Hallo lecker,lisa,
als vor gut fünf Jahren Betroffener kann ich dir über meine Erfahrungen berichten. Wobei zu beachten ist, das jeder Prolaps anders geartet sein kann und somit auch anders behandelt werden muss.
Es fing an mit einer lang andauernden einseitigen Tätigkeit, die zu einem ständig zunehmenden Schmerz im Rücken führte. Am nächsten Morgen war ein Aufstehen nur mit sehr viel Schmerz möglich, so dass ich mich zum Orthopäden fahren ließ. Der versuchte, die Wirbel wieder einzurenken und verschrieb einige Medikamente, welche nicht anschlugen. Am nächsten Tag wurde dann eine Rö-Aufnahme gemacht, und ich an den Tropf gelegt. Eine Fango-Packung beim Physiotherapeuten in der Schlinge verschlimmerte die Sachlage. In den folgenden Tagen wurde die ganze Flöte der orthopädischen und physiotherapeutischen Therapien ohne den Deut einer Besserung ausprobiert. Dann kam er auf die Idee, einen Kernspinn durchführen zu lassen. Mittlerweile hatte ich solche Schmerzen in der linken Po-Backe, den Oberschenkel hinunter über die rechte Seite des Knies bis zur rechten Seite des Unterschenkels, dass ich Schmerztabletten, die 12 h helfen sollten, wie Smarties alle 2h zu mir nahm. Ganz zu schweigen davon, dass die normalen Verrichtungen des Lebens äußerst schmerzhaft waren. So konnte ich nur ca. 10m ohne große Schmerzen gehen. Danach brauchte ich eine Sitzgelegenheit, um mich auf die harte Sohle meines Schuhes zu setzen. Das war die einzige Position, die auszuhalten war. Ich hatte zum Glück aber keine Ausfälle der Muskulatur!
Das MRT fand schon nach drei Tagen statt (auch wenn es manche nicht hören wollen und mit den Zähnen knirschen- ein Vorteil als Selbstzahler). Ich hatte Prolapse zwischen L1 und L2 und L2 und L3. Nach vielem Behandeln (ich sag mal vergebliches Basteln) beim Orthopäden und Physiotherapeuten überwies mich mein Orthopäde zu einem Radiologen. Wie sich später herausstellte war dies der Glücksgriff schlechthin. Nach einem wirklich umfassenden Arztgespräch, in dem die Vorteile und Nachteile abgewogen wurden mit einem Ausblick, wenn seine Behandlung nicht anschlagen sollte, wurde eine periradikuläre Infiltration mit kristallärem Kortison unter CT-Aufsicht durchgeführt. Insgesamt wurde diese Behandlung dreimal durchgeführt. Nach dem ersten Mal konnte ich wieder auf meinem Batzen sitzen, und man dankt den kleinen Dingen des Lebens. Nach der dritten Behandlung konnte ich wieder anfangs 20m gehen und innerhalb eines Monats konnte ich wenn auch ganz langsam 500m an einem Stück absolvieren. Später habe ich erfahren, dass dieser Arzt einer der erfahrensten auf diesem Gebiet in der BRD war. Er ist aber jetzt in Pension. Das Schöne war auch, und deshalb bin ich ihm auch sehr dankbar, ich habe von ihm keine Rechnung bekommen.
Die Nachsorge habe ich bei Kieser Training mit dem MedX-Gerät angefangen. Nun bin ich schon über fünf Jahre beim Kieser und habe mein Abo um weitere fünf Jahre verlängert. Ohne zweimal in der Woche beim Kieser habe ich das Gefühl, dass mein Rücken anfängt zu grummeln (z.B. Urlaub). Ich bin also verdonnert, mein ganzes Leben eine Rückenstärkung durch zu ziehen. Das ist die Lehre, die ich aus meiner Krankheitseskapade gezogen habe.
Das ist in wesentlichen Zügen meine Geschichte. Meine Lehre daraus ist die, in Abstimmung mit dem Arzt deines Vertrauens deine Erkrankung zu managen. Wobei ich Gott danke, dass ich nach relativ kurzer Zeit aber mit einem eisernen Willen wieder auf die Beine gekommen bin. Für einen Selbständigen kann eine solche langdauernde Krankheit existenzbedrohend sein.
Gute Besserung
Bernd