Fäkalien doch noch verwertbar?

Von: , Frage gestellt am So, 30. Mär 2008

HAllo,
also mich würd das einfach mal interessieren, da ich oft das Gefühl habe, dass wenn man gerade sein Geschäft verrichten will und dann aba "unterbrochen" wird, man später gar nicht mehr aufs klo muss/kann... aba dass kann doch eigentlich gar nicht sein, dass der Körper das eigentlich schon zu "Fäkalien" bestimmte, doch noch verwertet und nicht mehr ausscheiden muss/kann... oda täusche ich mich da und man muss früha oda später doch aufs klo?
neugierige Grüße Pisaverde

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Minuten 3 hilfreich
    Re: Fäkalien doch noch verwertbar?

    Hallo Pisaverde, oda täusche ich mich da und man muss früha oda
    später doch aufs klo?
    das muß man und ich glaube, das ist bisher auch immer so gewesen.

    Die "Fäkalien" werden in der Ampulla recti, dem Endstück des Darmes, das ziemliche Massen aufnehmen kann, bis zur nächsten Gelegenheit aufbewahrt.

    Alles Verwertbare ist bereits entzogen, Nährstoffe, Flüssigkeit... in den Fäkalien befinden sich nur unverdauliche Nahrungsanteile (Ballaststoffe), abgestorbene Darmwandzellen, und viele, viele Bakterien, sowie Abbauprodukte u. a. des Blutfarbstoffes, die über die Leber (Gallenflüssigkeit) in den Darm gelangen.

    Anscheinend kann der Körper den Defäkationsdrang zeitweilig zurückstellen (also die Darmmotilität einbremsen), falls sich das als notwendig erweisen sollte.

    Grüße,

    I.

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Fäkalien doch noch verwertbar?

      Hallo,
      Vielen Dank für die schnelle und informative Antwort :)
      glg Pisaverde

    • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Fäkalien doch noch verwertbar?


      [MOD]: Ganzkörperzitat entfernt. Bitte beachtet die Netiquette,Satz 3 Pkt.7: http://www.wer-weiss-was.de/content/netiquette.shtml Danke!

      Hi,

      Allerdings wird den Fäkalien immer noch Wasser entzogen, je länger man nicht war, um so härter wird das "Muss"..

      Grüße, F.

      • Antwort von nach 19 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Fäkalien doch noch verwertbar?

        Hallo F.
        Allerdings wird den Fäkalien immer noch Wasser entzogen, je
        länger man nicht war, um so härter wird das "Muss"..
        Das stimmt.

        100 ml Wasser befinden sich noch in dem Stuhl, der pro Tag ausgeschieden wird, und davon werden wohl noch ein paar Milliliter entzogen, und das macht den Stuhl womöglich noch unangenehm hart.

        Doch auf dem Wege durch den Darm werden pro Tag rund 9 Liter absorbiert: ungefähr 1.5 Liter oder mehr kommen aus der Nahrung, 1.5 Liter Speichel, 3 Liter Magensaft, 2 Liter Pancreas-Sekret, 0.1 Liter Gallenflüssigkeit, und schließlich noch Flüssigkeitsausscheidung im Darm selbst, welche gleichzeitig mit der Resorption stattfindet.

        Es gibt also ein Nahezu-Gleichgewicht zwischen dem Darm zugeführten und im Darm resorbierten großen Flüssigkeitsmengen, minimale Verschiebungen dieses Nahezu-Gleichgewichts resultieren in Durchfall oder Verstopfung.


        Grüße,

        I.

  2. Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
    'Latch' - wenn ich mich recht erinnere

    Hi,

    das phänomen, das du beschreibst, nämlich dass man nach unterbrochenem "geschäft" oder unterdrücktem drang nicht mehr zu müssen meint, hat nichts damit zu tun, dass hier etwa ein recycling-programm gestartet wird.
    Wie schon beschrieben, sammelt sich alles in der ampulla recti, die ähnlich wie die harnblase fungiert und funktioniert.

    Ab einem gewissen füllungsgrad meldet der körper, dass er mal müssen müsste. Das wird über dehnungsrezeptoren vermttelt.
    Nach einer gewissen zeit aber kann sich die glatte muskulatur an diesen zustand anpassen. Das gefühl zu müssen lässt nach. Das geht nicht ewwig, denn irgendwann läuft jedes fass mal über.

    Das ganze nennt sich, wenn ich mich an physiologie damals recht erinnere LATCH.


    LG Alex:-)

  3. Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
    Re: Fäkalien doch noch verwertbar?

