Allergien durch Hypnose abschwächen

Hallo!

Mich beschäftigt eine Frage. Warum kann ich meinem Gehirn nicht sagen, dass so eine kleine Katze keine Gefahr für mich ist, wenn es andere Leute schaffen durch Meditation ihren Körper soweit runter zu fahren, dass Maschinen sie für tot halten ( was ja eigentlich auch unmöglich ist). Habe einen Bericht über Tiefenhypnose gelesen, wo zum Beispiel Diätwillige „umprogrammiert“ werden, so dass sie nur noch gesunde Lebensmittel essen wollen oder Raucher das Rauchen aufgeben.

Daher ist meine Frage: Kann man es schaffen, wenn ich an die Therapie glaube, dass man meine Allergien abschwächen könnte? Sie sind jetzt nicht so stark, dass ich große Probleme bekomme, aber die Nase läuft und so weiter. Ist schon nervig.

Danke

Tara

PS: Eine Hyposensibilisierung habe ich ein halbes Jahr lang gemacht bis ich einmal überreagiert habe. Das war nicht lustig. Danach habe ich mich nicht mehr getraut :wink: Hatte dabei echt Todesangst. Du bekommst keine Luft, zitterst am ganzen Körper, deine Augen verdrehen sich. Das möchte ich nicht noch einmal erleben.

PPS: Bitte keine Homöopathietipps, weil daran glaube ich nicht und bitte auch keine Diskussion anfangen für und gegen Homöopathie, denn darum geht es mir hier nicht. Danke

Hi!

Aus Medikamentenstudien mit Antiallergika weiß man, daß der Placeboeffekt bei Allergien gigantisch ist.
Wenn ich in der Allergiezeit in ein Museum gehe und ein Bild von einer Blumenwiese sehe, muß ich niesen ==> die Mütze spielt bei Allergien sicher eine beträchtliche Rolle.

Es gibt auch Therapieverfahren, die mit Biofeedback u.ä. arbeiten.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/new…

Gruß
Peter

Lieber Peter

Aus Medikamentenstudien mit Antiallergika weiß man, daß der
Placeboeffekt bei Allergien gigantisch ist.

Ohne es in einen kollegialen Streit ausufern lassen zu wollen, möchte ich nur ganz subjektiv sagen: Ich habe da so meine Zweifel.
Es gibt ja einige Kollegen, die bei Allergien einen psychosomatischen Anteil sehen - okay, mag beim Einzelnen so sein, aber es gibt auch Kollegen, die Allergien ganz in den psychosomatischen Topf werfen - zu denen gehöre ich nicht, obwohl oder gerade weil ich Facharzt für Psychosomatische Medizin bin und seit Jahrzehnten mit dieser Sparte beschäftigt.
Ich trenne ganz klar zwischen Allergie und Psychosomatose. Das hat ja auch einen guten Grund, weil ich ja im Einzelfall herausfinden will, ob z.B. ein Asthma allergisch oder psychosomatisch bedingt ist. Natürlich gibt es beim Asthma die Möglichkeit einer Mischform, aber wenn ich von Anfang an jedes Asthma als eine sowieso-Mischung aus Psychosomatose und Allergiue ansehe, werde ich meinem Einzelpatienten nicht sehr hilfreich sein können.
Beim HEUSCHNUPFEN handelt es sich meiner Erfahrung nach meistens um eine reine Allergie, selten um eine psychosomatisch relevante Reaktion. Ich selber weiß es von mir und einem meiner vier Kinder, dass wir SAISONAL niesen wie die Weltmeister. Mein Sohn hat überdies noch eine Katzenhaar-Allergie entwickelt. Ich abe außerhalb der Gräserblüte NIEMALS mit heuschnupfenähnlichen Reaktionen zu tun. Eine Verstärkung gibt es ebenalls nur durch die Noxe selbst, also wenn ich z.B. durch eine blühende Landschaft marschiere, die Sonne scheint und eine leichte Brise weht.
Ich schreibe das deswegen so ausführlich, weil ich den Eindruck habe, dass mit psychosomatischen Reaktionen heutzutage recht ungenau umgegangen wird. Früher hat man dieselben negiert oder ignoriert, heute ist man schnell dabei, alles als psychosomatisch hinzustellen.
Es grüßt Dich und Euch
Branden

Wenn ich in der Allergiezeit in ein Museum gehe und ein Bild
von einer Blumenwiese sehe, muß ich niesen ==> die Mütze
spielt bei Allergien sicher eine beträchtliche Rolle.

Es gibt auch Therapieverfahren, die mit Biofeedback u.ä.
arbeiten.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/new…

Gruß
Peter

1 „Gefällt mir“

Ergänzung
Das Wichtigste habe ich ja noch vergessen:
Ich arbeite ja relativ viel mit Hypnose in meiner Praxis. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich gelernt, die Indikationen hierbei genauer zu unterscheiden.
Allergien würde ich überhaupt nicht mit Hypnose behandeln. Abhängigkeitserkankungen, z.B. Zigarettenabhängigkeit, sind ebenfalls für mich keine Indikation mehr für Hypnose (bringt selten etwas, die Patienten müssen wirklich HEUTE aufhören wollen zu auchen, sonst so gut wie sinnlos).
Prüfungsängste sind bei mir in der Praxis die beste Indikation für Hypnose. Bisher 100% Erfolg. Jeder, der vorher durchs Abitur oder Staatsexamen gefallen war, bestand die Prüfung nach der Hypnosebehandlung.
Bei Abhängigkeitserkrankungen habe ich eher gegen 0 % Erfolg, also so gut wie keinen.
Es kommt also ganz und gar auf die Indikation an.

Hallo „van“ Branden!

Aus dem Urlaub zurück :wink: ?

Ich weiß, daß Du die psychosomatische Komponente der Allergien negierst - vielleicht weil Du selbst welche hast? :wink:)

Nichtsdestotrotz ist bei Vorstellung aller Studien - selbst in der Placebogruppe - eine deutliche Besserung der Beschwerden unter der „Behandlung“ verzeichnet worden.

Viele Grüße
Peter

Moin Peter

Aus dem Urlaub zurück :wink: ?

Jau. Heute zurück gekommen. Muss mich noch ans nordischere Klima gewöhnen.

Ich weiß, daß Du die psychosomatische Komponente der Allergien
negierst - vielleicht weil Du selbst welche hast? :wink:)

Ja, klar, auch deswegen. Weiul ich selbst eine Pollenallergie habe, weiß ich eben seit etwa einem halben Jahrhundert, wann ich allergisch reagiere - nämlich nur in der Pollensaison und dann auch nur bei entsprechender Exposition.

Nichtsdestotrotz ist bei Vorstellung aller Studien - selbst in
der Placebogruppe - eine deutliche Besserung der Beschwerden
unter der „Behandlung“ verzeichnet worden.

Ja, sicherlich kann man eine zeitlang suggestiv (Droge Arzt usw.) da Einfluss nehmen, das kann man aber auch bei schwersten Erkankungen wie Krebs etc.
Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Erkrankungen zu den Psychosomatosen zu zählen sind.
Gruß,
Branden