Bandscheibenvorfall

hallo experten,

ich habe seit einem jahr rückenschmerzen,habe daraufhin über 10 spritzen bei meinem ortopäthen bekommen…half nix.Habe dann eine CT bekommen, wurden 2 Bandscheibenvorfälle gesichtet.Diese sollten erst mit 3 MRT spritzen zu leibe grückt werden, wenn nix hilft, dann nochmal 3…Montag bekomme ich die 6. …die wird auch nicht mehr helfen…was kommt dann…wer hat erfahrung,was dann auf mich zukommt…ich will keine spritzen mehr,habe schmerzen ohne ende…kann ich von mir aus zum doc sagen…ich will eine OP ??oder , was kann ich noch unternehmen

danke für eure antworten

lisa

Hallo,

ein Bandscheibenvorfall geht nicht durch Spritzen weg. Die Spritzen dienen dazu, die Schmerzen zu lindern, damit Du Dich besser bewegen kannst.

Das einzige, was letztendlich beim BSV hilft ist gezielte Gymnastik und Training der Bauch- und Rückenmuskulatur. Diese müssen gestärkt werden, um die Wirbel richtig zu stützen.

Bitte Deinen Arzt um ein Rezept für Krankengymnastik. Dort zeigt man Dir Übungen, die Du dann täglich ca. 30 Minuten durchführst. So lange Du noch starke Schmerzen hast, kannst Du parallel weiter Spritzen bekommen. Ist eine erste Besserung da, meldest Du Dich am besten in einem reha-orientierten Fitnesstudio an oder besuchst eine sogenannte „Rückenschule“, solche Kurse gibt es bei der VHS.

Eine OP wird bei BSV nur eher selten gemacht und ist auch kein Wundermittel. Danach ist Reha angesagt, wenn man nicht ausreichend trainiert, kommen bald Beschwerden an der nächsten Bandscheibe.

Gruß,

Myriam

PS: Wenn man keine Spritzen gegen BSV-Schmerz möchte, tut es noch nicht weg genug. Erst wenn man beim Anblick einer großen Nadel mit Lokalanästhetikum Vorfreude empfindet, hat man richtige Schmerzen :smile:

Hallo lecker,lisa,

als vor gut fünf Jahren Betroffener kann ich dir über meine Erfahrungen berichten. Wobei zu beachten ist, das jeder Prolaps anders geartet sein kann und somit auch anders behandelt werden muss.

