Zähne aufeinander beissen

Hallo,
was kann es für eine Ursache haben, wenn eine Person am Tage immer wieder sehr fest die Zähne aufeinander beisst und nachts immer ganz doll die Zähne aufeinander reibt(auch im Wachzustand, kein Zähneknirschen, eher Kaubewegungen).
Die Person berichtet, dass sie sich tagsüber immer wieder dabei ertappt, dass sie die Kiefermuskeln total verkrampft
und die Kiefer ganz fest aufeinander beisst.

Ist das eventuell eine Erscheinung die man auch aus der Homöopathie kennt?

Gruß
Kosmokatze

Hallo Kosmokatze
Homöopathisach mag es auch für ein bestimmtes Mittel sprechen, aber, psychoanalytisch gesehen, würde man auf gehemmte Aggression schließen.
Gruß,
Branden

Hallo,

die Person leidet vermutlich unter Stress/innerer Anspannung.
Langfristig könnten Entspannungstechniken helfen.

Meine laienmäßige Erklärung: die Person verkneift sich, offen ihre Meinung zu sagen, weil sie Unannehmlichkeiten/Nachteile/schlimme Folgen befürchtet. Stattdessen ‚beißt‘ sie lieber die Zähne zusammen, so richtig fest, dass ihr ja kein Wort entfleucht.

Das Knirschen führt wegen der Druckbelastung früher oder später zu Entzündungen des Kiefergelenks (hatte ich mal).

Vermutlich ist auch der Nacken-/Schulterbereich verspannt?

Viele Grüße
Maralena

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Hallo,

die Person leidet vermutlich unter Stress/innerer Anspannung.
Langfristig könnten Entspannungstechniken helfen.

Auch eine sog. ‚Knirscherschiene‘ kann gut und sinnvoll sein - frag am besten drüben bei der Zahnmedizin noch einmal nach dieser.

Das Knirschen führt wegen der Druckbelastung früher oder
später zu Entzündungen des Kiefergelenks (hatte ich mal).

Bei starker und langanhaltender Belastung kann es auch dazu kommen, dass das Kiefergelenk bei jedem Öffnen des Mundes ausrenkt (hatte ich mal)

Schnurrige Grüße

=^…^=
Katze

Liebe Kosmokatze,
was heißt es denn sprichwörtlich, wenn jemand „die Zähne aufeinander beißt“? Das macht man doch dann, wenn man es sich „nicht leisten kann“, seine Wut/seinen Ärger offen rauszulassen!

Diese Person sollte vielleicht mal überlegen, worüber sie in ihrem Leben so wütend ist, und/oder was sie unter Kontrolle halten möchte/wovor sie Angst hat, dass es an die Oberfläche kommt.
Bevor sich das Verhalten verlagert in nächtliches Zähneknirschen - dann braucht sie eine Schiene. Eine wirkliche Lösung ist das nicht.
Liebe Grüße, Susanne

Du hast schon recht, aber die Knirschschiene hilft nur gegen die Sympotome. Die ist wie ein Gips bei gebrochenem Bein. Wer möchte schon bis an sein Lebensende mit Gipsbein herumlaufen?

Wobei ich zugebe, Entspannungstechnik ist auch keine Dauerlösung :wink:

Beste Grüße an die Schnurrige
Maralena

Hallo Ihr Guten,

das Krankheitsbild nennt sich „CMD“ (cranio-mandibuläre Dysfunktion), hieß früher „Costen-Syndrom“ und sollte mehrgleisig angegangen werden: (Unterkiefer)-Schiene vom Kieferorthopäden, Reizstrom oder TENS vom guten alten Hausarzt und psychotherapeutisch z. B. von Branden, der sich nach seiner Erhebung in den niederländischen Adelsstand van Branden nennen darf… :wink: (Späßle gemacht, sonst aber alles ernst gemeint!)
Diese Erkrankung ist recht häufig, wird aber recht selten diagnostiziert, weil sie als „Unart“ abgetan wird.
Gruß synapse

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…oh auch das noch …

Kosmo

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Hallo,

es kann auch rein mechanische Gründe geben. Ist z.b. eine Krone zu hoch, versucht der Körper das, was er da vermeintlich zwischen den Zähnen hat, wegzukauen. Dazu noch Stress oder Schmerzen mit dem typsichen „Zähne zusammenbeissen“ und das Knirschen ist perfekt.
Oder völlig schiefe Zähne können sowas auch auslösen.
Außerdem aktiviert das zusammenbeißen Mechanorezeptoren, die dann Schmerzweiterleitung/wahrnehmung hemmt.

