Haarwuchs bei Toten

Hallo,

man hört ja immer wieder das Gerücht, dass nach dem Tod die Haare und Fingernägel einige Zeit weiter wachsen.
Im „Lexikon der populären Irrtümer“ habe ich gelesen, dass dies Quatsch sein soll, da mit dem Tod der Stoffwechsel komplett zum Erliegen kommt.
Das leuchtet mir eigentlich auch ein.

Nun habe ich aktuell einen Todesfall in der Familie, und die Schwestern im Krankenhaus haben mir gesagt, dass sie die Leichen nicht rasieren, weil es keinen Sinn mache, da die Haare ja noch weiter wachsen würden.
Die sollten es doch eigentlich wissen, und jetzt bin ich vewirrt.

Nun zur Frage:
weiss jemand von euch, ob die Haare und Fingernägel nach dem Tod noch wachsen?
Und wenn ja, warum?

Viele Grüße
Stefan

Hallo, Stefan,

man hört ja immer wieder das Gerücht, dass nach dem Tod die
Haare und Fingernägel einige Zeit weiter wachsen.

Nun habe ich aktuell einen Todesfall in der Familie, und die
Schwestern im Krankenhaus haben mir gesagt, dass sie die
Leichen nicht rasieren, weil es keinen Sinn mache, da die
Haare ja noch weiter wachsen würden.

eine plausible Erklärung gibt es hier http://www.zeit.de/1997/50/stimmt50.txt.19971205.xml :

… Immer wieder gebe es Vorkommnisse dieser Art: Eine Leiche wird in der Klinik oder von einem Bestattungsunternehmen fachgerecht präpariert, wozu bei männlichen Toten auch eine Rasur gehört. Anschließend wird der Verstorbene in einem trockenen, gut gelüfteten Kellerraum gelagert. Und ein oder zwei Tage später hat er dann einen Stoppelbart, und die Angehörigen beklagen sich, der Verstorbene sei nicht richtig rasiert worden.
Tatsächlich sind in einem solchen Fall aber nicht die Haare gewachsen. In Wirklichkeit ist die Haut ausgetrocknet und eingeschrumpelt, und dadurch sind die vorher verborgenen Bartstoppeln sichtbar geworden. Bei diesem Vorgang handele es sich um eine Vorstufe der Mumifizierung, erklärt Rothschild, wie sie auch bei Toten zu beobachten ist, die lange in einer trockenen Wohnung gelegen haben…

Gruß
Kreszenz

Nein, optischer Effekt
Hallo Stefan,

a bissle (paar Minuten) werden sie schon noch wachsen, weil diese Stoffwechselprozesse nicht so schnell zum Erliegen kommen wie z.B. die Hirnaktivität. Dennoch würde man davon nichts bemerken, weil zu wenig passiert.

Stattdessen verändert sich das Gewebe (z.B. Eintrockung) und es sieht dann so aus, als ob die Haare und Fingernägel länger geworden wären.

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/22262/

Gruß

Stefan

weshalb?
Hi,

Die sollten es doch eigentlich wissen

Weshalb sollten die das wissen?
Die Beschäftigung mit Toten gehört weder zu ihrem Berufsbild noch ist sie Teil ihrer Ausbildung.

Freundliche Grüsse
Ray

Moin,

Die sollten es doch eigentlich wissen

Weshalb sollten die das wissen?
Die Beschäftigung mit Toten gehört weder zu ihrem Berufsbild
noch ist sie Teil ihrer Ausbildung.

da liegst du etwas falsch: der Umgang mit Toten ist sehr wohl ein Teil der theoretischen Ausbildung, wenn auch kein besonders großer. Im praktischen Teil kommt es darauf an: es gibt welche, die sehen in den ganzen 3 Jahren keinen Toten weil es einfach nicht vorkommt. Andere hingegen 3 mal in der Woche einen.

Da die meisten Menschen nunmal im Krankenhaus sterben, ist das Krankenpflegepersonal die ersten, die in den Kontakt mit den Verstorbenen kommen und danach den Arzt informieren, die dann wiederum den Tod offiziell feststellen, so mit Totenschein usw.

Und es ist die Aufgabe des Krankenpflegepersonals den Patienten so herzurichten, das ein einigermaßen erträgliches (erstes) Bild für die Angehörigen entsteht. Weil den Anblick des Todes deiner Mutter ist etwas, was du dein Leben lang nicht vergessen wirst.

Wer, deiner Meinung nach, ist dafür sonst zuständig?

Grüsse, levi

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