Es fing an mit einer lang andauernden einseitigen Tätigkeit, die zu einem ständig zunehmenden Schmerz im Rücken führte. Am nächsten Morgen war ein Aufstehen nur mit sehr viel Schmerz möglich, so dass ich mich zum Orthopäden fahren ließ. Der versuchte, die Wirbel wieder einzurenken und verschrieb einige Medikamente, welche nicht anschlugen. Am nächsten Tag wurde dann eine Rö-Aufnahme gemacht, und ich an den Tropf gelegt. Eine Fango-Packung beim Physiotherapeuten in der Schlinge verschlimmerte die Sachlage. In den folgenden Tagen wurde die ganze Flöte der orthopädischen und physiotherapeutischen Therapien ohne den Deut einer Besserung ausprobiert. Dann kam er auf die Idee, einen Kernspinn durchführen zu lassen. Mittlerweile hatte ich solche Schmerzen in der linken Po-Backe, den Oberschenkel hinunter über die rechte Seite des Knies bis zur rechten Seite des Unterschenkels, dass ich Schmerztabletten, die 12 h helfen sollten, wie Smarties alle 2h zu mir nahm. Ganz zu schweigen davon, dass die normalen Verrichtungen des Lebens äußerst schmerzhaft waren. So konnte ich nur ca. 10m ohne große Schmerzen gehen. Danach brauchte ich eine Sitzgelegenheit, um mich auf die harte Sohle meines Schuhes zu setzen. Das war die einzige Position, die auszuhalten war. Ich hatte zum Glück aber keine Ausfälle der Muskulatur!
Das MRT fand schon nach drei Tagen statt (auch wenn es manche nicht hören wollen und mit den Zähnen knirschen- ein Vorteil als Selbstzahler). Ich hatte Prolapse zwischen L1 und L2 und L2 und L3. Nach vielem Behandeln (ich sag mal vergebliches Basteln) beim Orthopäden und Physiotherapeuten überwies mich mein Orthopäde zu einem Radiologen. Wie sich später herausstellte war dies der Glücksgriff schlechthin. Nach einem wirklich umfassenden Arztgespräch, in dem die Vorteile und Nachteile abgewogen wurden mit einem Ausblick, wenn seine Behandlung nicht anschlagen sollte, wurde eine periradikuläre Infiltration mit kristallärem Kortison unter CT-Aufsicht durchgeführt. Insgesamt wurde diese Behandlung dreimal durchgeführt. Nach dem ersten Mal konnte ich wieder auf meinem Batzen sitzen, und man dankt den kleinen Dingen des Lebens. Nach der dritten Behandlung konnte ich wieder anfangs 20m gehen und innerhalb eines Monats konnte ich wenn auch ganz langsam 500m an einem Stück absolvieren. Später habe ich erfahren, dass dieser Arzt einer der erfahrensten auf diesem Gebiet in der BRD war. Er ist aber jetzt in Pension. Das Schöne war auch, und deshalb bin ich ihm auch sehr dankbar, ich habe von ihm keine Rechnung bekommen.
Die Nachsorge habe ich bei Kieser Training mit dem MedX-Gerät angefangen. Nun bin ich schon über fünf Jahre beim Kieser und habe mein Abo um weitere fünf Jahre verlängert. Ohne zweimal in der Woche beim Kieser habe ich das Gefühl, dass mein Rücken anfängt zu grummeln (z.B. Urlaub). Ich bin also verdonnert, mein ganzes Leben eine Rückenstärkung durch zu ziehen. Das ist die Lehre, die ich aus meiner Krankheitseskapade gezogen habe.
Das ist in wesentlichen Zügen meine Geschichte. Meine Lehre daraus ist die, in Abstimmung mit dem Arzt deines Vertrauens deine Erkrankung zu managen. Wobei ich Gott danke, dass ich nach relativ kurzer Zeit aber mit einem eisernen Willen wieder auf die Beine gekommen bin. Für einen Selbständigen kann eine solche langdauernde Krankheit existenzbedrohend sein.

Gute Besserung
Bernd

Hi,

ein Bandscheibenvorfall geht nicht durch Spritzen weg.

ein Bandscheibenvorfall geht normalerweise auch „von alleine“ weg. Frag mich nicht nach Zeiträumen, ich hörte was von 6-12Monaten nach dem der Zustand ohne OP dem mit OP gleich sein soll.

Eine OP wird bei BSV nur eher selten gemacht und ist auch kein
Wundermittel.

IMHO indiziert nicht alleine ein BSV bzw „nur“ Schmerzen eine OP. Da muss noch mehr „dazu kommen“ wie Taubheitsgefühle oder so.

Grüße,
J~

Hallo,

falls Du keine neurologischen Ausfälle (wie Lähmungen, Blasen-Mastdarm-Störungen) hast ist keine OP fällig.
Da hilft wirklich nur Training bei einem Experten, sprich Physiotherapeuten, der Dir Übungen und Tipps für den Alltag mitgibt. Sinnvoll wäre auch jemand, der sich gleichzeitig mit der McKenzie- Methode auskennt. Damit konnte schon vielen sehr schnell geholfen werden. Wichtig ist halt der jeweils individuelle Befund des Patienten - Standardübungen sind meist wirkungslos.

Grüße und gute Besserung
Jessica

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Hi Jame~

ein Bandscheibenvorfall geht normalerweise auch „von alleine“
weg. Frag mich nicht nach Zeiträumen,

Jein…es kann sein, dass die Flüssigkeit aus dem vorgefallanen Stück absorbiert wird, es kann aber auch sein, dass sich das abkapselt. Wichtig sind entzündungshemmende Schmerzmittel.

und :ich hörte was von
6-12Monaten nach dem der Zustand ohne OP dem mit OP gleich
sein soll.

