Warum werden mehr Jungen geboren?

Im Durchschnitt werden weltweit mehr Jungen als Mädchen geboren. Warum ist das eigentlich so?

Nun, Männer leben kürzer. Womöglich schafft die Natur somit im Voraus ein Gleichgewicht in der geschlechtsspezifischen Altersstruktur.

Zum anderen waren Männer früher die Jäger, was ihre natürlich verkürzte Lebensdauer abermals reduzierte.

Gibt es vielleicht auch chromosomale Ursachen? Das Y-Chromosom scheint ja keine Bedeutung zu haben - außer der Zuteilung zu einem Geschlecht. Kann es also daran liegen?

Oder gibt es weitere biologische Ursachen?

Freu mich auf eure Antworten!

Ausgleich

Im Durchschnitt werden weltweit mehr Jungen als Mädchen
geboren. Warum ist das eigentlich so?

Die Sterblichkeitsrate ist bis zur Pubertät bei Jungen größer als bei Mädchen. Sie neigen zu riskanteren Spielen. Ungefähr bis dann hat sich das Verhältnis ausgeglichen.

Nun, Männer leben kürzer. Womöglich schafft die Natur somit im
Voraus ein Gleichgewicht in der geschlechtsspezifischen
Altersstruktur.

Das „Alter“ ist evolutionsgeschichtlich noch uninteressant, die Lebenserwartung lag vor einigen Tausend Jahren nur bei ca. 25 Jahren, so wie heutzutage noch bei den afrikanischen Buschmännern.

Gruß

Stefan

Sie neigen zu riskanteren Spielen.

Hallo, du willst aber nicht behaupten, dass das die Ursache ist, oder?

Im uebrigen bezweifle ich, dass die Statistiken in dieser Hinsicht verlaesslich sind. In vielen Teilen der Erde gibt es keine funktionierende Erfassung der Geburten. Kannst du mal Quellen fuer deine Behauptung angeben?

Gruss
Christoph

Das „Alter“ ist evolutionsgeschichtlich noch uninteressant,
die Lebenserwartung lag vor einigen Tausend Jahren nur bei ca.
25 Jahren, so wie heutzutage noch bei den afrikanischen
Buschmännern.

Was verstehst du denn bitte unter Buschmänner? Soviele dieser Völker gibts heute gar nicht mehr und bei den wenigen liegt die Lebenserwartung deutlich höher als 25 Jahre, z.B. bei den San (http://world-wide-safari.com/san.html). Das die Lebenserwartung in den ärmsten (subsaharischen) Teilen Afrikas unter 35 Jahren liegt, liegt vorallem an der mangelnden medizinischen Versorgung, wie z.B. Schutzimpfungen, Hunger und natürlich Aids.

Gruß Suse

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Hi Nini,

hier ein interessanter Artikel zum Thema.

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/…

Ansonsten würde ich bezüglich der Empfindlichkeit von y-Chromosomen im Biologiebrett nachfragen oder auch bei Zoologie. Vielleicht ist es bei Primaten ja ganz ähnlich?

Ansonsten denke ich, dass Deine Vermutung richtig ist, dass mehr Jungen geboren werden, um einen Ausgleich für das Ungleichgewicht zu schaffen, das durch die verkürzte Lebenserwartung (das korrekte Stichwort für weitere Recherche ist Lebenserwartung bei Geburt) gegeben ist. Hier würde ich mich aber mal im Brett Geo- oder auch Sozialwissenschaften schlau machen, dort sitzen auch die Demographen…

Gruß Suse

Hallo Nini,

Gibt es vielleicht auch chromosomale Ursachen? Das Y-Chromosom
scheint ja keine Bedeutung zu haben - außer der Zuteilung zu
einem Geschlecht. Kann es also daran liegen?

Ein Y-Chromosom ist leichter als ein X-Chromosom, deshalb können sich Spermien mit einem Y-Chromosom schneller fortbewegen und haben je nachdem, wie lange die „fruchtbaren Tage“ noch andauern einen Vorteil. So steht das jedenfalls hier unter dem letzten Link „Ein Mädchen bitte!“:

http://www.geburtskanal.de/Wissen/Y/YChromosom_AusAd…

Ein weiterer trauriger Grund: In China, wo Familien nur ein Kind haben dürfen, werden Mädchen teilweise abgetrieben, bevor sie geboren werden, wenn das Geschlecht in pränataler Diagnostik den Eltern bekannt wird, weil sie oft unbedingt einen „Stammhalter“ haben wollen.

In Indien gelten Mädchen (wegen der bei der Hochzeit zu zahlenden Mitgift) den Familien häufig auch nur als lästiger Kostenfaktor. Da passiert das wohl auch.

Gruß Gernot

http://www.geburtskanal.de/Wissen/Y/YChromosom_AusAd…

Danke für den Link, Gernot!

Ja, die pränatale Geschlechtsbestimmung ist seit mehreren Jahren (für’s genaue Jahr müsste ich jetzt in den Unterlagen kramen - mach ich aber, wenn du es wissen willst) in Indien abgeschafft worden, genau aus dem von dir genannten Punkt. Ein weiterer Punkt, der nach indischen Ansichten für männlichen Nachwuchs spricht, ist die Tatsache, dass nur die Söhne bestimmte Bestattungsrituale durchführen dürfen, nach denen die Eltern reinkarniert werden können.

In China gibt es die 1-Kind-Politik bereits seit 1979 und obgleich sie nicht mit dem seit 1968 vereinbarten Recht auf Familienplanung einhergeht, wird die chines. Regierung noch mind. 10 weitere Jahre an dieser Politik festhalten (Stand: März 2008). Es gibt jedoch einige „Lockerungen“. So darf die Landbevölkerung 2 Kinder haben, sofern das erste Kind weiblichen Geschlechts ist. Derzeit liegt die Geschlechterproportion (in den extremsten Regionen) bei 100 Mädchen : 120 Junge.

Da ich in diesem Medizin-Brett nicht weiter auf Demographie allgemein eingehen möchte, schlage ich vor, wir reden in dem Brett „Geographie“ weiter. Wenn du magst, öffne doch dort ein Thema. Ich werde mich dann melden.

Ansonsten freu ich mich immer noch über die Erklärung bzgl. der biologischen Zusammenhänge.