insertion am Knochen gebildet hat, die man sofort behandeln kann. Das ist eine Verformung. Die Dorsal Extension wird sofort frei! Ist absolut faszinierend. -
zeigen sie oft, indem sie mit ca 2 Fingern am Bein entlang streichen ein sogenanntes Triggerband
Das ist tatäschlich eine Verletzung mit Fibrinaustritt und evtl. Verklebungen. Hier kann man auch in der akuten Phase zumindest das Triggerband „schließen“ also die parallel laufenden und in längsrichtung laufenden Faseranteile behandeln und somit die Heilung in die richtige Richtung anschubsen. Gibt auch sofortige Linderung.
Die Patienten haben ab jetzt meist sofort mehr Kraft und Stabilität.
Einbeinstand als Kontrolltest ist sehr faszinierend. Ab jetzt kann man sie auf einem Bein hüpfen lassen. Brauchen sie dabei extrem viel Fläche, ist es noch nicht in Ordnung, behandelt man die restlichen Distorsionen, hüpfen sie danach meist schmerzfrei und auf dem Fleck!
- streichen sie oft mit 1 Finger quer übers Gelenk oder halten das Gelenk. Das nennen die FDM-Therapeuten eine Faltdistorsion, eine Verformung der Kapsel durch das Umknicken. Die tut solange weh, wie sie besteht, wie die CD oben. Um sie zu beseitigen wiederholt man den Unfallvorgang, sozusagen, ist ein bißchen tricky. Brauchte ich bisher bei meinen nicht, bin ich nicht so erfahren und manch ein Kollege schickt die Patienten dann für das letzte Bißchen zu einem Kollegen, der das „falten“ gut kann.
Vielleicht hilft das schon ein bißchen…
Mit Kontrolltests vor und nach jedem Griff kann man das ganze sehr Eindrucksvoll dokumentieren.
Der Hauptdozent, Dr. Harrer, aus Wien, hat sich eine große FunkUhr mit Datum und Uhrzeit in den Hintergrund gehängt und filmt die Patienten, die an der Doku teilnehmen, vor der Uhr, damit man ihm auch glaubt!
Der Entwickler dieser Technik hat sie in und für die Notaufnahme entwickelt! Für schnelle Soforthilfe! Besonder gern wird sie in Gegenden wie z.b. Alaska angewendet, wo nicht mal eben ein MRT zur Verfügung steht und die Leute einfach funktionieren müssen. Kann lebenswichtig sein.
Gruß
Kathy