    Hi Pisaverde,

    nachdem alles wissenschaftlich erklärt wurde, noch eine kleine Zugabe.
    Habe vor geraumer Zeit mal in einem Fachartikel über das Problem gelesen, dass wir ein Erbe aus der Urzeit mit uns herumschleppen und die Moderne via Evolution noch nicht in unserem Darm angekommen ist.
    Das "Geschäft" funktioniert nur, wenn Ruhe und Entspannung herrschen, also kein Stress uns beinträchtigt. Die Erklärung war so einfach wie einleuchtend: die Neandertaler lebten in einer gefahrvollen Welt, umgeben von feindlchen Tieren und Artgenossen. Wachssamkeit und Fluchtbereitschaft sicherten das Überleben und wer sich in so einer Situation befindet hat keine Zeit, sich hinzuhocken....., das wäre u. U. tödlich.
    Auf unsere Welt angewendet heisst das, wer schon z. B. morgens unter Zeitdruck steht und nervös ist, sendet das Signal "nimm die Beine in die Hand und renne", und schon ist es vorbei mit dem Gang zum stillen Ort. Ähnlich verhält es sich mit Unterbrechungen, wer aufgescheucht wird und sich verteidigen muss, kann keine Ablenkung durch menschliche Bedürfnisse gebrauchen. Erst, wenn Du in Sicherheit bist, kannst Du Dich diesem drängenden Problem wieder widmen.
    Inwieweit die These heute noch haltbar ist, vermag ich nicht zu sagen. Deine Beobachtung/Fragestellung scheint dies aber zu bestätigen.

    Entspannte Grüsse
    Sigrid

    • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Fäkalien doch noch verwertbar?

      Das "Geschäft" funktioniert nur, wenn Ruhe und Entspannung
      herrschen, also kein Stress uns beinträchtigt.
      Hallo Sigrid,

      da habe ich aber so meine Zweifel..... Dann erklär mir mal, warum es Menschen gibt, die kurz vor Wettkämpfen oder Auftritten kaum von der Toilette kommen? Und woher wohl der Ausdruck "Schiss haben" kommt? Oder warum man sich "vor Angst in die Hose macht"?

      Mir geht es oft so, dass ich selbst vor den harmlosesten Golf-Turnierchen, die Zeit, die ich zum entspannten Aufwärmen eingeplant hatte, zu einem großen Teil auf der Toilette verbringe. Sehr lästig sowas!! Und gar nicht leistungsfördernd.

      Viele Grüße

      Anne

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Fäkalien doch noch verwertbar?

        Hallo!
        2 Sachen:
        1. Wir stammen nicht vom Neandertaler ab, der war ein menschlicher Nebenzweig und ist ausgestorben. Also hat er uns auch nichts vererbt. Ich denke mal gemeint ist der Homo sapiens, Steinzeitmensch oder so.
        2. Ich hab schon beides bemerkt. Sowohl dass unter Stress nichts geht (Trifft sowohl auf Stuhl, wie auch auf Harn zu - beispielsweise wenn nichts mehr geht, wenn man sich beobachtet fühlt oder beim Arzt in den Becher pinkeln soll) aber auch, dass gewisse Menschen in Stresssituationen kaum noch vom Klo kommen. Dies sind aber meist Blasentätigkeiten und nicht Darmtätigkeiten, aber auch das kommt vor. Und wie bereits erwähnt: Man macht sich vor Angst ja auch in die Hosen.

        Wenn man das ganze mit Sympatikus und Parasympatikus erklären will:
        Der P. ist für Entspannung und Verdauung zuständig, der S. für Aktion, Kampf, Flucht...
        Die beiden sind aber nicht, wie oft behauptet, Gegenspieler, sondern sie ergänzen sich und arbeitet zusammen. Bei Tätigkeiten wie beispielsweise Sex, sind sowohl P. als auch S. aktiv. Es ist durchaus möglich, dass bei Erregung, die nicht wirklich zur Verkrampfung führen, sondern mehr positive Anspannung um Leistung zu bringen ist, vielleicht auch sowohl P. als auch S. aktiviert sind und es daher zur Entleerung kommt.

        Bei der panischen Angst (bei der man sich in die Hose macht) denk ich, hängt das ganze eher mit Kontrollverlust zusammen.

        Was denkt ihr darüber?
        lg infi

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Fäkalien doch noch verwertbar?

        Hallo Anne,

        eine Überlegung war mal, dass man dann auch spontan leichter ist! ;o) Und schneller fliehen kann!
        Es gibt beide Reaktionen, totaler Verhalt oder spontanes und schnelles Ausscheiden.
        Gruß
        Kathy



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