Es gibt Ansätze das auch bei Erwachsenen zu behandeln und zwar
unterschiedlichster Art und bei manchen Zahnärzten auch
mehrere Disziplinen übergreifend in Zusammenarbeit mit
Osteopathen, Physios und psychotherpeutisch Tätigen.
Ob nun Schiene oder noch mal Bisskorrektur, oder die Krone
vernünftig anpassen, muss genau untersucht werden.
Bei den Schienen gibts ganz unterschiedliche Arten.
Eine reine Knirschschiene behandelt nichts und verbessert
nichts. Was allerdings helfen kann, wenn der Zahnarzt sie
wirklich gut eingeschliffen hat (so dass Ober- und Unterkiefer
so richtig gut auf einander passen), ist, dass man nicht mehr
wirklich knirschen kann, weil alles passt. Dann entsteht ein
Pressen und abwechselnd dazu Entspannung.
Servus Kathy,
selbst mit Placeboschienen, die die Kauflächen völlig frei lassen, wurden mindestens gleich gute Ergebnisse erzielt wie mit den aufwändigsten Schienenmodellen. Das heißt, daß Therapieansätze aus Deinem Fachbereich mindestens denselben Erfolg versprechen, wie die lästigen Schienen, die häufig ein einsames Leben in der Nachttischschublade führen.
Eine zusamenfassende Arbeit zur Evidenz der Schienentherapie bei Knirschern findest Du da:
http://origin.www.nature.com/ebd/journal/v9/n1/full/…
Am Kiefer selbst und an den dazugehörigen Muskeln kann man
eine ganze Menge behandeln, also entspannen, Diskus entlasten
und so weiter. Das hat meist weitreichende positive
Konsequenzen.
Das kann ich nicht beurteilen, weil es mit der Evidenz dieser Maßnahmen ja auch nicht so weit her ist. Meiner - evidenzfreien
- Erfahrung nach, hilft es, den PatientInnen bewußt zu machen, daß sie das Pressen und Knirschen als motorisches Ventil benutzen. Ist ja auch ganz praktisch - man kann ja nicht immer vor allen Leuten mit den Fäusten auf den Tisch . . . 
BTW wird keineswegs nur in der Nacht ge’bruxt’ (‚Bruxismus‘ ist ein Fachterminus für diese Parafunktionen). Schau mal am Morgen in der U-Bahn den Leuten in die Gesichter. Mit dem, was sich da tut, kann man, energetisch gesehen, ganze Großstädte beleuchten. Und viele Männergesichter sind so markant, weil die daraus resultierenden mächtigen Kaumuskelpakete so Terminator-mäßig aussehen . . . die armen Hunde!
Also - jeder therapeutische Ansatz, der den Betroffenen erst einmal ein Feedback über ihre schädlichen Gewohnheiten gibt, ist schon mal ein guter Ansatz. Schienen sind schon deshalb fragwürdig, weil es für viele Stress bedeutet, in der Nacht einen ungebliebten Fremdkörper in den Mund zu stecken. Wenn das Anti-Stress-Mittel selber Stress macht, ist nicht viel gewonnen, oder?
Gruß Kai
PS: um herauszufinden, ob irgendwo ein Zahn zu hoch ist, hilft dieses Ding ganz gut:
http://www.mediplus.org/aqualizer.htm
Man braucht dann aber einen kongenialen Zahnarzt dazu, falls eingeschliffen werden müßte.