Es gibt Ansätze das auch bei Erwachsenen zu behandeln und zwar unterschiedlichster Art und bei manchen Zahnärzten auch mehrere Disziplinen übergreifend in Zusammenarbeit mit Osteopathen, Physios und psychotherpeutisch Tätigen.
Ob nun Schiene oder noch mal Bisskorrektur, oder die Krone vernünftig anpassen, muss genau untersucht werden.
Bei den Schienen gibts ganz unterschiedliche Arten.
Eine reine Knirschschiene behandelt nichts und verbessert nichts. Was allerdings helfen kann, wenn der Zahnarzt sie wirklich gut eingeschliffen hat (so dass Ober- und Unterkiefer so richtig gut auf einander passen), ist, dass man nicht mehr wirklich knirschen kann, weil alles passt. Dann entsteht ein Pressen und abwechselnd dazu Entspannung.
Am Kiefer selbst und an den dazugehörigen Muskeln kann man eine ganze Menge behandeln, also entspannen, Diskus entlasten und so weiter. Das hat meist weitreichende positive Konsequenzen. Es verschwinden Symptome, die man nicht damit verbunden hat. Z.b. wird die HWS und BWS weicher und beweglicher, Verspannungen werden weniger, das Mittelohr wird besser belüftet, da es sich auch in Richtung Rachen entspannt, Nebenhöhlen können besser abfließen, die Schilddrüse und der Übergang zwischen HWS und BWS kann entstauen. Habe grad heute wieder eine Schilddrüse gesehen, die rein schulmedizinisch nichts hat, aber deutlich vergrößert (die Patientin kennt sie ja von früher, die untersuchenden Ärzte nicht, die Vergrößerung ist innerhalb der Normwerte nur fehlt der Vergleich zu vorher)und fest ist, um sie herum ist alles gestaut. Die Patientin hatte mehere Unfälle mit Verletzungen an Kiefer und Kopf und hat davon Einschränkungen. Bleibt es so, dass der Blutabtransport aus Schilddrüse und Armen und Hals durch die Verspannungen eingeschränkt bleibt kann sich da in der Schilddrüse evtl tatsächlich etwas ändern. Also evtl Jahre später findet man dann eine Gewebeveränderung oder Blutwerte verändert.

Gruß
Kathy

Es gibt Ansätze das auch bei Erwachsenen zu behandeln und zwar
unterschiedlichster Art und bei manchen Zahnärzten auch
mehrere Disziplinen übergreifend in Zusammenarbeit mit
Osteopathen, Physios und psychotherpeutisch Tätigen.
Ob nun Schiene oder noch mal Bisskorrektur, oder die Krone
vernünftig anpassen, muss genau untersucht werden.
Bei den Schienen gibts ganz unterschiedliche Arten.
Eine reine Knirschschiene behandelt nichts und verbessert
nichts. Was allerdings helfen kann, wenn der Zahnarzt sie
wirklich gut eingeschliffen hat (so dass Ober- und Unterkiefer
so richtig gut auf einander passen), ist, dass man nicht mehr
wirklich knirschen kann, weil alles passt. Dann entsteht ein
Pressen und abwechselnd dazu Entspannung.

Servus Kathy,

selbst mit Placeboschienen, die die Kauflächen völlig frei lassen, wurden mindestens gleich gute Ergebnisse erzielt wie mit den aufwändigsten Schienenmodellen. Das heißt, daß Therapieansätze aus Deinem Fachbereich mindestens denselben Erfolg versprechen, wie die lästigen Schienen, die häufig ein einsames Leben in der Nachttischschublade führen.

Eine zusamenfassende Arbeit zur Evidenz der Schienentherapie bei Knirschern findest Du da:

http://origin.www.nature.com/ebd/journal/v9/n1/full/…

Am Kiefer selbst und an den dazugehörigen Muskeln kann man
eine ganze Menge behandeln, also entspannen, Diskus entlasten
und so weiter. Das hat meist weitreichende positive
Konsequenzen.

Das kann ich nicht beurteilen, weil es mit der Evidenz dieser Maßnahmen ja auch nicht so weit her ist. Meiner - evidenzfreien :wink: - Erfahrung nach, hilft es, den PatientInnen bewußt zu machen, daß sie das Pressen und Knirschen als motorisches Ventil benutzen. Ist ja auch ganz praktisch - man kann ja nicht immer vor allen Leuten mit den Fäusten auf den Tisch . . . :wink:

BTW wird keineswegs nur in der Nacht ge’bruxt’ (‚Bruxismus‘ ist ein Fachterminus für diese Parafunktionen). Schau mal am Morgen in der U-Bahn den Leuten in die Gesichter. Mit dem, was sich da tut, kann man, energetisch gesehen, ganze Großstädte beleuchten. Und viele Männergesichter sind so markant, weil die daraus resultierenden mächtigen Kaumuskelpakete so Terminator-mäßig aussehen . . . die armen Hunde!

Also - jeder therapeutische Ansatz, der den Betroffenen erst einmal ein Feedback über ihre schädlichen Gewohnheiten gibt, ist schon mal ein guter Ansatz. Schienen sind schon deshalb fragwürdig, weil es für viele Stress bedeutet, in der Nacht einen ungebliebten Fremdkörper in den Mund zu stecken. Wenn das Anti-Stress-Mittel selber Stress macht, ist nicht viel gewonnen, oder?

Gruß Kai

PS: um herauszufinden, ob irgendwo ein Zahn zu hoch ist, hilft dieses Ding ganz gut:

http://www.mediplus.org/aqualizer.htm

Man braucht dann aber einen kongenialen Zahnarzt dazu, falls eingeschliffen werden müßte.

Danke
…für Eure guten Antworten…
Gruß
Kosmokatze