Hm, darüber kann ich nix sagen.

Eine OP wird bei BSV nur eher selten gemacht und ist auch kein
Wundermittel.

IMHO indiziert nicht alleine ein BSV bzw „nur“ Schmerzen eine
OP. Da muss noch mehr „dazu kommen“ wie Taubheitsgefühle oder
so.

Nein, wirklich nicht. Meine Schwiemu hat sich operieren lassen, nachdem nichts, aber auch wirklich keine der konservativen Behandlungen gefruchtet hatte…sie hat große Probleme seit der OP mit krampfartigen anfallsartigen Schmerzen die ihr ins Bein fahren und sie buchstäblich von den Füßen hauen…dabei ist sie sonst absolutes Indianerherz und wirklich hart im Nehmen.

Ein Problem bei der OP ist das nachher sich bildende Narbengewebe. Diese führt oft zu ähnlichen Beschwerden wie der BSV selbst und dann muß nachoperiert werden. Dass das nicht greunenlos möglich ist…
Ein Weiteres Problem ist die Nähe zum Rückenmark und ob es gelingt so schonend wie möglich alles zu entfernen was stört…mögliche Kompliaktionen wären Querschnitt und/oder Inkontinenz/Lähmung sowohl der Blase als auch des Darms.

Diese Entleerungsstörungen können auch bei einem BSV auftreten und das wäre dann eine Indikation für eine OP, wie andere schwerwiegende motorische Ausfälle…eine Fußheberschwäche zählt nicht dazu. Bei sensorischen Ausfällen denkt noch niemand ernsthaft an eine OP.

Mein Mann hat innerhalb weniger Wochen zwei BSV an genau der gleichen Stelle gehabt, nachdem zuvor ein Muskelhartspann mit Muskelrelaxanzen behandelt wurde.
/t/bandscheibenvorfall-lws/3440291
Da hatten einige Ärzte ihren Blick darauf geworfen und nur der Neurochirurg hätte gleich operiert, die anderen enthielten sich einer Empfehlung befanden aber, dass die von ihnen angewandte Therapie bei der Schwere des BSV nicht erfolgversprechend sei. Der Radiologe wunderte sich gar, dass er überhaupt noch laufen könne…

Er erklärte uns dann auch die Zuständigkeit der einzelnen Nervenbereiche (Motorik/Sensorik), wie sie angeordnet sind und was passiert wenn welche Bereiche komprimiert werden.

Mein Mann entschloss sich für eine Schmerzbehandlung mit entzündungshemmenden Medis in Tablettenform und anschliessend eine ambulante Rehamaßnahme die ihm sehr gut getan hat.
Er hat aber heute noch Mißempfindungen in dem Bein, dessen sensorische Nerven gequetscht wurden und die Muskulatur der Waden faszikuliert in kleinen Bereichen, was er aber nicht merkt. Beim schnelleren Laufen hat er manchmal das Gefühl dieses Bein sei zu langsam…
Wenn er seinen Schwachpunkt körperlich nicht zu sehr überstrapaziert ist er aber weitgehend schmerzfrei.

LG
Maja

Hallo,
eine kleine Hilfe koennte ausreichend Wassertrinken sein.
Mein Buchtip
http://www.kurkliniken.de/33_buch_shop/books/detail_…
Batmanghelidj, Faridun: Rückenschmerzen und Arthritis
…Wasser trinken: Denn die Bandscheiben enthalten viel Wasser und damit eine gute Elastizität, wenn sie gesund sind. Ohne die richtige Bewegung und ohne genügend Wasser drücken sie zusammen, verlieren ihre Pufferfunktion und es kommt zu Symptomen, an deren Ende häufig noch die Bandscheibenoperation steht. Der Autor zeigt einen völlig neuen Ansatz mit einer einfachen medizinischen Lösung…
Gruss Helmut

Hallo,

ist das irgendwo wissenschaftlich erforscht?
Viel trinken ist natürlich immer zu empfehlen, aber ob das Bandscheibenprobleme gleich heilt - ich weiss nicht…

Grüße
Jessica

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